Commissario Pavarotti kam nie nach Rom

von Elisabeth Florin 
4,8 Sterne bei18 Bewertungen
Commissario Pavarotti kam nie nach Rom
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Neue Kurzmeinungen

dorlis avatar

Ein abwechslungsreicher Krimi zum Thema „Rattenlinien“

Baerbel82s avatar

Ein Krimi, der nicht nur in Meran, sondern auch im Taunus spielt. Der zeitgeschichtliche Hintergrund gefällt mir immer wieder gut.

Alle 18 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Commissario Pavarotti kam nie nach Rom"

Düstere Spur in das Südtirol der Nachkriegszeit.

Eine deutsche Schriftstellerin und ihr Mann werden in Meran kaltblütig erschossen – es sieht nach einer Hinrichtung aus. Der Fall führt Commissario Pavarotti und seine große Liebe Lissie von Spiegel ins Herz der deutschen Verlagsszene nach Frankfurt. Womöglich hat die Autorin zu intensiv recherchiert: über die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Nazis scharenweise auf der 'Rattenlinie' nach Südtirol flohen – mit tatkräftiger Unterstützung höchster Kreise. Wer versucht hier sein Geheimnis mit aller Macht zu schützen?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783740803162
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:Emons Verlag
Erscheinungsdatum:28.06.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    janakas avatar
    janakavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: wieder ein spannender Fall mit interessanten Charakteren
    wieder ein spannender Fall mit interessanten Charakteren

    *Inhalt*
    Schriftstellerin Anna Santer und ihr Mann Lex werden in ihrem Hotel in Meran tot aufgefunden. Es sieht wie eine Hinrichtung aus. Commissario Pavarotti und Ispettore Emmenegger stehen vor einem großen Rätsel. Wem galt der Anschlag? Lex, der sich in der Finanzwelt einen Namen gemacht hat oder seiner Frau Anne, die über die Rattenlinien aus dem 2. Weltkrieg recherchiert hat und darüber ein Buch schreiben möchte. Im Laufe der Ermittlungen taucht Lissie von Spiegel auf, sie war mit Anna Santer befreundet. Doch sie unterstützt nicht die beiden, sondern versucht das Verbrechen allein aufzuklären.

    *Meine Meinung*
    "Commissario Pavarotti kam nie nach Rom" von Elisabeth Florin ist bereits der vierte Band um den sympathische Inspector aus Meran. Der Schreibstil der Autorin ist spannend und fesselnd, schnell hat Elisabeth Florin mich in ihre Welt hineingezogen. Diesmal gehen die Ermittlungen in die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Viele Flüchtlingen kamen nach Meran, um von dort aus nach Südamerika zu fiehen. Unter ihnen waren aber auch einige Nazis, die sich mit Hilfe von falschen Papiere die Ausreise ermöglicht haben und sich somit einer Verhaftung und Verurteilung zu entziehen.

    Die Charaktere sind lebendig und vielschichtig, diesmal bilden die drei Hauptprotagonisten kein Team, irgendwie agiert jeder für sich allein. Und ihr Verhalten weckt nicht nur Sympathien in mir, manchmal könnte ich sie alle drei schütteln. Die Spannungen zwischen Lissie und Luciano sind förmlich spürbar, aber die Hoffnung, dass die beiden sich wieder zusammenraufen, besteht weiterhin. Auch die Zusammenarbeit von Pavarotti und Emmenegger ist von diversen Spannungen geprägt. Emmenegger muss sehr unter den Launen von Pavarotti leiden und vermisst den nötigen Respekt ihm gegenüber. Die Nebencharaktere sind auch gut ausgearbeitet.

    Die bildhafte Sprache macht es mir möglich, mir all die Handlungsorte gut vorzustellen. Mit den raffiniert eingefädelten Wendungen bringt mich die Autorin immer wieder auf falsche Fährten. Sie lässt auch den Täter zu Wort kommen, ohne zu verraten, wer er ist. Das ist ein kluger Schachzug, es erhöht die Spannung.

    *Fazit*
    Insgesamt hat mir dieser Krimi wieder richtig gut gefallen, spannend, fesselnd und mit einer interessanten Geschichte. Es bringt Spaß, mit den dreien auf Ermittlungsjagd zu gehen.
    Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne.

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    unclethoms avatar
    unclethomvor 2 Monaten
    Elisabeth Florin ist wie ein guter Wein, je reifer sie wird, umso besser schreibt sie. Tipp!

    „Commissario Pavarotti kam nie nach Rom“ ist der 4. Band der Commissario Pavarotti Reihe.
    Mit Elisabeth Florin ist es wie mit einem guten Wein, mit jedem Buch wird sie besser.
    Auch hier konnte sie mich gleich auf den ersten Seiten abholen und bis zum Ende fesseln.
    Neue und auch alte Bekannte wirkten wie gewohnt sehr authentisch und es war interessant die Entwicklung dieser Figuren zu sehen.
    Für mich war es wieder sehr spannend die Schauplätze zu erleben, die ich zwar schon vor mehr als zwanzig Jahren kennen gelernt habe und doch erschienen als würde ich direkt vor Ort dabei sein.
    Die Bildhafte Sprache und die schönen Dialoge machen es jedes Mal zu einem Erlebnis, die Romane von Elisabeth Florin zu lesen.
    Die Stärke der Autorin liegt ganz klar darin Spannung zu erzeugen, ohne jedoch die Verbrechen oder Morde zu detailliert zu schildern. So kann sich jeder Leser selbst in seiner Phantasie die Verbrechen so grausam machen wie er/sie es gerne hätte.
    Für mich ein nahezu gänzlich neues Erlebnis war es wie sich meine Sympathien teilweise verschoben haben. Manche die ich zuvor gerne mochte sind in ihrem Ansehen gesunken, andere wiederum sehe ich mit anderen Augen. Ich muss ganz offen gestehen, dass dies ein für mich gänzlich neues erleben eines Buches bzw. einer Buchreihe war und ich bin sehr gespannt ob sich das mit Band 5 fortsetzt.
    Wie immer wurde ich von Commissario Pavarotti und seinen Mitstreiter wieder aufs Beste unterhalten und so vergebe ich wohlverdiente 5 von 5 Sternen.

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    gaby2707s avatar
    gaby2707vor 2 Monaten
    Nichts ist wie es scheint

    Am Bahnhof in Bozen steht ein Mann in Schwarz und wartet auf den Nachtzug nach Frankfurt über München. Hier lebten die deutsche Autorin Anna Santer und ihr Ehemann Lex, Inhaber einer kleinen Agentur für Fondsanalysen, die am Pool ihres Hotels in Meran erschossen wurden. Commissario Luciano Pavarotti und seinen Mitarbeiter Ispettore Emmeregger tun sich schwer mit dem Motiv und der Suche nach dem Mörder. Auch Liselotte "Lissie" von Spiegel, die große Liebe von Pavarotti, schaltet sich in die Ermittlungen ein. Wie sich herausstellt, war sie eine Freundin von Anna. Hier geht sie ihre eigenen Wege zu ihrem neuen Buch.


    Elisabeth Florin nimmt mich nicht nur mit ins Hier und Jetzt, sondern konfrontiert mich auch mit der Vergangenheit von Anna und Lex Santer. Ausserdem erfahre ich einiges aus den Vorkommnissen im Meran kurz nach dem 2. Weltkrieg, als viele Flüchtlinge und vor allem auch Nazis die Stadt als Ausgangspunkt für ihre Flucht nach Südamerika nutzten, die "Rattenlinie".

    "Für die meisten Leser genügt es, wenn die Spannung stimmt. Die Sprache ist zweitrangig." An diese These, die die Autorin Walter Timm in den Mund legt, hält sie sich selbst nicht. Ihre Sprache ist ausgefeilt, sehr bildhaft, punktgenau und sie jongliert mit ihren Worten. Und genau deshalb liebe ich ihre Krimis um Commissario Pavarotti.

    Die Spannung entwickelt sich von der ersten Seite an, wo ich dem Mann in Schwarz begegne. Es ist auch nicht nur die kriminelle Spannung, die mich hier fasziniert. Auch zwischen Pavarotti und Lissie, genau so wie zwischen Emmenegger und Pavarotti bitzelt die Spannung und ich warte gespannt, ob und wie sie sich entläd. So hoch die Spannung auch bleibt, hier und da blitzt auch ein klein wenig Humor auf und bettet sich wie selbstverständlich in die Geschichte mit ein.

    In diesem Fall ist fast nie etwas so wie es scheint. Ich sammle meine Puzzlesteine, setze sie zusammen und schon kommt wieder eine Wendung, die sowohl meine Gedanken als auch mein Puzzle wieder auseinander reißen. Erst ganz zum Schluss werde ich mit dem Mörder, den ich in kurzen Sequenzen in kursiver Schrifdt kennenlerne, und seinem Motiv konfrontiert und alle Fäden schließen sich zu einem einleuchtenden Strang zusammen.

    Ich war schon des öfteren in Meran und so bin ich mit Pavarotti, Emmenegger und Lissie mittendrin in der Altstadt mit der Laubengasse und sehe auch die vielen Gebäude im Jugendstil vor meinen Augen.


    Trotz der Missstimmung, die hier und da unter den Protagonisten herrscht, war ich auch diesmal wieder gerne mit meinen guten Bekannten auf der Suche nach Aufklärung unterwegs. Ich wurde sehr gut unterhalten, konnte mit rätseln und mit fiebern und habe dank der guten Recherche sogar wieder etwas gelernt. Ein spannender Fall mit interessanten Menschen und einem schuss Lokalkolorid – wieder genau so wie ich Krimis mag.

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    dorlis avatar
    dorlivor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein abwechslungsreicher Krimi zum Thema „Rattenlinien“
    Rezension zu "Commissario Pavarotti kam nie nach Rom" von Elisabeth Florin

    Meran. Am Pool eines Luxushotels wird das Ehepaar Santer erschossen aufgefunden. Lex Santer war Mitinhaber einer Agentur für Fondanalysen mit Sitz in Königsstein im Taunus, seine Frau Anna eine Schriftstellerin, deren neues Buch in Kürze auf den Markt kommen sollte. Die Ermittlungen führen Commissario Pavarotti nach Deutschland, weil Mauscheleien in Lex’ Agentur als Motiv für den Doppelmord angenommen werden. Am Frankfurter Hauptbahnhof trifft Pavarotti auf Lissie von Spiegel – Co-Ermittlerin in früheren Fällen und nach wie vor seine große Liebe. Als Lissie hört, um wen es sich bei den Toten in Pavarottis neuem Fall handelt, ist sie entsetzt, war doch Anna nicht nur eine Kollegin, sondern auch eine gute Freundin von ihr…

    „Commissario Pavarotti kam nie nach Rom“ ist bereits der vierte Fall für den italienischen Kriminalkommissar Luciano Pavarotti – für mich war dieser Krimi die erste Begegnung mit dem ruppig wirkenden Commissario. Auch wenn Vorkenntnisse aus den vorherigen Bänden für das Verständnis dieses Krimis nicht vonnöten sind, haben mir die Hintergründe zu dem angespannten Verhältnis zwischen den Ermittlern gefehlt. Ich halte es daher für ratsam, die Fälle in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da das Wissen über die vorherigen Ereignisse sowie die Entwicklung der Figuren den Lesegenuss dieser spannend erzählten Geschichte sicherlich noch erhöhen.

    Elisabeth Florin hat einen flüssig zu lesenden, fesselnden Schreibstil - schnell ist man mittendrin in einem Strudel aus gegenwärtigen und vergangenen Ereignissen und erlebt nicht nur die Ermittlungen, sondern auch die persönlichen Probleme sowie das Miteinander und Gegeneinander der Akteure hautnah mit. Besonders das Zusammenspiel zwischen Pavarotti und Lissie ist spannend, weil sie in seinen Augen durchaus als Täterin in Frage kommt.

    Die Autorin wartet in diesem Krimi mit einem sehr interessanten Thema auf. Es geht um die Rattenlinien – so werden die Fluchtrouten bezeichnet, über die NS-Verbrecher nach dem Zweiten Weltkrieg nach Übersee entkamen und sich so einer strafrechtlichen Verurteilung entzogen. Südtirol wurde häufig als Zwischenaufenthalt und als Sprungbrett in ein neues Leben genutzt, hier wurde es den Nazi-Schergen leicht gemacht, sich neue Ausweise und damit eine neue Identität zu besorgen.

    „Commissario Pavarotti kam nie nach Rom“ hat mir sehr gut gefallen – ein abwechslungsreicher Krimi, der kurzweilige, spannende Unterhaltung bietet.

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    mabuereles avatar
    mabuerelevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Spannender Krimi, der die Vergangenheit Südtirols beleuchtet!
    Tod in Meran

    „...Die meisten Bücher funktionieren ganz ähnlich wie eine komplizierte Gleichung mit vielen Unbekannten. Es handelt sich um ein Rechenkunststück. Die Handlungsstränge werden zum Schluss aufgedröselt, sodass alle Fragen beantwortet werden...“


    Ein Mann in Schwarz wartet auf den Nachtzug von Bozen nach München. Es ist Commissario Pavarotti. In Meran wurde ein deutsches Ehepaar erschossen. Lex Sander, der Tote, arbeitete auf dem Finanzsektor und analysiert Fonds. Anna, sein Frau, war Schriftstellerin. Sie schrieb vorwiegend Krimis, die in Südtirol spielten.

    In München wird Pavarotti von Lissie von Spiegel erwartet. Die beiden kennen sich aus vergangenen Fällen. Lissie verlegt ihre Bücher im gleichen Verlag wie Anna.

    Die Autorin hat erneut einen fesselnden Krimi geschrieben. Das Buch ließ sich schwer aus der Hand legen. Das lag nicht nur daran, dass das Motiv für den Mord lange im Dunkeln blieb. Zwei Dinge kamen dafür als Grundlage infrage. Zum einen hatte Lex einige Fonds unterdurchschnittlich bewertet, zum anderen wurde vermutet, dass sich Annas nächstes Buch mit der Rattenlinie beschäftigen würde, also den Fluchtweg vieler Nazis über Südtirol. Nicht zuletzt aber spielen die zunehmenden Spannungen zwischen Pavarotti und Lissie eine Rolle. Die beide mögen sich, können aber momentan nicht miteinander. Emmenegger, Pavarottis Untergebener, stellt sich auf Lissies Seite,. Das macht das Ganze nicht einfacher. Außerdem ist Pavarotti ein komplizierter Mensch. In manchen Situationen ist das allerdings von Vorteil. Im Buch liest sich das so:


    „...Die Kälte in ihm, die hin und wieder dafür sorgte, dass sich Menschen von ihm abwandten, diese Kälte sorgte jetzt dafür, dass sein Verstand seine Gefühle ausklammerte und mit der Präzision eines Uhrwerks funktionierte...“


    Der Schriftstil ist ausgereift. Er unterstützt sowohl die rasanten Handlungsabschnitte als auch die ruhigen Momente des Geschehens. Als besonderes Highlight hat die Autor kursiv die Lebensgeschichte oder Vorgeschichte einige der Protagonisten in die Handlung integriert. Das betrifft die beiden Toten, aber auch Personen, die im Jahre 1947 im Rahmen der Rattenlinie eine Rolle spielten.

    Während in Vorgängerbänden Pavarotti und Lissie zusammengearbeitet haben, geht nun jeder eigene Wege. Emmenegger fühlt sich von Pavarotti an den Rand gedrängt und ermittelt ebenfalls auf eigene Faust. Dabei sind auch die Ziele unterschiedlich. Pavarotti will den Mörder finden. Emmenegger möchte vor allem Lissies Unschuld beweisen. Lissie sucht nach Hinterlassenschaften von Anna. Dass sie damit selbst im Fokus des Mörders steht, nimmt sie in Kauf. Ab und an lässt mich die Autorin an den Gedanken des Täters teilhaben, ohne die dahinterstehende Person zu verraten.

    Zu den Höhepunkten des Buches gehören die fast philosophisch anmutenden Teile. Das ist zum Beispiel der gut ausgearbeitete Dialog zwischen dem Verleger und Pavarotti. Daraus stammt das Eingangszitat, das einen interessanten und nachvollziehbaren Zusammenhang zwischen Mathematik und Literatur konstruiert. Aber auch Lissies Gedanken zum Thema Wahrheit gehören in diesen Bereich.

    Ab und an blitzt ein feiner Humor auf. Hier darf Lissie zu Wort kommen:


    „...Kein Wein war ehrlich zu ihr gewesen, und die teuersten waren die schlimmsten Heuchler. Man zahlte viel Geld, um sich kultiviert zu betrinken, und alles, was man am Ende davon hatte, war ein grässlicher Kater am nächsten Morgen, genau der gleiche wie nach einem billigen Müller-Thurgau aus dem Zwei-Liter-Getränkekarton...“


    Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Das liegt an den vielen Feinheiten der Geschichte, aber auch dem überraschenden Ende, dass alle Handlungsfäden gekonnt zusammenführt. Gleichzeitig lässt die Beziehung zwischen Pavarotti und Lissie Raum für Spekulationen, denn da ist noch nicht alles geklärt.

    Kommentare: 2
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    buecherwurm1310s avatar
    buecherwurm1310vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Dieser spannende Krimi mit besonderem Lokalkolorit und interessanten Ermittlern hat mir sehr gut gefallen.
    Commissario Pavarotti ermittelt wieder

    Bei seinem vierten Fall hat es Commissario Pavarotti mit einem Doppelmord zu tun. Eine deutsche Schriftstellerin und ihr Mann wurden in einem Hotel in Meran erschossen. Es wirkt wie eine Hinrichtung. Es bleibt Pavarotti nicht anderes übrig, er muss in den Taunus reisen, wenn er diesen Fall lösen will. Hier begegnet er auch seiner großen Liebe Lissie wieder. Was hat Anna bei den Recherchen für ihr neues Buch herausgefunden? Das Manuskript ist jedenfalls verschwunden und ihr Verleger verspricht sich mit dem letzten Buch der Autorin ein gutes Geschäft. Vielleicht war aber auch der Finanzguru Lex Santer das eigentliche Ziel des Mörders. Commissario Pavarotti und sein Assistent Ispettore Emmenegger haben es mit einem komplexen Fall zu tun und Lissie, welche die beiden Toten gekannt hat, verfolgt bei den Ermittlungen eigene Interessen.

    Der Schreibstil ist sehr schön und bildhaft. Bei diesem Fall führen die Spuren weit in die Vergangenheit, als sich Nazis über die sogenannte 'Rattenlinie' absetzten.

    Pavarotti ist ein guter Ermittler, aber in diesem Fall kommen ihm seine privaten Interessen dazwischen. Es gefällt ihm gar nicht, dass Lissie im Meran ist und ihr eigenes Ding durchzieht. Aber nicht nur der Commissario hegt Gefühle für Lissie, sondern der Ispettore auch. Wem soll er nun seine Loyalität schenken? Gar nicht so einfach für ihn. Aber er wächst über sich hinaus und geht mit einem Pfund Butter im Bauch an seine Grenzen. Lissie nutzt ganz andere Wege, um etwas in Erfahrung zu bringen und gerät damit selbst in Gefahr.

    Aber auch alle anderen Charaktere sind sehr gut und authentisch gezeichnet. Jeden einzelnen von ihnen konnte ich mir gut vorstellen.

    Sehr lange wurde ich im Dunkeln gehalten, denn immer wieder gab es Wendungen, die mich von meinen Überlegungen wieder wegbrachten. Auch wenn sich immer weitere Puzzleteile zeigten, so konnte ich doch bis zum Schluss das Bild nicht komplettieren.

    Dieser spannende Krimi mit besonderem Lokalkolorit und interessanten Ermittlern hat mir sehr gut gefallen.

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    Isabell47vor 3 Monaten
    Genialer Krimi mit zeitgeschichtlichem Hintergrund

    Eine Schriftstellerin und ihr Mann werden kaltblütig in Meran erschossen. Commissario Pavarotti und sein Kollege Emmenegger beginnen  zu ermitteln. Wo ist das Motiv zu finden?  Ebenfalls involviert in den Fall ist Lissie  von Spiegel, die mit Pavarotti mal eine Liebesbeziehung hatte und die eine Kollegin von Anna, der ermordeten Schriftstellerin gewesen  ist, sowie mit Pavarotti mal liert war. Geht es um Annas neues Buch oder um den Job ihres Mannes der als Analyst von Investmentfonds mit seinen Beurteilungen über "Sein oder Nichtsein" von Firmen entschieden hat, wobei viel Geld im Spiel ist.
    Für mich selbst war es der erste Fall mit Commissario Pavarotti und während auf dem Klappentext auch Lissie auftaucht nebst der Info, dass Anna über die "Rattenlinie" , einer Fluchtroute nach dem zweiten Weltkrieg recherchiert hat, fehlt Ispettore Emmenegger hier völlig. Eigentlich spielt in einem Krimi ja meist der Kommissar oder Gerichtsmediziner etc. die Hauprolle, aber in diesem Krimi ist es in meinen Augen der Ispettore Emmenegger, der meine Sympathien hat.
    So musste ich beim Start ins Buch mir erst einmal klar machen, wer wer ist und welche Rolle spielt. Die Autorin Elisabeth Florin startet sehr ungewöhnlich ins Buch, nämlich in dem sie beschreibt, wie ein Mann in Schwarz sich auf einem Bahnhof verhält. Ihr spezieller Humor kommt durch, als sie schreibt,also kann es sich nur um einen Auftragskiller oder  einen Kriminalisten handeln.
    Genau ersteres dachte ich , als sie klarstellt, dass es sich um Luciano Pavarotti, den Commissario handelt. Der Start ins Buch ist wegweisend für den gesamten Krimi, nie ist etwas so, wie es scheint, jederzeit geniale Beschreibungen, die die jeweilige Situation unterstreichen oder die Person, um die es geht, sehr speziell charakterisieren.
    Alle Figuren, die im Buch auftauchen, erhalten durch die Autorin eine Persönlichkeit und werden so differenziert und vielschichtig dargestellt, dass ich sie vor meinen Augen sehe, höre und teilweise rieche. In dem Buch gibt es neben der aktuellen Story auch die Geschichte aus der Vergangenheit, in der aus verschieden Blickwinkeln erzählt wird, was damals passiert ist.
    Alles in allem ein genialer Kriminalroman, der mich häufiger verwirrt hat, mich auf falsche Fährten lockte, stets wieder Spannung aufbaute und deren Protagonisten einzigartig und unbeschreiblich gewesen sind. Der historische Hintergrund, der der  Krimihandlung u.a.  zu Grunde liegt, wurde von Elisabeth Florin sehr gut recherchiert und wird von ihr im Nachwort noch näher erläutert. 
    Also ein dickes Lob an die Autorin und 5 Sterne von mir! Ich bin jetzt schon neugierig auf einen neuen Fall und die "alten" Fälle kommen auf meine Wunschliste.

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    kruemelmonster798s avatar
    kruemelmonster798vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Anspruchsvoll und unterhaltsam - ein Lesegenuss!
    Anspruchsvoll und unterhaltsam - ein Lesegenuss!

    Eigentlich mag ich keine Regionalkrimis, zu oft war zwar der Lokalbezug ganz nett, aber die Handlung einfach schwach und der Schreibstil eher schlicht. Soweit einleitend zu meinen Vorurteilen, die aber auf Erfahrungswerten fußen.

    Bei Büchern aus dem emons Verlag werde ich aber des Öfteren schwach: die Covergestaltung ist zu fast 100% so schön, dass ich das Buch einfach haben will und bei diesem Kriminalroman klang auch der Klappentext durchaus anspruchsvoll.

    Es ist bereits der vierte Band der Reihe um Commissario Pavarotti und ich kenne die Vorgängerbände nicht, der Quereinstieg war aber kein Problem. Wobei die Charaktere Entwicklungen durchlaufen, weswegen ein “der Reihe nach lesen“ vermutlich noch mehr Lesegenuss bringt, da man dann die Bezüge sofort versteht. Notwendig ist es aber wie gesagt nicht.

    Der Krimi spielt in Südtirol mit Ausflügen nach Deutschland und ist sowohl sprachlich als auch inhaltlich komplex und widerlegt meine Vorurteile diesbezüglich.  Mit historischen Bezügen zur Nachkriegszeit in Südtirol habe ich viel Neues erfahren, die Verbindung von Unterhaltungsliteratur mit historischen Fakten hat mir sehr gutgefallen. Im Anhang gibt es sogar ein Literaturverzeichnis, falls man noch tiefer in die Thematik einsteigen möchte.

    Sowohl Hauptpersonen als auch Nebencharaktere sind ausgefeilt– nicht immer reine Sympathieträger, aber sehr menschlich und vielschichtig.

    Mein Fazit: Krimis mit Regionalbezug können auch sehr gute Literatur sein, Commissario Pavarotti ist ein hierfür ein Vorzeigekandidat. Unterhaltsam ohne seicht zu sein – ein echter Fünf-Sterne-Genuss.


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    Bibliomaries avatar
    Bibliomarievor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr dichter und vielschichtiger Krimi mit historischen Bezügen.
    Der Mann im schwarzen Anzug

    Mit „Commissario Pavarotti kam nie bis Rom“ liegt der 4. Band um den Meraner Ermittler vor. Seit er schlank geworden ist, hat er sich mit seinem Namen etwas ausgesöhnt und nach dramatischen Vorfällen, die im letzten Band thematisiert wurden, hat sich auch sein Verhalten geändert. Das spürt vor allem sein Mitarbeiter, der Inspettore Emmenegger.

    Da wird ein deutsches Ehepaar in einem Meraner Luxushotel ermordet. Regelrecht hingerichtet wurden die Beiden und die Spuren führen nach Frankfurt, in die Banken-und Finanzszene. Dort trifft Pavarotti wieder auf Lissie von Spiegel. Seit er sie als Touristin kennenlernte und ihren Ambitionen als Privatschnüfflerin mit kritischem Blick betrachtete, haben sich ihre Wege immer wieder gekreuzt. Sie sind durch eine besondere Beziehung miteinander verbunden, Anziehung und Abstoßung halten sich fast die Waage. Wobei der neue, schlanke und harte Pavarotti, Lissie endgültig aus seinem Denken verbannen möchte. Aber wie soll das gehen, es scheint, dass sie engere Verbindung zu den Opfern Anna und Lex Santer hatte, als sie offenlegt.

    Elisabeth Florins Krimis sind keine Durchschnittsbücher. Ihre Geschichten beziehen immer die Vergangenheit und die besonderen Verflechtungen von Politik und Geschichte mit ein. Südtirol ist eine besondere Location. Eine Nahtstelle zwischen Italien, Österreich und Deutschland und immer wieder umkämpfter Kriegsschauplatz Das macht ihre Krimis sehr komplex und interessant.

    Ihre Figuren, allen voran Pavarotti und Lissie von Spiegel, sind sehr vielschichtig gezeichnet und haben sich Lauf der Reihe auch entwickelt. Wobei ich spüre, dass meine Sympathien für sie sich im Lauf der Handlung auch immer weiter verschoben, stellenweise gar verflüchtigt haben. Mir waren die Interaktionen und menschlichen Dramen zwischen den drei Hauptfiguren auch ein wenig zu stark in den Vordergrund gekommen. Aber auch das ist ein Markenzeichen der Autorin, denn ihre Geschichten basieren auch auf den Verstrickungen ihrer Protagonisten mit dem jeweiligen Fall.

    Im aktuellen Buch hat mir der Plot ausgesprochen gut gefallen, den Begriff der „Rattenlinie“ hatte ich schon mal gehört, aber das Buch hat mich angeregt, mich eingehender damit zu beschäftigen. Ein Krimi, der in erster Linie der Unterhaltung dient, aber Interesse an den geschilderten Hintergründen weckt, das finde ich schon als etwas Besonderes. Und das schafft die Autorin in ihren sorgfältig recherchierten Krimis immer wieder.

    Sicher kann man mit diesem Buch den Commissario kennenlernen. Ich würde allerdings empfehlen, die früheren Bände in der Reihenfolge zu lesen. Denn erst dann kann man die Entwicklung der Figuren würdigen und richtig einordnen.

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    Maddinliests avatar
    Maddinliestvor 3 Monaten
    Gelungene Fortsetzung einer tollen Krimireihe

    Commissario Pavarotti bekommt es mit einem Doppelmord zu tun. In Meran wird das deutsche Ehepaar Santer in ihrem Hotel erschossen aufgefunden. Die fehlenden Spuren und die präzise Ausführung der Tat weisen auf einen Profi hin. Die entscheidende Frage bei den Ermittlungen rankt sich um das Motiv. Galt der Anschlag der deutschen Schriftstellerin, die mit den Recherchen zu ihrem neuen Buch beschäftigt war und ein brisantes historisches Thema ansprechen wollte, oder handelt es sich um einen Racheakt aus der Finanz- und Fondswelt, in der Lex Santer als Kritiker berühmt und berüchtigt war? Es entwickelt sich ein komplexer Fall, der den Commissario nicht nur fachlich an seiner Grenzen führt...

    "Commissario Pavarotti kam nie nach Rom" ist bereits der vierte Band um den emotionalen und schlauen Inspector aus Meran. Schon im Vorgängerband konnte mich vor allem die bildreiche und aus meiner Sicht schöne Schreibweise der Autorin Elisabeth Florin an die Geschichte fesseln. Einmal begonnen fiel es mir unglaublich schwer das Buch zur Seite zu legen. Dies liegt sicherlich auch an den drei sehr interessanten und nicht einfachen Charakteren der Hauptprotagonisten und ihren Beziehungen untereinander. Sie verleihen der Geschichte eine persönliche Note, die gekonnt mit dem spannenden Geschehen verwoben wird. Der Spannungsbogen wird gekonnt zu Beginn des Buches mit dem rätselhaften Tod des deutschen Ehepaares auf-gebaut und mit den immer wieder neuen Informationen, Wendungen und zeitlichen Rückblicken auf einem stets hohen Niveau gehalten. Das für mich überraschende Finale bringt einen überzeugenden und nachvollziehbaren Abschluss und macht gleichzeitig Lust auf den nächsten Band dieser spannenden Serie. In diesem vierten Band verarbeitet Elisabeth Florin mit der Nachkriegszeit und den sogenannten "Rattenlinien" einen brisanten historischen Kontext, welcher aber nie reißerisch wirkt, sondern gut recherchiert und aufgearbeitet.

    "Commissario Pavarotti kam nie nach Rom" ist aus meiner Sicht eine äußerst gut gelungene Fortsetzung einer bemerkenswerten Krimireihe, die sich von vielen anderen des Genres in der eingehenden Schreibweise der Autorin mit Wiedererkennungswert unterscheidet. Ich empfehle das Buch und die ganze Serie daher sehr gerne weiter und bewerte den vierten Band mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    ElisabethFlorins avatar

    Hallo Ihr Lieben,

    "Commissario Pavarotti kam nie nach Rom" ist der Titel meines neuen Kriminalromans. Warum er da nicht hinkommt - das müsst Ihr selbst raus finden, indem Ihr das Buch lest. Als Autorin bin ich natürlich nach zwei Jahren Recherche und Schreibarbeit am Buch ganz gespannt, wie der vierte "Commissario Pavarotti" Roman den Leserinnen und Lesern gefällt. Deshalb starte ich eine Leserunde. Der Emons-Verlag stellt dafür 15 Bücher zur Verfügung.

    Lust mitzulesen? Trotz (oder einfach parallel zur) WM? Dann bewerbt Euch, gerne mit einem Hinweis versehen, was Euch an dem Buch reizt. Dazu solltet Ihr natürlich erst einmal eine Idee bekommen, worum es geht...

    In aller Kürze der Inhalt des Krimis: "Eine deutsche Schriftstellerin und ihr Mann werden in Meran kaltblütig erschossen – es sieht nach einer Hinrichtung aus. Der Fall führt Commissario Pavarotti und seine große Liebe Lissie von Spiegel ins Herz der deutschen Verlagsszene nach Frankfurt. Womöglich hat die Autorin zu intensiv recherchiert: über die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Nazis scharenweise auf der 'Rattenlinie' nach Südtirol flohen – mit tatkräftiger Unterstützung höchster Kreise. Wer versucht hier sein Geheimnis mit aller Macht zu schützen?" Das Buch spielt hauptsächlich - wie alle "Commissario Pavarotti" Bände - in Südtirol, erstmals wagt sich der norditalienische Kriminaler aber auch in den Taunus nach Deutschland. Es gibt verschiedene Zeitebenen, eine davon ist das Südtirol der Nachkriegszeit. Und wer Pavarotti und Lissie von Spiegel schon etwas kennt, sollte sich darauf gefasst machen, dass es zwischen beiden ganz gewaltig kracht.  Man kann das Buch auch als Einstieg in die Reihe nutzen, "Vorkenntnisse" schaden natürlich nicht, sind aber nicht notwendig.

    Wie läuft die Leserunde (mutmaßlich) ab? Ihr bewerbt Euch bis 29. Juni. Am 30. Juni greife ich in den Lostopf und dann gehen die Bücher - fast druckfrisch (Erscheinungstermin ist der 28. Juni) - auf die Reise. So etwa ab dem 6. oder 7. Juli legen wir dann los - jeder nach eigenem Geschmack und Tempo. Ich werde kräftig mitmischen und mich beteiligen, denn schließlich will ich hautnah mitbekommen, was Euch bei dem Buch bewegt.

    Kurz noch ein paar Worte zu mir. Südtirol kenne ich seit mehr als drei Jahrzehnten, ich habe dort beim staatlichen Radio- und Fernsehsender, RAI, einst meine ersten journalistischen Gehversuche gemacht. Seitdem hat mich die Region nie wieder losgelassen. Beruflich ging es dann aber nach Frankfurt: Journalismus, Management in der Finanzbranche und schließlich dann (unter dem Pseudonym "Elisabeth Florin") Krimischriftstellerin. Etwas mehr Infos gibt es hier.

    Also, traut Euch - und bewerbt Euch!

    Wir können die Handlung quasi Realtime bei unserer Leserunde verfolgen, denn das Buch beginnt so: "An einem Abend im Juni, der zu warm für die Jahreszeit war, wartete ein Mann im schwarzen Anzug auf den Nachtzug von Bozen nach München..."
    Jahreszeit passt, Temperatur passt, los geht's.

    Liebe Grüße

    Elisabeth Florin






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