Elisabeth Badinter

 3.8 Sterne bei 16 Bewertungen
Autor von Der Konflikt, Die Mutterliebe und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Elisabeth Badinter

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Der Konflikt

Der Konflikt

 (5)
Erschienen am 20.12.2011
Die Mutterliebe

Die Mutterliebe

 (5)
Erschienen am 01.01.1999
Der Infant von Parma

Der Infant von Parma

 (2)
Erschienen am 16.03.2010
XY, Die Identität des Mannes

XY, Die Identität des Mannes

 (1)
Erschienen am 01.06.1996
Die Frau im 18. Jahrhundert

Die Frau im 18. Jahrhundert

 (1)
Erschienen am 01.01.1990
Ich bin DU

Ich bin DU

 (1)
Erschienen am 01.01.1993

Neue Rezensionen zu Elisabeth Badinter

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Rezension zu "Der Konflikt" von Elisabeth Badinter

Mutter-werden und Mutter-sein im 21. Jahrhundert
Sokratesvor 5 Jahren

Elisabeth Badinter, französische Philosophin und Autorin des Klassikers "Mutterliebe", hat in diesem schmalen Buch versucht zusammenzufassen, welche sich widersprechenden Einstellungen zur Mutterschaft heute unsere Gesellschaft prägen. Hierbei kristallisierte sich für mich eine grundsätzliche Kritik am Unvermögen unserer Gesellschaft heraus, mit der Vielgestaltigkeit individueller Lebensläufe umgehen zu wollen. Unsere Gegenwart tut sich schwer mit unklaren Lebensentwürfen. Wer Kinder kriegt, verfällt schnell und gerne in eine "Baby-Kultur", zentriert sein Leben allein auf das Kind, verfällt als Frau in klassische patriarchale Rollenmodelle, obwohl noch vor der Entbindung die gerechte Rollenteilung mit dem Partner angestrebt war. Andere entwickeln ökologisch fundierte Weltanschauungen, wie und wie lange Kinder zu stillen seien, was sie zu essen bekommen sollten, wie und wo sie zu schlafen hätten oder ob man klassische Weg-werf-Windeln verwenden müsse. Die Opposition hierzu sind all diejenigen Frauen, die bereits frühzeitig zu ihrem Beruf zurückkehren und alle von der Gesellschaft zur Verfügung gestellten Betreuungsmöglichkeiten nutzen.

Dazwischen gibt es eine sehr große Gruppe an Frauen, die entweder gar keinen Kinderwunsch mehr haben oder die zwar einen mehr oder weniger starken besitzen, sich aber immer wieder vertrösten, weil es das eigene Lebenskonzept, die Partnerschaft oder der Berufsalltag nicht zulassen.

Dass die von den europäischen Nationen bereits versuchten Familienpolitiken nicht die bestehenden Probleme seit den 1960er Jahren beseitigt haben, sondern weiterhin meist zulasten der Frauen streng patriarchalisch das Familienleben organisieren, obwohl sie mehr Gleichberechtigung angestebt hatten, stellt Elisabeth Badinter mit Bedauern und etwas Resignation fest.

Das Buch war für mich ein wenig enttäuschend. Mehr hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin klarer selbst Stellung bezieht. Das erfolgt nur indirekt. Ansonsten ist das Buch eine Gesamtschau der gängigen vertretenen Ideen, die - mit Schwerpunkt auf Frankreich - in Europa und den USA zum Kinderkriegen und zur Mutterrolle kursieren. Insgesamt allerdings nur ein mittelmäßiger Lesegenuss.

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Rezension zu "XY, Die Identität des Mannes" von Elisabeth Badinter

Der "neue Mann" nach der feministischen Bewegung
Sokratesvor 5 Jahren

Elisabeth Badinter, französische Professorin für Philosophie und Soziologie, hat sich in diesem Buch mit der Frage der männlichen Identität nach dem Feminismus beschäftigt. Erschienen ist das Buch auf Deutsch 1992; damit erklärt sich auch seine Relativität für eine mögliche Verwertung in heutiger Zeit. Spätestens Ende der 1980er Jahre erfuhr das Männerbild einen grundlegenden Wandel. Der Feminismus hatte sich emporgekämpft; ein neues weibliches Selbstverständnis weitgehend etabliert. Die Ergebnisse dieses Vorganges werden von uns heute unhinterfragt gelebt. Dass die Verschiebung der Geschlechterrollen dennoch stattgefunden hat – nämlich zu Lasten der bis dato unhinterfragten Männerrolle – zeigen die von Badinter aufgezeigten Rollenerwartungen gegenüber dem männlichen Geschlecht. Was vor zwanzig Jahren noch gelebter – dann aber zunehmend hinterfragter – Konsens war, ist heute allgemeine Überzeugung. Männer dürfen, wenn sie möchten, Schwäche zeigen. Homosexualität wird nicht mehr als „Abweichung“ empfunden, sondern ist eine gleichberechtigte sexuelle Orientierung neben der Heterosexualität. Zwanzig Jahre nach dem Erscheinen dieses Titels haben sich die Rollenbilder und -erwartungen in erheblichem Maße aneinander angeglichen: das kann man am Ende des Buches positiv feststellen. Für die geschlechtergeschichtliche Forschung bleibt Badinters Buch dennoch ein Leuchtturm, denn sie skizziert für die 1990er Jahre den Stand der gesellschaftlichen Diskussion,  eingebunden in einen soziokulturellen Kontext, aus dem heraus viele der bis dato unhinterfragt gültigen Stereotype ihre Berechtigung erfahren hatten.

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Rezension zu "Die Mutterliebe" von Elisabeth Badinter

Rezension zu "Die Mutterliebe" von Elisabeth Badinter
Sokratesvor 6 Jahren

Aus stark feministischer Perspektive schreibt die französische Philosophin Elisabeth Badinter über die Mutterliebe. Ihrer Meinung nach handelt es sich nicht um einen Naturinstikt, sondern um ein Kulturphänomen, dass sich erst im Übergang vom 18. auf das 19. Jahrhundert herauszubilden begann. Entstanden ist es auch nur, weil die Frauen des gehobenen Bürgertums bzw. des Adels mangels Arbeit ihren Lebenssinn zunehmend auch mental - identitätsstiftend - mit Haushalt und Familie verbanden; man widmete sich zunehmend den eigenen Kindern, die man bis dato an Ammen abschob oder - wenn man zur Unterschicht gehörte, die ihren Lebensunterhalt noch auf dem Feld oder als Dienstmädchen in der Stadt erarbeiten musste - in einer Windel an den Baum hing. Dass man Kinder als Individuen verstand oder sich nachhaltige Gedanken um deren Entwicklung und Erziehung machte ist erst ein Phänomen der beginnenden Aufklärung. - Zwar schreibt Badinter noch aus der Perspektive einer alten Feministin (das Buch ist immerhin 1987 bereit in der 3. Auflage), doch kann man ihre Argumente selbst heute noch nachvollziehen und zum Teil bestätigen. Lesenswert!

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