Das Kindermädchen

von Elisabeth Herrmann 
3,9 Sterne bei154 Bewertungen
Das Kindermädchen
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engineerwifes avatar

Eine tolle Autorin, deren Bücher fast immer Spannung garantieren!

K

Spannend berührend

Alle 154 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Das Kindermädchen"

Ein Blick in die Abgründe der Nachkriegsgesellschaft verknüpft mit einer spannenden Krimihandlung Joachim Vernau ist ganz oben in der Berliner Gesellschaft angekommen. Er steht kurz davor, in die wohlhabende und einflussreiche Familie der von Zernikows einzuheiraten, nicht ahnend, dass ihre Ehrbarkeit nicht viel mehr als Fassade ist. Als eine ukrainische Frau auftaucht und behauptet, die von Zernikows hätten im Zweiten Weltkrieg eine Zwangsarbeiterin beschäftigt, lässt das Familienoberhaupt sie kurzerhand hinaus werfen. Wenig später wird sie tot aus dem Landwehrkanal geborgen. Vernau beginnt unangenehme Fragen zu stellen und kommt nicht nur der Identität der Frau sondern auch dem lukrativen Geschäft mit enteigneter Kunst auf die Spur … Nominiert für den Glauser, den wichtigsten deutschen Krimipreis.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442475452
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:446 Seiten
Verlag:Goldmann Verlag
Erscheinungsdatum:05.01.2012
Das aktuelle Hörbuch ist am 05.03.2012 bei Random House Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Daphne1962s avatar
    Daphne1962vor 6 Monaten
    Das Kindermädchen

    Das Leben könnte für den Anwalt Joachim Vernau so schön sein. Liiert mit Sigrun (von) Zernikow. Sie gehört zu einer einflussreichen Familie in Berlin und strebt ein politisches Amt an. Derzeit ist sie auf Wahltour. Vernau arbeitet als Anwalt in der Praxis von Utz von Zernikow, hat lukrative Aufträge und fährt einen schicken Porsche. 

    Das dann aber ein einziges Formular, welches von Utz von Zernikow
    unterschrieben werden soll sein Leben gehörig auf den Kopf stellen wird, hätte er bei der Gartenparty, die dreierlei Ereignisse zu feiern gab, nicht gedacht. 

    Eine ukrainische Frau taucht plötzlich auf und behauptet, im 2. Weltkrieg hätten die Zernikows Zwangsarbeiter beschäftigt. Wenn die Familie das nur auf einem Formular bestätigen würden, könnten die betroffenen eine Entschädigung in ihrem Heimatland erhalten. 
    Nachdem genau diese Frau kurzerhand tot aus dem Kanal gefischt wird, fängt Vernau an unangenehme Fragen zu stellen. 

    Mich hat auch dieser Band der Autorin gefesselt und ich leide und lebe mit Joachim Vernau mit. Er hat es auch nicht leicht mit seiner Mutter und deren Haushälterin Hüthchen oder mit der Anwältin und Studienfreundin Marie-Luise. Spritzig, witzig sind diese Krimis und spannend allemal. Der nächste Band liegt schon bereit. 

    Kommentare: 1
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    Federfees avatar
    Federfeevor 2 Jahren
    Unsympathische Typen

    Dass Charaktere in Thrillern unsympathisch sind, kommt oft vor, aber diese fand ich zudem zweidimensional, ohne Tiefe. Auch die Handlung konnte mich nicht fesseln, so dass ich das Buch nicht zu Ende gelesen habe.

    Kommentare: 1
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    TheSilencers avatar
    TheSilencervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Serien-Auftakt um den Rechtsanwalt Vernau. Ich bin süchtig.
    Mitten in Berlin

    Joachim Vernau hat alles, was man sich so wünschen kann: seine Karriere als Rechtsanwalt soll in der Partnerschaft einer angesehen Kanzlei gipfeln, die seinem Schwiegervater in spe gehört, dessen Tochter ist erfolgreiche Berliner Senatorin und eine Märchenhochzeit würde all das perfektionieren. Damit würde er auch noch in eine Familie der höheren Zehntausend einheiraten. Wenngleich auch nicht alle Familienangehörigen dieser wohlhabenden Familie das genauso sehen wie Vernau.

    Wolken ziehen auf und verdunkeln die Traumkarrieren als eine Frau im Vorgarten der Villa steht und um die Unterschrift auf einem Formular bittet. Nächsten Tag wird sie als Wasserleiche aus dem Landwehrkanal gezogen.

    Während alle das laute Lied des Unfalls singen, bleibt Vernau skeptisch. Und tritt eine Lawine los.

    Darf man einen ironisch-sarkastischen Krimi schreiben, der sich mit dem Dritten Reich auseinandersetzt und doch in der Gegenwart spielt?
    Oh ja, man darf.
    Elisabeth Herrmann schreibt vollmundig, witzig, zielstrebig und taff. Sie bringt mehr Themen in einem Krimi unter, als ihm gut tut - denkt man. Doch sie verwebt Geschichte und Gegenwartsgedusel so hervorragend, daß man mehr will. Auf der Stelle.

    Als Berliner findet man vielleicht besonderes Gefallen daran, kratzt sie auch an der devoten Ost-Einstellung und läßt hier und da das alte West-Berlin wehmütig durchschimmern.

    (Gefreut hat mich auch das Cover: Die Siegessäule schmückt dieses als Foto aus einer völlig ungewohnten Perspektive.)

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    Katzenpersonal_Kleeblatts avatar
    Katzenpersonal_Kleeblattvor 3 Jahren
    Aufarbeitung der Vergangenheit

    Joachim Vernau, seines Zeichens ein aufstrebender Anwalt, hat es fast in die "oberen Zehntausend" geschafft. Seine Verlobte Sigrud Zernikows, Anwärterin auf den Bürgermeisterposten, ist die Tochter des bekannten Rechtsanwalts von Zernikow. Die Teilhaberschaft ist ihm schon fast sicher.
    Da steht eines Tages eine alte Ukrainerin vor der Tür und drückt ihm einen Zettel in die Hand. Sie benötigt eine Unterschrift als Bestätigung, dass die von Zernikows im Krieg Zwangsarbeiterinnen beschäftigt hatten. Ein paar Tage später wird sie tot aufgefunden.
    Joachim Vernau lässt diese Begegnung keine Ruhe und er stellt Fragen und er stößt damit auf Dinge, die weit zurück liegen ...

    Joachim Vernau ist ein Mann, der die Augen nicht verschließt. Auch wenn es in diesem Fall um seinen künftigen Schwiegervater und dessen Mutter geht, lässt er die Sache mit der Ukrainerin nicht auf sich beruhen.
    Er kommt einem Geheimnis auf die Spur, das in die Zeit des 2. Weltkrieges führt. 
    Die von Zernikows hatten seinerzeit Kindermädchen beschäftigt, die Paula gerufen wurden, da es ihnen zu viel Mühe bereitete, sich die jeweiligen Namen zu merken. Eines von ihnen war Natalja Tscherednitschenkowa, die Utz, den Sohn des Hauses betreute. Seine Mutter hatte keine Zeit für ihn und interessierte sich vorzugsweise mit anderen Dingen als für ihren Sohn.
    Bei einem Bombenangriff ist sie die Einzige, die im Haus war und beschließt, trotz Verbot, gemeinsam mit Utz in den Keller zu gehen, wo sie verhüllte Bilder finden.
    Nun, Jahre später, versucht eine Bekannte von Natalja, die Bestätigung durch die von Zernikows zu erhalten, dass diese seinerzeit bei ihnen beschäftigt war. Sie fliegt kurzerhand raus und wird Tage später tot aufgefunden.
    Vernau recherchiert und schaut hinter die Fassade der Familie von Zernikows, deren Oberhaupt Freifrau von Zernikow, die Großmutter seiner Verlobten, ist. Auch heute noch hält sie die Fäden zusammen, die die Vergangenheit betrifft.

    Vernau gerät in einen Strudel, in dem es nicht nur um Zwangsarbeit in Deutschland während des Krieges geht, sondern auch um Kunstdiebstähle, die während dieser Zeit getätigt wurden.

    Mit diesem in der Gegenwart spielenden Krimi hat die Autorin Elisabeth Herrmann auch einen kleinen Teil deutscher Geschichte mit aufgearbeitet. Sie führt den Leser zurück in die Zeit des 2. Weltkrieges. Eine Zeit, in der Deutschland nicht nur weltweit Angst und Schrecken verbreitete, sondern auch im eigenen Land.
    Frauen und auch Männer aus den eroberten Gebieten wurden verschleppt, um in Deutschland zwangsarbeiten zu müssen. Frauen bzw. Mädchen wurden gern als Kindermädchen vermittelt.
    Es wurden jedoch nicht nur Personen verschleppt, sondern auch Kunstgegenstände, die nach Deutschland gebracht wurden und zeitweise versteckt.

    Der Krimi beginnt mit der Bombardierung in Berlin und dem Auffinden der Gemälde, schwenkt dann jedoch in die Gegenwart über.
    Es beginnt spannend und der Spannungsbogen kann sich kontinuierlich halten. Gegen Ende jedoch ist man gar nicht mehr in der Lage, das Buch aus der Hand zu legen. Als Leser will man sofort wissen, wie es ausgeht, man kann nicht aufhören zu lesen.
    Das Buch ist aus der Sicht von Joachim Vernau in der Ich-Form geschrieben.
    Vernau ist ein sympathischer Protagonist, bei dem ich das Gefühl habe, dass sich bei ihm noch einiges tun wird. Ich bleibe am Ball, bin gespannt und freue mich auf ein wiederlesen.

    Ein Buch, das ich gern weiterempfehle.

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    Seehase1977s avatar
    Seehase1977vor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Enttäuschender Auftakt rund um den Anwalt Vernau. Mäßig spannend, farblos und teilweise sehr überzogen.
    Anwalt mit Ambitionen zum Super-Agenten

    Klappentext:
    Joachim Vernau ist ganz oben in der Berliner Gesellschaft angekommen. Er steht kurz davor, in die wohlhabende und einflussreiche Familie der von Zernikows einzuheiraten, nicht ahnend, dass ihre Ehrbarkeit nicht viel mehr als Fassade ist. Als eine ukrainische Frau auftaucht und behauptet, die von Zernikows hätten im Zweiten Weltkrieg eine Zwangsarbeiterin beschäftigt, lässt das Familienoberhaupt sie kurzerhand hinaus werfen. Wenig später wird sie tot aus dem Landwehrkanal geborgen. Vernau beginnt unangenehme Fragen zu stellen und kommt nicht nur der Identität der Frau sondern auch dem lukrativen Geschäft mit enteigneter Kunst auf die Spur …
    Rechtsanwalt Joachim Vernau verkehrt dank seiner Lebensgefährtin Sigrun in den besten Kreisen Berlins. Die aus Berlin stammende hoch angesehene Familie „von Zernikow“ ist nach dem Zweiten Weltkrieg zu großem Reichtum gelangt. Familienoberhaupt Utz führt eine erfolgreiche Anwaltskanzlei, Sigrun, die das 'von' aus ihrem Namen gestrichen hat strebt eine erfolgreiche Politikerkarriere an. Vernau und Sigrun stehen kurz vor ihrer Hochzeit und Utz von Zernikow will den Mann seiner Tochter als Partner in seiner Anwaltskanzlei. Als eines Tages eine alte Frau auf dem Anwesen von Utz eine Unterschrift auf einem Dokument einfordert, das die Zwangsarbeit des ehemaligen Kindermädchens Natalja Tscherdnitschenkowa anerkennen soll, wird sie barsch vertrieben. Als sie wenige Tage später tot aufgefunden wird, beginnt Vernau, sich für die Geschichte der Familie von Zernikow und deren Vergangenheit zu interessieren und von da an verändert sich Joachim Vernaus Leben schlagartig, denn mit Hilfe der Anwältin Marie-Luise beginnt er, Nachforschungen anzustellen und kann nicht nur Licht in die dunkle Vergangenheit der Zernikows bringen, sondern auch sich und Marie-Luise in große Gefahr…
    „Das Kindermädchen“ von Elisabeth Herrmann ist das Erste aus der Reihe rund um den Rechtsanwalt Joachim Vernau. Ich habe mich bewusst dazu entschieden, die Reihe von Anfang an zu lesen und war ehrlich gesagt vom Auftakt gleich schon etwas enttäuscht. Die Grundidee einen Krimi über die Nazi-Geschichte Deutschlands und die Zwangsarbeit im Dritten Reich zu schreiben finde ich sehr gut. Allerdings beginnt die Story schleppend und wenig spannend, vieles wirkt konstruiert und unglaubwürdig. Erst im zweiten Drittel kommt dann Spannung auf, jedoch bleiben Aha-Effekte und unterschiedliche Wandlungen aus. Den Anwalt in die Rolle eines Super-Agenten schlüpfen zu lassen der eine kratzbürstige „Cat Woman“ als Assistentin hat, macht es irgendwie nicht besser. Die Protagonisten sind mir teilweise wirklich sehr überzogen und wirklichkeitsfremd dargestellt. Unterhaltsam fand ich die Szenen mit Vernaus Mutter und ihrer Freundin „Hüthchen“.
    Alles in allem war der Krimi ganz gut zu lesen, bei mäßiger Spannung konnte der Leser jedoch etwas „Berliner Luft“ schnuppern und sich mal mehr oder weniger gut unterhalten lassen. Trotz der Enttäuschung werde ich dem zweiten Teil der Reihe eine Chance geben. Drei Sterne von mir!

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    sommerstuermischs avatar
    sommerstuermischvor 4 Jahren
    Jojo Vernau macht Spaß!

    Mir wurde mit Elisabeth Herrmann ein guter Krimi empfohlen, der gut und mit witzigem Humor geschrieben ist. Mit dem Protagonisten Joachim Vernau sympathisiert man ziemlich schnell und auch seine spätere Mitarbeiterin Marie-Luise schließt man schnell ins Herz. Die Handlung ist spannend, sie geht bis in den 2. Weltkrieg zurück und durch einige ans Licht gekommene Informationen, verändern sich Leben gravierend.

    Der Krimi liest sich weg wie nichts - umso gespannter bin ich auf seine weiteren Fälle!

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    Samarkants avatar
    Samarkantvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: spannend, skurrile Charaktere, und ein Kriminalfall mit erhellenden Rückblicken in eine dunkle Zeit, sehr gut!
    spannende Krimi-Geschichtsstunde

    gut geschrieben, humorig und ein Krimi mit Rückblicken in eine dunkle Zeit der deutschen Geschichte. Joachim Vernau wuchs mir ans Herz. Seine tapsige, floddrige Art herrlich, die anderen Charaktere sind ebenfalls interessant gezeichnet. Literarischer Krimi mit Mehrwert!

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    PeterKs avatar
    PeterKvor 5 Jahren
    Schade, zu Ende!

    Ich hatte den Film noch einigermaßen in Erinnerung, aber das Buch ist weitaus besser. So, dass ich es als schade empfand, dass es nun zu Ende ist, leider! Ich frage mich, ob Elisabeth Herrmann bei der Figur Joachim Vernau schon JJ Liefers im Kopf hatte, oder wie die beiden (Liefers zu Vernau) zusammen gekommen sind. Ich könnte mir keinen besseren Schauspieler für diese Rolle vorstellen. 

    Das Thema passt zu der "Beutekunst-Sache" Gurlitt aus 2013 sehr gut. Hier werden die Themen Zwangsarbeit und Beutekunst im 2. Weltkrieg wunderbar in einen Krimi gepackt, der voller Spannung ist.

    Absolut lesenswert!

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    Code-between-liness avatar
    Code-between-linesvor 5 Jahren
    Klischeehaft dargestellte Figuren in einem sich mühsam dahinquälenden Plot

    Zum Inhalt: Für den Berliner Anwalt Joachim Vernau läuft alles bestens. Kurz vor der Hochzeit mit der Senatorin und Stellvertretenden Berliner Bürgermeisterin Sigrun von Zernikow bietet sich ihm die Möglichkeit, nicht nur in die glanzvolle Etage der Berliner Oberschicht aufzusteigen, sondern gleichzeitig auch Partner in der Anwaltskanzlei ihres Vaters Utz von Zernikow zu werden. Gut – der Zeitpunkt der Hochzeit ist der Wahlkampftaktik seiner aufstrebenden Liebsten geschuldet, die sich gerade um den Posten der Innensenatorin bewirbt, aber das soll dem glanzvollen Aufstieg Vernaus keinen Abbruch tun. Doch das Blatt wendet sich, als eines Tages eine alte Ukrainerin vor dem Tor der von Zernikowschen Villa steht und eine Unterschrift von seinem zukünftigen Schwiegervater verlangt, die die traditionsbewusste Familie von Zernikow mit den im Dritten Reich beschäftigten osteuropäischen Zwangsarbeiterinnen in Verbindung bringt. Als diese Frau wenige Tage später tot im Landwehrkanal gefunden wird, kann sich Joachim der Vergangenheit, die ihre Finger nach seiner zukünftigen Familie ausstreckt, nicht mehr entziehen. Gemeinsam mit seiner ehemaligen Studienkollegin versucht er, hinter lange und sorgsam gehütete Geheimnisse zu kommen und ist dabei schnell mit dem entschlossenen Schulterschluss der Familie Zernikow, der sich, je mehr er nach der Vergangenheit fragt, entschieden auch gegen ihn richtet, konfrontiert. Was soll hier verborgen bleiben? Und was hat die nicht weniger ehrwürdige Familie der von Lehnsfelds, dessen Familienoberhaupt gerade zu Grabe getragen wurde, damit zu tun?

    Eigene Meinung: Der Roman von Elisabeth Herrmann lässt sich wohl am ehesten dem Genre Politkrimi zuordnen. Die Thematik der osteuropäischen Zwangsarbeiterinnen, die im Dritten Reich häufig als Haushaltshilfen und Kindermädchen beschäftigt waren, waren ein für mich neues und - soweit ich das beurteilen kann - gut recherchiertes Thema, das die Autorin in das Zentrum ihres Buches stellt. Es geht um die Verbindung der Gegenwart zu den Gräueln der nationalsozialistischen Vergangenheit, unschöne Geheimnisse, die abseits von den offensichtlichen Kriegsverbrechen im Dritten Reich in vielen Familien bis heute lieber verschwiegen werden.

    Die Umsetzung hat mir allerdings nicht gefallen. Ich habe bis zum Ende des Buches keinen wirklichen Zugang dazu finden können, was zu großen Teilen wohl daran lag, dass mir jede der aufgeführten Personen, einschließlich der Hauptfigur Joachim Vernau, bis zum Ende der Handlung unsympathisch geblieben sind. Zu häufig greift Elisabeth Herrmann meiner Meinung nach zu Stereotypen: der aufstrebende Anwalt, die gestresste Senatorin, deren Lebensrealität sich hauptsächlich auf die Rolle der behüteten Tochter beschränkt, Vernaus kämpferische Studienkollegin mit deutlich linkssozialer Gesinnung, die dümmliche aber unterhaltsame Sekretärin, ...ich könnte die Liste hier noch fortsetzen.

    Auch die Handlung hat es nicht geschafft, mich zu fesseln und konnte bis zum Ende des Buches keine Spannung bei mir aufkommen lassen. Seitenweise haben mich die Geschehnisse mehr gelangweilt als unterhalten. Am Ende eines Krimis mag ich es normalerweise sehr, wenn sich alle Handlungsstränge und Details wie ein Puzzle zusammenfügen. Das ist auch hier der Fall,  zum Teil jedoch leider auf wenig überraschende Art und Weise, oder aber dann wieder so sprunghaft, dass  der Lesegenuss für mich auf der Strecke geblieben ist. So blieb nach dem Weglegen des Buches für mich hauptsächlich das erleichternde Gefühl, es (endlich) weglegen zu können.

    Allein die (selbst-) ironischen Kommentare, die die Autorin ihren Figuren von Zeit zu Zeit in den Mund legt, gemischt mit einer feindosierten Prise Sarkasmus, waren für mich willkommene Lichtblicke im Buch. Ich vergebe daher zwei wohlwollende Sterne für Elisabeth Herrmanns subtile Ironie und ihren Wortwitz, sowie für die gut recherchierten Hintergründe, aber leider nicht mehr.

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    AnnaChis avatar
    AnnaChivor 5 Jahren
    Geschichtsthema spannend verpackt

    Auch in diesem Buch gelingt es Elisabeth Herrmann, ein brisantes historisches Thema mit einer spannenden und schlüssigen Krimihandlung zu verknüpfen. Zwangsarbeit im Nationalsozialismus gab es nämlich nicht nur in der Industrie, sondern auch in Privathaushalten, in denen junge Mädchen als Kindermädchen und Haushaltshilfen schuften mussten.

    Dieses der Öffentlichkeit weitgehend unbekannte Thema ist in eine Krimihandlung mit dem sympathischen, weil menschlich auch unzulänglichen Anwalt Joachim Vernau verpackt, die ansprechend mit mit häufigem ironischen Augenzwinkern erzählt wird.

    Empfehlenswert für alle Freunde des anspruchvollen Kriminalromans!

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