Elif Batuman

 3.3 Sterne bei 12 Bewertungen
Autor von Die Idiotin, The Idiot und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Die Idiotin

 (7)
Neu erschienen am 26.09.2018 als Taschenbuch bei FISCHER Taschenbuch.

Alle Bücher von Elif Batuman

Die Idiotin

Die Idiotin

 (7)
Erschienen am 26.09.2018
Die Besessenen

Die Besessenen

 (2)
Erschienen am 01.08.2011
The Idiot

The Idiot

 (3)
Erschienen am 07.06.2018
The Possessed

The Possessed

 (0)
Erschienen am 19.05.2011

Neue Rezensionen zu Elif Batuman

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schnaeppchenjaegerins avatar

Rezension zu "Die Idiotin" von Elif Batuman

Roman über den Alltag der Harvard-Studentin Selin - über weite Teile leider belanglos und langweilig
schnaeppchenjaegerinvor einem Jahr

Der Roman spielt im Jahr 1995, als die türkischstämmige Selin in Harvard ihr Literaturstudium beginnt. Sie teilt sich ein Wohnheim-Apartment mit Hannah und Angela, freundet sich aber mehr mit Svetlana aus Serbien an. In ihrem Russischkurs lernt sie den ungarischen Mathematikstudenten Ivan kennen, mit dem sie einen regen E-Mailverkehr eingeht und in den sie sich verliebt. Sie gesteht es aber weder sich selbst gegenüber ein, noch zeigt sie es Ivan direkt. 
Während ihres Erstsemesters lernt sie Spanisch und Russisch und schreibt einen Essay, für den sie sogar einen Preis erhält. Daneben gibt sie Schülern Nachhilfe in Mathematik und Englisch, wobei ihr pädagogisches Geschick wenig ausgeprägt ist und es ihr vor allem an der notwendigen Strenge mit ihren Schülern fehlt. In den Semesterferien reist sie zunächst nach Paris und anschließend nach Ungarn und reist dabei mehr oder weniger zufällig ihrem Schwarm Ivan hinterher. Ihre letzte Station ist ihre Heimat die Türkei, bevor das nächste Semester beginnt, in dem sie sich für Linguistik einschreibt und alle anderen Kurse nicht fortsetzt. 
Selin ist eine unsichere, 18-Jährige, deren erstes Studienjahr in Harvard beschrieben wird. Sie ist eine intelligente junge Frau, die sich vor allem für Sprachen interessiert, ist aber im sozialen Umgang mit anderen unerfahren und ungeschickt. Sie lässt sich deshalb von anderen leicht beeinflussen und tut sich schwer damit, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. 
Die erste Hälfte des autobiographischen Romans empfand ich als langatmig. Es ist eine reine Beschreibung des Alltags einer Studentin und trivial, weil nicht wirklich viel passierte. Das mag ein sehr realistisches Szenario sein, mir war es schlicht zu langweilig. 
Die zweite Hälfte war dagegen eingängiger zu lesen, da Selin mehr erlebte und in Europa mit vielen neuen Eindrücken konfrontiert wurde. Aber auch dort hat sie Probleme, sich auf sich zu konzentrieren und auf das, was sie möchte. Unweigerlich reist sie Ivan hinterher und nimmt das Angebot an, in Ungarn Schülern Englischunterricht zu erteilen. Dabei lässt sie sich aber auch von den Familien der Schüler überrumpeln und vereinnahmen und ist froh, wenn sie einmal allein sein kann, um selbst einmal nicht lernen zu müssen oder anderen etwas beizubringen, wobei sie weiterhin viel zu nachsichtig ist. Ivan kommt sie dabei aber keinen Schritt näher. 
"Die Idiotin" ist ein Coming-of-Age-Roman über eine schüchterne Studentin, die ihren Weg im Leben erst noch finden muss. Mit trockenem Humor wird ihr Alltag in Harvard und ihre Begegnungen mit den etwas skurrilen Menschen in Ungarn bei ihrem Auslandsaufenthalt beschrieben. Am Ende ist sich Selin sicher, dass sie Schriftstellerin werden will, eine charakterliche Weiterentwicklung konnte ich allerdings nicht feststellen. Ist Selin deshalb die Idiotin? Oder weil sie für Ivan schwärmt, der innerhalb des Jahres mindestens zwei Freundinnen hatte und sich offensichtlich nicht wirklich für eine Liebesbeziehung mit Selin interessierte? 
"Die Idiotin" ist keine befriedigende Lektüre. Das Buch ist in keine Kapitel untergliedert und eine Betrachtung der offensichtlich langweiligsten Teile des Studentenlebens: des grauen Alltags aus der Belegung von Kursen und Nachhilfe für Schüler. Darüber hinaus ist es eine Beschreibung des täglichen Scheiterns von Selin in alltäglichen Situationen. Zwischenmenschliches ist reduziert auf einzelne Begegnungen mit vielen verschiedenen Personen, seien es ihre Kommiliton(inne)n oder die schrägen Familien in Ungarn. 
Wer sich nicht von der Banalität des Romans abschrecken lässt und ein Faible für Literatur und Sprachwissenschaften hat, für den ist Elif Batumans autobiographischer Roman die geeignete Lektüre. 

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Daniel_Allertseders avatar

Rezension zu "Die Idiotin" von Elif Batuman

Berührend, humorvoll, "Idiotisch", sprachlich sehr gut
Daniel_Allertsedervor einem Jahr

Meine Meinung

 

»Von allen amerikanischen Autoren ist Elif Batuman die witzigste. Erfrischend und einzigartig« (SHEILA HETI); »Fein beobachtet, bezaubernd, geistreich« (KIRKUS REVIEWS) oder »[…] Ich habe dieses Buch verschlungen« (MIRANDA JULY) sind nur einige Zitate von Journalisten und Kritiker aller Art zu Elif Batuman’s Debütoman »Die Idiotin«. Ich kann Ihnen eines sagen, liebe Leser: Diesen Stimmen kann ich nur zu einhundert Prozent zustimmen!

 

Selin, Tochter türkischstämmiger Amerikaner, zieht in die Harvard-Wohnheime ein, um in ebendieser weltbekannten Universität Literatur zu studieren. Wir Leser dürfen Selin, die junge, hinreißende und naive Frau begleiten, erleben dabei allerhand Kurioses: Sei es der ulkige Russischunterricht bei Warwara, der anspruchsvolle Emailverkehr zwischen Selin und Ivan oder der sinnlose Matheunterricht mit und für Dinah.

 

Der Roman sticht dadurch aus der Masse, da er sehr elegant und durchdringend ist. Wir lesen von einer Dame, die in den Tag hineinlebt, die jede Sekunde an sich vorüberziehen lässt, die den Tag und ihr Leben meistert, so, wie sie es meint. Selin ist sympathisch, klug und sehr überzeugend dargestellt. Besonders hervorgehoben wurde der Humor der jungen Autorin, die ihr Handwerk trotz Debüt ausgezeichnet umgesetzt hat: Witz und Spaß bringt Abwechslung, und diese beiden, ähnlichen Elemente konnte man zur Genüge im fast 500 Seiten dicken Roman finden. Die Sprache war hierbei im Prinzip einfach gehalten; Elif Batuman schrieb ohne große Synonyme und ohne unbekannte fremde Ausdrücken, doch sie erzählt sehr viel, es kommt eine geballte Menge auf den Leser zu! Sie wechselt immer wieder die Zeiten und Handlungen in Absätzen, Kapitelüberschriften sind kaum zu finden, und besonders eben die Dichte an Storyverlauf machte das Lesen sehr anspruchsvoll.

   Sehr empfehlenswert ist der Roman durch seine Erzählebene: Der auktoriale, prosaische Erzähler wird hier angewandt; jedoch mit Vorbehalte. Selin nimmt uns mit in ihr Leben, erzählt uns aber nicht alles, wir sehen durch ihre Augen, und lernen ihre Art kennen, ihr Denken, ihr Fühlen, jedoch hält sich Selin verschlossen und gibt nicht alles Preis, hebt sich Charakterzüge auf, für später, damit wir uns im richtigen Moment denken »Aha! Deswegen!« Wie bereits erwähnt ist Selin eine kluge, tollpatschige und sympathische Person, der man gerne gefolgt ist. Der Verlauf ihres Lebens wurde von Elif Batuman sehr gut gestaltet. Sie hat sich mit ihrer Heldin auseinandergesetzt und hat sie so zusammengebaut, dass man sie so schnell nicht wieder vergisst – Selin ist eben eine »Idiotin«, die in den Tag hineinlebt, immer freundlich ist, aber trotzdem eine Idiotin ist!

Fazit

 

Ein sehr empfehlenswertes Buch! Tolle Sprache, viel Handlung, viele Handlungsstränge, trotzdem alle auf derselben Ebene, erzählt in einfachem Prosa, humorvoll, bestückt mit einer intelligenten und »idiotischen« Heldin – ich habe es sehr gemocht! Toll, Elif Batuman!

Kommentare: 1
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miss_mesmerizeds avatar

Rezension zu "The Idiot" von Elif Batuman

Elif Batuman - The Idiot
miss_mesmerizedvor 2 Jahren

1995, Selin, daughter of Turkish immigrants, has just finished high school and can leave New Jersey behind to study in Harvard. She is unsure of what to study, where to begin to understand the miracles of life and the world. It is literature and linguistics that capture her attention first. She studies Russian and tries to understand the mechanism of how language works. She makes friends with Svetlana, a Serbian classmate, and Ivan from Hungary with whom she sits in the Russian classes. She falls in love with the charismatic mathematician who quite often shows strange behaviour. But in writing each other emails, they find a way of expressing their feelings. Selin seizes the chance to go to Ivan’s native country in summer with a programme to teach English in remote villages. This is where she really gets an impression of the world, much more than all her courses in Harvard could ever teach her.

Elif Batuman’s protagonist Selin is a very attention-grabbing character. On the one hand, she is quite intelligent and intellectual, on the other, she is completely incompetent when it comes to dealing with people and analysing her feelings. This makes it difficult for her to understand the relationships she has. At the beginning, she needs the simplistic Russian-for-beginners story about a young woman falling in love to parallel her own feelings, later, when she leaves her English-speaking environment, the misunderstandings due to lack of language knowledge somehow work as a cover for her. She is absolutely ignorant about who is she and who she wants to be. Literature is her way of learning about people.

The novel’s title has been borrowed from Dostoyevsky, yet there are no clear parallels to be found by me. The only one might be in the protagonists’ character, both Myshkin in Dostoyevsky’s novel and Selin are open-hearted and innocent-naïve when they enter into contact with the real world. They are somehow unique and do not have an easy start in adult life. Selin is always afraid that she is not intellectual enough for Harvard, she wants to say meaningful things and starts questioning even single words. Thus, she spirals down to appoint where there is no meaning anymore. From the bottom, she has to create meaning for herself anew.

Apart from the two very noteworthy and fascinating characters of Selin and Ivan, what I appreciated most was the style of writing. Batuman plays with the content, the psychology and philosophy of language is paralleled in her writing, it sometimes breaks down to very plain sentences and then they are full of double meanings. The author is especially strong in finding metaphors and comparisons, in particular with nature which brings the theoretical cogitation back down to earth.

It is not a very typical coming-of-age novel, it is much more intellectual and demanding, but nevertheless I also found it entertaining.

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