Ein Winter in Sokcho

von Elisa Shua Dusapin 
4,7 Sterne bei6 Bewertungen
Ein Winter in Sokcho
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Sigismunds avatar

Liebenswerte, zartfühlende Romanze

Schmiesens avatar

Kurz aber intensiv, ein eindringlicher Winterspaziergang.

Alle 6 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Ein Winter in Sokcho"

„Ein Winter in Sokcho ist ein kleines Meisterwerk." Jury Robert Walser Preis.

Im eiskalten Sokcho, einem Küstenort kurz vor Nordkorea, begegnen sie sich: die junge Angestellte der Pension und der Künstler aus der Normandie. Während er die Stille von Sokcho zum Zeichnen sucht, möchte sie ihr entfliehen. Mit jedem Gespräch, jedem Spaziergang durch das winterliche Nirgendwo kommen die beiden einander näher. Zwei Gestrandete, die sich nach einem Neuanfang sehnen und ihn jeder auf seine Weise wagen.

„Ein erster Roman von einzigartiger Schönheit.“ Le Figaro Littéraire

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783351050511
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:144 Seiten
Verlag:Blumenbar
Erscheinungsdatum:14.09.2018

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,7 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne4
  • 4 Sterne2
  • 3 Sterne0
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    Sigismunds avatar
    Sigismundvor 11 Tagen
    Kurzmeinung: Liebenswerte, zartfühlende Romanze
    Liebenswerte, zartfühlende Romanze

    Ihr Debütroman „Ein Winter in Sokcho“ sei „ein kleines Meisterwerk“ urteilte schon vor zwei Jahren die Jury bei Vergabe des Robert-Walser-Preises an die Autorin Elisa Shua Dusapin. Die französische Zeitung „Le Figaro Littéraire“ nannte das nur 144 Seiten starke Buch, das in deutscher Übersetzung im September beim Verlag Blumenbar, einem Imprint des Aufbau-Verlages erschien, einen „Roman von einzigartiger Schönheit“. Tatsächlich ist dieser Kurzroman, der in seiner Erstfassung vor wenigen Jahren von der Autorin nur als Studienarbeit am Literaturinstitut Biel (Schweiz) gedacht war, in seiner nun publizierten Fassung so ungewöhnlich, so zartfühlend und liebevoll von der heute 26-Jährigen geschrieben, dass er seine Preise verdient hat und er unbedingt zu empfehlen ist.
    Wie Elisa Shua Dusapin ist auch ihre Protagonistin, eine junge Mitarbeiterin einer kleinen Pension im südkoreanischen Küstenort Sokcho, die Tochter eines französischen Vaters und einer südkoreanischen Mutter. Die vermutung dürfte deshalb berechtigt sein, dass autobiographische Elemente, persönlicher Erfahrungen und Gefühle Dusapins in ihrem Kurzroman eingearbeitet sind. Das Studium in Seoul war der einzige Ausflug der Ich-Erzählerin in die schillernde weite Welt. Doch nun ist die junge Frau zur Unterstützung ihrer allein lebenden Mutter nach Sokcho zurückgekehrt. In diesem eiskalten Winter hat sich nun ein junger Mann, Comic-Zeichner Yan Kerrand aus der Normandie, in der Pension eingemietet. Während die junge Frau, mit einem recht oberflächlichen Koreaner befreundet, sich nach der weiten Welt sehnt, sucht der junge Zeichner die Stille und Einsamkeit an der Grenze zu Nordkorea. Doch mit jedem Gespräch, jedem Spaziergang kommen sich die beiden jungen Menschen aus so unterschiedlichen Welten tastend näher. Beide suchen einen Neuanfang, jeder auf seine Weise.
    Es macht beim Lesen einfach Freude, die beiden im Lauf der wenigen Wintermonate zu begleiten, zu beobachten. Feinfühlig schildert die Autorin die zögerlichen Annäherungsversuche der asiatisch-zurückhaltenden jungen Frau und des mit Frauen und der Liebe anscheinend noch unerfahrenen Mannes. In seinen Comics zeichnet er fast nur Männer, an Frauenbildnissen scheitert er. Solche Skizzen landen im Papierkorb. Erst als die Ich-Erzählerin ihre eigene Scheu überwindet, gelingt es ihr, Kerrand aus seinem Pensionszimmer zu locken. Bezaubernd beschreibt Dusapin in kleinen Gesten und Szenen das vorsichtige Herantasten der beiden.
    Nebenbei wird auch das Leid der jungen Halbkoreanerin offenbar, die als unehelich geborene Tochter eines Franzosen auch nach über 20 Jahren noch immer der Nachbarschaft Gesprächsstoff bietet und nicht einmal in ihrer Heimatstadt Sokcho als Koreanerin anerkannt wird. In Begleitung ihres französischen Gastes spricht man sie sogar auf Englisch an wie jede beliebige Touristin. Auch dies ist wohl ein Grund, weshalb die junge Frau ihre Heimat gern verlassen und nach Frankreich gehen würde.
    Diese liebenswerte, zartfühlend geschriebene Romanze von Elisa Shua Dusapin gleicht einer kunstvollen Miniatur - so schön, so leicht, so zerbrechlich. Die Lektüre dieses Kurzromans wirkt noch lange nach, wie es heute nur wenigen Büchern noch gelingt. Dem Roman geht es nicht um Handlung, sondern um Gefühle, um das zumeist Unausgesprochene. „Ein Winter in Sokcho“ wärmt einem beim Lesen das Herz. In ihrem schon 2017 geführten Interview mit ZEIT Online meinte Dusapin: „Die vielen Preise und die Anerkennung [für den Roman] könnten mir das Gefühl geben, dass ich es geschafft habe. Dass ich Schriftstellerin bin.“ Die Zukunft wird es zeigen, doch dieses Debüt ist vielversprechend.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    once-upon-a-times avatar
    once-upon-a-timevor 20 Tagen
    Kurzmeinung: Ein berührend erzählter, ein besonderer Roman, der mich ziemlich ins Herz traf.
    Hart ins Herz

    Einer sucht die Stille, eine möchte der Stille zu entfliehen – in der südkoreanischen Küstenstadt Sokcho, nahe der Grenze zu Nordkorea, treffen sie sich und teilen einen Winter.

    Es ist eine trostlose Atmosphäre, die sich in den ruhigen und schonungslos offenen Worten der Protagonistin, aus deren Sicht der Roman erzählt ist, entfaltet. Er erklärt nicht viel, sodass man sich das meiste selbst denken muss, was eines der Dinge ist, die mir besonders gut gefallen haben: Wie ist das Verhältnis der Protagonistin zu ihrer Mutter? Was ist mir ihrem Vater?
    Und überhaupt, was ist eigentlich mit der Protagonistin selbst?

    Wer eine befriedigende Auflösung und umfassende Antworten auf alle Fragen benötigt, um Spaß an einem Roman zu haben, der sollte die Finger von diesem Roman lassen, den in meinen Augen bekommt man weder das eine noch das andere.
    Stattdessen: Eine Protagonistin, die viel zu kämpfen hat und vor dem Spiegel des Fremden, des Ausländers vielleicht einige Erkenntnisse über sich selbst hat.
    Und genau das traf mich immer wieder recht persönlich.

    „Ein Winter in Sokcho“ ist ein Roman, den ich gern geschrieben hätte, den ich gern hätte schreiben können. Aber so konnte ich ihn lesen und das ist auch viel wert.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Dominikuss avatar
    Dominikusvor einem Monat
    Im Grenzgebiet von Südkorea

    Elisa Shua Dusapins Roman „Ein Winter in Sokcho“ ist ein einzigartiges Werk. Es wurde von Andreas Jandl übersetzt.

    Sokcho ist ein kleiner Küstenort in Südkorea, kurz vor der Grenze nach Nordkorea.


    Die Protagonistin und Erzählerin ist eine junge Angestellte in einer Pension. Sie hat eine koreanische Mutter und einen französischen Vater. Das hat sie mit der Autorin gemein. Die Geschichte spielt im Winter. Ein neuer Bast ist ein französischer Comiczeichner. Er sucht die Stille in Sokcho.

    Die Protagonistin beobachtet den Zeichner bei der Arbeit.

    Die Dialoge zwischen ihnen sind interessant. Sie sind beide etwas einzigartig. Auch die Mutter der Protagonistin ist ein Unikum.


    Die Autorin zeigt uns das beschauliche Küstenstädtchen mit ihren Bewohnern, viele sind Fischer. Es ist eines der Orte, aus denen die jungen Leute wegziehen.


    Ein Buch in dem mehr drin steckt als man denkt, es lohnt sich, es zu lesen.

    Es ist gute Literatur.



    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Wedmas avatar
    Wedmavor einem Monat
    Kurzmeinung: Romantische Begegnung zweier junger Menschen. Talentiert, atmosphärisch und ganz nett erzählt.
    Romantische Begegnung zweier junger Menschen.

    Diese eine Art Novelle, 144 S. der gedruckten Ausgabe, habe ich ganz gern gelesen. Sehr talenteiert und gekonnt erzählt sie über eine romantische Begegnung zweier junger Menschen im verschlafenen kleinen Küstenort in Südkorea.


    Klappentext beschreibt den Inhalt sehr gut: „Im eiskalten Sokcho, einem Küstenort kurz vor Nordkorea, begegnen sie sich: die junge Angestellte der Pension und der Künstler aus der Normandie. Während er die Stille von Sokcho zum Zeichnen sucht, möchte sie ihr entfliehen. Mit jedem Gespräch, jedem Spaziergang durch das winterliche Nirgendwo kommen die beiden einander näher. Zwei Gestrandete, die sich nach einem Neuanfang sehnen und ihn jeder auf seine Weise wagen.“


    Die junge Koreanerin erzählt uns diese Geschichte. Man erfährt über ihr Leben in diesem kleinen Ort, unweit von der nordkoreanischen Grenze, der im Sommer überfüllt von Touristen ist, im Winter aber recht ruhig und verlassen wirkt. Ihre Mutter ist Fischhändlerin, daher spielen Meeresfrüchte und ihre Zubereitung eine Rolle, sowie der Alltag in der Pension mit all den Verpflichtungen. Wie die junge Frau ihre Freizeit verbringt, wie das große Fest gefeiert wurde, bekommt man ebenfalls, recht detailliert erzählt, mit.

    Der junge Künstler aus der Normandie sucht Ruhe und Inspiration für sein neues Projekt. Er zeichnet mit Tusche Comics und ist recht erfolgreich auf dem Gebiet.

    Die beiden unterhalten sich mal über den Helden, der in seinen Comics schon viele Orte in der Welt bereist hat, mal über die jungen Frauen, mal über die Geschichten insg. Man erfährt auch die Meinung der jungen Frau über Seoul, wo sie studiert hat: „Den Alkohol, das Lachen, wie die Lichter einem die Augen ausrissen, der Lärm den Körper zerfetzte und an all diese Frauen, überall diese jungen Frauen und Männer aus Plastik in dieser Stadt, die ständig posierte und mit dem Hintern wackelte und immer weiterwuchs…“

    Eine Art offenes Ende überrascht etwas zum Schluss, passt aber ganz gut ins Gesamtbild.


    Fazit: Ein schönes Stück Literatur aus der Feder der jungen Autorin, geb. 1992. Authentisch, atmosphärisch, bildhaft und talentiert erzählt. Gern lese ich weitere Werke von ihr.

    E-book Ausgabe.


    Kommentieren0
    40
    Teilen
    Schmiesens avatar
    Schmiesenvor 13 Tagen
    Kurzmeinung: Kurz aber intensiv, ein eindringlicher Winterspaziergang.
    Kommentieren0
    Nepomurkss avatar
    Nepomurksvor einem Monat
    Kurzmeinung: Großartiges Buch! Eher still im Verlauf, aber sehr tiefgründig und atmosphärisch, dazu überzeugende Charaktere. Absolute Empfehlung!
    Kommentieren0

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks