Elisabeth Asbrink , Gisela Kosubek Asbrink, Und im Wienerwald stehen noch immer die Bäume

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Inhaltsangabe zu „Asbrink, Und im Wienerwald stehen noch immer die Bäume“ von Elisabeth Asbrink

Der erschütternde Dokumentarroman über das Schicksal einer jüdischen Familie aus Wien und eine ungewöhnliche Freundschaft in Schweden während der Nazi-Zeit. Otto Ullmann aus Wien, der 1939 mit 13 Jahren als eines von 100 jüdischen Kindern nach Schweden einreist; Ingvar Kamprad, der Sohn eines schwedischen Großgrundbesitzers, der sich früh den Nationalsozialisten anschließt und 1943, mit 17 Jahren, die Möbelfirma IKEA gründet. Über ein Jahrzehnt hinweg sind die beiden befreundet, und Otto, der seine Familie in Auschwitz verlor, ist nach dem Krieg einer der ersten Mitarbeiter des späteren Weltkonzerns. Was verband diese beiden so unterschiedlichen Menschen? Elisabeth Åsbrink erzählt aber noch mehr: Anhand von 500 im Nachlass von Otto Ullmann gefundenen Briefen, die seine Eltern ihm zwischen 1939 und 1944 fast täglich schrieben, entfaltet sie das Schicksal dieser jüdischen Familie und offenbart ein »Epizentrum des Kummers«. Eine weitere, einzigartige Geschichte aus dunkler Zeit, die dem Vergessen entgegenwirkt.

Berührende Einblicke in den Alltag verfolgter Juden im Nationalsozialismus durch einen Briefwechsel zwischen Eltern und Sohn. Lesenswert!

— TochterAlice
TochterAlice

Ein Sachbuch, das sich liest wie ein Roman und mich tief berührt hat.

— mabuerele
mabuerele

Ein Sachbuch, das sich liest wie ein Roman und mich tief berührt hat.

— mabuerele
mabuerele

Ein Buch das eindeutig ans Herz geht und den Leser sprachlos und mit Tränen in den Augen zurücklässt . Eine besondere Leseempfehlung!

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Leserunde zu "Ich warte auf dich, jeden Tag" von Clarissa Linden

    Ich warte auf dich, jeden Tag
    ChristianeL

    ChristianeL

    Zum Welttag des Buches möchte ich euch einladen, meinen neuen Roman mit mir zu lesen. Es heißt, immer das aktuellste Buch sei das Lieblingsbuch der Autorin. Ein Stück weit stimmt das – und dennoch: wenn man ehrlich ist, gibt es ein besonderes Buch, das einen speziellen Platz im Herzen seiner Autorin behält. Für mich ist „Ich warte auf dich, jeden Tag“ diese eine Geschichte, von der ich mich nicht trennen wollte, die ich auch in der dritten Lektoratsrunde noch gerne gelesen habe und die ich nun mit euch gemeinsam noch einmal entdecken möchte. Worum geht es in dem Roman?  Das sagt der Klappentext: Die Amerikanerin Erin steht vor den Scherben ihres Lebens: Ihr Mann hat sie verlassen, und ihr Job in der Buchhandlung ihrer Freundin ist gefährdet. Da findet sie auf dem Speicher ihres Elternhauses unter den Hinterlassenschaften ihres Großvaters ein Flugticket nach Deutschland und einen Liebesbrief aus dem Jahr 1993, unterschrieben von einer Lily. Erin ist wie vom Donner gerührt, denn sie hat ihren Großvater stets als kalten und unnahbaren Menschen kennengelernt. Und ausgerechnet er soll eine heimliche Liebe gehabt haben? Erin reist nach Deutschland und begibt sich auf die Spur der geheimnisvollen Lily, die in den dreißiger Jahren eine leidenschaftliche Gegnerin der Nazis war …  Das verschweigt der Klappentext: - Erins Freundin Charlotte, die Erin jede Woche den ersten Satz eines Romans schickt mit der Aufgabe, dass diese das Buch herausfinden und lesen soll - Prinzessin Mäusehaut, eine grantige Katze, die 1933 gerettet wird und in die USA emigriert, sowie deren Nachkommen, die ihrer Mutter an Charme nicht nachstehen - Lilys wunderbare Familie, die ihr Kraft gibt und sie unterstützt - die Handlungsorte, meine Sehnsuchtsorte: Berkeley, Frankfurt am Main, Barcelona und Stockholm - die Erklärung für den Titel des Romans  Hier geht es zur Leseprobe  Wer bin ich? Clarissa Linden ist das Pseudonym für ein neues Genre. Bei Lovelybooks und anderswo kennt man mich als Christiane Lind oder Chris Lind.  In Norddeutschland lebe ich (noch) nicht, aber als ich den Roman geschrieben habe, plante ich, mit Ehemann und Katerschaft auf einen Bauernhof zu ziehen, wo wir mit vielen Tieren leben wollten. Aber wie das oft so ist mit Plänen … etwas, das auch meine Heldinnen Erin und Lily erfahren müssen. Droemer-Knaur stellt 15 Exemplare für die Leserunde zur Verfügung. Wenn ihr gemeinsam mit mir in die Vergangenheit und nach Berkeley, Barcelona, Stockholm und Frankfurt am Main reisen wollt, schreibt bitte bis zum 5. Mai 2015, auf wen ihr jeden Tag warten würdet. Ich freue mich auf eure Bewerbungen und die gemeinsame Leserunde, die voraussichtlich Mitte Mai beginnen wird.  Ich warte auch euch! Herzliche Grüße Christiane / Clarissa

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    mabuerele

    mabuerele

    01. June 2015 um 20:58
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    Gelinde schreibt ---Irgendwie war mir der Widerstand der Komunisten + Sozialdemokraten gegen die Nazis nie so recht bewußt. Irgendwie habe ich immer nur vom Unrecht gegen die Juden in meinem Kopf Platz gehabt. ...

    In den Punkten kommt mir meine DDR-Vergangenheit zugute. Darüber weiß ich Bescheid. Auch die Auswanderung in die Sowjetunion, von der Georg spricht, war für viele die einzige Option. Lily und ...

  • Leserunde zu "Helene sucht eine große Zehe und entdeckt die Wirklichkeit" von Elsa Rieger

    Helene sucht eine große Zehe und entdeckt die Wirklichkeit
    pat_mccraw

    pat_mccraw

    Hallo, ihr Lieben! Ich möchte heute die Leserunde einer lieben Kollegin ankündigen: Elsa Riegers neues Buch "Helene sucht eine große Zehe und entdeckt die Wirklichkeit" ist lesenswert und wird sicher zur Diskussion anregen. Es gibt 15 E-Books in den von euch gewünschten Formaten (epub, mobi oder pdf) und 3 Taschenbücher. Bitte nur für diese Runde bewerben, wenn du wirklich Zeit und Lust hast, das Buch im Zeitraum von 1-2 Monaten zu lesen und zu rezensieren. Die Rezension ist Pflicht. Natürlich begleitet Elsa Rieger diese Runde selbst und auch ich schaue gelegentlich rein. Aber genug Technisches. Worum geht es? Helene ist seltsam, vielleicht. Als Kind hat sie ihre ungeliebte Lehrerin an das Zookrokodil verfüttert. Als junge Frau lernt sie einen Messerwerfer in London kennen, der in Wahrheit der Höllenfürst ist. Als Einzige kann sie mit Nowhere Man aus dem Beatlesfilm sprechen. Was ist Wahrheit, was Fiktion auf ihrer Suche nach Liebe? Sucht sie nach Liebe? Und was ist mit Louis, dem Rattenmann aus Paris, den sie mit nach Hause nimmt? Ist er Wirklichkeit oder Fiktion? Oder ist er vielleicht der Schlüssel zu einem großen Familiengeheimnis, das zu bröckeln beginnt, als die Ratte ihrer Mutter vermeintlich den Zeh amputiert. Welche Rolle spielen dabei ihr Vater, der Dessousfabrikant Konrad Meyerling, der sich liebevoll um Helene kümmert, und ihre Mutter Margarethe, die mehr weiß, als sie zugibt. Ein Roman mit Gänsehautfaktor!

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  • Leserunde zu "Asbrink, Und im Wienerwald stehen noch immer die Bäume"

    Asbrink, Und im Wienerwald stehen noch immer die Bäume
    katja78

    katja78

    Ein jüdisches Schicksal in Schweden Der erschütternde Dokumentarroman über das Schicksal einer jüdischen Familie aus Wien und eine ungewöhnliche Freundschaft in Schweden während der Nazi-Zeit. Otto Ullmann aus Wien, der 1939 mit 13 Jahren als eines von 100 jüdischen Kindern nach Schweden einreist; Ingvar Kamprad, der Sohn eines schwedischen Großgrundbesitzers, der sich früh den Nationalsozialisten anschließt und 1943, mit 17 Jahren, die Möbelfirma IKEA gründet. Über ein Jahrzehnt hinweg sind die beiden befreundet, und Otto, der seine Familie in Auschwitz verlor, ist nach dem Krieg einer der ersten Mitarbeiter des späteren Weltkonzerns. Was verband diese beiden so unterschiedlichen Menschen? Elisabeth Åsbrink erzählt aber noch mehr: Anhand von 500 im Nachlass von Otto Ullmann gefundenen Briefen, die seine Eltern ihm zwischen 1939 und 1944 fast täglich schrieben, entfaltet sie das Schicksal dieser jüdischen Familie und offenbart ein »Epizentrum des Kummers«. Leseprobe Zur Autorin Elisabeth Åsbrink , geboren 1965, lebt als Schriftstellerin, Journalistin, Fernsehproduzentin und Autorin in Stockholm. Sie arbeitet außerdem für Schwedens populärstes Radioprogramm Sommar in P1, wo sie u. a. Sendungen für das frühere ABBA-Mitglied Björn Ulvaeus produziert hat. Und im Wienerwald stehen noch immer die Bäume ist ihr drittes Buch, für das sie 2011 mit dem August-Preis für das beste Sachbuch des Jahres ausgezeichnet wurde. http://www.elisabethasbrink.se/ Wir suchen nun 20 Leser, die Lust haben, dieses Buch in Print, gemeinsam in der Leserunde zu lesen und anschließend zu rezensieren. Blogger bewerben sich bitte mit ihrer Blogadresse. Beantwortet mir einfach folgende Frage: Welches Buch aus dem Arche Verlag würdet ihr sehr gerne lesen? Schaut dazu hier mal nach:  Arche Gesamtprogramm Wir freuen uns auf eure Bewerbungen und sind nun schon sehr gespannt wie dieses Buch bei euch ankommt! Viel Glück Eure Katja *** Wichtig ***Ihr solltet Minimum eine Rezension in eurem Profil haben, damit ich sehen kann wie ihr eure Rezensionen schreibt und wie aussagekräftig sie sind. Nehmt doch einfach euer zuletzt gelesenes Buch und schreibt darüber. Ein Leitfaden, wie eine Rezension aufgebaut ist, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/Leitfaden_Rezensionen.pdf oder auch hier in diesem Thread, wo alles Wissenswerte zusammengefasst ist: http://www.lovelybooks.de/thema/Leitfaden-f%C3%BCr-Rezensionen-und-Leserunden-1017409772/

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  • Asbrink, Und im Wienerwald stehen noch immer die Bäume

    Asbrink, Und im Wienerwald stehen noch immer die Bäume
    Blaustern

    Blaustern

    19. May 2014 um 16:42

    Österreich/Schweden im Jahre 1939: Die Nationalsozialisten lassen sich in Österreich nieder, und die Juden sind hier und auch in Deutschland nicht mehr erwünscht und werden verfolgt. Um ihr einziges Kind zu retten, schicken die jüdischen Eltern Josef und Elise Ullmann ihren Sohn Otto nach Schweden, in der Hoffnung, dass es ihm dort besser ergehen wird. So zieht Otto im Februar 1939 mit vielen anderen Kindern zusammen in die Fremde nach Schweden. Aber auch dort hat er es nicht leicht. Die Einstellung der Schweden zu den jüdischen Einwanderern wird hier auch sehr deutlich dargestellt, was für mich absolut neu war. Er verbringt dort die Kriegszeit und steht mit seinen Eltern in anfangs regen Briefkontakt, der hier wahrheitsgemäß wiedergegeben wird. Wobei wir hier keine Passagen aus seinen Briefen lesen, denn die gibt es nicht mehr. Die sehr persönlichen hoffnungsvollen Briefe der Eltern voller Sehnsucht nach ihrem Kind mit den Ereignissen verschiedener Zeiten lassen uns nur mutmaßen, wie elend ihnen damals gewesen sein muss und wie sehr sie immer wieder auf ein kleines Lebenszeichen warteten, um ihn gut aufgehoben zu wissen. Man lernt die Familie aus den Briefen recht gut kennen, was es noch betrübter macht, als diese schrecklichen Jahre voller Grausamkeit ohnehin schon waren und leidet unendlich mit ihnen. Die Hoffnung sinkt im Laufe des Buches immer weiter, und ein jeder weiß, dass es auch keine mehr gab, denn Ottos Eltern wurden wie viele Millionen andere Juden in Auschwitz vergast. Das ist die schonungslose wahre Geschichte, die einen traurig, betroffen und auch wütend zurücklässt. Dafür gibt es kaum die richtigen Worte, und über dieses Buch, was man nicht einfach so nebenbei lesen kann, denkt man noch sehr sehr lange nach.

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  • Buchverlosung zu "Charlottes Rückkehr: Roman" von Verena Rabe

    Charlottes Rückkehr: Roman
    VerenaRabe

    VerenaRabe

    Es geht um die beiden jüdischen Kindertransportkinder, Felix und Charlotte, die 1938 von Berlin nach London geschickt und dadurch gerettet werden, aber ihre Eltern nie wiedersehen, die im KZ umgebracht werden. Und es geht um eine wunderbare Frauenfreundschaft und ein unvorhergesehene Liebe... Ich verlose ein Exemplar

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  • Ein weiteres erschütterndes jüdisches Schicksal

    Asbrink, Und im Wienerwald stehen noch immer die Bäume
    taddy92

    taddy92

    Elisabeth Asbrink hat ihr ein wirklich sehr informatives und ergreifendes Buch geschrieben. Durch Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit und auch durch Zeitungsartikel und Briefe, die in diesem Buch abgedruckt sind, lässt sie uns bildhaft miterleben, was sich in den Jahren vor und während des 2. Weltkrieges in Deutschland, Österreich und auch Schweden abgespielt hat. Durch die meist kurzen Abschnitte bleibt dem Leser Zeit, über das gelesene nachzudenken, und das sollte man auch wirklich tun. Es ist einfach nur traurig, was man mit den Menschen damals gemacht hat, nur weil sie einen anderen Glauben hatten. Da diese Buch auf wahren Begebenheiten beruht, ist es schwer für mich, irgendetwas über den Inhalt zu sagen. In den vielen Briefen wurde halt oft das gleiche geschrieben, er hätte sich lang nicht mehr gemeldet, ihnen geht es gut. Aber es sind nun mal originale Briefe. Da kann man eben nichts machen. Mich hat diese Buch sehr beschäftigt. Ich fand es hochinteressant, herauszufinden, was sich während des Krieges in Schweden abgespielt hat. Die Sache, dass Ingvar Kamprad IKEA geründet hat, war zum Schluss, auch nur nebensächlich, trotzdem interessant für mich, wie das ganze überhaupt angefangen hat. Natürlich könnte ich das irgendwo anders nachlesen. Aber im Zusammenhang mit dem Buch fand ich das doch irgendwie interessanter. Auch die Abschnitte in denen uns Elisabeth Asbrink zu ihrer Recherche “mitnimmt” fand ich sehr interessant und es führt natürlich dazu, dass der Lese sich der Quellen bewusst wird, die Asbrink für ihr Buch verwendet hat. Alle Quellen findet man natürlich auch am Ende des Buches aufgelistet. Nicht zu vergessen ist auch, dass das Buch in Schweden 2011 mit dem August-Preis für das beste Sachbuch ausgezeichnet wurde. Ich kann das Buch, wirklich an alle wärmsten empfehlen, die Sachbücher mögen und sich vor allem für den geschichtlichen Hintergrund des 2. Weltkrieges und des Nationalsozialismus interessieren. Aber gerne können das auch alle anderen lesen. Es ist trotz all der Briefe, in denen oft das gleiche steht, sehr spannend gewesen. Da ich das Buch nicht richtig bewerten kann und will, gibt es hierfür keine Pusteblumen. Ich finde es nicht wirklich richtig, eine gut recherchierte Geschichte, vor allem über so ein Thema zu bewerten. Wichtig ist, dass ich das Buch einfach nur informativ und ergreifend fand.

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    Arun

    Arun

    21. April 2014 um 11:30
  • Erschütterndes Zeugnis menschlicher Grausamkeit

    Asbrink, Und im Wienerwald stehen noch immer die Bäume
    angi_stumpf

    angi_stumpf

    13. April 2014 um 23:34

    Otto lebt mit seinen Eltern Josef und Elise in Wien. Sie spielen Tennis, sind regelmäßige Gäste in der Oper, aber auch bei Fußballspielen. Der Vater ist angesehener Journalist, die Familie ist zufrieden und glücklich, sie haben viele Freunde und enge Beziehungen zu ihren Verwandten. Doch dann schleicht sich der pure Horror in diese Idylle und dieser hat einen Namen: Antisemitismus. Elisabeth Åsbrink schildert die Anfänge der Verfolgung und wie sich die Lage für die kleine Familie immer mehr zuspitzt. Schließlich ergreifen die Ullmanns die einmalige Chance, wenigstens ihren 13-jährigen Sohn Otto in Sicherheit zu bringen. Er ist eines von 100 auserwählten Kindern, die nach Schweden einreisen dürfen. Der Abschied fällt natürlich nicht leicht. “Die offene Tür des Eisenbahnwaggons lockte dunkel mit Rettung, doch sobald Otto hinaufgestiegen war, spürte er den Verlust im Rücken. Von der Sonne in den Schatten.” (Zitat Seite 91) Der zuweilen etwas poetisch anmutende Schreibstil drückt vieles durch Bilder und gewollte Wiederholungen aus. Elisabeth Åsbrink hat es geschafft, mich ganz in diese bedrückende Atmosphäre zu entführen, die Verzweiflung und Not der Familie wird greifbar. Dazu tragen vor allem auch die vielen überlieferten Briefe bei, die Ottos Eltern nach Schweden geschrieben haben. Zahlreich werden diese im Buch verwendet und lassen die Familie Ullmann für einen Moment wieder lebendig werden. Man fühlt mit ihnen, leidet mit ihnen, freut sich mit ihnen über die Fortschritte, die Otto in der Ferne macht. Ottos Antwortbriefe sind zwar nicht mehr erhalten, aber seine Sicht der Dinge ergänzt natürlich die Seiten. Genau wie viele Informationen über die politische Lage der Zeit, die mir teilweise noch vollkommen neu war und deshalb sehr interessant. “Die Briefe, die Tag für Tag eintrafen, waren sowohl Rettungsleine als auch Stacheldraht, Wiedersehen und Abschied, zuerst machten sie ihn froh, dann hatte er genug von ihnen, es war einfach kein Platz für alles.” (Zitat Seite 183) Otto muss sich einleben in einer vollkommen neuen Umgebung, was ihm nicht immer leicht fällt. Zunächst lehnt er sich noch etwas auf, doch bald fügt er sich in sein Schicksal und all das spiegelt sich in den Briefen wider. Die Eltern sind derweil in Wien ihres ganzen normalen Lebens beraubt und fast alles, was ihnen noch bleibt, ist der Briefkontakt mit ihrem Sohn und die Hoffnung, dass die Entscheidung richtig war und ihn ein besseres Leben erwartet. Die Briefe haben mich sehr berührt und teilweise sogar zu Tränen gerührt. Obwohl sie keinerlei Mitteilungen darüber enthalten, was sich wirklich in Wien zugetragen hat und wie schlimm das Leben der Familie war, kann man doch zwischen den Zeilen deutlich die Verzweiflung herauslesen. Die Formulierungen ändern sich im Laufe der Zeit, doch was bleibt, ist immer ein Schimmer von Hoffnung. Sogar noch in dem Brief, den Ottos Vater am 26.09.1942 abgeschickt hat und in dem er schrieb: “Wir müssen nämlich in ein paar Tagen übersiedeln. Wenn Du ohne unsere Nachrichten bleibst, dann nimm es Dir nicht zu sehr zu Herzen. … Lieber Junge, wir sind nicht traurig, und Du sollst es auch nicht sein.” (Zitat Seite 334) Und doch machen diese Worte sogar mich traurig, nach so vielen Jahrzehnten, vor denen sie geschrieben wurden. Das Buch lässt die Schrecken dieser Zeit anhand des konkreten wahren Beispiels einer zerrissenen Familie wieder aufleben. Die Briefe zeugen von der Verzweiflung und der Hoffnung und sind sehr aufrührend. Die übrigen Informationen zur politischen Lage, die vor allem die Rolle Schwedens in diesem Kriegsdrama in den Vordergrund stellen, waren erschütternd und informativ. Nicht zuletzt führt uns Elisabeth Åsbrink auch in einer langen Aufzählung vor Augen, dass Antisemitismus keineswegs eine neue Erfindung ist, sondern vielmehr eine lange erschreckende “Tradition” hat, die bereits in den Anfängen unserer Zeitrechnung ihren Ursprung hat. Was lernen wir daraus? Dass Geschichte sich wiederholt und dass Verfolgung und Ausgrenzung von Minderheiten oder Andersartigen auch heutzutage noch an der Tagesordnung ist. Vielleicht nicht so offensichtlich in Europa, aber anderswo weltweit. Die Furcht vor dem Fremden und die Angst um die eigene Zukunft ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit selbst – und wird auch erst mit ihr zusammen aussterben. Fazit: Ein sehr berührendes, aufwühlendes Buch über ein Familienschicksal, das stellvertretend für so viele Leidende, Verfolgte und Getötete steht. Interessant ist auch die Verbindung zum inzwischen weltbekannten IKEA-Gründer, die vor allem am Ende des Buches beleuchtet wird. Dem Buch gebe ich 4 von 5 Sterne, da ich mir noch etwas mehr Informationen über den Verbleib mancher Personen gewünscht hätte und zum weiteren Leben von Otto.

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  • Fünfhundert Briefe

    Asbrink, Und im Wienerwald stehen noch immer die Bäume
    TochterAlice

    TochterAlice

    13. April 2014 um 09:30

    bieten einen berührenden Einblick in ein jüdisches Familienschicksal, in das Leben und Sterben - so brutal muss man es leider sagen - einer Wiener Familie, der Ullmanns,  in den Jahren des Nationalsozialismus, das zu einem großen Teil auf den Briefen der Eltern an den Sohn basiert - an den einzigen Überlebenden der Kernfamilie, der sich durch den Einsatz der Eltern 1939 nach Schweden retten konnte. Die schwedische Journalistin und Autorin Elisabeth Asbrink hat dem Schicksal nachgespürt, mit den Nachkommen gesprochen, versucht, Ottos Leben und das seiner Eltern Pepi und Lisl, die in Auschwitz zu Tode kamen, darzustellen, zu sehen, was mit den anderen Wiener Verwandten geschah: Außer Otto konnte sich keiner retten, alle wurden auf verschiedene, doch immer brutale Art und Weise Opfer des Naziregimes. Dazu kommt ein pikantes Detail - während seiner Arbeit auf schwedischen Bauernhöfen lernt Otto Ullmann den Sproß einer deutschstämmigen - und sehr deutschfreundlichen, was in diesen Zeiten nationalsozialistisch gesinnten - Familie Ingvar Kamprad kennen, der als Gründer von IKEA in die Annalen eingegangen ist. Aus den Jungen wurden enge Freunde, ihr Schicksal war über Jahre miteinander verknüpft  - und das, obwohl Ingvar über lange  aktives Mitglied der schwedischen Nationalsozialisten war, ja, sich in bezug auf einige Aspekte nie davon losgesagt hat. Doch um diese Freundschaft geht es nur in Ansätzen, weite Teile des Buches beschreiben das Leben der Familie Ullmann, ihr Bestreben, miteinander in Kontakt zu bleiben, ihr Hoffen auf eine gemeinsame Zukunft. Selbstverständlich kann in den Briefen vielen nicht gesagt werden, die Autorin muss versuchen, die Ausführungen zu deuten, zu analysieren, was ihr aus meiner Sicht meistens, aber nicht immer gelingt. Trotzdem bekommt der Leser einen Einblick in den Alltag der Eltern Ullmann in Wien, wo sie bis 1942 ausharrten und verschiedensten Erniedrigungen und Qualen - Vater Pepi musste dafür sorgen, dass andere Juden sich zur Deportation einfanden - ausgesetzt waren. "Wenige Jahre später suchte Otto um die schwedische Staatsbürgerschaft an. Im Antragsformular beantwortete er die Frage nach seinem Glauben mit "konfessionslos". Er war konveriert zu maßlosem Zorn." (S.304) So eindrucksvolle Passagen gibt es leider nicht allzu viele, doch lohnt sich dieses Buch trotzdem unbedingt, gibt es doch Einblicke in den schweren jüdischen Alltag im Nationalsozialismus und eröffnet auf der anderen Seite eine andere Perspektive - quasi die schwedische Sichtweise, informiert über die  meistensteils nicht hilfreiche schwedische Haltung gegenüber potentiellen jüdischen Flüchtlingen. Für Leser, die mehr über den Alltag im Nationalsozialsmus, über Einzelschicksale erfahren wollen, ein interessantes Werk, wenn auch eines mit Längen auf der einen und Lücken auf der anderen Seite!

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  • Briefe aus der Vergangenheit

    Asbrink, Und im Wienerwald stehen noch immer die Bäume
    Birgit-B

    Birgit-B

    12. April 2014 um 18:49

    „An wie viele derer, die vor uns gelebt haben, erinnern wir uns? Wer kann erwarten, dass er in Erinnerung bleibt? Und - wer kann sich an alle erinnern? Wie eine Antwort liegen die fünfhundert Briefe vor mir auf dem Tisch und singen im Chor, jeder mit seiner eigenen Stimme; eine Fuge, die im Mord endet.“ Der 13-jährige Otto muss sich von seinen Eltern verabschieden. Er soll nun einige Zeit in Schweden verbringen, da sich die Lage in Österreich und Deutschland zuspitzt. Wir schreiben das Jahr 1939. Ottos Eltern sind Juden. Es handelt sich hierbei um eine wahre Geschichte. Die Briefe zwischen dem Buben und seinen Lieben sind die Zeugnisse dazu und lassen uns auf eine sehr persönliche und bedrückende Weise in ihre Geschichte eintauchen. Zuerst sind die Briefe hoffnungsvoll, noch kann sich niemand vorstellen, was im Laufe der Jahre passieren wird. Doch die Menschen werden Zeugen von  unzähligen Gräueltaten. Otto wird seine Eltern nie wiedersehen.   Oft denkt man, Geschichten über den 2. WK und den Holocaust gibt es zu Hauf und man weiß schon so viel darüber, dass es einen kaum mehr schocken kann. Wie ich während des Lesens aber ganz deutlich merkte, ist es keinesfalls so. Durch die so persönlichen und sehnsuchtsvollen Briefe der Eltern hatte ich das Gefühl, sie persönlich zu kennen, und war von ihrem Schicksal tief betroffen. Man steht den Personen so nah, sieht die Fotos und hat ihre Worte im Ohr, plötzlich begreift man die Tragik und kann kaum fassen, was geschehen ist. Die Autorin vermag zudem auf eine wunderbare Art, die Briefe in einen Rahmen aus Geschehnissen der Vergangenheit und der Gegenwart  einzubringen, was dieses Buch zu einem Schatz macht, der einen den Menschen dieser Zeit näher bringt und gegen das Vergessen kämpft.   „Liebster Junge, ich hoffe, dass uns noch vor unserer Abreise ein Brief von Dir erreicht. Vielleicht wird doch eine Verbindung möglich sein. Ich hoffe und bete zu Gott, dass wir alle gesund bleiben und uns wiedersehen werden. Papa und ich sind wie immer hoffnungsvoll, denn wir haben nur einen heißen Wunsch, mit Dir, unserem Einzigen, wieder zusammenzukommen. Ich weiß, dass Du ein guter und braver Junge bist, und wir denken immer und immer an Dich. Bleib gesund, mein liebstes. Ich umarme und küsse Dich 1000 Mal, Deine treue Mutti“

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  • Ein sehr bewegendes Schicksal, das eindeutig mehr als 5 Sterne verdient

    Asbrink, Und im Wienerwald stehen noch immer die Bäume
    Scheherazade

    Scheherazade

    11. April 2014 um 15:19

    Otto lebt mit seiner Familie in Wien als die Nationalsozialisten Österreich besetzen und den Juden hier wie in Deutschland alle Rechte nehmen. Die Familie versucht aus diesem Hexenkessel zu entkommen, aber sie finden keinen Weg, deshalb entscheiden sie sich wenigstens ihren geliebten Sohn zu retten und nach Schweden zu schicken. Zusammen mit 100 anderen Kindern macht sich Otto im Februar 1939 auf den Weg nach Schweden. Hier wird er den Krieg verbringen und mit seiner Familie in Kontakt bleiben.   Dieses Buch zeichnet einerseits eine jüdische Familiengeschichte während des Nationalsozialismus, andererseits geht es auch auf die historischen Umstände und Ereignisse ein, damit der Leser die Zusammenhänge versteht. Hierbei wird vor allem die Haltung von Schweden gegenüber jüdischen Einwanderern geschildert und wie die schwedische Bevölkerung zunehmend eine antisemitische Meinung vertritt. Es wird durch Briefwechsel aufgezeigt, wie sich einzelne Personen für die Einwanderung jüdischer Kinder in Schweden einsetzen, trotz antisemitischer Haltung der Bevölkerung. Die Familiengeschichte wird vor allem durch den Briefwechsel von Otto mit seiner Familie belegt. Hierbei sind nur noch die Briefe an Otto vorhanden, sodass aus diesen Ottos Gefühle und Handlungen abgeleitet werden. Es wurde auch viel Recherche betrieben, um die Geschichte so vollständig wie möglich wiederzugeben. Diese Briefe zeigen vor allem die Liebe der Familie zu Otto und man muss zwischen den Zeilen lesen um auch ihre Verzweiflung zu erahnen. Der Schreibstil ist einzigartig. Er ist an manchen Stellen brutal und schonungslos und dann wieder sehr einfühlsam mit vielen Bildern, die einen zu Tränen rühren können. Eine Stelle die ich besonders anrührend fand hier, es geht dabei um den Alltag unter der Naziherrschaft in Wien: „Es war ein Leben, so gewohnt, dass man es nicht wahrnahm, in Räumen die nach Zuhause rochen von ihrem Atem, dem Staub auf den Bücherregalen, der Druckerschwärze der Tageszeitung und Pepis Rasierwasser, Vertrautheit. Tage, durch nichts hervorgehoben, da nichts Abweichendes geschah, nichts Beachtenswertes. Alltag. Ein solcher, den man nur dann vermisst, wenn er zerbrochen ist.“. Insgesamt ist es ein Buch, das mich sehr berührt hat und über das ich wohl noch sehr lange nachdenken werde. Ich empfehle jedem dieses Buch zu lesen, damit die Vergangenheit und ihre Schicksale nicht vergessen werden.

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  • Die Rastlosigkeit eines einsamen Menschen

    Asbrink, Und im Wienerwald stehen noch immer die Bäume
    kassandra1010

    kassandra1010

    10. April 2014 um 14:10

    Asbrink hat es geschafft, aus einem fast fünfhundetteiligen erhaltenen Briefwechsel wärend der Judenvertreibung in Wien ein wunderbares Buch zu schreiben in dem die Liebe von halbjüdischen Eltern zu ihrem Kind besondere Aufmerksamkeit erfährt. Otto wird mit einer größeren Gruppe von Kindern während der Judenverfolgung in Wien nach Schweden deportiert. Es findet reger Briefwechsel statt. Innige Sehnsucht bringt die Familie dazu, so lange es geht in dieser Welt zu überleben, wenn auch der ganze Schrecken des Krieges aus den Briefen fein säuberlich herausgehalten wird und das bis zum bitteren Ende. Wir alle kennen die Wahrheit dieses Krieges, wir kennen das Leid und das Elend der Vertriebenen und Inhaftierten, aber wir kennen nur wenig über die Liebe, die die Menschen dennoch bis zum Schluss am Leben gehalten hat.

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  • Ich hatte mir mehr erhofft

    Asbrink, Und im Wienerwald stehen noch immer die Bäume
    connychaos

    connychaos

    09. April 2014 um 19:20

    Mir fällt diese Rezension wirklich nicht leicht, die Geschichte ist schon irgendwie ergreifend und traurig aber mit dem Schreibstil wurde ich einfach nicht warm. Anhand von Briefen wird die Geschichte des jüdischen Jungen Otto erzählt, der im zweiten Weltkrieg von den Eltern nach Schweden geschickt wurde, damit er den Gräueltaten in Österreich und Deutschland entgehen konnte. Mit Hilfe von Briefen bleibt die Familie in Kontakt, erzählt dem Sohn, wie sehr sie ihn vermisst... Einerseits ist die Geschichte sehr ergreifend aber mir persönlich sind diese Briefe etwas zu oberflächlich und eintönig, man erfährt wenig, wie es Ottos Familie in Wien ergeht, es werden eher Belanglosigkeiten aufgeschrieben. Gut gefallen haben mir die Fotos von Otto und seiner Familie, davon hätte es gerne noch mehr geben können.

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  • Unfassbar.

    Asbrink, Und im Wienerwald stehen noch immer die Bäume
    Igelmanu66

    Igelmanu66

    „19. August 1942 Mein Liebstes, Deine liebe Karte vom 11. ds. haben wir erhalten und freuen uns, dass Du gesund bist, was wir auch von uns sagen können. Von Tante Nuny haben wir noch immer keine Nachricht. Tante Grete wird Dir bald schreiben. Mizzi lässt Dich schön grüßen. Hörst Du etwas von Kurt Edlauer? Wo ist er jetzt? Liebster, wenn Du wieder mehr Zeit hast, so schreib. Du weißt ja, wie sehnsüchtig wir auf Deine Nachricht warten. 1000 Küsse, Deine Mutti. Kein Wort darüber, was an diesem Tag geschah, was der Briefträger gebracht hatte, nichts über die Züge, die rund um die Uhr abgingen. Nichts über die alte Julie Böhm, die vor ihrem Koffer stand und packte. Sie wird ausgelassen, wird zu einem Schatten zwischen den Zeilen, damit Otto es nicht erfahren und Elise es nicht schreiben musste. Damit das, was geschah, beinahe nicht passierte, solange es ungesagt blieb.“ Am 1. Februar 1939 stieg der 13jährige Otto Ullmann in einen Zug, der ihn von seiner Heimatstadt Wien aus nach Schweden bringen sollte. Ihn und rund 100 weitere Kinder jüdischer Herkunft. Ihre Eltern hatten lange darum gekämpft, dass sie ausreisen durften. Hatten Formulare ausgefüllt, gewartet, gehofft. Und nun fuhren sie fort, auch der einzige Sohn von Josef und Elise Ullmann. Würden sie ihn wohl irgendwann, irgendwo, wiedersehen? Aus der alten Heimatstadt heraus, in der sie nicht mehr erwünscht sind, die sie aber trotzdem nicht verlassen können, schreiben Josef und Elise Briefe an ihren Sohn. Briefe voller Hoffnung, Briefe, in denen es um ganz alltägliche Dinge geht und die fast so klingen, als wäre die Welt noch in Ordnung. In diesem Sachbuch sind Auszüge aus vielen dieser Briefe zu lesen. Nur aus denen, die an Otto adressiert waren. Von seinen Antworten ist keine einzige erhalten, denn Josef und Elise Ullmann starben 1944 in Auschwitz. Zusätzlich zu den Briefen gibt es reichlich Fakten, Zeitungsberichte, Aktennotizen. Einige Fotos. Das ermöglicht uns auch, ohne Ottos Briefe zu kennen, sein Leben in Schweden zu verfolgen. Kann man sich vorstellen, wie sich ein 13jähriger fühlen muss, der seine Familie verlassen musste, einsam in einem fremden Land lebt und sehr schnell merkt, dass seine Eltern in seinen Briefen nichts von seinen Problemen und Ängsten lesen möchten, die nur lesen möchten, dass es ihrem Kind gut geht und es eine normale und fröhliche Kindheit und Jugend hat. Auch, wenn das nicht der Wahrheit entspricht. Kann die Einsamkeit dazu geführt haben, dass ein jüdischer Junge und ein überzeugter Nazi gute Freunde werden konnten? Wie passt das zusammen? Auch umgekehrt, wie konnte ein junger Mann gleichzeitig Nazi sein und einen Juden seinen besten Freund nennen? Auch dieser interessanten Frage nähert sich das Buch, unter anderem in Auszügen von Interviews mit diesem Mann, diesem früheren Nazi. Der Ingvar Kamprad heißt und aus dem Ort Elmtaryd Agunnaryd kam. Ingvar Kamprad Elmtaryd Agunnaryd. IKEA. Unfassbar. Diese ganze Geschichte, diese Berichte, diese Grausamkeiten. Das meiste davon hatte ich schon oft gehört, auch schon reichlich Bilder dazu gesehen, oder Filme. Und doch hat mich das Buch unheimlich mitgenommen. Wie aus dem anfänglich ganz normalen Leben der Familie Ullmann nach und nach jegliche Normalität verschwand, wie das Grauen immer mehr um sich griff, wie die Familie trotzdem versuchte, nach vorne zu schauen, die Hoffnung nicht zu verlieren. Und dabei wusste ich doch die ganze Zeit, dass es keine Hoffnung gibt. Dass all das, was sich im Buch schon als furchtbar, grausam, unmenschlich und erschreckend darstellt, doch erst der Anfang ist. Dazu kamen detaillierte Infos über die Rolle Schwedens während dieser Zeit. Was das betrifft, habe ich einiges Neues erfahren. Und auch hier war vieles dabei, das mich kopfschüttelnd zurückließ. Kein Buch, das man nebenbei lesen kann. Kein Buch, nach dem man sich entspannt in sein Bett kuscheln kann. Aber ein sehr gutes Buch.

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    • 9
  • Bewegende Thematik. Gewönungsbedürftiger Schreibstil.

    Asbrink, Und im Wienerwald stehen noch immer die Bäume
    leseratte69

    leseratte69

    Klappentext Der erschütternde Dokumentarroman über das Schicksal einer jüdischen Familie aus Wien und eine ungewöhnliche Freundschaft in Schweden während der Nazi-Zeit. Otto Ullmann aus Wien, der 1939 mit 13 Jahren als eines von 100 jüdischen Kindern nach Schweden einreist; Ingvar Kamprad, der Sohn eines schwedischen Großgrundbesitzers, der sich früh den Nationalsozialisten anschließt und 1943, mit 17 Jahren, die Möbelfirma IKEA gründet. Über ein Jahrzehnt hinweg sind die beiden befreundet, und Otto, der seine Familie in Auschwitz verlor, ist nach dem Krieg einer der ersten Mitarbeiter des späteren Weltkonzerns. Was verband diese beiden so unterschiedlichen Menschen? Elisabeth Åsbrink erzählt aber noch mehr: Anhand von 500 im Nachlass von Otto Ullmann gefundenen Briefen, die seine Eltern ihm zwischen 1939 und 1944 fast täglich schrieben, entfaltet sie das Schicksal dieser jüdischen Familie und offenbart ein »Epizentrum des Kummers«. Eine weitere, einzigartige Geschichte aus dunkler Zeit, die dem Vergessen entgegenwirkt. Meine Meinung Nach diesem Roman, fällt es mir sehr schwer eine Rezension zu schreiben. Zum einen hat die Thematik mich sehr berührt, zum anderen fand ich es Streckenweise zu langatmig und der Schreibstil war auch nicht so meins. Die Autorin erzählt das Leben und das tragische Schicksal der jüdischen Familie Ullmann, in den Wirren des zweiten Weltkrieges. Otto bekommt noch rechtzeitig die Möglichkeit nach Schweden auszureisen, bevor es in Wien unerträglich wird. Hier wird, anhand von Original Briefen, der Schriftverkehr der Familie gezeigt. Wir erfahren, wie das Leben der Juden zur damaligen Zeit, von Tag zu Tag unerträglicher wurde.Wie man ihnen immer mehr Menschenrechte abgesprochen hat und sie zum Schluss, schlimmer behandelt wurden als Tiere. So erfahren wir, wie Otto mit gerade mal 13 Jahren, fernab seiner Familie dies alles ertragen musste. Gleichzeitig war er selber auf der Suche nach Anerkennung und einem Weg in eine neue Zukunft. Die Briefe waren teilweise ergreifend und haben mich berührt. Nach einiger Zeit wurde es aber meiner Meinung nach zu eintönig und die Briefe waren dann zu oberflächlich. Dadurch fand ich es mit der Zeit etwas langweilig. Die Gräueltaten, die den Juden widerfahren sind, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Ich denke mal wir wissen nur allzu gut, was mit ihnen geschehen ist. Dennoch hat es mich wieder aufs neue erschüttert und betroffen gemacht und erweckt in einem Schuldgefühle.Schön fand ich am Ende die Interviews mit den noch lebenden Verwandten und Freunden von Otto. Es ist kaum zu glauben, das außer den Briefen von Ottos Familie nicht zurück blieb. Dennoch hat es Otto geschafft, sich in der Fremde ein neues Leben aufzubauen. Mein Fazit Dieses Buch hat mich auf einer Seite berührt, auf der anderen Seite konnte ich mit dem Schreibstil nicht wirklich warm werden konnte. Deswegen vergebe ich hier sehr gute drei von fünf Sternen. Wenn ihr gerne Biografien lest, macht euch doch einfach selber ein Bild.

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    • 2
  • Eine auseinandergerissene Familie

    Asbrink, Und im Wienerwald stehen noch immer die Bäume
    Curin

    Curin

    05. April 2014 um 19:16

    Zu Beginn der Judenverfolgung gelingt es der jüdischen Familie Ullmann ihren einzigen Sohn Otto ins sichere Schweden zu schicken, im sicheren Glauben bald wieder vereint zu sein. Während sich die Situation im Deutschen Reich für die Juden immer mehr zuspitzt, halten die Eltern den Kontakt über Briefe zu Otto, der erst im Kinderheim und später auf verschiedene Bauernhöfe gelangt. Die Autorin Elisabeth Asbrink hat in diesem Buch mit Hilfe der gesammelten Briefe das Schicksal der Familie Ullmann dokumentiert zeichnet so ihre Geschichte ein Stück nach. Dieses Buch hat mich sofort nach den ersten Seiten gepackt. Frau Asbrink versteht es, die Erlebnisse der Familie wieder lebendig zu machen und zeigt außerdem, wie sich die Lage der Juden drastisch verschlechterte und wie Otto allein in Schweden mit Heimweh und dem fremden Land zu kämpfen hatte. Vor diesem Buch wusste ich persönlich nichts von der Rolle Schwedens und der vorhandenen Ablehnung von jüdischen Flüchtlingen und war oft ziemlich schockiert, mit welchen Begründungen man den Menschen die Einreise versagte. Vom Schreibstil her ist die Dokumentation sehr interessant gestaltet und besteht größtenteils aus den Briefen der Eltern an Otto, aber auch aus Kommentaren und Erklärungen zur politischen Lage. Obwohl man ganz klar merkt, dass das Buch sich an Schweden richtet, hat es auch mir wieder die Schrecken der Judenverfolgung und Vernichtung vor Augen geführt. Insgesamt ist dies ein Buch, dass schockiert, die Geschichte wieder lebendig macht und bezeugt, dass sich auch kleine gute Taten wie die Rettung von einigen jüdischen Kindern gelohnt hat. 

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