Elisabeth Mittelstädt Größer als meine Träume

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Inhaltsangabe zu „Größer als meine Träume“ von Elisabeth Mittelstädt

"Da drüben wohnt die Freiheit", dachte Elisabeth Mittelstädt und folgte dem Fluchtführer in Richtung Westen. Ein gefährliches Unterfangen, denn mit ihrem Fluchtversuch begab sie sich in Lebensgefahr. Doch die 17-Jährige sehnte sich nach Freiheit - nach der Freiheit, ihre Meinung offen zu sagen, ihren Glauben zu leben und ihre Träume zu verfolgen. Noch ahnte sie nicht, dass Gottes Plan viel größer war als ihre kühnsten Träume ... Lesen Sie die bewegende Lebensgeschichte von Elisabeth Mittelstädt, Gründerin und Herausgeberin der Zeitschrift LYDIA. Sie erzählt von lähmendem Leid und heilender Liebe. Verrat und Vergebung. Wagnissen und Wundern. Eine beeindruckende Autobiografie, die ermutigt und gleichzeitig zu Tränen rührt.

Lebensgeschichte der Gründerin der Frauenzeitschrift "Lydia"

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  • Spannend aber auch latent frauenfeindlich

    Größer als meine Träume
    Liebes_Buch

    Liebes_Buch

    07. November 2013 um 13:45

    Elisabeth Mittelstädt ist eine der ersten oder vielleicht sogar die erste Herausgeberin einer erfolgreichen christlichen Frauenzeitschrift in Deutschland. "Lydia" diente anderen europäischen Zeitschriften als Vorbild. Mich hat es sehr interessiert, die Autobiografie dieser erfolgreichen Frau zu lesen. Sie wächst nach dem Krieg im kommunistischen Jugoslawien auf und muss aus politischen Gründen die Schule mit 13 abbrechen. Fortan arbeitet sie sehr erfolgreich als Schneiderin bzw. als Designerin. Mit 17 gelingt ihr die Flucht nach Österreich. Da sie dort von ihrem Fluchthelfer vergewaltigt wird, geht sie zurück nach Hause. Leider herrschen in die Biografie immer wieder Unklarheiten, finde ich. Wahrscheinlich hängt es damit zusammen, dass Elisabeth Mittelstädt nicht alles im Detail schildert bzw. natürlich dem Leser nicht das ganze Privatleben offenlegen muss. Ich habe jedenfalls nicht verstanden, warum ihr aus der Flucht keinerlei Nachteile oder Konsequenzen in Jugoslawien entstanden. Sie darf nach Deutschland ausreisen, wo sie in Frankfurt eine theologische Schule besucht. Auch diese Abläufe sind für Menschen meiner Generation schwer verständlich: wie kann man ohne Sprachnachweise an einer Schule aufgenommen werden? Wie kann man die Prüfungen bestehen, wenn man die Sprache nicht spricht? Wie kann man angemeldet sein, ohne die Gebühren bezahlt zu haben? Wieso darf sie überhaupt ausreisen? Elisabeth Mittelstädt streicht in ihrer Biografie das Wirken Gottes heraus, wobei sie an manchen Stellen regelrecht wie eine Drama-Queen wirkt. Das ist schade, da es in ihrem Leben echte Schwierigkeiten gibt, wie etwa die Vergewaltigung und eine daraus resultierende Abtreibung, der Verlust eines Kindes und zwei gefährliche Erkrankungen. Wie sie diese Katastrophen schildert und uns an ihrer Hinwendung zu Gott in dieser Not teilhaben lässt, das hat mich beeindruckt. Sie beschönigt in diesen Momenten nichts, sondern berichtet auch von den Anklagen der anderen Christen (Wenn Du richtig gläubig wärst, dann würde Gott Dich ja heilen.) oder von der Verzweiflung über christliche Floskeln. Das hat mir sehr gut gefallen, war sehr lebensnah und ich glaube, sowas hat jeder Christ in der Kirche erlebt. Elisabeth Mittelstädt beschreibt auch andere Seiten der Kirche- die ich persönlich nie erlebt habe- wie sie mit Studiengeld, Kleidung und einer mietfreien Wohnung versorgt wird oder ihre spätere Arbeit mit Spenden finanziert werden kann. Nachdem sie in Deutschland ihren kanadischen Mann kennengelernt hat, gehen sie nach Amerika, kehren aber später nach Deutschland zurück. Ihre Arbeit als Model, Designerin und Kirchenmitarbeiterin verläuft sehr erfolgreich, private Krisen werden überstanden. Durch eine schlimme unheilbare Krankheit entsteht in Elisabeth Mittelstädt die Idee, eine christliche Frauenzeitschrift ins Leben zu rufen, um Frauen aufzubauen und zu ermutigen. Wie sie hier die Hürden überwindet, ist spannend zu lesen. Jeder Christ, der sich engagieren will, kann hier etwas lernen und sich inspirieren lassen. Das Leben der Elisabeth Mittelstädt hat beides: Schattenseiten und aber auch eine märchenhafte Seite. Teilweise ist das Buch etwas verkitscht; andererseits kann man auch schmunzeln- etwa wenn die Gebete so laut sind, dass die Nachbarin mit dem Besen an die Wand klopft. In Deutschland gibt es nicht viele Pioniere und nicht viele aktive Christen, die die Gesellschaft beeinflussen. Aus diesem Grunde ist die Biografie sehr lesenswert. Ich bewundere, was Frau Mittelstädt ins Leben gerufen hat und wie sie auch in Osteuropa und Russland aktiv ist! Es gibt jedoch zwei Stellen im Buch, in denen sie ausdrücklich darauf hinweist, keine Vorreiterin für Frauen in Führungspositionen der Kirche sein zu wollen. Sie rät Frauen, Männern zuzuarbeiten und warnt ausdrücklich davor, Männer zu kritisieren oder gar um Rechte zu kämpfen! Sie behauptet, Frauen seien nicht leistungsorientiert, sondern können eher Beziehungen aufbauen. Besonders peinlich eine Szene auf einem Kongress, wo sie erst richtig stolz auf ihre erfolgreiche Zeitung sein kann, als die Männer dort sie loben. Leider gibt es viele Kirchen, die Frauen nicht als gleichberechtigt sehen- egal mit welchen Floskeln das schöngeredet wird. Das entspricht nicht der Bibel, die Frauen führende Rollen zuschreibt, sondern den gesellschaftlichen Normen. Es macht mich traurig, dass eine Frau, die es geschafft hat, etwas zu bewegen, sich nicht zur Gleichberechtigung bekennt und sogar so weit geht, Frauen den Leistungswillen abzusprechen. Ich verstehe, dass viele Frauen von Elisabeth Mittelstädts Ansichten enttäuscht sind. Ich bin es auch. Das ist besonders tragisch, wenn man weiss, dass der Pastor sie an die Schule in Deutschland gehen lassen, obwohl sie nur eine Frau war! Da hat ein Mann an die Gleichberechtigung geglaubt, an die Elisabeth Mittelstädt selber nicht glaubt!

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