Elisa Shua Dusapin

 4.7 Sterne bei 6 Bewertungen

Lebenslauf von Elisa Shua Dusapin

Das Leben schreibt die schönsten (Liebes-)Geschichten: Elisa Shua Dusapin ist 1992 in Frankreich geboren. Ihr Vater ist Franzose, ihre Mutter ist Südkoreanerin. Sie wuchs sowohl in Paris, als auch in Seoul und Porrentruy auf. Für ihr Studium ging sie in die Schweiz und machte ihren Abschluss am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. In Lausanne verfolgt sie mit einem Master in „Französischer Moderne“ ihre literarische Ausbildung weiter. Bereits 2011 veröffentlicht sie eine erste Kurzgeschichte mit dem Titel „C’était une nuit de fièvre“. 2016 schließlich erscheint ihr Debütroman „Hiver à Sokcho“, der mit mehreren Preisen ausgezeichnet wird, darunter auch der Robert-Walser-Preis. 2018 erscheint die deutsche Übersetzung unter dem Titel „Ein Winter in Sokcho“. Das Buch beruht auf der Liebesgeschichte von Dusapins Eltern. Es handelt von einem französischen Künstler, der sich zum Malen in die Stille des südkoreanischen Sokcho flüchtet und dort eine junge Angestellte kennenlernt. Während ihrer gemeinsamen Zeit Mitten im Nirgendwo verlieben die beiden sich langsam ineinander.

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Elisa Shua DusapinEin Winter in Sokcho
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Ein Winter in Sokcho
Ein Winter in Sokcho
 (6)
Erschienen am 14.09.2018

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Rezension zu "Ein Winter in Sokcho" von Elisa Shua Dusapin

Liebenswerte, zartfühlende Romanze
Sigismundvor 7 Tagen

Ihr Debütroman „Ein Winter in Sokcho“ sei „ein kleines Meisterwerk“ urteilte schon vor zwei Jahren die Jury bei Vergabe des Robert-Walser-Preises an die Autorin Elisa Shua Dusapin. Die französische Zeitung „Le Figaro Littéraire“ nannte das nur 144 Seiten starke Buch, das in deutscher Übersetzung im September beim Verlag Blumenbar, einem Imprint des Aufbau-Verlages erschien, einen „Roman von einzigartiger Schönheit“. Tatsächlich ist dieser Kurzroman, der in seiner Erstfassung vor wenigen Jahren von der Autorin nur als Studienarbeit am Literaturinstitut Biel (Schweiz) gedacht war, in seiner nun publizierten Fassung so ungewöhnlich, so zartfühlend und liebevoll von der heute 26-Jährigen geschrieben, dass er seine Preise verdient hat und er unbedingt zu empfehlen ist.
Wie Elisa Shua Dusapin ist auch ihre Protagonistin, eine junge Mitarbeiterin einer kleinen Pension im südkoreanischen Küstenort Sokcho, die Tochter eines französischen Vaters und einer südkoreanischen Mutter. Die vermutung dürfte deshalb berechtigt sein, dass autobiographische Elemente, persönlicher Erfahrungen und Gefühle Dusapins in ihrem Kurzroman eingearbeitet sind. Das Studium in Seoul war der einzige Ausflug der Ich-Erzählerin in die schillernde weite Welt. Doch nun ist die junge Frau zur Unterstützung ihrer allein lebenden Mutter nach Sokcho zurückgekehrt. In diesem eiskalten Winter hat sich nun ein junger Mann, Comic-Zeichner Yan Kerrand aus der Normandie, in der Pension eingemietet. Während die junge Frau, mit einem recht oberflächlichen Koreaner befreundet, sich nach der weiten Welt sehnt, sucht der junge Zeichner die Stille und Einsamkeit an der Grenze zu Nordkorea. Doch mit jedem Gespräch, jedem Spaziergang kommen sich die beiden jungen Menschen aus so unterschiedlichen Welten tastend näher. Beide suchen einen Neuanfang, jeder auf seine Weise.
Es macht beim Lesen einfach Freude, die beiden im Lauf der wenigen Wintermonate zu begleiten, zu beobachten. Feinfühlig schildert die Autorin die zögerlichen Annäherungsversuche der asiatisch-zurückhaltenden jungen Frau und des mit Frauen und der Liebe anscheinend noch unerfahrenen Mannes. In seinen Comics zeichnet er fast nur Männer, an Frauenbildnissen scheitert er. Solche Skizzen landen im Papierkorb. Erst als die Ich-Erzählerin ihre eigene Scheu überwindet, gelingt es ihr, Kerrand aus seinem Pensionszimmer zu locken. Bezaubernd beschreibt Dusapin in kleinen Gesten und Szenen das vorsichtige Herantasten der beiden.
Nebenbei wird auch das Leid der jungen Halbkoreanerin offenbar, die als unehelich geborene Tochter eines Franzosen auch nach über 20 Jahren noch immer der Nachbarschaft Gesprächsstoff bietet und nicht einmal in ihrer Heimatstadt Sokcho als Koreanerin anerkannt wird. In Begleitung ihres französischen Gastes spricht man sie sogar auf Englisch an wie jede beliebige Touristin. Auch dies ist wohl ein Grund, weshalb die junge Frau ihre Heimat gern verlassen und nach Frankreich gehen würde.
Diese liebenswerte, zartfühlend geschriebene Romanze von Elisa Shua Dusapin gleicht einer kunstvollen Miniatur - so schön, so leicht, so zerbrechlich. Die Lektüre dieses Kurzromans wirkt noch lange nach, wie es heute nur wenigen Büchern noch gelingt. Dem Roman geht es nicht um Handlung, sondern um Gefühle, um das zumeist Unausgesprochene. „Ein Winter in Sokcho“ wärmt einem beim Lesen das Herz. In ihrem schon 2017 geführten Interview mit ZEIT Online meinte Dusapin: „Die vielen Preise und die Anerkennung [für den Roman] könnten mir das Gefühl geben, dass ich es geschafft habe. Dass ich Schriftstellerin bin.“ Die Zukunft wird es zeigen, doch dieses Debüt ist vielversprechend.

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once-upon-a-times avatar

Rezension zu "Ein Winter in Sokcho" von Elisa Shua Dusapin

Hart ins Herz
once-upon-a-timevor 16 Tagen

Einer sucht die Stille, eine möchte der Stille zu entfliehen – in der südkoreanischen Küstenstadt Sokcho, nahe der Grenze zu Nordkorea, treffen sie sich und teilen einen Winter.

Es ist eine trostlose Atmosphäre, die sich in den ruhigen und schonungslos offenen Worten der Protagonistin, aus deren Sicht der Roman erzählt ist, entfaltet. Er erklärt nicht viel, sodass man sich das meiste selbst denken muss, was eines der Dinge ist, die mir besonders gut gefallen haben: Wie ist das Verhältnis der Protagonistin zu ihrer Mutter? Was ist mir ihrem Vater?
Und überhaupt, was ist eigentlich mit der Protagonistin selbst?

Wer eine befriedigende Auflösung und umfassende Antworten auf alle Fragen benötigt, um Spaß an einem Roman zu haben, der sollte die Finger von diesem Roman lassen, den in meinen Augen bekommt man weder das eine noch das andere.
Stattdessen: Eine Protagonistin, die viel zu kämpfen hat und vor dem Spiegel des Fremden, des Ausländers vielleicht einige Erkenntnisse über sich selbst hat.
Und genau das traf mich immer wieder recht persönlich.

„Ein Winter in Sokcho“ ist ein Roman, den ich gern geschrieben hätte, den ich gern hätte schreiben können. Aber so konnte ich ihn lesen und das ist auch viel wert.

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Dominikuss avatar

Rezension zu "Ein Winter in Sokcho" von Elisa Shua Dusapin

Im Grenzgebiet von Südkorea
Dominikusvor einem Monat

Elisa Shua Dusapins Roman „Ein Winter in Sokcho“ ist ein einzigartiges Werk. Es wurde von Andreas Jandl übersetzt.

Sokcho ist ein kleiner Küstenort in Südkorea, kurz vor der Grenze nach Nordkorea.


Die Protagonistin und Erzählerin ist eine junge Angestellte in einer Pension. Sie hat eine koreanische Mutter und einen französischen Vater. Das hat sie mit der Autorin gemein. Die Geschichte spielt im Winter. Ein neuer Bast ist ein französischer Comiczeichner. Er sucht die Stille in Sokcho.

Die Protagonistin beobachtet den Zeichner bei der Arbeit.

Die Dialoge zwischen ihnen sind interessant. Sie sind beide etwas einzigartig. Auch die Mutter der Protagonistin ist ein Unikum.


Die Autorin zeigt uns das beschauliche Küstenstädtchen mit ihren Bewohnern, viele sind Fischer. Es ist eines der Orte, aus denen die jungen Leute wegziehen.


Ein Buch in dem mehr drin steckt als man denkt, es lohnt sich, es zu lesen.

Es ist gute Literatur.



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