Elin Olofsson

 2.5 Sterne bei 22 Bewertungen

Lebenslauf von Elin Olofsson

Frauengeschichten aus Schweden: Die 1979 geborene Autorin veröffentlicht bereits seit vielen Jahren erfolgreich Frauenromane in ihrem Heimatland und ist erst seit kurzem auch auf dem deutschen Buchmarkt zu finden.

2013 hatte sie in Schweden ihr schriftstellerisches Debüt mit dem Roman „Dann denke ich an Sigrid“. 2016 wurde sie für den „Book oft he Year Award“ nominiert. Außerdem ist sie Preisträgerin der Carl-Zetterström-Medaille und erhielt 2017 den Kulturpreis der Gemeinde Krokoms.

2019 machte sie ihr Debüt in Deutschland mit dem Titel „Die Hoffnung zwischen den Zeilen“, der in Schweden über 50.000 Mal verkauft wurde.

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Cover des Buches Die Hoffnung zwischen den Zeilen (ISBN:9783570103647)

Die Hoffnung zwischen den Zeilen

 (22)
Erschienen am 14.10.2019

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Rezension zu "Die Hoffnung zwischen den Zeilen" von Elin Olofsson

Die Fremde an der Tür
Marapayavor 6 Tagen

Vier Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. Deutschland liegt in Schutt und Asche, die Menschen sind mit dem Überleben beschäftigt, der Wiederaufbau ein Wunschtraum. In Hamburg hält es Uli nicht länger aus. Ihr Verlobter Hans ist  in Norwegen gefallen oder beim Desertieren erschossen worden, so genau weiß sie das nicht. Die unbekannte Schwiegermutter hat keine tröstende Worte für sie, wirft ihr nur ein Bündel Briefe vor die Füße. Hat Hans in Schweden etwa eine Liebschaft gehabt? Wie unter einer Glasglocke geht Uli durch ihr Leben, traut sich aber nicht recht zu leben. Traut sich selbst nicht. Viel leichter scheint es ihr, Hamburg zu verlassen und der Spur von Hans zu folgen. Vielleicht weiß die Elsa aus dem schwedischen Krokom etwas über Hans und seinen Tod. Vielleicht können sie sich gegenseitig trösten.

Es hat etwas sehr beklemmendes Uli auf ihrem Weg zu begleiten. Sie scheint traumatisiert, zwar irgendwie funktionstüchtig aber emotional wie betäubt. Nur sehr bruchstückhaft enthüllt sich nach und nach, dass dieses Trauma nicht allein durch den Krieg verursacht wurde, sondern wohl eher in der Kindheit seinen Anfang nahm. Familie und Freundschaften existieren nur spärlich, nach dem Krieg scheint sie ganz allein. Auch Elsa in Krokom scheint eine Einzelgängerin zu sein. Sie arbeitet im einzigen Laden des Ortes, ist ehrgeizig und wahnsinnig diszipliniert. In Liebesdingen scheint sie unerfahren, wirkt unterkühlt, ist vielleicht auch nur ängstlich. Beide Frauen treffen nun aufeinander und sind plötzlich durch merkwürdige Umstände miteinander verbunden. In ihrer Paarung wirken sie grundverschieden und doch nähern sie sich schließlich an.

Elin Olofsson erzählt eine Geschichte, die man so oder so ähnlich schon einmal oder auch zweimal gehört hat. Es sind eigentlich wenig Überraschungen in ihr versteckt, die Wendungen zum Teil vorhersehbar, an manchen Stellen wirkt sie eine Spur unglaubwürdig. Zumindest wenn man sich von den beiden Frauenfiguren entfernt. Uli und Elsa aber ziehen mich in ihren Bann. Ich finde sie gleichermaßen merkwürdig, verschroben und faszinierend. Mit Elsa mag ich mich ganz bald identifizieren. Sie wirkt so aufgeräumt und klar, innerlich aber ist sie jung und unerfahren. Handelt aus dem Bauch heraus, dabei aber nicht unüberlegt, sondern durchdacht und sich ihrer Angst bewusst. Sie lässt ihre Mitmenschen nicht wirklich an sich heran und weiß gar nicht, dass sie eigentlich doch recht einsam ist. Uli stapft plötzlich in ihr Leben und wirbelt einiges durcheinander und das tut der überlegten, reservierten Elsa furchtbar gut. So wie deren Ruhe sich wohltuend auf Uli auswirkt. Uli, die plötzlich anpackt, einen Plan hat, eine Zukunft vor sich sieht.

Mich lässt der Roman ein wenig ratlos zurück. Es sind einige Pfade aufgezeigt worden, die im Sande verlaufen oder plötzlich in eine weite Ferne entrücken. Die Geschichte ist dadurch nicht ganz rund, sondern lässt vieles offen und ungeklärt. Im besten Fall ist das die Absicht der Autorin, weil es ihr vor allem um die beiden Frauenfiguren ging. Doch die hätten dann gern noch ein wenig ausgearbeitet sein dürfen. Die kleinen Ungereimtheiten im Handlungsverlauf hätten aber trotzdem nicht sein müssen. Vielleicht ist auch die Übersetzung nicht sorgfältig genug, dem Korrektorat fehlt die Sorgfalt in jedem Fall. Schade, dadurch schmälert sich der Gesamteindruck. Uli und Elsa als interessante Frauenfiguren können dies allein nicht für mich richten.

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Rezension zu "Die Hoffnung zwischen den Zeilen" von Elin Olofsson

Selten ein Buch so interessiert gelesen und am Ende so wenig überzeugt gewesen - 2,5 Sterne
HibiscusFlowervor 7 Tagen

Klappentext des Verlages:

Als Ulrike Hartmann erfährt, dass ihr Verlobter Hans im Krieg gefallen ist, verlässt sie verzweifelt ihre zerstörte Heimat und wandert nach Schweden aus. In ihrem Koffer hat sie ein Bündel Briefe, die Hans im Krieg jahrelang von einer Schwedin namens Elsa Petterson erhalten hat. Ulrike reist zu Pettersons Wohnort in die Provinz, versucht herauszufinden, in welchem Verhältnis sie zu Hans stand. Beide Frauen entwickeln eine Freundschaft, und Ulrike erfährt etwas schier Unglaubliches über Hans, das ihrer aller Leben für immer verändern wird... 

"All ihre waghalsigen Unternehmungen, impulsiven Einfälle und hochfliegenden Pläne...All die Stürme, die sie mitgerissen und dann fallen gelassen hatten, wo sie restlos verloren war...Wie kam es bloß immer dazu?"

(S. 11 - Uli)

Wenn der Titel eines Buch meist in Kombination mit dem Klappentext schon vor dem Lesen ein bestimmtes Bild suggeriert, welches einen begleitet, sobald man sich an die eigentliche Geschichte begibt, kann dies in manchen Fällen mit einer Enttäuschung einhergehen, weil wenig bis nichts - wie erwartet - so recht zusammenpasst.

Eine erwähnte Jahreszahl, der ein schreckliches Weltgeschehen vorausgeht, kann irrelevant werden, wenn erwähnte Orte und dargestellte Figuren mit jeder gelesenen Seite austauschbar erscheinen, weil man als LeserIn nie nah genug herankommt, um Zeit, Umgebung, Handeln und Denken zu spüren oder nachzuvollziehen.

Das Zitat zu Beginn habe ich ganz bewusst ausgewählt, da es Ulrike Hartmann sehr gut beschreibt. Haltlos scheint die junge Frau schon seit Kindheit an gewesen zu sein. Was man durch Erinnnerungsfetzen über sie erfährt, in Kombination mit ihrem Agieren nachdem sie Elsa Petterson ausfindig gemacht hat, rückt sie in ein wenig angenehmes Licht und schließt sie als Sympathieträgerin aus.

Elsa Petterson hingegen nimmt den stillen Part in der Geschichte und auch im Leben ein. Ruhig, besonnen und zurückhaltend bewältigt sie dieses, von Menschen umgeben und doch innerlich einsam. Dass sie ein Geheimnis mit sich selbst ausmachen muss, entpuppt sich als einzige Aufregung in ihrem Sein, doch mit dem Erscheinen von Uli könnte diese schon bald der Vergangenheit angehören. Elsas spontan übernommene Verantwortung breitet sich zu einem erdrückenden Gefühl aus, bei dem sie sich ihre Naivität und Dummheit irgendwann selbst zu Vorwurf macht und den LeserInnen schon längst aufgestoßen ist.

Unterm Strich bleibt eine Geschichte, die ohne Höhepunkte dahingleitet, wenig berührt und schon gar nicht nachhallt. Die durch den Zweiten Weltkrieg hervorgerufene angespannte Stimmung zwischen den skandinavischen Ländern und Deutschland blitzt in kleinen Spitzen durch und anhand einer kurz erwähnten persönlichen Geschichte zweier Nebencharaktere wird dargestellt, dass zuvor ausgewanderte - in diesem Fall - Schweden in Kriegszeiten in ihre Heimat zurückkehrten. Beides Fakten, die sich nachlesen lassen. Doch was dieses Buch zu einem historischen Roman machen soll, lässt sich leider nicht so recht erkennen.

Von einer Enttäuschung mag ich an dieser Stelle nicht sprechen, denn zuvor gelesene Rezensionen haben mich Abstand von aufkommenden Erwartungen nehmen lassen. Und doch war meine Lesezeit mit dem Buch nicht getrübt, weil ich unbedingt herausfinden wollte, wie das Geschehen auf mich wirkt.

Das fehlende Gespür dafür, die LeserInnen in diese Zeit zurückzuversetzen, das Ausbleiben von ausreichender Sorgfalt bei der Ausarbeitung der Figuren, bei denen man selbst mit ihren Eigenarten bei ihnen sein kann und der Mut zweier Frauen, der durch ihre Darstellung geschmälert wird - all das lässt mich zu viel vermissen, um von diesem Roman überzeugt zu sein.

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Rezension zu "Die Hoffnung zwischen den Zeilen" von Elin Olofsson

Kein 'historischer' Roman. Dafür langatmig und emotionsarm.
Furbaby_Momvor 13 Tagen

Von in dem in Schweden so gefeierten Werk "Die Hoffnung zwischen den Zeilen" hatte ich mir aufgrund des vielversprechenden Klappentexts und des wunderschönen Covers einiges erwartet, eine Geschichte mit unglaublichem Potential. Leider ließ mich der Roman relativ unberührt und enttäuscht zurück; gegen Mitte bis Ende der Lektüre hatte ich nur noch eine Hoffnung zwischen den Zeilen: dass das Buch bald zu Ende sein möge.

Als die junge Ulrike im Jahr 1949 erfährt, dass ihr in Norwegen stationierter Verlobter Hansi desertiert und gestorben ist, hält sie nichts mehr in Deutschland. Nicht nur Hansis Tod lässt sie keinen Frieden finden, auch ein Bündel ominöser Briefe, die Hansis verbitterte Mutter ihr vor die Füße geknallt hatte. Hansi hatte Kontakt zu einer Frau namens Elsa Pettersson gehabt – aber warum? Wer ist diese Frau, die im kleinen nordschwedischen Örtchen Krokom lebt? Woher kannten sie und Hansi sich? Wird Ulrike sie finden und zur Rede stellen können? Tatsächlich gelingt ihr das scheinbar Unmögliche und sie spürt Elsa auf, die zunächst alles andere als begeistert über den Überraschungsgast aus Deutschland ist. Letztlich aber beschließt Elsa, die verzweifelte junge Deutsche ins Vertrauen zu ziehen – denn sie hütet seit langer Zeit ein gefährliches Geheimnis…

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr ärgere ich mich über den folgenden, im Innencover enthaltenen Text, in dem es heißt: "Mit großer Empathie und Wärme erzählt Elin Olofsson von der ungewöhnlichen Freundschaft zweier junger Frauen, die mutig ihr eigenes Schicksal in die Hand nehmen." Zwei junge Frauen kommen in der Handlung vor, das ist richtig. Aber Empathie und Wärme sucht man als Leser vergebens. Welche Freundschaft?! Wohl eher ein Machtgefüge. Beide weiblichen Hauptfiguren werden größtenteils oberflächlich-neutral beschrieben, sodass man kaum eine Beziehung zu ihnen aufbauen kann. Zudem fehlt es ihren Entscheidungen häufig an Nachvollziehbarkeit. Tatsächlich hat eine von ihnen mich ob ihrer Ignoranz und anmaßenden Haltung permanent genervt – wie dreist, penetrant und gewissenlos kann man sein?! Mein anfänglicher Respekt für die andere der beiden Frauen, ihre Tüchtigkeit und ihr Bestreben, das Richtige zu tun, löste sich immer mehr in Wohlgefallen auf, da sie sich dermaßen demütig ausnutzen lässt, dass ich ein paar Mal wütend das Buch zuschlagen wollte. Einzig zwei Nebenfiguren (ein Ehepaar) waren sympathisch geschildert. Die Briefe, denen eigentlich die Schlüsselrolle des gesamten Werks hätte zustehen sollen, werden als beiläufige Randerscheinung abgetan und wirkten auf mich eher wie ein Mittel zum Zweck. Man erfährt kaum etwas über ihren Inhalt. Die Thematik 'Zweiter Weltkrieg' wird nur angerissen; stattdessen nimmt die Beschreibung von Krokom und dessen diverser Einwohner einen Großteil der Handlung ein, die sich zäh wie Kaugummi zieht. Zwar wurden ein, zwei spannende Elemente eingebaut, aber deren Auflösung gestaltete sich recht realitätsfremd. 

Der Schreibstil ist äußerst sachlich und emotionslos. Für mich überwog ein Eindruck deprimierender Tristesse und Negativität; ich hatte beim Lesen das Gefühl, unter einer grauen Wolke zu sitzen – eventuell ist das ja gewollt von der Autorin und es mag Leser geben, denen die Dauer-Düster-Stimmung gefällt; mein Fall war es nicht. 

Fazit: Meine 2 Sterne setzen sich zusammen aus dem tollen, leider trügerischen Cover und der Grundidee, aus der man viel hätte machen können.

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Cover des Buches Die Hoffnung zwischen den Zeilen (ISBN:undefined)

Noch vor dem offiziellen Erscheinen verlosen wir 20 Exemplare von Elin Olofssons historischem Roman "Die Hoffnung zwischen den Zeilen". Im Roman kämpfen zwei mutige Frauen in der Nachkriegszeit um eine Zukunft zwischen Hamburg und Schweden.


288 BeiträgeVerlosung beendet

Zusätzliche Informationen

Elin Olofsson wurde am 17. August 1979 in Schweden geboren.

Elin Olofsson im Netz:

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