Elisabeth Herrmann Versunkene Gräber

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Inhaltsangabe zu „Versunkene Gräber“ von Elisabeth Herrmann

Verschollene Briefe, eine alte Familiengruft und ein grausamer Mord – Anwalt Vernau kommt einem düsteren Geheimnis auf die Spur Einige Jahre sind vergangen, seit Anwalt Joachim Vernau den Drahtziehern eines Mordkomplotts das Handwerk gelegt hat. Auch die gemeinsame Kanzlei mit seiner Ex-Partnerin Marie-Luise ist längst Geschichte. Bis ihn ein Hilferuf aus Polen erreicht: Jazek, der gemeinsame Freund aus längst vergangen Tagen und durchzechten Nächten, sitzt mit einer Mordanklage im Gefängnis und beteuert seine Unschuld. Vernau ist entschlossen, Jazek zu helfen, und reist nach Polen. Versunkene Gräber auf einem alten Friedhof sind die erste Spur. Verlorene Briefe und vergessenes Leid ziehen Vernau immer weiter hinein in den Strudel der Ereignisse des Jahres 1945. Flucht und Vertreibung, Ende und Neuanfang - damals kreuzten sich die Schicksale von Tätern und Opfern, und Entsetzliches geschah. Doch erst Generationen später steigt das Grauen noch einmal aus dem Grab, und wer sich ihm entgegenstellt, muss sterben.

Ein Abriss der deutsch-polnischen Geschichte im Krimiformat. Herrmann war schon besser, macht aber dennoch Lust auf eine Reise an die Odra.

— alasca
alasca

Wer trägt die Schuld an einem Verbrechen, welches vor mehr als 70 Jahren seinen Anfang nahm? Ein brisantes Thema, sehr gut aufgearbeitet!

— gretchen2808
gretchen2808

Sehr spannend und verdammt gut recherchiert...absolut empfehlenswert!

— JessSoul
JessSoul

Spannende Unterhaltung!

— Kerstin-Lange
Kerstin-Lange

Gutes Buch, ein bisschen langatmig.

— Feuersternchen
Feuersternchen

Ein kriminell gut aufbereitetes Stück deutsch-polnischer Geschichte - chapeau!

— SigiLovesBooks
SigiLovesBooks

Gut geschriebener Krimi, der bis zum Schluss spannend ist!

— jasbr
jasbr

Solider Krimi, der eine wunderschöne Sprache aufweist und die Spannung am Ende nochmal aufschäumen lässt wie einen guten Perlwein.

— Lizzy_Curse
Lizzy_Curse

Es gibt vielleicht spannendere, aber kaum besser geschriebene Krimis als die von Frau Herrmann - der gehört dazu!

— LinusGeschke
LinusGeschke

Zum Ende hin nimmt die Handlung Fahrt auf, wird spannend und geheimnisvoll. Der Anfang ist mir leider zu konfus und undurchsichtig.

— Elfenblume
Elfenblume

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    Versunkene Gräber
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. December 2016 um 20:18

    Nachdem ich schon ein recht gutes Buch der Autorin gelesen hatte, wollte ich auch andere Bücher von ihr entdecken. Anhand des düsteren Covers und dem wirklich interessanten Klappentext, habe ich für versunkene Gräber entschieden. Die Autorin entführt den Leser hier in ein sehr spannendes Thema der deutsch-polnischen Geschichte. Sehr anspruchsvoll aber nicht trocken dieser Krimi.Der Schreibstil hat mir gut gefallen, sehr flüssig, der Spannungsbogen verläuft sehr interessant, weswegen mir das Lesen sehr viel Spaß bereitet hat. Einziges Manko waren die Längen im mittleren Teil des Buches, wo es leicht zäh zuging und dazu geführt hat, beim Lesen Pausen einzulegen. Darüber kann man jedoch sehr gut hinwegsehen, denn das Ende ist einfach nur spannend. Besonders gut hat mir der Rückblick in die Vergangenheit zum Ende des zweiten Weltkriegs, man merkt das die Autorin hier sehr gut recherchiert hat und es wirkt zu jeder Zeit sehr realitätsnah und vor allem authentisch. Ein weiterer Aspekt, der mit gut gefallen hat, war das hervorheben des Weinanbaus, womit ich mich zwar noch nie beschäftigt habe, es aber durchaus spannend fand.Die Autorin hat auch am Anfang auf Perspektiv-wechsel gesetzt, was mich anfangs leicht verwirrt hat aber trotzdem sehr spannend war. Die Protagonisten machen Lust auf mehr, sie sind einfach authentisch und interessant gestaltet. Dadurch war das Lesen noch interessanter. Für mich war es das erste Buch über Vernau aber auf jeden Fall nicht das letzte. Man hat auch als Neueinsteiger in die Reihe, keine Probleme in die Geschichte zu kommen aber einige Anspielungen auf die Vergangenheit habe ich doch bemerkt. Für vollen Lesegenuss sollte man vorher die Reihenfolge beachten.Fazit:Für mich ein sehr gut durchdachter Krimi, den ich auf jeden Fall empfehlen kann. Leider zur Mitte etwas in die Länge gezogen ansonsten aber sehr spannend. Die Protagonisten sind unglaublich authentisch und machen Lust auf mehr Abenteuer und Spannung!

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  • Nie wieder Krieg!

    Versunkene Gräber
    gretchen2808

    gretchen2808

    14. August 2016 um 16:47

    Nicht einfach nur ein Krimi, nicht nur ein Toter. Die Autorin greift auf ein brisantes Thema zurück. Mehr als 70 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg und noch immer ist nicht alles geklärt. Erinnerungen an eine schreckliche Zeit, und eigentlich sind auch die Täter die Opfer.  Die eigentliche Schuld tragen ganz andere Leute. Leute die Millionen auf dem Gewissen haben.

  • Versunkene Gräber

    Versunkene Gräber
    SigiLovesBooks

    SigiLovesBooks

    12. September 2015 um 19:30

    "Verschollene Briefe. Ein alter Friedhof und ein grausamer Mord. Anwalt Vernau kommt einem düsteren Geheimnis auf die Spur".(Quelle: Buchrückentext) Dieser sehr spannende Kriminalroman von Elisabeth Herrmann erschien 2013 im Goldmann tb-Verlag und ich kann mich einigen Rezensenten von der Krimi-Couch nur anschließen: Es handelt sich um einen über einen Krimi, der viele andere in den Schatten stellt! Verortet ist er an der deutsch-polnischen Grenze; wo ein Mord auf einem alten deutschen Friedhof, dessen Gräber langsam versinken (der Titel passt daher bestens) geschieht: Da ein alter Freund Vernau's, Jacek und auch seine frühere Freundin Marie-Louise, ihres Zeichens ebenfalls Anwältin, in den Fall mehr als verstrickt sind - ersterer sitzt eine Weile in U-Haft und letztere wird per Haftbefehl gesucht, gräbt sich Vernau in diesen Fall ein, der ein tragisches Schicksal des Gebietes an der Oder und einer deutschen Winzerfamilie, die nach 1945 vertrieben wurde, als Hintergrund hat: Eine Zusammenarbeit mit einer polnischen Pflichtverteidigerin gestaltet sich erstmal schwierig, bevor die alten Vorurteile auch hier mehr und mehr aus dem Wege geräumt werden können..... Meine Meinung: Während der ersten ca. 150 Seiten konnte ich diesem Krimi nicht allzu viel abgewinnen (es ist das erste Buch der Autorin, das ich hier gelesen habe), jedoch nahm die Geschichte alsdann mächtig Fahrt auf: Die verworrenen Verflechtungen, entstanden gegen Ende des zweiten Weltkrieges an der deutsch-polnischen Grenze werden von Elisabeth Herrmann in aufwühlender Weise in den Krimi eingeflochten: Unrecht, Vertreibung, Elend in Kriegs- und Nachkriegszeiten sind die Thematik dieses außergewöhnlichen Krimis, der dann doch noch sehr viel Spannung und einen stimmigen Plot aufweist: Einer jener Krimis, die einen kriminalistischen Fall mit der unrühmlichen Geschichte des dritten Reiches genial verquickt, so dass der Leser hier einiges dazu lernen kann - falls er nicht ohnehin aus der Grenzgegend stammt. Ich habe nachgeschaut, wo Grünberg liegt - da ich diesen Ort an der Oder, einstmals deutsch, dann unter "polnischer Verwaltung" (1967 aus einem Atlas stammend) und heute zu Polen gehörend, nicht kannte: Sehr wohl kann man sich als Leser vorstellen, dass viele Deutsche, ob Winzer oder andere wohlhabendere Unternehmer, einiges haben "verschwinden" lassen oder auch vergruben, um es nach dem Kriege wieder an sich zu nehmen: Johannes war da sicher kein Einzelfall... Auch das "Mordmotiv" fand ich sehr interessant - wusste ich zuvor nichts von diesem bedeutenden "Jahrgang"... Fazit: Ein absolut lesenswerter, spannend geschriebener Kriminalroman mit einer unglaublichen atmosphärischen Dichte: Von mir gibt es 5 Sterne und 92° auf der "Krimi-Couch" für die hervorragende Verwebung des Falles mit der geschichtlichen Historie - chapeau! Ich freue mich bereits auf die anderen bereits erschienenen sowie den neuen Krimi von Elisabeth Herrmann!

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  • Gut geschriebener Krimi, spannend bis zum Schluss!

    Versunkene Gräber
    jasbr

    jasbr

    05. July 2015 um 22:43

    Wer einmal anfängt, legt dieses Buch nicht mehr aus der Hand. Es beginnt ganz ungewöhnlich mit einem Brief von 1945, der von einem fahnenflüchtigen deutschen Soldat verfasst ist. Während des Lesens tauchen immer mehr dieser Briefe auf, die nicht so richtig in das Buch zu passen scheinen. Die Haupthandlung spielt nämlich in der heutigen Zeit: Joachim Vernau, ein relaitv erfolgloser Anwalt, erhält einen Hilferuf aus Polen: Sein früherer Freund sitzt in Untersuchungshaft und seine Freundin Marie-Luise wird wegen Mordverdacht mit internationalem Haftbefehl gesucht. Was nun beginnt, ist die spannende Suche nach der Wahrheit. Dabei werden nach und nach immer mehr Verstrickungen aufgedeckt, die bis zum Kriegsende 1945 zurückreichen und ihre Wurzeln in Polen haben. Aber nicht nur die Jagd nach dem Mörder geht unter die Haut: In diesem Buch wird die Geschichte von der Vertreibung und dem Leid nach Ende des Zweiten Weltkriegs erzählt, wie man sie nicht aus dem Geschichtsunterricht kennt. Schonungslos beschreibt die Autorin hier den unmenschlichen Umgang mit den Menschen nach Kriegsende - egal welcher Nationalität. Das hat mich beim Lesen sehr berührt. Die Spannung steigt von Seite zu Seite und bleibt bis zum Schluss auf einem sehr hohen Level.  Die Sprache ist sehr gut und so lässt sich das Buch leicht lesen. Anfangs habe ich mir nur ein bisschen mit en polnischen Ortsnamen etwas schwer getan. Außerdem gibt es einige familiäre Verstrickungen, so dass ich auch etwas gebraucht habe, um mir zu merken, wer jetzt mit wem auf welche Weise verwandt ist. Dies zeigt aber, wie komplex und durchdacht dieser Krimi ist. Insgesamt ist das Buch ein toller Krimi ohne viel Blutvergießen, dafür mit sehr viel Emotionen!  Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

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  • Polonia

    Versunkene Gräber
    walli007

    walli007

    Polonia bezeichnet die im Ausland lebenden Polen und dazu gehörte auch Joachim Vernaus Kumpel der Automechaniker Jacek. Dieser ist schon vor etlichen Monaten zu seinem Vater nach Polen gezogen und er ist dabei einen alten Weinberg wieder zu bewirtschaften. Marie-Luise will mit Jacek eigentlich nichts mehr zu tun haben und deshalb fährt sie nach Polen, um ihm seine restlichen Sachen zu bringen. Vernau hat davon nichts mitbekommen, weil der Kontakt zu beiden irgendwie eingeschlafen ist. Umso überraschter und auch besorgter ist er als eine junge polnische Anwältin auftaucht und mitteilt, dass Jacek unter Mordverdacht im Gefängnis sitzt und Marie-Luise verschwunden ist. Sie hofft, dass Vernau sie zumindest über Marie-Luises Verbleib aufklären kann. Joachim Vernau begibt sich sofort auf die Suche nach seiner ehemaligen Weggefährtin und er will auch die Umstände um Jaceks Verhaftung aufklären, der im Leben keinen Mord begangen haben kann. Flucht, Vertreibung, Umsiedelung - das gehört zur deutsch polnischen Geschichte. Ebenso wie viele Deutsche wurden auch die Polen entwurzelt und ohne Unterstützung zurückgelassen. Gerade die Polen mussten sich das fremde Gut aneignen, ohne hundertprozentig sicher sein zu können, dass es in ihrem Eigentum verbleibt. Auch heute zeigt dieser geschichtliche Hintergrund noch Auswirkungen wie Vernaus neuer Fall deutlich macht. Unterschwellig ist die Geschichte noch nicht verarbeitet, werden gegenseitig Ansprüche geltend gemacht, die alte Wunden wieder aufbrechen lassen. Marie-Luise gerät hier eher zufällig zwischen die Fronten. Vernau hat einige Mühe hinter die Dinge zu kommen, über die keiner sprechen will. Doch in seiner Sorge um seine Freunde bleibt er immer am Ball bis sich die Hinweise zu einem überraschenden Ganzen fügen. Ein wenig dauert es bis dieser Fall sich rundet, doch sehr spannend und lehrreich, was die deutsch polnische Geschichte anbetrifft. Wenn man das Land, in dem man seitens der Eltern oder Großeltern selbst eine Art Wurzeln hat, bereits bereist hat, wird man sich viele Schilderungen der Autorin gut in Bilder umsetzen können und Joachim Vernaus Ermittlungen mit großem Interesse folgen.

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    Sabine17

    Sabine17

    25. December 2014 um 14:28
  • Elisabeth Herrmann - Versunkene Gräber

    Versunkene Gräber
    AlineWirths

    AlineWirths

    21. August 2014 um 11:11

     Nicht immer ist es für mich leicht, mich in Krimis zu versenken. Auch hier ist es mir nicht gelungen, das Buch in einem Zug durchzulesen. Dabei war es sehr interessant, aber für mich vielleicht auch starke Kost. Ich muss schon sagen, das die Autorin hier ein doch manchmal totgeschwiegenes thema aufnimmt und sehr gut verarbeitet. Deutsch- Polnisch. Eine gemeinsame Vergangenheit nicht nur hier im deutschen Land, sondern ebenso auch im polnischen. Sehr faszinierend irgendwie, auch wenn Geschichte nicht so meins ist, zumindest nicht in diese Richtung. Die Autorin schreibt in einem sehr gut lesbaren Schreibstil. Durch die Ausschweifungen erfährt man nicht nur die geschichtlichen Hintergründe, sondern auch die Verganenheit ihrer Protagonisten wird hervorragend beschrieben. Ihre Charaktere sind gut gezeichnet. Das ein oder andere Mal hätte ich auch gerne ein bisschen mehr Farbe gehabt, um mir Situationen auch vorstellen zu können. Ansonsten war es ein sehr unterhaltsamer Krimi, der doch recht spannend war und meine Neugierde auf das Ende gefördert hat. Die Zwischenmenschlichen Beziehungen und auch die Handlung selbst fand ich unterhaltsam. Denn das ein oder andere Mal fand ich die Situation amüsant, was die Ernsthaftigkeit allerdings überhaupt nicht geschadet hat. Hervorheben möchte ich auch, das Deutschland so wie auch Polen als Handlungsort gewählt worden ist, was aufgrund der handlung natürlich auch etwas mit sich bringt. Ich mochte den Krimi.

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  • Deutsch-polnische Verstrickungen

    Versunkene Gräber
    Lilli33

    Lilli33

    10. July 2014 um 16:27

    Ich habe nun schon verschiedene Bücher von Elisabeth Herrmann gelesen und für gut befunden. „Versunkene Gräber“ war mein erstes aus der Reihe mit dem Anwalt Joachim Vernau. Und auch dieses fand ich gut. Dass ich das Vorleben der Charaktere nicht kannte, hat mich beim Lesen absolut nicht gestört. Es gab zwar ab und zu einen Hinweis auf frühere Geschehnisse, doch waren detaillierte Kenntnisse hier nicht vonnöten. Vernau pendelt hier viel zwischen Berlin und Polen. Denn sein alter Freund Jacek soll auf einem Friedhof im polnischen Johannishagen einen Deutschen ermordet haben. Zusammen mit der polnischen Anwältin Suzanna Makowska ermittelt Vernau, um seinen Freund zu entlasten. Herrmann schickt ihre Leser auf eine Reise in die Vergangenheit, zum Ende des Zweiten Weltkriegs, als Schlesien von Polen besetzt wurde, die dort lebenden Deutschen vertrieben wurden und die Güter neue Besitzer bekamen. Ich kenne mich mit der Geschichte nicht gut aus, hatte aber den Eindruck, dass die Autorin hier sehr gut recherchiert hat. Es ist ihr gelungen, die historischen Verhältnisse wirklich interessant darzustellen. Das Buch beginnt ein bisschen spannend und mysteriös. Die Spannung hält sich dann auf mittlerem Level, um am Ende richtig anzusteigen. Zwischendurch habe ich die ein oder andere Länge empfunden, aber im Großen und Ganzen kann ich diesen Kriminalroman wirklich empfehlen.

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  • 4,5 Sterne für einen Krimi, der wie Wein immer besser wird

    Versunkene Gräber
    Gurke

    Gurke

    09. July 2014 um 19:43

    Als Joachim Vernau während der Mittagspause von der polnischen Anwältin Zuzanna Makowska überrumpelt und auf seine Ex-Partnerin Marie-Luise angesprochen wird, klingeln bei ihm die Alarmglocken. Seit fast zwei Jahren hat er sich nicht mehr bei der Berlinerin gemeldet, doch nun soll sie gemeinsam mit einem Bekannten in einen heimtückischen Mordfall auf einem alten, polnischen Friedhof verwickelt sein und sich seitdem vor der Polizei verstecken. Vernau ist entsetzt und setzt alle Hebel in Bewegung, doch die Indizien verdichten sich und kurz hinter der Deutsch-Polnischen-Grenze gehen auch noch fast 70 Jahre nach Kriegsende die Geister der Hinterbliebenen um, welche nachts aus den versunkenen Gräbern steigen und die Lebenden um den Verstand bringen. Als ich den Krimi gekauft habe, wusste ich nicht, dass der neue Herrmann der vierte Teil einer Reihe ist und treue Leser auf alte Bekannte treffen. Joachim Vernau war für mich also erst einmal ein Fremder, dessen Freundeskreis ebenso im Dunkeln lag wie der mysteriöse Todesfall in dem beschaulichen Zielona Góra. Mit dem Protagonistin bin ich dann aber ziemlich schnell warm geworden, da er vergangene Erlebnisse mit Marie-Lou & Co. im Geiste Revue passieren ließ und er trotz einer eher unrosigen beruflichen Lage ohne zu zögern für Menschen in Not alles stehen und liegen lässt. Auch sein weiblicher Gegenpart aus dem Nachbarland ist ein interessanter Charakter, da Zuzanna aus anfänglicher Skepsis ihrem Pflichtmandanten gegenüber doch noch zur eigentlich unwahrscheinlichen Unschuldsvermutung umschwenkt und Fehler mit weiblichem Charme ausbügelt. Der Schreibstil der Autorin ist insgesamt wirklich frei jeder Kritik, da sie schnörkellos und dennoch treffend die wunderschöne, aber erst in den letzten Jahrzehnten vernachlässigte Region um das schlesische Weinanbaugebiet beschreibt und mir als völligem Weinlaien doch Lust auf ein Glas des edlen, vollmundigen Tropfen macht. In kursiv gedruckten Zeilen lässt sich uns auch an den Liebesworten des ehemaligen Gutsherren Walther Hagen gerichtet an seine gute Rosa teilhaben, die das Leid der Hinterbliebenen auf beiden Seiten der Oder greifbar machen und den schwierigen Grad von Menschlichkeit gegenüber den Feinden und schlichter Überlebensangst völlig unparteiisch und ungeschönt projizieren. Das Thema einer möglichen legalen, aber schmerzlichen Rückführung von Vertriebenen in ihre Geburtsorte wird für meinen Geschmack behutsam und mit dem nötigen Wissensstand der Recherchen abgerundet, der Platz für die eigene Wertung lässt. Ein Nebencharakter sagte dazu recht passend: „Ihre moralische Empörung endet doch dort, wo der eigene Vorteil beginnt.“ (S.390) und deshalb gibt es hier wohl keine einheitlich richtige oder falsche Meinung, sondern nur persönliche Schicksale. Einzig zu Beginn der Lektüre haben mich häufige Erzählperspektiven etwas aus der Bahn geworfen, da Elisabeth Herrmann auch hier besonders kunstvolle Einleitungen für die neuen Kapitel wählte, die Vernau Neulinge wie mich dann doch verwirrten. Die versunkenen letzten Ruhestätten haben mich auch in den Krimi für zwei spannende Tage versinken lassen und gezeigt, dass im Krieg und in der Liebe vermeintlich alles erlaubt ist, aber nach Kriegsende vieles doch wieder aus der Gruft mit einem modrigen Geruch aufsteigt.

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  • Auf den Spuren der Vertriebenen

    Versunkene Gräber
    Glanzleistung

    Glanzleistung

    09. July 2014 um 17:03

    Joachim Vernau, Anwalt in Berlin muss nach Polen. Ein guter Freund wurde wegen Mordverdachtes verhaftet. Eine Freundin der beiden, die am Abend seines Verschwindens noch bei ihm war wird vermisst.  Eine spannende Suche nach der Wahrheit beginnt. Dabei führen die Fäden des Krimis tief in die polnische Kriegsvergangenheit, die Vertreibung aus Schlesien und die Umverteilung der Ländereien spielen dabei eine große Rolle.  Die Landschaftsbeschreibungen entlang der Oder und der Neumark sind so eindringlich und präzise, dass man das Land sofort bereisen will. Auch für Weinkenner und –liebhaber ist der Roman eine kleine Pfundgrube.  Die Protagonisten sind authentisch und wirken aufgrund ihrer Andersartigkeit sehr sympathisch. Es kommen viele Personen zusammen und durch teilweise polnische Namen muss man bei dem Buch auch einfach am Ball bleiben. Aber es lohnt sich.  Fazit: Deutsch-Polnische Vergangenheit spannend aufbereitet und mysteriös in Szene gesetzt. Täter, Motive und Zusammenhänge werden zum Schluss hin super aufgelöst.

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  • Joachim Vernau ermittelt in Polen und in der Vergangenheit

    Versunkene Gräber
    tinstamp

    tinstamp

    23. June 2014 um 07:13

    Dies ist mein drittes Buch der Autorin und ich muss sagen, es ist erstaunlich, wie unterschiedlich die Themen und die Krimis sind. Viele erfolgreiche Krimi und Thrillerautoren schreiben ähnlich oder bleiben ihren Schema treu....Elisabeth Herrmann nicht! Sie findet immer wieder neue Ideen und Themen, die sie  - sei es in ihren Jugendkrimis oder eben die Erwachsenenschiene - hervorragend beschreibt. Leider habe ich die Vorgängerbände um den Anwalt Joachim Vernau noch nicht gelesen, was ich jedoch nachholen möchte, wenn ich die Bücher in der Bücherei finde. Man kann jedoch die Reihe auch einzeln lesen. Ich hatte jetzt nicht das Gefühl, dass ich etwas versäumt hätte, noch wurde auf Vorgängerbände zurückgegriffen. Diesmal hat Elisabeth Herrmann einiges aus der deutschen und polnischen Geschichte während und nach des zweiten Weltkrieges in ihrem Krimi verarbeitet. Als Österreicherin habe ich, ehrlich gesagt, davon nicht sehr viel mitbekommen. Hier waren immer andere Themen präsenter. So war es für mich sehr interessant etwas über Schlesien und der Zwangsaussiedlung der Deutschen in diesem Gebiet zu erfahren. Anfangs hatte ich ein bisschen Schwierigkeiten in die Geschichte zu kommen und die vielen Personen auseinanderzuhalten. Während alle Personen in der dritten Person vorgestellt werden, erzählt unser Anwalt aus der Ich-Perspektive. Während also Joachim Vernau bei einem Geschäftsessen mit seinem Vorgesetzten Sebastian Marquardt im Restaurant sitzt, bekommt er Besuch von der polnischen Rechtsanwältin Zusanna Markowska. Sie sucht Vernaus ehemalige Expartnerin Marie-Luise, die in Polen unter Mordverdacht steht. Sie und ein weiterer Freund Vernaus, Jacek Zielinski, sollen Horst Schwerdtfeger auf dem alten Friedhof nahe der Siedlung Janekpolana erschlagen  haben. Während Jacek bereits in Untersuchungshaft sitzt, läuft die Fahndung nach Marie-Luise. Vernau, der von der Unschuld seiner beiden Freunde überzeugt ist, macht sich auf den Weg nach Polen. Dabei bedient er sich auch manchmal nicht ganz legalen Hilfsmitteln, um etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Die polnische Rechtsanwältin Zusanna steht Vernau und seinen Freunden zuerst skeptisch gegenüber, doch schon bald ist auch sie von der Unschuld der Beiden überzeugt. Doch welches Motiv hatte der oder die Täter? Und wer steckt hinter all den Spukgeschichten rund um den Friedhof und schreckt auch nicht vor neuen Morden zurück? Immer mehr kristallisiert sich heraus, dass die Tat mit der Vergangenheit zu tun hat. Dabei müssen deutsche und Polen gemeinsam der Geschichte auf den Grund gehen. Schreibstil: Der Autorin gelingt es in diesem Krimi hervorragend ohne jedweige Schuldzuweisungen auszukommen. Nebenbei erfährt man noch eine Menge über Polen, Wein und dem Leid auf beiden Seiten während des Zweiten Weltkrieges. Doch auch die Spannung kommt nicht zu kurz, wobei sich diese erst nach dem ersten Viertel einstellt. Trotz der vielen Perspektiven-, Zeit- und Handlungswechsel belohnt uns die Autorin mit einem aufregenden Finale.. Fazit: Wieder ein guter Krimi aus der Feder von Elisabeth Herrmann, der diesmal auch jede Menge Geschichte beeinhaltet. Ich werde mir auch die restlichen Bücher der Autorin ausleihen bzw. kaufen.

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  • Ein Krimi mit Hirn, Humor und Herz!

    Versunkene Gräber
    angi_stumpf

    angi_stumpf

    22. June 2014 um 20:09

    Die Geschichte: Die Schatten des Zweiten Weltkrieges reichen noch bis in unsere heutige Zeit. In diesem Fall geht es um das deutsch-polnische Grenzgebiet, das früher teilweise noch zu Deutschland gehörte. Viele Menschen wurden während des Krieges aus ihren Häusern und aus ihrer Heimat vertrieben, andere Familien zogen in deren verlassene Dörfer und versuchten, dort heimisch zu werden. Für beide Seiten eine sehr verstörende Erfahrung, die ihre Spuren hinterlassen hat und oftmals noch nachfolgende Generationen beschäftigt. Jazek lebt mit seinem Vater Marek in so einem Haus, das früher einmal Deutschen gehörte, gleich neben einem uralten Friedhof, auf dem angeblich Geister umgehen sollen. Als eines Nachts ein deutscher Besucher auf Jazeks Grundstück erschlagen wird, fällt natürlich der Verdacht sofort auf ihn und er wird verhaftet. Joachim Vernau wird in Berlin von einer polnischen Anwältin aufgesucht, die sich nach dem Verbleib von Marie-Louise erkundigt. Erst da wird Joachim bewusst, dass er schon länger nichts mehr von seiner Ex-Kanzleipartnerin und Freundin gehört hat. Sie scheint spurlos verschwunden zu sein. Und auch sie steht im Verdacht, irgend etwas mit dem Mord zu tun zu haben. Kann Joachim sie finden und den wahren Täter entlarven? Meine Meinung: Als großer Fan von Elisabeth Herrmann und der “Joachim Vernau”-Reihe habe ich mich schon sehr auf diese Fortsetzung gefreut. Ihr Schreibstil ist einfach grandios: sie beschreibt ihre Szenen so lebendig, dass man sofort mitten im Geschehen ist. Dazu noch eine gewisse Prise Ironie und Humor, so dass man oft ein Grinsen im Gesicht hat beim Lesen. Die fein gezeichneten, teilweise recht ungewöhnlichen Charaktere schließt man schnell ins Herz und fiebert mit, wenn einer der Protagonisten mal wieder in Gefahr gerät. Spannung entsteht hier nicht durch blutrünstige Szenen, sondern mehr durch das Geheimnisvolle, das sich durch die ganze Geschichte zieht. In Rückblicken erleben wir immer wieder Szenen aus der Nachkriegszeit, die emotional sehr berührend sind. Auch für dieses Buch hat Elisabeth Herrmann wieder viel recherchiert und interessante Fakten in diesen Krimi eingeflochten, die sie in ihrer Danksagung auch noch genauer erläutert. Apropos Danksagung: ich lese diese Zeilen oder Seiten am Ende eines Buches immer sehr gerne, da man häufig noch etwas über den Hintergrund der Geschichte erfährt, über deren Entstehung und über den Autor selbst. Hier war ich echt schockiert, weil Elisabeth Herrmann berichtet, sie hätte in einer Rezension gelesen, dass sich Leser darüber beschweren, denn “für dieses endlose Geschwafel hätten sie nicht bezahlt”. Über den Intellekt dieses Schreiberlings möchte ich mich nicht näher auslassen (wahrscheinlich hat sie / er auch keine Rezension, sondern eine Rezession verfasst ). Echt traurig solche Aussagen, aber die Autorin nimmt in ihrer (durchaus sehr interessanten und lesenswerten) Danksagung diesen Kritikern galant den Wind aus den Segeln. Abschließend noch kurz zum Plot: gut durchdacht und mit einigen Wendungen und Überraschungen findet die Geschichte zu einem schlüssigen Ende. Etwaige Unklarheiten werden durch geschickt eingefügte Zusammenfassungen des Geschehenen ausgeräumt und am Ende gewährt der Epilog noch einen kleinen Blick in die Zukunft. So einen Schluss lobe ich mir – und für eine Fortsetzung bleibt natürlich auch noch genug Raum! Fazit: Ein spannender Krimi, der nicht nur durch den atmosphärischen Schreibstil überzeugt, sondern auch durch sympathische Protagonisten, bestens recherchierte Hintergrundinfos und einen klugen Plot! Die “Joachim Vernau” – Reihe kann ich jedem empfehlen, der auf der Suche nach Krimis mit Hirn und Humor ist.

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  • Im Wein liegt Wahrheit oder die Vergangenheit ruht nie

    Versunkene Gräber
    kellermaeuse

    kellermaeuse

    05. May 2014 um 08:10

    Der Anwalt Vernau sitzt meiner Freund in einem Restaurant in Berlin als eine polnische Anwältin ihn aufsucht und nach seiner ehemalige Anwaltspartnerin Marie-Luise fragt. Diese wird wegen eines Mordes in Polen gesucht. Doch soll sie nicht als Zeugin aussagen sondern ist eine Tatverdächtige. Vernau begibt sich auf die Suche nach Marie-Luise und muss feststellen das nicht nur sie gesucht wird sondern auch noch ein gemeinsamer Freund. Der beiden wegen des gleichen Mordes in Polen in Haft sitzt. Vernau glaubt an die Unschuld der beiden und fährt selbst nach Polen um auf Spurensuche zugehen. Zusammen mit der polnischen Anwältin Zuzanna kommt er bald eine Geheimnis auf die Spur die sich in deutsch-polnische Abgründe des Jahres 1945 zurückziehen. Als ich das Buch vor ein paar Tagen anfing zu lesen hatte ich erst einmal zu tun mit dem Stil zurecht zu kommen. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Da gibt einmal den den ich-Erzähler Vernau, seine polnische Kollegin Zuzanna und den geheimnisvollen Briefeschreiber vorn 1945. Hinzukommen noch kleine Anekdoten von anderen Personen. Doch irgendwann hatte ich mich dann an den Stil gewönnt. Die ersten 200 Seiten ziehen sich etwas hin, da die Geschichte erst einmal in Fahrt kommen muss. Doch dann wurde das ganze so spannend das ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Eine Geschichte rund um Vertreibung, Umsiedlung, Enteignung und natürlich Mord. Sicher dieses Thema ist nicht für jeder man was. Aber wer, so wie ich, Ahnenforschung betreibt weiß wie sehr einen das Thema packen kann. Drei meiner vier Stammlinien stammen aus dem heutigen Polen und zwei davon sind in den Kriegswirren vertrieben worden. Mich hat das Thema die ganze Zeit beschäftigt und ich habe mich in den letzten Tagen oft gefragt wie sich meine Posner Großeltern und mein schlesischer Großvater wohl gefühlt haben muss alles zurück zu lassen. Ja, ich hatte sogar Mitleid mit dem geheimnisvollen Briefeschreiber in dem Buch, auch wenn er wohl nicht ganz so unschuldig war wie er sich selbst sah. Am Ende hatte sich sogar Mitleid mit... ja das verrate ich nicht. Mein Fazit: Dieses Buch ist, für mich, gnadenlos gut, Echt spannend und gut schrieben. Ich hatte nicht mal eine Idee wer der Täter sein konnte und was das Motiv war. Für mich eines meiner Bücher des Jahres. 5 von 5 Sternen.

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  • Elisabeth Herrmann: Versunkene Gräber

    Versunkene Gräber
    Karr

    Karr

    01. May 2014 um 22:20

    Spannend erzählt, intelligent konstruiert und vor allem mit einem der charmanteste Helden der aktuellen deutschen Kriminalliteratur versehen: Anwalt Joachim Vernau klärt den Fall auf jeden Fall. Anwalt Joachim Vernau tritt in die Fußstapfen von "Liebling Kreuzberg", dem charismatischen Kleine-Leute Anwalt, der von Jurek Becker für die Fernsehserie mit Manfred Krug erfunden wurde. Wo Liebling Kreuzberg noch im Mauer-Berlin spielte, praktiziert Vernau in der Hauptstadt, der Dotcom- und Geldmacher-Generation. Immer knapp bei Kasse aber mit dem Herz am rechten Fleck und immer dem richtigen Paragrafen im Schriftsatz hat sich Vernau inzwischen mit drei Romanen einen festen Platz in den Herzen seiner Leser erobert. Dass er in den Verfilmungen von Jan Josef Liefers gespielt wird, hat ein übriges dazugetan. Vernaus neuer Fall beginnt mit dem Hilferuf seiner Ex-Kollegin und Ex-Freundin Marie-Louise, die  im polnischen Grünberg in eine ganz und gar undurchschaubare Sache hineingeraten ist – zusammen mit einem gemeinsamen Freund, dem Polen Jacek. Marie-Luise soll Zeugin gewesen sein, als Jacek auf einem alten Friedhof einen Deutschen erschlagen hat, der eigens aus Hamburg herübergekommen war – mit 30000 Euro in der Tasche - die jetzt verschwunden sind. Jacek ist ein engagierter Jungwinzer, der einen alten Weinberg bei Grünberg wieder aufbauen will – um wieder schlesischen Wein zu keltern, wie den, der vor dem Krieg einmal berühmt war. Joachim Vernaus Ermittlungen, die er mal allein und mal mit einer polnischen Kollegin, aber auch mit Unterstützung seines agilen Mutter führt, führen ihn zurück in die letzten Tage des Zweiten Weltkrieges, als Deutsche in Polen expatriiert wurden – ausgebürgert, enteignet, aus dem Land getrieben. Darunter auch der Eigentümer des Weinberges, den Jacek jetzt wieder zu altem Glanz führen will. Was damals geschah, darüber geben die Briefe einen Aufschluss, die immer wieder die Handlung unterbrechen – herzzerreißende Liebesbriefe eines Mannes, dessen Familie der Weinberg in Grünberg gehörte, und der sich nach Kriegsende dort versteckte, während seine Landsleute vertrieben wurden. Und der offenbar dort dennoch zu Tode gekommen ist. Und dessen Mörder offenbar heute noch lebt. Spannend erzählt, intelligent konstruiert und vor allem mit einem der charmanteste Helden der aktuellen deutschen Kriminalliteratur versehen: Anwalt Joachim Vernau klärt den Fall auf jeden Fall.

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  • Hochspannender Kriminalroman "Versunkene Gräber" von Elisabeth Herrmann

    Versunkene Gräber
    Wortwelt

    Wortwelt

    07. April 2014 um 21:59

    „Versunkene Gräber“ ist ein Kriminalroman von Elisabeth Herrmann und ist im Januar 2014 als Taschenbuchausgabe im Goldmann Verlag erschienen. Bei dieser Rezension möchte ich über den Inhalt noch nicht allzu viel verraten außer die Informationen des Klappentextes, die meiner Meinung nach schon sehr spannend formuliert sind und die Hauptthemen des Buches preisgeben: „Der Berliner Anwalt Joachim Vernau erhält eine schockierende Nachricht aus Polen: Sein alter Freund Jazek steht unter Mordverdacht und beteuert seine Unschuld. Gleichzeitig verschwindet Vernaus Ex-Partnerin Marie-Louise spurlos und es mehren sich die Hinweise, dass sie Jazek in der Mordnacht gesehen hat. Voller Sorge reist Vernau auf die andere Seite der deutsch-polnischen Grenze. Die erste Spur ist ein verfallender Friedhof. Etwas hat sich dort vor langer Zeit zugetragen, das ihn mitten in die Vergangenheit zieht - hinein in die dramatischen Ereignisse des Jahres 1945, als sich die Schicksale von Tätern und Opfern kreuzten und Entsetzliches geschah. Doch erst Generationen später steigt das Grauen noch einmal aus dem Grab und wer sich ihm entgegenstellt, muss sterben.“ (Quelle: Klappentext „Versunkene Gräber“ von Elisabeth Herrmann) Die Autorin: „Elisabeth Herrmann wurde 1959 in Marburg/Lahn geboren. Sie machte Abitur auf dem Frankfurter Abendgymnasium und arbeitete nach ihrem Studium als Fernsehjournalistin beim RBB, bevor sie mit ihrem Roman „Das Kindermädchen“ ihren Durchbruch erlebte. Fast alle ihre Bücher wurden oder werden derzeit verfilmt: Die Reihe um den Berliner Anwalt Vernau mit Jan Josef Liefers vom ZDF, „Zeugin der Toten“ mit Anna Loos in der Hauptrolle. Für dieses Buch erhielt sie den Radio-Bremen-Krimipreis und den Deutschen Krimipreis 2012. Elisabeth Herrmann lebt mit ihrer Tochter in Berlin.“ (Quelle: Informationen der Autorin im Buch) Weitere Werke: Das Kindermädchen (Roman) Das Dorf der Mörder (Roman) Meine Meinung: „Versunkene Gräber“ ist mein erster Kriminalroman von Elisabeth Herrmann und wird auf jeden Fall nicht mein letztes Buch der Autorin sein. Auch wenn mir die Informationen der vorangegangenen Erlebnisse des Anwaltes Vernau fehlen, bekam ich alle nötigen Aspekte während der Lektüre geschickt mitgeteilt. Der Leser hat demnach absolut keine Probleme, sich ein Bild der Geschichte und der Protagonisten zu machen. Fasziniert hat mich auch die Tatsache, dass die Autorin in diesem Buch ein recht schwieriges Thema anspricht - die Deutsch-Polnische Vergangenheit. Sie teilt dem Leser viele verschiedene Fakten dieser Zeit mit und verbindet sie sehr gut mit der aktuellen Situation. Je mehr Informationen man in sich aufnimmt, umso spannender wird das ganze Buch. Im Laufe der Geschichte fiebert man immer weiter mit und fühlt sich richtig in dem Geschehen mittendrin. Mein Fazit: Großes Lob an die Autorin für dieses hochspannende Buch und den mehr als passenden Einband. Das Bild spiegelt die Geschichte in jedem Fall bestens wider. Auf einer Skala von 1 bis 5 würde ich die 5 als Höchstpunktzahl geben!

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  • Die Vergangenheit ruht nicht

    Versunkene Gräber
    Havers

    Havers

    08. March 2014 um 07:11

    Seit der Veröffentlichung von „Das Kindermädchen“ habe ich alle Bücher von Elisabeth Herrmann mit wachsender Begeisterung gelesen, und „Das Dorf der Mörder“ (2013 Erstveröffentlichung bei Goldmann) gehört zu meinen persönlichen Highlights im Bereich der deutschen Kriminalromane des vergangenen Jahres. Das hängt mit Sicherheit damit zusammen, dass die Autorin in ihren Romanen ausnahmslos mehr als nur eine spannende Geschichte zu erzählen hat. Ihr geht es immer auch um historische Ereignisse, mal kurz, mal länger zurückliegend, die in dem Verhältnis zwischen Ost und West für Zündstoff oder aber auch für individuelle Verletzungen sorgen. Vertreibung und Rückführung, das sind die Themen, die in „Versunkene Gräber“ die Handlung bestimmen. Im Zentrum der Geschichte steht der Berliner Rechtsanwalt Joachim Vernau, dessen Freunde Jacek Zielinski und Marie-Luise Hoffmann, Vernaus  Ex-Partnerin in der Kanzlei, des Mordes beschuldigt werden. Begangen wurde dieser auf einem Friedhof in Polen, und während Marie-Luise fliehen und untertauchen konnte, wurde Jacek inhaftiert. Joachim Vernau zögert nicht lange und macht sich auf den Weg nach Polen, um seinem alten Freund zu helfen. Der polnischen Anwältin Zuzanne Makowska, die zu Jaceks Pflichtverteidigerin bestellt wurde, ist misstrauisch und nicht glücklich über die Einmischung des Deutschen in ihren Fall und anfangs Vernau gegenüber entsprechend bockig. Als es weitere Tote gibt, wird ihnen bewusst, dass sie ihre Fähigkeiten und Kräfte bündeln müssen, um den Ursachen der Morde auf die Spur zu kommen. Gräber auf einem Friedhof und alte Briefe bringen sie auf die Spur und offenbaren schließlich eine tragische Geschichte von Heimat und Vertreibung, von Umverteilung und Rückführung, wie sie wohl vielfach – aber natürlich ohne die tödlichen Konsequenzen - nach dem Zweiten Weltkrieg geschehen ist. Elisabeth Herrmann schreibt sprachlich wie immer auf höchstem Niveau und verknüpft in ihrem jüngsten Roman sehr gekonnt Historie und Fiktion. Mit viel Fingerspitzengefühl behandelt sie das sensible Thema der Repatriierung, das ich so noch nie in einem Kriminalroman gelesen habe, bettet es in eine spannende Geschichte ein und gibt dem historisch interessierten Leser Denkanstöße.

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