Elinor Mordaunt

 4,3 Sterne bei 4 Bewertungen

Lebenslauf

Elinor Mordaunt (1872–1942) war das Pseudonym der in Cotgrave/Nottinghamshire geborenen Autorin Evelyn May Clowes. Sie wanderte 1902 nach Australien aus, wo ihre ersten Kurzgeschichten erschienen. Bis zu ihrem Tod veröffentlichte sie über 50 Bücher: Romane, Erzählbände, Reise- berichte und Kinderbücher. Kritiker verglichen ihre Werke mit denen von H. G. Wells und Joseph Conrad, doch ihre größte Leidenschaft war nicht die Literatur, sondern das Reisen. Es gibt nur wenige Orte auf der Welt, die sie nicht besucht hat.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Elinor Mordaunt

Cover des Buches Das Herz eines Schiffes (ISBN: 9783866487352)

Das Herz eines Schiffes

(3)
Erschienen am 21.02.2025
Cover des Buches Das Buch der Abenteuer (ISBN: 9783866486652)

Das Buch der Abenteuer

(1)
Erschienen am 26.09.2023

Neue Rezensionen zu Elinor Mordaunt

Cover des Buches Das Herz eines Schiffes (ISBN: 9783866487352)
Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Das Herz eines Schiffes" von Elinor Mordaunt

Gwhynwhyfar
Wir tauchen ein in eine Zeit der rauen Seefahrt

«Die Tage waren grünlich-grau, man konnte Meer und Himmel nicht voneinander unterscheiden, unnatürlich und gespenstisch. Der Alte verließ nun niemals das Deck, es sei denn für ein paar Augenblicke, behielt das Schiff im Auge, das nur am unteren Großmars ein Segel trug, welches kreuz und quer über den Himmel kratzte; die Rahnocken stießen in die schwarzen Tiefen der Nacht - so schwarz, dass man beim Hinaufschauen das unangenehme Gefühl hatte, in einen Brunnenschacht mit lodernden Feuerkugeln zu blicken.»


Die spannenden Kurzgeschichten, gespickt mit ein wenig Seemannsgarn haben eins gemeinsam: Hier geht es um Segelschiffe. Meine zwei Lieblingsgeschichten: Wir haben es mit einem eigenwilligen Schiff zu tun, mit einer störrischen Seele, ein Schiff mit einem eigenen Kopf, das hin und wieder selbst den Kurs bestimmt. Bisher hielt sich das alles in Grenzen. Doch als die Crew einen Schiffbrüchigen aufnimmt, verliebt sich das Segelschiff in den Schiffflüsterer – und das hat Konsequenzen … In einer anderen Geschichte geht es um die Sklaven, die angekettet pullen müssen, was das Zeug hält. Man verdeckt ihnen die Sicht, sie sehen nicht, wofür die rudern, damit sie die Geschehnisse nicht beeinflussen können. Jahrelang angekettet im Boot – der Tod wäre eine Erlösung. 


«Diese Pfeife von einem Maat hätte es besser wissen müssen, als ein Schwein in den Vierzigern schlachten zu lassen - vierzig Grad südlicher Breite und fünfzehn Grad östlicher Länge, da lagen wir, um genau zu sein. … Es ist ja nicht so, dass er es nicht hätte wissen können. Jede alte Teerjacke weiß, dass garantiert schlechtes Wetter kommt, wenn man ein Schwein an Bord eines Schiffes schlachtet. Und er hat sich doch sonst immer um solche Sachen gekümmert - war ja auch sein Job …»


Es ist nicht immer die Zeit, auf Deck ein Schwein zu schlachten! Im Auge des Orkans ist es windstill – Vorsicht, denn sobald das Schiff diesen Raum verlässt, geht es sofort richtig zur Sache! Wohl dem, der das überlebt! Zwei Brüder, beides Seemänner und verliebt in die gleiche Frau, trachten sich gegenseitig nach dem dem Leben … die maritimen Erzählungen, die zwischen 1912 und 1934 erschienen, sind äußerst kenntnisreich, wenn es um das Leben (und Sterben) auf den sieben Weltmeeren geht. Kurzgeschichten mit atmosphärischer Dichte, Naturewriting auf See, spannend, teils humorvoll tauchen wir ein in die Zeit der Dreimaster, ins raue Leben auf See. Elinor Mordaunt beschreibt nicht einfach nur Geschichten zur Seefahrt, sondern hinter jeder einzelnen stehen menschliche Schicksale. Und die sind vielfältig. Trotz der Kürze schafft sie es, die Charaktere herauszuarbeiten, sie prägnant mit Leben zu füllen. Das Buch hat das Hosentaschenformat, in Leinen gebunden, der Umschlag zeigt ein Gemälde mit Schiffbruch, das ganze steckt in einem Schuber. Das Buch gehört zu einer maritimen Serie von neu aufgelegten Klassikern, die ich auf jeden Fall empfehle; siehe auch Der Zorn des Meeres.



Elinor Mordaunt, geboren 1872 in Cotgrave, UK, war das Pseudonym der in Cotgrave/Nottinghamshire geborenen Autorin Evelyn May Clowes. Sie wanderte 1902 nach Australien aus, wo ihre ersten Kurzgeschichten erschienen. Bis zu ihrem Tod veröffentlichte sie über 50 Bücher: Romane, Erzählbände, Reise-berichte und Kinderbücher. Kritiker verglichen ihre Werke mit denen von H. G. Wells und Joseph Conrad, doch ihre größte Leidenschaft war nicht die Literatur, sondern das Reisen. Es gibt nur wenige Orte auf der Welt, die sie nicht besucht hat. Mordaunt starb 1942 in Oxford, UK.


Cover des Buches Das Herz eines Schiffes (ISBN: 9783866487352)
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Rezension zu "Das Herz eines Schiffes" von Elinor Mordaunt

oceanlover
Mit dem Salz auf uns´rer Haut...

Kurzgeschichten, bei denen ich förmlich das Salz auf meinen Lippen schmecken und den Wind in meinen Haaren spüren konnte - von wegen, Frauen könnten keine See-Abenteuergeschichten schreiben!


Zur vollständigen Rezension: https://oceanlove--r.blogspot.com/2025/03/das-herz-eines-schiffes.html


Der mare Verlag ist bekannt und von mir geliebt für (besonders schöne) Meeresbücher; im aktuellen Programm nehmen sie sich explizit auch der Frauen an, die vom und über das Meer schrieben. Und ich durfte einen der vier Klassikerinnen lesen.

Bis ich das Büchlein in den Händen hielt, war mir nicht bewusst, dass es genau das ist: ein Büchlein. Ich hatte mit einem durchschnittlich großen Buch gerechnet, stattdessen ein wunderbar handliches und bezaubernd leinengebundenes Exemplar in den Händen. Schnelle Lektüre also.

Aber mit Genuss! Auch wenn ich wieder einmal feststellen musste, dass Kurzgeschichten nicht meine liebste Form der Erzählung und Lektüre sind, hatte ich doch Freude an den so bildlichen und lebhaften Geschichten, die Elinor Mordaunt erzählt. Authentisch im Sprachgebrauch, aufmerksam in der Beobachtung - und insgesamt eher düster, pessimistisch aber zugleich humorvoll. Wer Happy-Ends sucht, ist hier jedoch fehl am Platz.

Ich habe nach den vier kurzen Geschichten und dem kontextualisierenden Nachwort Alexander Pechmanns auf jeden Fall Lust, mehr von der 1872 als Evelyn May Clowes Geborenen zu lesen; am liebsten Das Buch der Abenteuer.

Cover des Buches Das Herz eines Schiffes (ISBN: 9783866487352)
Kiaras avatar

Rezension zu "Das Herz eines Schiffes" von Elinor Mordaunt

Kiara
Maritime Erzählungen

“Das Herz eines Schiffes” enthält vier Erzählungen von Elinor Mordaunt, dem Pseudonym der englischen Autorin Evelyn May Clowes. Geboren 1872, wanderte sie 1902 nach Australien aus und veröffentlichte zahlreiche Romane und Erzählungen. Dank des Übersetzers Alexander Pechmann liegt nun dieser Band in deutscher Sprache vor.

Die vier Geschichten spielen auf hoher See und behandeln verschiedene maritime Themen. Mal steht ein erbitterter Konflikt zwischen zwei Brüdern im Mittelpunkt, der während eines Sturms zu einem dramatischen Höhepunkt führt, mal folgt man einem Kapitän, der angesichts des Untergangs seines Schiffes seine gesamte Mannschaft mit in den Abgrund reißt. Am besten gefallen hat mir jedoch die titelgebende Geschichte “Das Herz eines Schiffes", in der ein verliebtes Schiff seinen eigenen Willen entwickelt und die Mannschaft (fast) zur Verzweiflung bringt. Diese sprüht förmlich vor Lebensfreude und ist nicht nur spannend, sondern auch überaus humorvoll.

Allen vier Erzählungen merkt man zudem die Kenntnisse an, die die Autorin sowohl vom Leben auf hoher See als auch vom Wesen der Seefahrer besitzt. Auf wenigen Seiten gelingt es ihr, die Charaktere mit all ihren Konflikten überzeugend darzustellen und ein lebendiges Bild der Herausforderungen auf hoher See zu zeichnen. Ich fühlte mich in die damalige Zeit hineinversetzt, spürte den Wind in meinem Gesicht und freue mich sehr, dass mit “Das Buch der Abenteuer” ein weiteres im mareverlag erschienenes Werk der Autorin existiert, mit dem ich gemeinsam in See stechen kann! 

Neben diesem Band sind am 21. Februar drei weitere Bücher im Kleinformat im mareverlag erschienen: “Skizzen des Südens” von Constance Fenmore Woolson, “In der Bucht” von Katherine Mansfield und “Und ich lass dir als Pfand das Meer” von Carme Riera. 

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