Die Grundidee von „Die Bücherjägerin“ klang unheimlich vielversprechend: Die Protagonistin Sarah begibt sich gemeinsam mit dem Bibliothekar Benjamin auf eine spannende Schnitzeljagd nach einer historischen Karte. Eine Reise, die die beiden bis nach Frankreich führt. Als Fan von Büchern über Bücher und literarischen Rätseln war ich sofort angefixt.
Besonders Sarah ist zunächst eine sympathische und interessante Protagonistin. Durch ihre autistische Wahrnehmung betrachtet sie viele Situationen anders als die Menschen in ihrem Umfeld, was dem Roman eine besondere Perspektive verleiht. Gerade am Anfang fand ich diesen Ansatz gelungen und emotional nachvollziehbar.
Leider verliert sich die Geschichte für meinen Geschmack zu sehr in Rückblicken und Erinnerungen aus Sarahs Leben. Immer wieder wird ausführlich erklärt, wie schwierig ihr Alltag ist und wie schwer es ihr fällt, Gefühle anderer Menschen richtig zu deuten. Das hätte dem Charakter zwar mehr Tiefe geben können, nimmt der eigentlichen Handlung aber zunehmend das Tempo. Die Suche nach der Karte rückt dadurch immer weiter in den Hintergrund und die Geschichte kommt kaum voran.
Irgendwann wirkten die vielen Erinnerungen auf mich eher ermüdend als bereichernd. Obwohl Sarah grundsätzlich eine sympathische Figur bleibt, wurde ich mit der Zeit immer genervter von den ständigen Abschweifungen. Dadurch konnte mich der Roman leider nicht mehr fesseln, weshalb ich ihn nach etwa einem Drittel abgebrochen habe.
Wer ruhige, stark charakterorientierte Geschichten mit vielen persönlichen Rückblicken mag, könnte dennoch Gefallen an dem Buch finden. Ich hatte allerdings etwas mehr Spannung und Fokus auf die eigentliche Bücherjagd erwartet.













