Elisabeth Herrmann Stimme der Toten

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Inhaltsangabe zu „Stimme der Toten“ von Elisabeth Herrmann

Judith Kepler ist Tatortreinigerin. Sie wird gerufen, wenn der Tod Spuren hinterlässt, die niemand sonst beseitigen kann. In einem großen Berliner Bankhaus ist ein Mann in die Tiefe gestürzt. Unfall oder Selbstmord? Judith entdeckt Hinweise, die Zweifel wecken. Als sie die Polizei informiert, ahnt sie nicht, welche Lawine sie damit lostritt: Sie gerät ins Visier einer Gruppe von Verschwörern, die planen, die Bank zu hacken. Ihr Anführer ist Bastide Larcan, ein ebenso mächtiger wie geheimnisvoller Mann, der Judith zur Zusammenarbeit zwingt. Denn er kennt Details aus ihrer Vergangenheit, die für sie selbst bis heute im Dunklen liegen. Und in Judith keimt ein furchtbarer Verdacht – kann es sein, dass Larcan in die Ermordung ihres Vaters verstrickt war? Sie weiß, sie wird nicht ruhen, bis sie endlich die Wahrheit erfährt, was als Kind mit ihr wirklich geschah …

Spannend, mit brisant-aktuellem Thema. Hatte nach dem Klappentext allerdings etwas anderes erwartet.

— Tina06

Hochspannender Agententhriller mit brisanten und sehr aktuellen Themen - 4,5 *

— SigiLovesBooks

Spannend von der ersten bis zur letzten Seite

— wildflower369

Ganz anders als gedacht! Ich hatte einen Krimi erwartet, dabei ist es ein astreiner Agententhriller mit vielen falschen Fährten.

— Caillean79

Sehr detailreich geschreiben und dadurch teilweise etwas zäh

— brauneye29

Spannendes, aktuelles Thema. Es ging mir jedoch zu häufig nicht um den Fall, zwar um andere, aktuelle Themen, jedoch mit einigen Längen.

— ErbsenundKarotten

Guter Schreibstil, umfangreiche Recherche. Mir persönlich aber zu wenig Krimi, dafür viel DDR Vergangenheit Thematik.

— KrisTina

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    Stimme der Toten

    SigiLovesBooks

    09. October 2017 um 00:50

    "Stimme der Toten" von Elisabeth Herrmann ist der Nachfolger von "Zeugin der Toten" um die Tatortreinigerin Judith Kepler, die hier über eine kleine Blutspur stolpert und im Herzen einer weltweiten Verschwörung landet" (so das Buchmagazin 'Stories').Erschienen ist der Kriminalroman (HC) 2017 im Goldmann-Verlag und das Cover, das regnerische Zeiten in Berlin symbolisiert, ist haptisch durch den herunterrieselnden Dauerregen sehr gut gelungen.Ist der Mitarbeiter der CHL-Bank von der Galerie gestürzt - oder hat vielleicht jemand nachgeholfen? Mit ihrem Hinweis an die Polizei gerät Judith ins Fadenkreuz des BKA, das eine firewall um ihre Person installierte, um sie zu schützen - und dem Netz der Geheimdienste in der Person von Bastide Larcan, der ihr eine lukrative Zusammenarbeit anbietet: Ein Hackerangriff wird von Russland aus geplant, dessen Ziel es ist, Europa zu destabilisieren, indem Daten der mächtigen CHL-Bank manipuliert werden...Die Themen in "Stimme der Toten" sind: Agenten, Stasi, Heimerziehung in der DDR, die deutsche Geschichte und Vergangenheit, Identitätswechsel, Verfassungsschutz, KGB und 'freelancer', die in Waffengeschäften und Geheimdiensten tätig sind und das digitale Zeitalter.Der Krimi, der eher im Genre Agententhriller anzusiedeln ist, hat sozialkritische, politisch hochbrisante Inhalte, die gerade Ende September zur Bundestagswahl relevant sind: Zum einen Alkoholismus, Kindeswohl und Jugendämter (Sozialkritik); zum anderen schwärender Nationalsozialismus und Rechtspopulismus, der nach dem Ergebnis der Wahlen besonders in den neuen Bundesländern um sich greift (siehe AfD-Ergebnisse!) und im Roman einen Bezug zu Schenken haben, einem kleinen Dorf und "national befreiter Zone", das wirtschaftliche Autarkie erstrebt und Zulauf hat, ebenso wie die sog. "Reichsbürger".Der Stil Herrmanns ist packend, fesselnd und spannend sowie flüssig zu lesen; die Charaktere sind facettenreich, deren "Gedanken-Kalkül" erscheint nachvollziehbar, besonders bewegend hier die Hauptprotagonistin Judith Kepler und Bastide Larcan: Die Vergangenheit um die Ereignisse von Sassnitz spielen hierbei eine große Rolle und bestimmen weiterhin das Leben von Judith, die unauffällig als Cleanerin arbeitet und eine schwierige Vergangenheit durchlebte. Die Autorin weiß mit atmosphärischer Dichte und gekonnten Dialogen zu überzeugen. Spannung entsteht auch über den Perspektivwechsel der Akteure, besonders Judith und Bastide, aber auch Nebencharaktern, die sehr authentisch agieren. Die 64 Kapitel werden von einem Prolog wie einem Epilog stilvoll und meisterlich 'umrahmt'. Zuweilen muss man miträtseln bei der Frage "who's who' und nicht ohne Grund mutmaßt eine eingeschleuste Agentin zum geplanten Hackerangriff auf die CHL"dass der kalte Krieg nie aufgehört hat. Es hat allenfalls eine Atempause gegeben. Sie hacken keine Bank. Sie hacken Europa." (Zitat S. 480)(gemeint ist der russische Geheimdienst SWR, der Nachfolger des KGB). Der äußerst spannende showdown in der Bank lässt einen der Auflösung entgegenfiebern; der Plot ist (soweit) stimmig und auch im Epilog gibt es interessante Wendungen zu entdecken.Fazit:Ein spannender, flüssig zu lesender Krimi - oder vielmehr Agententhriller, dem es an gut recherchierten Inhalten zu den eigentlichen "Strippenziehern" an den Machtgebilden dieser Welt nicht eben fehlt und das flaue, aber untrügliche und nachdenklich stimmende Gefühl beim Leser hinterlässt, dass dies nur ein kleiner Ausschnitt oder auch eine "Spitze des Eisbergs" all dessen sein könnte, was wir nicht wissen (sollten). Es geht um Machtinteressen, die hinter den bekannten politischen "Kulissen" längst im Verborgenen laufen und die politischen Konstellationen des Weltgeschehens im eigentlichen Sinne bestimmen. Einem Interview mit der Autorin war zu entnehmen: "Wir müssen wieder mehr analog werden. Die digitale Welt soll uns dienen - und sich nicht schamlos an uns bedienen." Dem ist nichts mehr von meiner Seite hinzuzufügen - ausser, dass ich "Stimme der Toten" als hochaktuellen, politisch brisanten und auch sozialkritischen Agententhriller einstufe, der mir sehr gut gefallen hat und daher eine Leseempfehlung sowie 5 */95° auf der "Krimi-Couch" erhält!

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  • Gelungener Nachfolgekrimi, den man nicht einfach so weg liest

    Stimme der Toten

    Xanaka

    07. October 2017 um 23:00

    Judith Keppler lebt ihr Leben als versierte Tatortreinigerin. Zufrieden ist sie damit nicht, aber auch nicht in der Lage das zu ändern. Dann wird sie von ihrem Chef in ein großes Bankhaus geschickt, dort soll sie tätig werden. Ein Mann ist in die Tiefe gestürzt, alles deutet auf Selbstmord hin. Als Judith unter dem Waschbecken einen blutigen Fingerabdruck entdeckt und die Kripo darüber informiert, werden andere auf sie aufmerksam. Plötzlich steckt sie mitten in einer Verschwörung.Schon der Prolog, der mit seiner Handlung in das Jahr 2010 zurückkehrt, lässt Erinnerungen an den ersten Band „Zeugin der Toten“ aufkommen. Schnell wird beim Lesen klar, dass die Ereignisse aus dieser Zeit, die sich damals um die Lebensgeschichte der Judith Keppler drehten, wieder mit den damaligen Geschehnissen zu tun haben. Aber nicht nur das. Die verschiedenen Handlungsstränge, das Geschehen in der Bank, das plötzliche Interesse der Geheimdienste Judith und ihrer Geschichte, sowie die Begegnungen mit Menschen aus ihrer Vergangenheit laufen zunächst parallel. Geschickt gelingt es der Autorin diese miteinander zu verknüpfen, ohne den Faden zu verlieren. Sie treibt die Handlung voran, lässt ihre Protagonisten agieren und die Spannung steigt. Auch der geschickt eingebaute Nebenschauplatz um Tabea, einem fast verwahrlosten Mädchen aus dem Nachbarhaus, gibt dem Ganzen einen zusätzlichen Kick.Ohne dass man während des Lesens die Spur verliert nimmt die Geschichte an Spannung zu. Dabei ist es besonders schön mitzuerleben, wie die Protagonisten sich weiterentwickeln bzw. verändern. Gerade bei Judith wird diese Veränderung deutlich. Sie wacht aus ihrer Lethargie auf und beginnt zu agieren.Die Handlung ist fesselnd, dramatisch und packend und das vom Anfang bis zum Ende des Buches. Der Schreibstil ist flüssig, die Dialoge sind ansprechend – beides erleichtert das Lesen ungemein. Die Autorin schreibt in einem guten Tempo, so dass man das Buch gar nicht aus den Händen legen mag. Besonders gut hat mir gefallen, dass sich Elisabeth Herrmann wieder an ein Thema herangewagt hat, über das man im Nachhinein nicht mehr so viel weiß. Auf jeden Fall trägt sie mit diesem Buch mit zur Vergangenheitsbewältigung bei und regt mit diesem Buch erneut zum Nachdenken an. Mir gefällt es wie Vergangenheit und Gegenwart abwechselnd sehr authentisch beschrieben werden. Dieses Buch ist nicht einfach "nur ein Krimi", sondern auch eine Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte, die nicht in Vergessenheit geraten darf. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.

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  • Stimme der Toten - Spannend; Langweile Fehlanzeige

    Stimme der Toten

    wildflower369

    25. September 2017 um 15:51

    Als ich auf lovelybooks die Inhaltsangabe las, war ich begeistert und wußte: Dieses Buch musst du lesen.Also gesagt, getan. Judith Kepler ist Cleanerin, eine der Besten. Sie wird an einen Tatort gerufen, um die Spuren eines Todesfalls zu entfernen. Doch diesmal entdeckt sie eine Blutspur, die dort nicht hingehört. Sie gerät in ein schmutziges Spiel um Manipulationen im Wertpapiergeschäft und in eine Spionagegeschichte, bei der sie eine weitere Spur zu ihrer eigenen Vergangenheit findet. Ich war von der ersten Seite an begeistert, denn Elisabeth Herrmann schafft es, die Spannung bis zur letzten Seite zu steigern. Sman merkt erst am Schluss, das man vor Spannung die Luft angehalten hat. Ich wünsche mir noch einen weiteren Fall für Judith Kepler, vielleicht auch mal ein bißchen mit Liebe für sie.

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  • Spannender und komplexer Krimi - oder auch ein Agenten-Thriller

    Stimme der Toten

    FlotterAnton

    22. September 2017 um 17:48

    Stimme der Toten ist nach Zeugin der Toten der zweite Band um die Tatortreinigerin Judith Kepler. Man muss den Vorgänger aber nicht unbedingt gelesen haben, um der Handlung folgen zu können. Im Prolog gibt es einen kurzen Abriss mit den wichtigsten Informationen, die zum Verständnis erforderlich sind. In einer international tätigen Bank hat es einen Todesfall gegeben und Judith wird als Cleaner an den Ort des Geschehens geschickt. Sie entdeckt etwas, das die Polizei an den vermeintlichen Selbstmord zweifeln lässt. Auf einmal befindet sich Judith in einem groß angelegten Sabotage-Plan mitten zwischen Agenten und ehemaligen Agenten und die Spuren gehen weit zurück bis zu Zeiten der DDR und tangieren auch Judiths Kindheit. Unmöglich zu sagen, wem sie noch trauen kann oder wer sie nur für die eigenen Zwecke missbraucht. Es ist ein komplex angelegtes Verwirrspiel mit einigen unvorhergesehenen Wendungen. Sehr aufregend und anschaulich geschildert fand ich auch den Neben-Schauplatz als Judith privat mit der Nazi-Szene in Berührung kommt. Persönlich mag ich ja den etwas verschrobenen und kratzbürstigen Charakter der Protagonistin obwohl sie es dem Leser nicht einfach macht, sie zu mögen. Die Umsetzung ist der Autorin perfekt gelungen. Trotz des nicht simplen Schreibstils lässt sich die Geschichte sehr flüssig lesen. Obwohl das Buch mit über 500 Seiten sehr umfangreich ist, weist die Geschichte keine Längen auf und Spannung ist jederzeit gewährleistet. Mir hat auch dieses Buch von Elisabeth Herrmann sehr gut gefallen und ich vergebe 5 Sterne.

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  • Thriller mit politischer Note

    Stimme der Toten

    gagamaus

    21. September 2017 um 14:43

    Es wurde bereits von Vorrezensenten erwähnt, dass die Einordnung als Kriminalroman wohl eher auf den Vorgänger-Romanen der Autorin begründet ist, denn hier handelt es sich doch eher um einen Thriller, denn obwohl der Auslöser ein Mord bzw. die verwischten Spuren am Tatort sind, so ist es doch über weite Strecken eben kein klassischer Kriminalroman mit einem Ermittler und der Suche nach dem Täter.Aber mir war das schon im ersten Band dieser Reihe um die Tatortreinigerin Judith ein Dorn im Auge. Der einzige, denn ich wurde ansonsten wieder sehr gut unterhalten.Es gefällt mir ausnehmend gut, dass die Romane von Elisabeth Herrmann allesamt - und so auch dieser - sehr politisch sind, wobei sie sich nicht nur auf die Vergangenheit fokussiert, sondern durchaus auch akutelle heiße Themen anfasst. Oder sollte man vielleicht sagen, diese Themen sind zeitlos und gab und gibt es schon, solange es die Geschichtsschreibung und Romane gibt.Auf jeden Fall ein sehr unterhaltsames Buch mit einer ungewöhnlichen und sperrigen Heldin. Das erinnert ein klitzekleines bisschen an Lisbeth Salander. Aber trotzdem gut.

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    • 2
  • Zwischen den Fronten

    Stimme der Toten

    Maddinliest

    18. September 2017 um 21:34

    Judith Kepler Arbeitet als sogenannte "Cleanerin", eine Fachkraft für die Reinigung von Tatorten. Als sie in eine Bank gerufen wird, um die Spuren eines vermeintlichen Selbstmords zu entfernen, bemerkt sie Blutspuren an einem Waschbecken, welche der Tote unmöglich dort hinterlassen haben kann. Die Ermittlungen laufen nun auch in Richtung Mord und lassen die Funktion des Toten plötzlich in  einem anderen Licht erscheinen. Der Tote hatte eine Aufgabe zu erledigen, für die nun Ersatz her muss, und Judith Kepler soll nun diesen Part übernehmen. Sie wird so in einen Strudel von Verbrechen und Gewalt gezogen und mit ihrer eigentlich schon abgeschlossenen Vergangenheit konfrontiert..."Stimme der Toten" ist mein erstes Buch von Elisabeth Herrmann und ich bin aufgrund der zahlreichen positiven Resonanzen ihrer bisherigen Bücher mit einer großen Erwartung gestartet. Ich wurde zunächst überrascht, da ich mit einem Kriminalroman gerechnet  und einen packenden und sehr vielschichtigen Thriller vorgefunden habe. Die Autorin erzählt die Geschichte in einem sehr bildreichen und rasanten Schreibstil, der sich hervorragend lesen ließ. Die sehr komplexe und unglaublich clever aufgebaute Story verlangt aber auch schon die volle Aufmerksamkeit, um dem Geschehen in allen Teilen folgen zu können. Es wird mit Perspektiv- und Zeitwechseln gearbeitet und es erhalten eine Vielzahl von Protagonisten ihren Auftritt. Nichts desto trotz entwickelt sich hieraus ein anspruchs-voller und richtig spannenden Thriller, bei dem die Hauptprotagonistin zwischen die Fronten unterschiedlicher Lager gerät. Der Spannungsbogen wird aus meiner Sicht gut aufgebaut und durch die Vielschichtigkeit und immer wieder auftretenden  Wendungen in der Geschichte auf einem hohen Niveau gehalten. Das Finale nimmt dann noch einmal deutlich an Tempo auf und konnte mich voll und ganz überzeugen.Insgesamt konnte meiner Meinung nach Elisabeth Herrmann mit "Stimme der Toten" die Vorschusslorbeeren absolut rechtfertigen und hat mich mit einem fesselnden Thriller auf der ganzen Linie überzeugt. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit vollen fünf von fünf Sternen.

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  • Gefangen in der Welt der Spione

    Stimme der Toten

    Givemeabook

    14. September 2017 um 14:47

    Stimme der Toten steht jetzt neben Zeugin der Toten in meinem Bücherregal. Das Cover gefällt mir besser als das schwarz-rote von Zeugin der Toten (obwohl ich schwarz-rot bei Krimis durchaus äußerst passend finde). Die Regentropfen (oder sind es die vielen von Judith geweinten Tränen) sehen so echt aus, dass man sie wegwischen möchte. Der Einstieg in Judith Keplers Leben ist problemlos möglich. Ihre Vorgeschichte, die gescheiterte Republikflucht ihrer Eltern und ihreunglückliche Kindheit in einem DDR Kinderheim bleiben nicht gänzlich unerwähnt. Als Tatortreinigerin wird Judith in eine Bank gerufen, in der es einen rätselhaften Todesfall gegeben hat. Ihrer Aufmerksamkeit und Gründlichkeit entgeht es nicht, dass mit diesem Selbstmord etwas nicht stimmt. Sie bekommt den Auftrag für Reinigungsarbeiten im Hochsicherheitsbereich und weiterhin Zugang zu der Bank. Dadurch gerät sie mitten hinein in einen von Russland geplanten Hacker-Angriff, der von Bastide Larcan geleitet wird. Er kennt Einzelheiten aus ihrer Vergangenheit, die selbst für sie noch im Verborgenen liegen. Sie bekommt den Verdacht, dass Larcan über die Ermordung ihres Vaters Bescheid weiß oder sogar darin verstickt war. Bei Cyber-Kriminalität geht es nicht zimperlich zu und Judith hat außer Geheimdiensten auch noch Hacker und Söldner gegen sich. Doch damit nicht genug, auch Neonazis machen ihr das Leben schwer. Ein kleines Mädchen, das zu seinem Vater in ein komplett von Rechtsextremen übernommenes Dorf kommt, klammert sich an Judith. Sie hat sich um Tabea gekümmert, als ihre Mutter, eine verwahrloste Alkoholikerin tot in der Wohnung gefunden wurde. Die kleine Tabea war allein und verloren und in Judith wurden die schmerzlichen Erinnerungen an ihre eigene Kindheit wach. Obwohl die beiden Hauptthemen des Romans, Cyber-Kriminalität und Neonazismus, topaktuell sind, erfüllt der Roman nicht ganz so gut meine Erwartungen wie der Vorgänger. Meine Erwartungshaltung – mehr Tatortreiniger und weniger Agenten – wurde nicht ganz erfüllt. 4 Sterne sind jedoch zu wenig, deshalb vergebe ich 5 Sterne, da der Thriller flüssig geschrieben ist, jede Menge unerwarteter Wendungen aufweist und ich von Anfang bis Ende bestens unterhalten wurde. Ich freue mich auf Teil 3!

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  • Hervorragender Thriller

    Stimme der Toten

    michael_lehmann-pape

    12. September 2017 um 13:02

    Hervorragender ThrillerEgal, wo man hinschaut, von der Story her, von den differenziert und in ihren Stärken, vor allem aber auch in ihren Schwächen und dunklen Seiten differenziert gezeichneten Figuren bis zur Gestaltung der einzelnen Szenen mitsamt präzise getroffener Atmosphäre, Wetterlagen, Tageszeiten, der knappen und treffenden Beschreibung von Räumen und Begegnungen, bis ins Detail hat Elisabeth Herrmann ihren neuen Thriller um die „Reinigungsfachkraft“ mit der besonderen Vergangenheit, Judith Kepler, gestaltet.Was zunächst wie ein einfacher „Cleaner“ Auftrag am Schauplatz eines vermeintlichen Selbstmordes in einer diskreten Finanzverwaltung vermögender Kunden wirkt, wird sich ebenso zu einem gefährlichen Einsatz und ein tiefes Hinabtauchen in die eigene Vergangenheit für Judith Kepler erweisen, wie die ebenfalls zunächst rein zufällige „Begegnung am Rande“ mit der kleinen Tabes.Beide Handlungsstränge führen in hochaktuelle und brisante gesellschaftliche Themen, bilden die Zerrissenheit der Personen und der wohl ganzen Gesellschaft spielerisch griffig ab und lassen es auch zunehmend während der Lektüre an Spannung nicht mangeln.Die sich zum Ende hin zusehends erhöhen wird, wenn ein drittes, ebenfalls brisantes, hochaktuelles Thema der internationalen Politik. (Oder sollte man gleich „Krieg hinter den Kulissen“ sagen) hinzutritt und sich langsam, aber sicher die breiten, internationalen Verflechtungen hinter all den Strategien und Plänen konkretisieren.Wer ist Freund, wer ist Feind? Warum bietet dieser Mann Namens Larcan soviel Geld für eine Infiltration der Finanz-Firma? Was hat es mit Tabeas Vater in diesem merkwürdigen Dorf in Brandenburg auf sich? Woher kennt Larcan sovielmal Details aus Judiths vergangenem Leben? Was hat der BND damit zu tun und wie passt jener Mann in das ganze Bild hinein, dem Judith Kepler ihr Herz geschenkt hat (und damit ziemlich auf die Nase gefallen ist). Und warum ist es so lebensgefährlich, auch für einen Jungen Hacker, aussteigen zu wollen aus dieser zwar clever geplanten, doch in den Motiven eher simpel wirkenden Infitratione?Hinter so manch rauen Schalen (bei Judith selbst, aber auch bei ihrem Chef) verbergen sich Mut und Aufrichtigkeit, hinter manchen „sauberen“ Fassaden von mächtigen Büros und akribisch gepflegten Häusern im Dorf ist Dunkles zu finden und über allem schwebt die Frage, was genau damals mit Judiths Eltern geschehen ist, bei denen vor allem ihr Vater als erfolgreicher Agent der DDR eine tragende Rolle gespielt hat.Hacker, Nationalisten, Geheimniskrämer, Agenten mit klarer und harter Kante, die Welt „ganz oben“ (wo alle anderen sich gar nicht schnell genug und tief genug bücken können) und „ganz untern“ bei Flüchtlingen („Fidschis“ genannt von manchen Gruppen im Buch), farbenfroh, düster und atmosphärisch dicht wechselt Herrmann die Schauplätze und Perspektiven und erschafft am Ende ein in sich geschlossenes und bestens zu lesendes Verschwörungsgebilde, dessen Lektüre flüssig und spannend Seite für Seite füllt.

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  • (Guter!) Agententhriller statt Kriminalroman – aber eben trotzdem: Gans gekauft, Ente bekommen

    Stimme der Toten

    Caillean79

    05. September 2017 um 21:19

    Das Buch hat bei mir zunächst falsche Erwartungen geweckt. Da der Job von Judith Kepler, der Hauptperson dieses Romans, im Klappentext so in den Mittelpunkt gestellt wurde, habe ich einen Kriminalroman erwartet. Und zwar einen, bei dem die Tatortreinigung ausschlaggebende Hinweise bringt und die Tatortreinigerin quasi zur Ermittlerin wird. Das indiziert auch der Titel, denn als „Stimme der Toten“ vermutete ich, dass Judith nicht eher ruht, bis sie den wahren Mörder gefunden hat. Dem ist aber nicht so. Zwar entdeckt Judith bei der Tatortreinigung tatsächlich eine bisher übersehene Spur.  Aber dann entwickelt sich alles ganz anders, als ich mir das vorgestellt hatte: Statt zur Ermittlerin zu werden, versucht Judith eher, bloß nicht aufzufallen und der Polizei aus dem Weg zu gehen. Ihre „Ermittlungen“ sind mit der Meldung der Spur am Tatort schon erschöpft und was dann kommt, ist ein undurchschaubarer und komplexer Agententhriller rund um die Ex-DDR und den Kalten Krieg. Die ehemaligen und noch aktiven Spitzel der Großmächte geben sich ein Stelldichein und Judith steckt auch hier unfreiwillig mittendrin. In einer Nebenhandlung wird auch Rechtsextremismus thematisiert – diese Szenen haben mich am meisten gefesselt. Aus meiner Sicht wäre das schon genug Stoff für einen (ausschließlichen) Kriminalroman gewesen. Wäre das Buch entsprechend angekündigt gewesen, hätte ich mich darauf eingestellt einen Agententhriller zu lesen und meine Erwartungen wären andere gewesen. Denn als solcher ist das Buch gut geschrieben, mit vielen Wendungen, falschen Fährten und unergründlichen Figuren. Dann hätte ich wahrscheinlich 4 Sterne vergeben. Aber als Kriminalroman und mit diesem Titel & Klappentext führt er den Leser leider auf eine falsche Fährte. Der eine oder andere wird – wie ich – ein wenig enttäuscht sein, dass er eine Gans gekauft hat und eine Ente drin steckt. Aber wer auf vielschichtige Thriller mit Irrungen & Wirrungen steht, der könnte mit „Stimme der Toten“ einen Volltreffer landen.

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  • außergewöhnlich

    Stimme der Toten

    VroniCaspar

    05. September 2017 um 10:51

    Stimme der Toten von Elisabeth Herrmann Judith Kepler wird als Tatortreiniger in eine Bank bestellt um Spuren eines angeblichen Selbstmordes zu entfernen. Sie ist immer zur Stelle, wenn irgendwo sichtbare Spuren eines Unfalls oder dergleichen hinterlassen werden. Dabei stößt Judith auf Blutspuren, die von der Polizei übersehen wurden. Zudem versuchen Hacker gegenwärtig die Bank für ihre Zwecke zu manipulieren und gehen mit äußerst gewalttätigen Mitteln ans Werk. Als Judith ihre Beobachtung der Polizei meldet gerät sie unerwartet zwischen die Fronten des KGB und BKA, lange zurück liegende Ereignisse kommen an die Oberfläche und sind wieder aktuell. Auch Judiths Familie ist darin verstrickt. Ihr Großvater und ihre Eltern waren nicht das, was man sich als normale Eltern vorstellt und wünscht. Eigentliche habe ich mich noch nie gefragt, wer all die Spuren nach einem Unfall bzw. Todesfall beseitigt. Klar muss es jemand geben, wie Judith, die mit den entsprechenden Mitteln alles wieder in Ordnung bringt. Judith ist mir sehr ans Herz gewachsen. Trotz ihres tristen Berufs ist sie menschlich geblieben, humorvoll und äußerst entschlossen. Unerschrocken folgt sie den Spuren ihrer Vergangenheit und die Wahrheit ist nicht das was sie zu finden hoffte. Ihre Fürsorge für Tabea hat sie mir sehr sympathisch gemacht. Die Hauptfigur des Tatortreinigers ist gut durchdacht und mit Ihrer speziellen Verbindung in die „Stasizeit“ ist der Krimi turbulent und vielschichtig. Den Vorgänger „Zeugin der Toten“ habe ich leider nicht gelesen, werde ihn aber im Auge behalten. „Stimme der Toten“ ist ein Krimi mit einem erfrischenden Schreibstil, der sehr kurzweilig und facettenreich ist und mich von Anfang bis Ende bestens unterhalten hat.

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  • Nicht so stark wie manch anderes Buch von Frau Herrmann

    Stimme der Toten

    brauneye29

    31. August 2017 um 23:19

    Zum Inhalt:Judith Kepler ist Tatortreinigerin. Sie wird gerufen, wenn der Tod Spuren hinterlässt, die niemand sonst beseitigen kann. In einem großen Berliner Bankhaus ist ein Mann in die Tiefe gestürzt. Unfall oder Selbstmord? Meine Meinung:Durch die sehr detailreiche Erzählung zieht sich das Buch in Teilen etwas. Auch ist es insgesamt eher ein Roman als ein Krimi. Sicher gibt es auch einen krimiartigen Part, aber das erschien mir nicht als so gewichtig. Besonders gut hat mir der Teil um Tabea gefallen. Die Hauptprotagonistin Judith hat mir wieder gut gefallen. Die wenig unangepasste und von ihrer Kindheit gezeichnete Frau hat was an sich, was mir einfach gut gefällt. Der Schreibstil ist durch den Detailreichtum etwas schwergängig und damit auch nicht so flüssig zu lesen. Dennoch insgesamt ein gutes Buch.Fazit:Nicht so stark wie manch anderes Buch von Frau Herrmann 

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  • feinste Krimikunst

    Stimme der Toten

    robbylesegern

    31. August 2017 um 19:40

    Elisabeth Herrmann ist für mich ein Garant für intelligente Krimis und dies beweist sie auch mit ihrem neusten Buch " Stimme der Toten ".Der zweite Band , der sich um die Tatortcleanerin Judith Keppler dreht ,überzeugt wieder mit einer interessanten Geschichte, die politischen Hintergrund hat und mich sehr überzeugt hat.Inspirieren lassen hat sich die Schriftstellerin vielleicht vom US Wahlkampf, der ja immer wieder mit der Manipulation des Wahlkampfes von Seiten der Sowjetunion in Zusammenhang gebracht wurde. Dies spielt hier schon eine Rolle, aber auch Rechtsradikalismus in der reinsten Form.Die Themen verpackt die Autorin in eine spannende Geschichte, in deren Mittelpunkt Judith Keppler rückt, die auch hier wieder mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird.Die Figuren sind sehr lebendig beschrieben, sodass man ihnen beim Lesen schon sehr nahe kommt. Gerade Judith ist eine Protagonistin , die durch ihre Vergangenheit großes Interesse beim Leser hervorruft.Trotzdem dieser Band der zweite einer hoffentlich noch langen währende Reihe ist, kann man ihn auch unabhängig vom ersten Band lesen, obwohl sich das Lesen des ersten Bandes auf jeden Fall lohnt und man ihn nicht verpassen sollte. Aber alles wissenswerte wird dem Leser auch in diesem Band präsentiert, sodass man nicht eine Minute das Gefühl hat , irgendwas nicht zu verstehen.Ein lohnenswertes Krimierlebnis.

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  • Spannende Fortsetzung

    Stimme der Toten

    cybergirll

    26. August 2017 um 15:08

    Die Tatortreinigerin Judith Kepler wird zu einer Bank geschickt, dort hat ein Mitarbeiter der Bank offensichtlich Selbstmord begangen und nun heißt es wieder Ordnung schaffen.Doch Judith entdeckt Spuren die der Polizei entgangen sind. Jetzt heißt es warten bis die Polizei die Spuren gesichert hat.Judith hat bleibenden Eindruck hinterlassen und soll als Vorarbeiterin einer Reinigungskolonne in der Bank eingesetzt werden.Als sie dann Besuch von Bastide Larcan bekommt, ein mysteriöser Fremder der viel über die Vergangenheit Judiths weiß, lässt sie sich auf einen gefährlichen Handel ein.„Stimme der Toten“ ist eine gelungene Fortsetzung von „Zeugin der Toten“ von der Bestsellerautorin Elisabeth Herrmann.Der Prolog erzählt in Kurzform das Ende des 1. Teils in dem Judith Kepler, aufgewachsen in einem Kinderheim in der DDR, ihre wahre Identität erfahren hat.Mittlerweile sind 6 Jahre vergangen, Judith arbeitet immer noch bei Dombrowski als Reinigungskraft und Cleaner.Zu Kaiserley hat sie all die Jahre keinen Kontakt mehr gehabt. Dies ändert sich aber bald und mit Kaiserley taucht auch ein mysteriöser Mann namens Bastide Larcan auf.Dieser weiß erstaunlich viel über Judith, Dinge die eigentlich vom BND unter Verschluss gehalten werden.Und schon wird Judith Kepler wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt und ist bald darauf auch wieder in höchster Gefahr.Da ich den 1. Teil gelesen habe hat mich „Stimme der Toten“ von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen.Elisabeth Herrmann versteht es ihre Leser zu unterhalten. Sie schreibt in einer ruhigen und sehr spannenden Art, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen kann.Man muss den 1. Teil nicht zwangsläufig gelesen haben, die wichtigsten Ereignisse werden im Buch kurz angerissen. Trotzdem würde ich es jedem empfehlen erst „Zeugin der Toten“ zu lesen, den es ist wirklich lesenswert und man freut sich dann umso mehr die bekannten Protagonisten in „Stimme der Toten“ wieder zutreffen.Das Ende des 2. Teils macht dann auch noch Hoffnung auf einen 3. Teil der hoffentlich nicht so lange auf sich warten lässt wie Teil 2.

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  • Beste Kriminalliteratur mit grossem Realitätsbezug

    Stimme der Toten

    sapperlot

    17. August 2017 um 10:24

    Beim Stöbern querbeet durch das riesige Angebot bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden und ich habe mir das E-Book spontan auf meinen Kindle geladen. Von Elisabeth Herrmann habe ich bis dato noch kein Buch gelesen aber die durchschnittlichen Bewertungen ihrer bisher veröffentlichten Kriminalromane sind gut bis sehr gut und die Kurzbeschreibung verspricht einen vielschichtigen Krimi mit mehreren interessanten Handlungssträngen. Auch das es fast 550 Seiten sind spricht mich an, da ein längerer Krimi meist etwas mehr "Drumherum" um die diversen Handlungsfäden besitzt.Von Beginn weg bin ich beeindruckt, mit welch unerschütterlicher Ruhe Elisabeth Herrmann die Geschichte einfädelt und erzählt. Zudem ist die literarische Qualität meiner Ansicht nach weit über dem üblichen Genredurchschnitt. Dies mag einerseits durch den Verzicht auf billige Effekthascherei mit künstlich erzeugter Lesetempobolzerei durch kurze Kapitel die meist mit unsäglichen Cliffhangern enden geschuldet sein. Anderseits ist hier eine überaus talentierte Geschichtenerzählerin am Werk die das Métier des Schreibens beherrscht. Diese Kombination ist die erfolgsversprechende Basis eines jeden guten Kriminalromans.Auf den Inhalt möchte ich nicht detailliert eingehen, da die Kurzbeschreibung des Verlags die Ausgangslage treffend zusammenfasst. Stellenweise hatte ich das Gefühl, ich müsste Detailwissen aus dem ersten Roman mit Judith Kepler als Hauptfigur besitzen. Dies ist natürlich Quatsch da dieser Krimi im Jahr 2011 veröffentlicht wurde und niemand kann von den Lesern erwarten nach über sechs Jahren noch Detailkenntnisse im Gedächtnis zu haben. Vielleicht kommt dieser Eindruck auch daher, dass ein eminent wichtiger Handlungsfaden sich intensiv mit der Vergangenheit oder besser der Kindheit von Judith Kepler befasst. Woher kommt Judith? Was ist mit ihren Eltern geschehen? Was für ein Insiderwissen wird bewusst verschwiegen?Ein Attentat soll in Berlin verübt werden was den ganzen europäischen Kontinent erschüttern soll. Nein, nicht mit der zerstörerischen Kraft einer riesigen Bombe oder das Töten eines hochrangigen Politikers sondern durch filigrane Cyberkriminalität. Was haben wir Leser in den vergangen 10-Jahren gelernt welche Branche "Too-big-to-fail" ist? Richtig! Es sind die Banken welche systemrelevant sind und mit viel zu viel Steuergeld vor dem Untergang gerettet wurden und immer noch werden. Eine dieser Lebensnerven der Finanzwelt soll nun gehackt und Daten manipuliert werden. Dies ist eine teuflisch schwere Aufgabe die minutiös geplant und vorbereitet werden muss. Natürlich sind die grossen Geheimdienste der Welt involviert und es entwickelt sich ein Spionageroman mit Agenten und Doppelagenten sowie unabhängigen Söldner die sich opportunistisch immer in den Dienst stellen, welcher ihnen meisten bezahlt.Als wären Judith Keplers Vergangenheit und die Spionagegeschichte nicht schon genug zum Verarbeiten in einem Kriminalroman wird auch noch ein Nachbarskind von Judith zum Thema, das von einer Kinderschutzbehörde in ein abgelegenes kleines Dorf abgeschoben wird in dem rechtsradikale Kreise das Dorf beherrschen und Andersdenkende terrorisieren. Alles in allem eine Mammutaufgabe die sich die Autorin gestellt hat aber sie löst diese grosse Herausforderung mit Bravour! Als Leser ist man jederzeit gedanklich voll auf der Höhe des Geschehens und kann den verschiedenen Handlungssträngen problemlos folgen. Vorahnungen was geschehen könnte hatte ich aber ich musste lernen, dass ich meist falsch lag und ich mich besser voll und ganz auf die Handlung konzentriere und mich von Elisabeth Herrmann virtuell an die Hand nehmen und mich von ihr durch die Geschichte führen lasse.Fazit: Ganz grosses Erzählkino! Politische und wirtschaftliche Brisanz in einen tagesaktuellen Kriminalroman gepackt. Die Art und Weise wie diese Geschichten in der Geschichte erzählt werden und miteinander verstrickt sind erinnert mich an den berühmten und leider viel zu früh verstorbenen Stieg Larsson! Ein grösseres Kompliment kann ich nicht machen. Im Nachhinein bereue ich es, "nur" das E-Book gekauft zu haben. Ein solch tolles Buch gehört eigentlich in gedruckter Ausgabe in meine Bibliothek.

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  • Hochspannender Kriminalroman

    Stimme der Toten

    Lilli33

    14. August 2017 um 06:55

    Gebundene Ausgabe: 544 Seiten Verlag: Goldmann Verlag (14. August 2017) ISBN-13: 978-3442313914 Preis: 20,00€ auch als E-Book erhältlich Hochspannender Kriminalroman Inhalt: Judith Kepler, Putzfrau mit der Zusatzqualifikation Tatortreinigung, soll die Spuren eines Todessturzes in einer Berliner Bank beseitigen. Dabei fällt ihr etwas auf, was der Polizei entgangen ist, und aus dem vermeintlichen Selbstmord wird ein möglicher Mord. Damit steckt Judith Kepler schon ganz tief in einer Verschwörung, denn sie gerät ins Blickfeld eines gewissen Bastide Larcan, der über ihre Vergangenheit Dinge weiß, die eigentlich der Geheimhaltung unterliegen. Meine Meinung: „Stimme der Toten“ ist der Nachfolgeroman von „Zeugin der Toten“ aus dem Jahr 2011. Man kann ihn aber problemlos ohne Vorkenntnisse lesen. Mit dem Prolog, der sechs Jahre zuvor spielt, erhalten wir einen kleinen Einblick in Judiths Familiengeschichte, gerade so viel, wie man wissen muss, um die nachfolgenden Ereignisse zu verstehen. Dabei geht es schon gleich hochspannend los. Diese Spannung hält Elisabeth Herrmann über die ganze Länge des Romans. Judith und mit ihr der Leser kommen kaum einmal zum Durchatmen. Judith findet sich in einer sehr unangenehmen Lage wieder. Zum einen wird sie zur Mithilfe beim Hacken der CHL-Bank gezwungen, dann kommt sie auch noch Neonazis in die Quere, und über allem liegt die Ungewissheit, was ihr als Kind wirklich passiert ist, wer Schuld daran trägt, dass sie ihre Eltern verloren und eine katastrophale Kindheit und Jugend erleiden musste. Elisabeth Herrmann hat hier ein geniales Netz der verschiedenen Charaktere gesponnen. Diverse Geheimdienste mit aktiven sowie ehemaligen Mitarbeitern sind an der Geschichte beteiligt, und es ist unklar, wer wie mit drin hängt. Wem kann Judith vertrauen, wer steht hinter ihr, wer benutzt sie oder einen der anderen Beteiligten für seine Zwecke? Mir hat dieses Verwirrspiel ausgesprochen gut gefallen. Die Autorin konnte mich immer wieder auf falsche Fährten locken und mich auch immer wieder überraschen, weil sich so manche Person als ganz anders erwies, als ich zuerst dachte. Auch der Schreibstil ist toll. Viele Dialoge lassen die Figuren lebendig wirken. Die Sprache ist nicht simpel, aber trotzdem einfach zu lesen. Von ein paar Kleinigkeiten abgesehen, wo ich Judith hätte schütteln können, weil sie im Begriff war, etwas wirklich Dummes zu tun, hat mich dieser Kriminalroman von Elisabeth Herrmann mal wieder rundum begeistert. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Die Judith Kepler-Reihe: 1. Zeugin der Toten 2. Stimme der Toten ★★★★★ Herzlichen Dank an den Goldmann Verlag und das Bloggerportal, die mir ein Rezensionsexemplar zugeschickt haben.

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