Elif Shafak Der Bonbonpalast

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Inhaltsangabe zu „Der Bonbonpalast“ von Elif Shafak

Dieser Roman ist eine Liebeserklärung an Istanbul Ein Haus als Metapher für eine ganze Stadt: 'Der Bonbonpalast“ verwebt kunstvoll die Geschichten der zahlreichen Hausbewohner mit der Geschichte und Gegenwart Istanbuls, einer Stadt zwischen Mystik, Religion und der Kraft der Moderne. Ein ehemals prachtvolles Haus im Zentrum von Istanbul, gebaut von einem russischen Adeligen für seine Frau, ist der Schauplatz dieses Romans. Inzwischen ist der »Bonbonpalast« allerdings ziemlich verwittert - und Heimstatt nicht nur für eine, sondern gleich für zehn sehr unterschiedliche Familien. In der Erzählung ihrer Schicksale, Tragödien und Komödien folgt Der Bonbonpalast der Struktur von Tausendundeiner Nacht. In loser Folge und doch aufeinander bezogen werden die Schicksale und Erlebnisse eines zutiefst frommen Mannes, zweier ungleicher Zwillinge, die einen Friseursalon betreiben, eines namenlosen Ich-Erzählers, einer rätselhaften alten Frau, einer charmanten Schönheit und eines Marihuana rauchenden Studenten mit Hund erzählt - und damit die des Gebäudes und der Stadt. Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft, alles fließt in diesem Roman zusammen, der vor Geschichten nur so sprudelt, Geschichten, die so unglaublich sind und so real wie der Geruch des Hauses, dessen Quelle ganz am Ende an unerwarteter Stelle gefunden wird.

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    Der Bonbonpalast
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    23. April 2014 um 20:18

    Der Bonbonpalast ist ein reichlich heruntergekommenes Mietshaus, in nicht gerade dem besten Viertel Istanbuls gelegen und von einer recht merkwürdigen Schar von Menschen bewohnt. Die Erzählung springt von Wohnung zu Wohnung, erzählt die oft skurrilen Geschichten dahinter, ergänzt sie um Anekdoten, Vergangenes und die Vorgeschichte des Hauses. Es gibt als recht zweifelhaftes Ich einen versoffenen, untreuen Universitätsprofessor, der ebenfalls hier wohnt, sonst werden die Geschichten in der dritten Person erzählt. Zentrales Motiv ist der ständig anfallende Müll, der durch ihn verursachte Gestank und das dadurch angelockte Ungeziefer. Das kann man zum Einen als turbulenten Erzählstrang dieses bunten, vielstimmigen Romans betrachten. Woher dieser ganze Müll kommt und wohin er immer wieder verschwindet, beschäftigt die Bewohner zunehmend. Elif Shafak wählt einen flotten, ironischen Tonfall, der gut zu den skurrilen Charakteren passt. Es herrscht eine große Personen- und Geschichtenfülle, Shafak hat ihren Roman aber so gut gebaut, dass er trotzdem nie auseinanderfällt. Ein Mieterverzeichnis erleichtert zudem die Orientierung. Die Geschichten verzahnen sich zunehmend, oft freut man sich über Berührungspunkte oder dieselbe Situation aus unterschiedlicher Sicht. Man kann das Buch also durchaus als amüsanten Roman über eine Schar unterschiedlichster Typen lesen, so bunt und laut wie die Stadt Istanbul selbst. Der Bonbonpalast schien mir aber gleichzeitig auch als Sinnbild für Istanbul oder die Türkei selbst. Vielstimmig, disparat, überquellend wie die Müllberge vor der Tür. Ein bisschen wie das von einer Bewohnerin zubereitete Dessert Asure, zusammengewürfelt aus den unterschiedlichsten Resten aus der Küche. Das Müllproblem könnte man dann als konkrete Kritik ansehen, oder auch als Sinnbild für ein Land, das versucht seiner Vergangenheit ähnlich wie seinem Müll zu entkommen, daran aber genauso scheitert. Auch Problem wie Selbstverletzung, Migration, die Rolle der Frau und vieles mehr kann man im Buch entdecken. In vielem wird es zu wenig konkret, auch das Personal wird zwar durchaus liebevoll beschrieben, ist aber bis auf vielleicht die Friseur-Zwillinge relativ unsympathisch. Das nimmt dem Roman ein wenig das Potential. Als ironischen, bunten Roman, als Hymne an das vielschichtige, lebendige Istanbul besteht er aber auch dann.

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  • Rezension zu "Der Bonbonpalast" von Elif Shafak

    Der Bonbonpalast
    Wiesnschneckle

    Wiesnschneckle

    06. February 2010 um 13:58

    eine Ode an Istanbul und den selsamen verstrickungen des Lebens. Ganz normale und doch so schrullige Menschen - wie aus dem echten Leben. Einfach herrlich

  • Rezension zu "Der Bonbonpalast" von Elif Shafak

    Der Bonbonpalast
    Clari

    Clari

    05. October 2008 um 00:20

    Elif Shafak Der Bonbonpalast Eichborn ISBN-10: 3821858060 Als Agrippina Fjodorowna Antipowa hoch betagt nach Jahren des Exils aus Frankreich mit ihrem Mann in die türkische Metropole zurückkehrt, schenkt er ihr ein graues Wohnhaus, das auf zwei ehemaligen Friedhöfen errichtet wurde. Voraus gegangen war dem Erwerb des Hauses die skurrile Lebensgeschichte des Paares, das vor der russischen Revolution zuerst in die Türkei und dann nach Frankreich geflohen war. Nun sind sie wieder da, Agrippina etwas verrückt, ihr Mann zeitweise rührselig, beide nach abenteuerlichen Jahren aber glücklich wieder vereint. Agrippina tauft den Bau unverdrossen „Bonbonplast!“ Mit dem Auftakt einer fantasievollen Vorgeschichte beginnt der neue Roman von Elif Shafak. Schon mit ihrem Roman „Der Bastard von Istanbul “ hat sie beträchtliche Fabulierkunst bewiesen. Hier holt sie erneut aus, um in filigraner Manier die Vielfalt eines Mehrfamilienhauses mit seiner Atmosphäre und seinen Bewohnern zum Leben zu erwecken. Wie überall in der Welt gibt es die aufgeweckten, schrulligen, neugierigen und mit den sonderbarsten Eigenheiten ausgestatteten Bewohner in diesem Haus. Im Friseursalon der Zwillinge Cemal und Celal trifft sich die Gemeinschaft, um gemeinsam oder hinter der hohlen Hand über einander zu tratschen oder Neuigkeiten auszutauschen. Es geht munter zu und man darf gespannt sein, wer sich hier so alles trifft! Elif Shafak hat mit ausufernder Fantasie die unterschiedlichsten Charaktere präsentiert. Man amüsiert sich, kann lachen und bekommt das Klima der großen Stadt Istanbul hautnah mit. Hier stinkt es nach Müll, und penetrant ist das Lamentieren von Frau Tijene, auch Hygiene-Tijene genannt, mit der sie die freundliche Nachbarin Madam Tantchen übertönt. Su, ihre verlauste Tochter, findet in Madam Tantchen eine verständnisvolle Trösterin für ihre Einsamkeitsnöte mit der klinisch reinen Mutter. Verschiedene Gestalten mit unterschiedlichster Mentalität tauchen auf wie auf einer Bühne: ist am Ende alles nur ein Märchen? Die Besitzer des Hauses sind längst verstorben, und die einzige Erbin, eine uneheliche Tochter von General Pawel Pawlowitsch Antipow, bekommt man nicht zu sehen. Der Roman fügt eine Anekdote an die andere. Sie reihen sich wie Perlen aneinander, ohne Tiefenschärfe zu beanspruchen. Die Hausbewohner des Bonbonpalastes bieten die Vorlagen für Geschichten, die der Realität entsprungen oder erfunden sein mögen. Liebe, Tod, Scheidung, Alkoholkonsum, Schimpftiraden und die stete Suche nach dem großen Glück,--im Mikrokosmos des Mietshauses findet sich alles wieder wie in einer großen Stadt. Amüsante, mit fabelhafter Fantasie erdachte Gesellschaftsbilder bieten dem Leser eine bunte Palette des Treibens in der lauten und farbigen Stadt am Bosporus. Unterhaltsam weiß Elif Shafak zu erzählen, denn sie ist weit herum gekommen und kennt nicht nur die Türkei sondern die ganze Welt! Wer sich einfach nur gut unterhalten will und wer die Komik im Alltag liebt, der findet dafür in diesem Buch die richtige Lektüre!

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