Elisabeth Bronfen Hollywoods Kriege

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Inhaltsangabe zu „Hollywoods Kriege“ von Elisabeth Bronfen

Über die Darstellung von Krieg im Hollywood-Film Amerikas traumatische Kriegsgeschichte wird am ehesten verständlich, wenn man sie durch die Linse von Filmen erfasst. In den Erzählungen von Schlachten und Feldzügen, von Frontereignissen und dem Schicksal Daheimgebliebener kann Krieg für uns erfahrbar gemacht werden. In ihrer brillanten Analyse zentraler Klassiker von ›All quiet on Western Front‹ bis zu den aktuellen Produktion wie ›Flags of our Fathers‹ gelingt es Elisabeth Bronfen, Hollywood als zentralen Ort zu dechiffrieren, an dem die großen nationalen Erzählungen in Umlauf gebracht werden, damit das Publikum sich auf Phantasien, Ideologien und Ängste einlassen kann – und die flexibel genug sind, sich dem wechselnden politischen Klima anzupassen.

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  • Die Erfahrbarmachung und Verarbeitung von Krieg im Film

    Hollywoods Kriege
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    11. December 2013 um 14:41

      „Diese Geschichte ist weder Anklage noch ein Schuldbekenntnis und am wenigsten ist sie ein Abenteuer, denn der Tod ist kein Abenteuer für diejenigen, die ihm ins Auge blicken“.   So lautet die letzte Texttafel zu Beginn des Filmes „Im Westen nichts Neues“.   Ein Satz, der Programm sein kann nicht für alle, aber für viele von Hollywoods Kriegsfilmen.   Filme, in denen immer auch versucht wird, das, was Krieg bedeutet, erfahrbar zu machen. In denen amerikanische Kriege reflektiert und die Erlebnisse verarbeitet werden. Kriege von „patriotischem Glanz“ (man denke an „Alamo“ oder „Red Dawn“) bis hin zum tiefsten Elend und zu wuchtigen Darstellungen der Gräuel des Krieges (James Ryan). Sei es, wie „Im Westen nichts Neues“ unter Auslassung des tatsächlichen Horrors des Krieges, sei es unter Konzentration auf den „Menschen verändernden Horror“ (u.a. subtil in „Apokalypse Now“).   Aufarbeitungen, die nicht selten hintergründig angelegt sind, mit vielen Feinheiten in einzelnen Szenen.   Diesem Thema wendet sich Elisabeth Bronfen sehr differenziert in ihrer Darstellung zu.   Grundlegend geht sie dabei von der Prämisse aus, dass „das Kino als ein privilegierter Ort der Erinnerung fungiert“, an dem die amerikanische Kultur kontinuierlich die traumatischen Spuren ihrer historischen Vergangenheit wiederverhandelt“. Und nicht nur das, im Licht dieser Reflektionen der Vergangenheit wird in den einzelnen Filmen ein Licht auf je die zeitgenössischen sozialen und politischen Fragen geworfen, wie Bronfen anhand ihrer einprägsamen und vielfachen praktischen Beispiele überzeugend nachweist.   Was natürlich auch bedeutet, dass auch reale historische Erfahrungen in jedem dieser Kriegsfilme Hollywoods eine subjektive und aktuelle Interpretation erfahren (zusätzlich zur an sich bereits stattfindenden „Rekodierung“ des tatsächlichen militärischen Konfliktes, der historisch zugrunde liegt). Nur ein Hinweis von einigen, die Bronfen findet für ihre Sicht der „Selbstreflexion“, um die es in diesen Formen des Films als „Repräsentative“ zwischen Gegenwart und Vergangenheit in besonderem Maße geht.   So weist Bronfen nach, dass der amerikanische Bürgerkrieg immer noch als offene Frage im Raum steht, wie sehr das „Unbehagen der Heimat“ in Filmen thematisiert wird (und warum), zeigt „Kriegsentertainment“ und seine Bedeutung als filmische Verarbeitung auf, führt den Leser ein in die „Choreographien der Schlacht“ als filmische Inszenierung, legt „Kriegsgerichtsdramen“ als eigenständigen Teil des Genres vor und bietet ebenfalls einen Blick auf die „Kriegsberichterstattung“ in und durch Hollywood.   Dass eine „fortwährende Heimsuchung durch den Krieg“ (nicht nur) filmisch in Amerika vorliegt, das ergibt sich aus der Bearbeitung dieser Themen im Buch und bildet den inhaltlich-thematischen Schluss des Buches. Hier zeigt Bronfen auf, wie schwer es sich an einem Krieg trägt, wie schwer es ist, „aus dem Krieg zurückzukehren“ und dass eine solche Heimkehr letztendlich nie vollständig gelingt.   Wobei bei weitem nicht nur „reine“ Kriegsfilme im Mittelpunkt ihres Interesses stehen, sondern von „Von Winde verweht“ oder „Gangs of New York“ das mitschwingende Kriegsthema und die Verarbeitung von „Schlachten“ jeglicher Coleur von solchen Reimaginationen künden. „The Glenn Mille Story“ gehört dann ebenso zum Sujet, wie „Apokalypse Now“, „Band of Brothers“ oder „Verdammt in alle Ewigkeit“.   Ein, auch sprachlich, nicht einfach zu lesendes Buch, das in manchen Teilen auch sehr kleinteilig und gründlich daherkommt, Hollywoods Kriegsfilme aber sehr sorgfältig in ihrer Bedeutung für die Verarbeitung der Kriegsgeschehen in je zeitabhängiger subjektiver Interpretation darzustellen versteht.

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