Elisabeth Herrmann Stimme der Toten

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Inhaltsangabe zu „Stimme der Toten“ von Elisabeth Herrmann

Judith Kepler ist Tatortreinigerin. Sie wird gerufen, wenn der Tod Spuren hinterlässt, die niemand sonst beseitigen kann. In einem großen Berliner Bankhaus ist ein Mann in die Tiefe gestürzt. Unfall oder Selbstmord? Judith entdeckt Hinweise, die Zweifel wecken. Als sie die Polizei informiert, ahnt sie nicht, welche Lawine sie damit lostritt: Sie gerät ins Visier einer Gruppe von Verschwörern, die planen, die Bank zu hacken. Ihr Anführer ist Bastide Larcan, ein ebenso mächtiger wie geheimnisvoller Mann, der Judith zur Zusammenarbeit zwingt. Denn er kennt Details aus ihrer Vergangenheit, die für sie selbst bis heute im Dunklen liegen. Und in Judith keimt ein furchtbarer Verdacht – kann es sein, dass Larcan in die Ermordung ihres Vaters verstrickt war? Sie weiß, sie wird nicht ruhen, bis sie endlich die Wahrheit erfährt, was als Kind mit ihr wirklich geschah …

Ein toller Krimi, besser als Band 1 der Reihe

— faanie

Sehr gelungene Geschichte über das Ende der DDR, den Kapitalismus und was er mit den Menschen macht - und über Töchter und Väter.

— soetom

Ein eher ruhiger Krimi, dennoch spannend und sprachlich klasse

— LinusGeschke

Da muss ich mir wohl den 1. Band noch zulegen :)

— Virginy

Spannend bis zur letzten Seite.

— sandra97

Spannend, mit brisant-aktuellem Thema. Hatte nach dem Klappentext allerdings etwas anderes erwartet.

— Tina06

Hochspannender Agententhriller mit brisanten und sehr aktuellen Themen - 4,5 *

— SigiLovesBooks

Spannend von der ersten bis zur letzten Seite

— wildflower369

Ganz anders als gedacht! Ich hatte einen Krimi erwartet, dabei ist es ein astreiner Agententhriller mit vielen falschen Fährten.

— Caillean79

Sehr detailreich geschreiben und dadurch teilweise etwas zäh

— brauneye29

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  • Schöne Geschichte über Väter und Töchter

    Stimme der Toten

    soetom

    18. November 2017 um 22:33

    Es gibt Krimis, die mich mitnehmen, weil sie ein knisterndes Feuerwerk abbrennen. Dieser ist das komplette Gegenteil. Alles in der Handlung geschieht wie ein ruhiger Strom, der die Charaktere mit sich zieht, in Strudel und über Klippen treibt. Der „Thrill“ kommt nicht durch die Abfolge der Ereignisse, sondern weil emotionale Spannung so hoch ist. Insbesondere die Sequenz mit dem kleinen Mädchen und den Nazis – nein ich spoile hier nichts! – war für mich nur schwer erträglich, weil sie mir als Vater extrem nahe ging. Die Geschichte ist dadurch bemerkenswert, dass sie von den kleinen Details lebt. Der kleine Exkurs über die Protagonistin und ihre Kollegin, die als Geflüchtete nach Deutschland gekommen ist und sich jetzt eine neue Existenz wortwörtlich erarbeiten will erzählt mit wenigen Sätzen unendlich viel über die beiden Figuren, ohne dass ein einziges Wort direkt über die beiden gesagt wird. Das Buch ist die Fortsetzung eines vorangegangenen Buches, das ich nicht gelesen habe. Und die Vorgeschichte liegt wie ein großes Geheimnis über der ganzen Geschichte, aber es hat mich im Lesefluss nie gestört, dass ich erst im zweiten Buch eingestiegen bin. Zuletzt ist die ganze Geschichte eine sehr gelungene Parabel über Väter und ihre Töchter. Und das schöne ist, dass man das nicht von Anfang an auf die Nase gebunden bekommt. Und weil alle Vater-Tochter-Konstellationen grundverschieden sind, kann das Buch unheimlich viel erzählen, weil der Leser sich seine eigenen Gedanken machen muss. Ein schönes, ruhiges, nachdenkliches Buch - lesenswert.

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  • Auch Putzen kann aufregend sein...

    Stimme der Toten

    Virginy

    11. November 2017 um 23:53

    Zuerst einmal sorry, dass diese Rezension so lange auf sich warten lies, normalerweise geht das bei mir ja recht schnell, aber einige private Veränderungen ließen mir dann doch etwas weniger Zeit zum Lesen als bisher.Lange Rede, kurzer Sinn, also zurück zum Buch, dass mir von Elisabeth Herrmann als Leseexemplar überlassen wurde.Den ersten Band rumd um Judith Kepler habe ich nicht gelesen, aber auch mit "Stimme der Toten" fällt der Einstieg ins Geschehen nicht schwer.Judith, die einige turbulente Erlebnisse hinter sich hat, arbeitet als Cleanerin in einer "Putzfirma" und wird so auch ab und an mal an den Tatort eines Verbrechens gerufen, so auch diesmal.In einer nicht unbedeutenden Bank ist ein Mitarbeiter in die Tiefe gestürzt und vor Beginn der Geschäftszeit sollen die Spuren beseitigt werden, Judith entdeckt allerdings Blutflecken, wo keine sein sollten.War es Selbstmord oder befand sich noch jemand anders am Tatort?Der Chef der Bank ist von Judith jedenfalls begeistert und stellt sie und ihr Team zum regelmäßigem Einsatz ein, womit er Judith jedoch keinen Gefallen tut, denn damit wird sie zu einer Figur auf einem großen Spielbrett und auch die Vergangenheit scheint sie wieder einzuholen..."Stimme der Toten" ist das erste Buch, das ich von Elisabeth Herrmann gelesen habe, aber sicherlich nicht das letzte, schon allein, weil mir Judith sehr sympatisch war, trotz all ihrer Ecken und Kanten, sie ist nicht die Model-Traumfrau, muss sich über Wasser halten und trifft nicht immer die richtigen Entscheidungen, aber gerade dass macht sie so menschlich, wer das Buch gelesen hat, weiß sicherlich auch, was ich meine...Und auch wenn ich im Großen und Ganzen schon weiß, worum es im Vorgängerband geht, werde ich mir den auch noch zulegen.Für Judith und ihr Team jedenfalls gibts von mir 4 von 5 Sternen...

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  • Eine Story die mich gepackt hat!

    Stimme der Toten

    leaslesezauber

    30. October 2017 um 12:44

    Das Cover ist wirklich ein echter Hingucker, die Regentropfen die herunterlaufen wirken total genial, ich habe dem Buch auch einen Ehrenplatz gewidmet, damit ich das Cover immer angucken kann. Es ist dezent gestaltet und trotzdem zieht es mich magisch an, die düstere Atmosphäre ist auch sehr gut gelungen, auch der Schwarm Vögel im Hintergrund ist super gewählt worden also vom Cover her, schonmal alles was ein guter Krimi braucht! Ich habe bereits andere Bücher der Autorin gelesen und bin dabei immer ganz gut unterhalten worden, schnell habe ich gemerkt, dass es hier genauso ist.Der Schreibstil ist wie gewohnt sehr flüssig, spannend und vor allem detailreich. Dieser Detailreichtum hat leider auch zu einigen Längen und somit zu Spannungstiefs geführt, was ich leider etwas bemängeln muss. Ansonsten konnte die Autorin in punkto Spannung deutlich Pluspunkte bei mir sammeln denn vor allem die Protagonistin hat die Story sehr spannend gemacht und mich vollkommen begeistert. Schon als ich im Klappentext gelesen habe, dass sie eine Tatortreinigerin ist, war ich gefesselt und vor allem gespannt auf ihre Arbeit. Ich habe leider den ersten Teil dieser Reihe nicht gelesen aber das fällt kaum auf, jedoch werde ich das Buch gerne noch nachholen. Also für alle die, so wie ich den ersten Band nicht gelesen haben, keine Angst ich bin trotzdem super durch die Story gekommen und kann mich nicht beschweren!Ein deutlicher Pluspunkt sind die Perspektivwechsel der einzelnen Charaktere, es führt zu einer Auflockerung der Story und macht die Spannung auf jeden Fall noch größer. Besonders die Perspektiven von Judith und Bastide haben die Geschichte geprägt. Sie sind sehr realistisch beschrieben, so wie auch alle anderen Charaktere, es wirkt niemand flach oder gar langweilig, alle haben ihre Eigenarten und wirken dadurch sehr menschlich. Die Story verläuft nicht unbedingt so wie ich es erwartet hatte, ich kann das Buch schlecht als Krimi sehen, ich finde es ist eher ein Roman mit Thriller Anteilen. Aber es ist schwierig sich auf ein Genre festzulegen, was mich allerdings nicht im geringsten stört.Fazit:Eine spannende Story, interessante Charaktere und dazu auch noch gute Perspektivwechsel, eigentlich alles was man sich bei einem guten Krimi wünscht. Leider führen die vielen Details, die die Autorin gerne einfließen lässt, zu einigen Längen im Buch wodurch die Spannung ein paar auf und Ab's hatte, was mich leider etwas gestört hat. Ansonsten kann ich aber nur sagen, dass ich gut unterhalten wurde und ich würde das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen.

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  • Spannender Agententhriller mit Suchtgefahr

    Stimme der Toten

    sandra97

    28. October 2017 um 21:00

    Der zweite Band um die Tatortreinigerin Judith Kepler ist, wie von Elisabeth Herrmann gewohnt, ein Buch, dass man nicht mehr aus der Hand legen kann.Ich bin jedoch der Meinung, dass es sich nicht um einen klassischen Krimi handelt, sondern um einen Thriller mit Mordhintergrund. Wer den ersten Teil dieser Reihe nicht gelesen hat, wird am Anfang kurz eingeführt und auch im weiteren Verlauf wird immer mal wieder auf die Vorgänge im ersten Band eingegangen. Sehr schön finde ich die Beschreibung von Missständen in unserem Land. Die Verwicklungen von Kepler mit den Geheimdiensten und Agenten finde ich an manchen Stellen etwas übertrieben. Dennoch ist das Buch sehr lesenswert, da der Spannungsfaktor sehr hoch gehalten ist.

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  • Buchverlosung zu "Stimme der Toten" von Elisabeth Herrmann

    Stimme der Toten

    m_exclamationpoint

    Mord, Totschlag & Reinigungsmittel Was passiert eigentlich nach einem Mord? Wenn die Leiche abgeholt wird und die Ermittler sich auf die Suche nach der ersten heißen Spur machen? Dann kommen Tatortreiniger wie Judith zum Einsatz. Als diese jedoch zum reinigen ihres neuesten Tatorts erscheint, fallen ihr einige Unstimmigkeiten auf ... Es hieß es handele sich um einen Selbstmord, aber kann das wirklich stimmen? Mach mit bei unserer Buchverlosung zu "Stimme der Toten" von Elisabeth Herrmann und tauche gemeinsam mit Judith in die verschwörerischen Bankgeschäfte Berlins ein! Über das Buch: Judith Kepler ist Tatortreinigerin. Sie wird gerufen, wenn der Tod Spuren hinterlässt, die niemand sonst beseitigen kann. In einem großen Berliner Bankhaus ist ein Mann in die Tiefe gestürzt. Unfall oder Selbstmord? Judith entdeckt Hinweise, die Zweifel wecken. Als sie die Polizei informiert, ahnt sie nicht, welche Lawine sie damit lostritt: Sie gerät ins Visier einer Gruppe von Verschwörern, die planen, die Bank zu hacken. Ihr Anführer ist Bastide Larcan, ein ebenso mächtiger wie geheimnisvoller Mann, der Judith zur Zusammenarbeit zwingt. Denn er kennt Details aus ihrer Vergangenheit, die für sie selbst bis heute im Dunklen liegen. Und in Judith keimt ein furchtbarer Verdacht – kann es sein, dass Larcan in die Ermordung ihres Vaters verstrickt war? Sie weiß, sie wird nicht ruhen, bis sie endlich die Wahrheit erfährt, was als Kind mit ihr wirklich geschah >> Hier geht's zur Leseprobe!Über die Autorin:Elisabeth Herrmann wurde 1959 in Marburg/Lahn geboren. Nach einer abgebrochenen Lehre als Bauzeichnerin arbeitete sie als Betonbauerin und Maurerin bevor sie ihr Abitur am Frankfurter Abendgymnasium nachholte. Anschließend studierte sie in Frankfurt und Berlin und arbeitet heute neben ihrer Tätigkeit als Autorin und Sprecherin als Fernsehjournalistin für den RBB.Ihr erster Roman wurde im Jahr 2005 unter dem Titel "Das Kindermädchen" veröffentlicht und mit großem Erfolg gefeiert. Für ihr literarisches Schaffen wurde sie unter anderem mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. Elisabeth Herrmann lebt heute in Berlin.Gemeinsam mit dem Goldmann Verlag verlosen wir 25 Exemplare von "Stimme der Toten". Was ihr dafür tun müsst? Bewerbt euch bis einschließlich 13.08. über den blauen "Jetzt bewerben"-Button und beantwortet folgende Frage: Wie sieht für dich der perfekte Tatort aus? Beschreibe alle Attribute die ein Tatort haben muss, damit eine schnelle Aufklärung garantiert ist. Top-Ermittler aufgepasst:Wer außerdem zusätzlich zu seiner Beschreibung auch ein fingiertes Bild von dem perfekten Tatort postet, hat die Möglichkeit ein tolles Spannungspaket von Goldmann zu gewinnen! Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen.Ich wünsche euch ganz viel Glück und freue mich schon riesig auf eure Antworten und Bilder! 

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    • 389
  • Hochspannender Agententhriller mit brisanten und brandaktuellen Themen!

    Stimme der Toten

    SigiLovesBooks

    09. October 2017 um 00:50

    "Stimme der Toten" von Elisabeth Herrmann ist der Nachfolger von "Zeugin der Toten" um die Tatortreinigerin Judith Kepler, die hier über eine kleine Blutspur stolpert und im Herzen einer weltweiten Verschwörung landet" (so das Buchmagazin 'Stories').Erschienen ist der Kriminalroman (HC) 2017 im Goldmann-Verlag und das Cover, das regnerische Zeiten in Berlin symbolisiert, ist haptisch durch den herunterrieselnden Dauerregen sehr gut gelungen.Ist der Mitarbeiter der CHL-Bank von der Galerie gestürzt - oder hat vielleicht jemand nachgeholfen? Mit ihrem Hinweis an die Polizei gerät Judith ins Fadenkreuz des BKA, das eine firewall um ihre Person installierte, um sie zu schützen - und dem Netz der Geheimdienste in der Person von Bastide Larcan, der ihr eine lukrative Zusammenarbeit anbietet: Ein Hackerangriff wird von Russland aus geplant, dessen Ziel es ist, Europa zu destabilisieren, indem Daten der mächtigen CHL-Bank manipuliert werden...Die Themen in "Stimme der Toten" sind: Agenten, Stasi, Heimerziehung in der DDR, die deutsche Geschichte und Vergangenheit, Identitätswechsel, Verfassungsschutz, KGB und 'freelancer', die in Waffengeschäften und Geheimdiensten tätig sind und das digitale Zeitalter.Der Krimi, der eher im Genre Agententhriller anzusiedeln ist, hat sozialkritische, politisch hochbrisante Inhalte, die gerade Ende September zur Bundestagswahl relevant sind: Zum einen Alkoholismus, Kindeswohl und Jugendämter (Sozialkritik); zum anderen schwärender Nationalsozialismus und Rechtspopulismus, der nach dem Ergebnis der Wahlen besonders in den neuen Bundesländern um sich greift (siehe AfD-Ergebnisse!) und im Roman einen Bezug zu Schenken haben, einem kleinen Dorf und "national befreiter Zone", das wirtschaftliche Autarkie erstrebt und Zulauf hat, ebenso wie die sog. "Reichsbürger".Der Stil Herrmanns ist packend, fesselnd und spannend sowie flüssig zu lesen; die Charaktere sind facettenreich, deren "Gedanken-Kalkül" erscheint nachvollziehbar, besonders bewegend hier die Hauptprotagonistin Judith Kepler und Bastide Larcan: Die Vergangenheit um die Ereignisse von Sassnitz spielen hierbei eine große Rolle und bestimmen weiterhin das Leben von Judith, die unauffällig als Cleanerin arbeitet und eine schwierige Vergangenheit durchlebte. Die Autorin weiß mit atmosphärischer Dichte und gekonnten Dialogen zu überzeugen. Spannung entsteht auch über den Perspektivwechsel der Akteure, besonders Judith und Bastide, aber auch Nebencharaktern, die sehr authentisch agieren. Die 64 Kapitel werden von einem Prolog wie einem Epilog stilvoll und meisterlich 'umrahmt'. Zuweilen muss man miträtseln bei der Frage "who's who' und nicht ohne Grund mutmaßt eine eingeschleuste Agentin zum geplanten Hackerangriff auf die CHL"dass der kalte Krieg nie aufgehört hat. Es hat allenfalls eine Atempause gegeben. Sie hacken keine Bank. Sie hacken Europa." (Zitat S. 480)(gemeint ist der russische Geheimdienst SWR, der Nachfolger des KGB). Der äußerst spannende showdown in der Bank lässt einen der Auflösung entgegenfiebern; der Plot ist (soweit) stimmig und auch im Epilog gibt es interessante Wendungen zu entdecken.Fazit:Ein spannender, flüssig zu lesender Krimi - oder vielmehr Agententhriller, dem es an gut recherchierten Inhalten zu den eigentlichen "Strippenziehern" an den Machtgebilden dieser Welt nicht eben fehlt und das flaue, aber untrügliche und nachdenklich stimmende Gefühl beim Leser hinterlässt, dass dies nur ein kleiner Ausschnitt oder auch eine "Spitze des Eisbergs" all dessen sein könnte, was wir nicht wissen (sollten). Es geht um Machtinteressen, die hinter den bekannten politischen "Kulissen" längst im Verborgenen laufen und die politischen Konstellationen des Weltgeschehens im eigentlichen Sinne bestimmen. Einem Interview mit der Autorin war zu entnehmen: "Wir müssen wieder mehr analog werden. Die digitale Welt soll uns dienen - und sich nicht schamlos an uns bedienen." Dem ist nichts mehr von meiner Seite hinzuzufügen - ausser, dass ich "Stimme der Toten" als hochaktuellen, politisch brisanten und auch sozialkritischen Agententhriller einstufe, der mir sehr gut gefallen hat und daher eine Leseempfehlung sowie 5 */95° auf der "Krimi-Couch" erhält!

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  • Gelungener Nachfolgekrimi, den man nicht einfach so weg liest

    Stimme der Toten

    Xanaka

    07. October 2017 um 23:00

    Judith Keppler lebt ihr Leben als versierte Tatortreinigerin. Zufrieden ist sie damit nicht, aber auch nicht in der Lage das zu ändern. Dann wird sie von ihrem Chef in ein großes Bankhaus geschickt, dort soll sie tätig werden. Ein Mann ist in die Tiefe gestürzt, alles deutet auf Selbstmord hin. Als Judith unter dem Waschbecken einen blutigen Fingerabdruck entdeckt und die Kripo darüber informiert, werden andere auf sie aufmerksam. Plötzlich steckt sie mitten in einer Verschwörung.Schon der Prolog, der mit seiner Handlung in das Jahr 2010 zurückkehrt, lässt Erinnerungen an den ersten Band „Zeugin der Toten“ aufkommen. Schnell wird beim Lesen klar, dass die Ereignisse aus dieser Zeit, die sich damals um die Lebensgeschichte der Judith Keppler drehten, wieder mit den damaligen Geschehnissen zu tun haben. Aber nicht nur das. Die verschiedenen Handlungsstränge, das Geschehen in der Bank, das plötzliche Interesse der Geheimdienste Judith und ihrer Geschichte, sowie die Begegnungen mit Menschen aus ihrer Vergangenheit laufen zunächst parallel. Geschickt gelingt es der Autorin diese miteinander zu verknüpfen, ohne den Faden zu verlieren. Sie treibt die Handlung voran, lässt ihre Protagonisten agieren und die Spannung steigt. Auch der geschickt eingebaute Nebenschauplatz um Tabea, einem fast verwahrlosten Mädchen aus dem Nachbarhaus, gibt dem Ganzen einen zusätzlichen Kick.Ohne dass man während des Lesens die Spur verliert nimmt die Geschichte an Spannung zu. Dabei ist es besonders schön mitzuerleben, wie die Protagonisten sich weiterentwickeln bzw. verändern. Gerade bei Judith wird diese Veränderung deutlich. Sie wacht aus ihrer Lethargie auf und beginnt zu agieren.Die Handlung ist fesselnd, dramatisch und packend und das vom Anfang bis zum Ende des Buches. Der Schreibstil ist flüssig, die Dialoge sind ansprechend – beides erleichtert das Lesen ungemein. Die Autorin schreibt in einem guten Tempo, so dass man das Buch gar nicht aus den Händen legen mag. Besonders gut hat mir gefallen, dass sich Elisabeth Herrmann wieder an ein Thema herangewagt hat, über das man im Nachhinein nicht mehr so viel weiß. Auf jeden Fall trägt sie mit diesem Buch mit zur Vergangenheitsbewältigung bei und regt mit diesem Buch erneut zum Nachdenken an. Mir gefällt es wie Vergangenheit und Gegenwart abwechselnd sehr authentisch beschrieben werden. Dieses Buch ist nicht einfach "nur ein Krimi", sondern auch eine Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte, die nicht in Vergessenheit geraten darf. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.

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  • Stimme der Toten - Spannend; Langweile Fehlanzeige

    Stimme der Toten

    wildflower369

    25. September 2017 um 15:51

    Als ich auf lovelybooks die Inhaltsangabe las, war ich begeistert und wußte: Dieses Buch musst du lesen.Also gesagt, getan. Judith Kepler ist Cleanerin, eine der Besten. Sie wird an einen Tatort gerufen, um die Spuren eines Todesfalls zu entfernen. Doch diesmal entdeckt sie eine Blutspur, die dort nicht hingehört. Sie gerät in ein schmutziges Spiel um Manipulationen im Wertpapiergeschäft und in eine Spionagegeschichte, bei der sie eine weitere Spur zu ihrer eigenen Vergangenheit findet. Ich war von der ersten Seite an begeistert, denn Elisabeth Herrmann schafft es, die Spannung bis zur letzten Seite zu steigern. Sman merkt erst am Schluss, das man vor Spannung die Luft angehalten hat. Ich wünsche mir noch einen weiteren Fall für Judith Kepler, vielleicht auch mal ein bißchen mit Liebe für sie.

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  • Spannender und komplexer Krimi - oder auch ein Agenten-Thriller

    Stimme der Toten

    FlotterAnton

    22. September 2017 um 17:48

    Stimme der Toten ist nach Zeugin der Toten der zweite Band um die Tatortreinigerin Judith Kepler. Man muss den Vorgänger aber nicht unbedingt gelesen haben, um der Handlung folgen zu können. Im Prolog gibt es einen kurzen Abriss mit den wichtigsten Informationen, die zum Verständnis erforderlich sind. In einer international tätigen Bank hat es einen Todesfall gegeben und Judith wird als Cleaner an den Ort des Geschehens geschickt. Sie entdeckt etwas, das die Polizei an den vermeintlichen Selbstmord zweifeln lässt. Auf einmal befindet sich Judith in einem groß angelegten Sabotage-Plan mitten zwischen Agenten und ehemaligen Agenten und die Spuren gehen weit zurück bis zu Zeiten der DDR und tangieren auch Judiths Kindheit. Unmöglich zu sagen, wem sie noch trauen kann oder wer sie nur für die eigenen Zwecke missbraucht. Es ist ein komplex angelegtes Verwirrspiel mit einigen unvorhergesehenen Wendungen. Sehr aufregend und anschaulich geschildert fand ich auch den Neben-Schauplatz als Judith privat mit der Nazi-Szene in Berührung kommt. Persönlich mag ich ja den etwas verschrobenen und kratzbürstigen Charakter der Protagonistin obwohl sie es dem Leser nicht einfach macht, sie zu mögen. Die Umsetzung ist der Autorin perfekt gelungen. Trotz des nicht simplen Schreibstils lässt sich die Geschichte sehr flüssig lesen. Obwohl das Buch mit über 500 Seiten sehr umfangreich ist, weist die Geschichte keine Längen auf und Spannung ist jederzeit gewährleistet. Mir hat auch dieses Buch von Elisabeth Herrmann sehr gut gefallen und ich vergebe 5 Sterne.

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  • Thriller mit politischer Note

    Stimme der Toten

    gagamaus

    21. September 2017 um 14:43

    Es wurde bereits von Vorrezensenten erwähnt, dass die Einordnung als Kriminalroman wohl eher auf den Vorgänger-Romanen der Autorin begründet ist, denn hier handelt es sich doch eher um einen Thriller, denn obwohl der Auslöser ein Mord bzw. die verwischten Spuren am Tatort sind, so ist es doch über weite Strecken eben kein klassischer Kriminalroman mit einem Ermittler und der Suche nach dem Täter.Aber mir war das schon im ersten Band dieser Reihe um die Tatortreinigerin Judith ein Dorn im Auge. Der einzige, denn ich wurde ansonsten wieder sehr gut unterhalten.Es gefällt mir ausnehmend gut, dass die Romane von Elisabeth Herrmann allesamt - und so auch dieser - sehr politisch sind, wobei sie sich nicht nur auf die Vergangenheit fokussiert, sondern durchaus auch akutelle heiße Themen anfasst. Oder sollte man vielleicht sagen, diese Themen sind zeitlos und gab und gibt es schon, solange es die Geschichtsschreibung und Romane gibt.Auf jeden Fall ein sehr unterhaltsames Buch mit einer ungewöhnlichen und sperrigen Heldin. Das erinnert ein klitzekleines bisschen an Lisbeth Salander. Aber trotzdem gut.

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    • 2
  • Zwischen den Fronten

    Stimme der Toten

    Maddinliest

    18. September 2017 um 21:34

    Judith Kepler Arbeitet als sogenannte "Cleanerin", eine Fachkraft für die Reinigung von Tatorten. Als sie in eine Bank gerufen wird, um die Spuren eines vermeintlichen Selbstmords zu entfernen, bemerkt sie Blutspuren an einem Waschbecken, welche der Tote unmöglich dort hinterlassen haben kann. Die Ermittlungen laufen nun auch in Richtung Mord und lassen die Funktion des Toten plötzlich in  einem anderen Licht erscheinen. Der Tote hatte eine Aufgabe zu erledigen, für die nun Ersatz her muss, und Judith Kepler soll nun diesen Part übernehmen. Sie wird so in einen Strudel von Verbrechen und Gewalt gezogen und mit ihrer eigentlich schon abgeschlossenen Vergangenheit konfrontiert..."Stimme der Toten" ist mein erstes Buch von Elisabeth Herrmann und ich bin aufgrund der zahlreichen positiven Resonanzen ihrer bisherigen Bücher mit einer großen Erwartung gestartet. Ich wurde zunächst überrascht, da ich mit einem Kriminalroman gerechnet  und einen packenden und sehr vielschichtigen Thriller vorgefunden habe. Die Autorin erzählt die Geschichte in einem sehr bildreichen und rasanten Schreibstil, der sich hervorragend lesen ließ. Die sehr komplexe und unglaublich clever aufgebaute Story verlangt aber auch schon die volle Aufmerksamkeit, um dem Geschehen in allen Teilen folgen zu können. Es wird mit Perspektiv- und Zeitwechseln gearbeitet und es erhalten eine Vielzahl von Protagonisten ihren Auftritt. Nichts desto trotz entwickelt sich hieraus ein anspruchs-voller und richtig spannenden Thriller, bei dem die Hauptprotagonistin zwischen die Fronten unterschiedlicher Lager gerät. Der Spannungsbogen wird aus meiner Sicht gut aufgebaut und durch die Vielschichtigkeit und immer wieder auftretenden  Wendungen in der Geschichte auf einem hohen Niveau gehalten. Das Finale nimmt dann noch einmal deutlich an Tempo auf und konnte mich voll und ganz überzeugen.Insgesamt konnte meiner Meinung nach Elisabeth Herrmann mit "Stimme der Toten" die Vorschusslorbeeren absolut rechtfertigen und hat mich mit einem fesselnden Thriller auf der ganzen Linie überzeugt. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit vollen fünf von fünf Sternen.

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  • Gefangen in der Welt der Spione

    Stimme der Toten

    Givemeabook

    14. September 2017 um 14:47

    Stimme der Toten steht jetzt neben Zeugin der Toten in meinem Bücherregal. Das Cover gefällt mir besser als das schwarz-rote von Zeugin der Toten (obwohl ich schwarz-rot bei Krimis durchaus äußerst passend finde). Die Regentropfen (oder sind es die vielen von Judith geweinten Tränen) sehen so echt aus, dass man sie wegwischen möchte. Der Einstieg in Judith Keplers Leben ist problemlos möglich. Ihre Vorgeschichte, die gescheiterte Republikflucht ihrer Eltern und ihreunglückliche Kindheit in einem DDR Kinderheim bleiben nicht gänzlich unerwähnt. Als Tatortreinigerin wird Judith in eine Bank gerufen, in der es einen rätselhaften Todesfall gegeben hat. Ihrer Aufmerksamkeit und Gründlichkeit entgeht es nicht, dass mit diesem Selbstmord etwas nicht stimmt. Sie bekommt den Auftrag für Reinigungsarbeiten im Hochsicherheitsbereich und weiterhin Zugang zu der Bank. Dadurch gerät sie mitten hinein in einen von Russland geplanten Hacker-Angriff, der von Bastide Larcan geleitet wird. Er kennt Einzelheiten aus ihrer Vergangenheit, die selbst für sie noch im Verborgenen liegen. Sie bekommt den Verdacht, dass Larcan über die Ermordung ihres Vaters Bescheid weiß oder sogar darin verstickt war. Bei Cyber-Kriminalität geht es nicht zimperlich zu und Judith hat außer Geheimdiensten auch noch Hacker und Söldner gegen sich. Doch damit nicht genug, auch Neonazis machen ihr das Leben schwer. Ein kleines Mädchen, das zu seinem Vater in ein komplett von Rechtsextremen übernommenes Dorf kommt, klammert sich an Judith. Sie hat sich um Tabea gekümmert, als ihre Mutter, eine verwahrloste Alkoholikerin tot in der Wohnung gefunden wurde. Die kleine Tabea war allein und verloren und in Judith wurden die schmerzlichen Erinnerungen an ihre eigene Kindheit wach. Obwohl die beiden Hauptthemen des Romans, Cyber-Kriminalität und Neonazismus, topaktuell sind, erfüllt der Roman nicht ganz so gut meine Erwartungen wie der Vorgänger. Meine Erwartungshaltung – mehr Tatortreiniger und weniger Agenten – wurde nicht ganz erfüllt. 4 Sterne sind jedoch zu wenig, deshalb vergebe ich 5 Sterne, da der Thriller flüssig geschrieben ist, jede Menge unerwarteter Wendungen aufweist und ich von Anfang bis Ende bestens unterhalten wurde. Ich freue mich auf Teil 3!

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  • Hervorragender Thriller

    Stimme der Toten

    michael_lehmann-pape

    12. September 2017 um 13:02

    Hervorragender ThrillerEgal, wo man hinschaut, von der Story her, von den differenziert und in ihren Stärken, vor allem aber auch in ihren Schwächen und dunklen Seiten differenziert gezeichneten Figuren bis zur Gestaltung der einzelnen Szenen mitsamt präzise getroffener Atmosphäre, Wetterlagen, Tageszeiten, der knappen und treffenden Beschreibung von Räumen und Begegnungen, bis ins Detail hat Elisabeth Herrmann ihren neuen Thriller um die „Reinigungsfachkraft“ mit der besonderen Vergangenheit, Judith Kepler, gestaltet.Was zunächst wie ein einfacher „Cleaner“ Auftrag am Schauplatz eines vermeintlichen Selbstmordes in einer diskreten Finanzverwaltung vermögender Kunden wirkt, wird sich ebenso zu einem gefährlichen Einsatz und ein tiefes Hinabtauchen in die eigene Vergangenheit für Judith Kepler erweisen, wie die ebenfalls zunächst rein zufällige „Begegnung am Rande“ mit der kleinen Tabes.Beide Handlungsstränge führen in hochaktuelle und brisante gesellschaftliche Themen, bilden die Zerrissenheit der Personen und der wohl ganzen Gesellschaft spielerisch griffig ab und lassen es auch zunehmend während der Lektüre an Spannung nicht mangeln.Die sich zum Ende hin zusehends erhöhen wird, wenn ein drittes, ebenfalls brisantes, hochaktuelles Thema der internationalen Politik. (Oder sollte man gleich „Krieg hinter den Kulissen“ sagen) hinzutritt und sich langsam, aber sicher die breiten, internationalen Verflechtungen hinter all den Strategien und Plänen konkretisieren.Wer ist Freund, wer ist Feind? Warum bietet dieser Mann Namens Larcan soviel Geld für eine Infiltration der Finanz-Firma? Was hat es mit Tabeas Vater in diesem merkwürdigen Dorf in Brandenburg auf sich? Woher kennt Larcan sovielmal Details aus Judiths vergangenem Leben? Was hat der BND damit zu tun und wie passt jener Mann in das ganze Bild hinein, dem Judith Kepler ihr Herz geschenkt hat (und damit ziemlich auf die Nase gefallen ist). Und warum ist es so lebensgefährlich, auch für einen Jungen Hacker, aussteigen zu wollen aus dieser zwar clever geplanten, doch in den Motiven eher simpel wirkenden Infitratione?Hinter so manch rauen Schalen (bei Judith selbst, aber auch bei ihrem Chef) verbergen sich Mut und Aufrichtigkeit, hinter manchen „sauberen“ Fassaden von mächtigen Büros und akribisch gepflegten Häusern im Dorf ist Dunkles zu finden und über allem schwebt die Frage, was genau damals mit Judiths Eltern geschehen ist, bei denen vor allem ihr Vater als erfolgreicher Agent der DDR eine tragende Rolle gespielt hat.Hacker, Nationalisten, Geheimniskrämer, Agenten mit klarer und harter Kante, die Welt „ganz oben“ (wo alle anderen sich gar nicht schnell genug und tief genug bücken können) und „ganz untern“ bei Flüchtlingen („Fidschis“ genannt von manchen Gruppen im Buch), farbenfroh, düster und atmosphärisch dicht wechselt Herrmann die Schauplätze und Perspektiven und erschafft am Ende ein in sich geschlossenes und bestens zu lesendes Verschwörungsgebilde, dessen Lektüre flüssig und spannend Seite für Seite füllt.

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  • (Guter!) Agententhriller statt Kriminalroman – aber eben trotzdem: Gans gekauft, Ente bekommen

    Stimme der Toten

    Caillean79

    05. September 2017 um 21:19

    Das Buch hat bei mir zunächst falsche Erwartungen geweckt. Da der Job von Judith Kepler, der Hauptperson dieses Romans, im Klappentext so in den Mittelpunkt gestellt wurde, habe ich einen Kriminalroman erwartet. Und zwar einen, bei dem die Tatortreinigung ausschlaggebende Hinweise bringt und die Tatortreinigerin quasi zur Ermittlerin wird. Das indiziert auch der Titel, denn als „Stimme der Toten“ vermutete ich, dass Judith nicht eher ruht, bis sie den wahren Mörder gefunden hat. Dem ist aber nicht so. Zwar entdeckt Judith bei der Tatortreinigung tatsächlich eine bisher übersehene Spur.  Aber dann entwickelt sich alles ganz anders, als ich mir das vorgestellt hatte: Statt zur Ermittlerin zu werden, versucht Judith eher, bloß nicht aufzufallen und der Polizei aus dem Weg zu gehen. Ihre „Ermittlungen“ sind mit der Meldung der Spur am Tatort schon erschöpft und was dann kommt, ist ein undurchschaubarer und komplexer Agententhriller rund um die Ex-DDR und den Kalten Krieg. Die ehemaligen und noch aktiven Spitzel der Großmächte geben sich ein Stelldichein und Judith steckt auch hier unfreiwillig mittendrin. In einer Nebenhandlung wird auch Rechtsextremismus thematisiert – diese Szenen haben mich am meisten gefesselt. Aus meiner Sicht wäre das schon genug Stoff für einen (ausschließlichen) Kriminalroman gewesen. Wäre das Buch entsprechend angekündigt gewesen, hätte ich mich darauf eingestellt einen Agententhriller zu lesen und meine Erwartungen wären andere gewesen. Denn als solcher ist das Buch gut geschrieben, mit vielen Wendungen, falschen Fährten und unergründlichen Figuren. Dann hätte ich wahrscheinlich 4 Sterne vergeben. Aber als Kriminalroman und mit diesem Titel & Klappentext führt er den Leser leider auf eine falsche Fährte. Der eine oder andere wird – wie ich – ein wenig enttäuscht sein, dass er eine Gans gekauft hat und eine Ente drin steckt. Aber wer auf vielschichtige Thriller mit Irrungen & Wirrungen steht, der könnte mit „Stimme der Toten“ einen Volltreffer landen.

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  • außergewöhnlich

    Stimme der Toten

    VroniCaspar

    05. September 2017 um 10:51

    Stimme der Toten von Elisabeth Herrmann Judith Kepler wird als Tatortreiniger in eine Bank bestellt um Spuren eines angeblichen Selbstmordes zu entfernen. Sie ist immer zur Stelle, wenn irgendwo sichtbare Spuren eines Unfalls oder dergleichen hinterlassen werden. Dabei stößt Judith auf Blutspuren, die von der Polizei übersehen wurden. Zudem versuchen Hacker gegenwärtig die Bank für ihre Zwecke zu manipulieren und gehen mit äußerst gewalttätigen Mitteln ans Werk. Als Judith ihre Beobachtung der Polizei meldet gerät sie unerwartet zwischen die Fronten des KGB und BKA, lange zurück liegende Ereignisse kommen an die Oberfläche und sind wieder aktuell. Auch Judiths Familie ist darin verstrickt. Ihr Großvater und ihre Eltern waren nicht das, was man sich als normale Eltern vorstellt und wünscht. Eigentliche habe ich mich noch nie gefragt, wer all die Spuren nach einem Unfall bzw. Todesfall beseitigt. Klar muss es jemand geben, wie Judith, die mit den entsprechenden Mitteln alles wieder in Ordnung bringt. Judith ist mir sehr ans Herz gewachsen. Trotz ihres tristen Berufs ist sie menschlich geblieben, humorvoll und äußerst entschlossen. Unerschrocken folgt sie den Spuren ihrer Vergangenheit und die Wahrheit ist nicht das was sie zu finden hoffte. Ihre Fürsorge für Tabea hat sie mir sehr sympathisch gemacht. Die Hauptfigur des Tatortreinigers ist gut durchdacht und mit Ihrer speziellen Verbindung in die „Stasizeit“ ist der Krimi turbulent und vielschichtig. Den Vorgänger „Zeugin der Toten“ habe ich leider nicht gelesen, werde ihn aber im Auge behalten. „Stimme der Toten“ ist ein Krimi mit einem erfrischenden Schreibstil, der sehr kurzweilig und facettenreich ist und mich von Anfang bis Ende bestens unterhalten hat.

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