Elisabeth Ruetz

 4,4 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor*in von Der Schattenkristall.

Lebenslauf

Elisabeth Ruetz wurde 1982 in Tirol, Österreich geboren und studierte Lehramt in Innsbruck. Schon seit klein auf begeisterte sie sich für Bücher und die reale und fiktive Weltgeschichte in diesen. Nach ihrem Studium veröffentlichte sie ihre erste High-Fantasy-Reihe „Die Schattenkristalle”, zunächst in einem Verlag und später im Self-Publishing. Aufgrund ihres Interesses an der kurdischen Kultur, belegte sie entsprechende Sprachkurse und begann so ihre Arbeit mit kurdischen Autoren, wie Halim Youssef.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Elisabeth Ruetz

Cover des Buches Der Schattenkristall (ISBN: 9783902824271)

Der Schattenkristall

(2)
Erschienen am 25.09.2015

Neue Rezensionen zu Elisabeth Ruetz

Cover des Buches Liebe im Schatten der dunklen Flaggen (ISBN: 9783962021511)
N

Rezension zu "Liebe im Schatten der dunklen Flaggen" von Halim Youssef

nornirsdottir
Kobane - eine Stadt steht für Mut


Lieber Halim, wir kennen uns nicht und doch erreichte mich auf Umwegen Ihr Buch „Liebe im Schatten der dunklen Flaggen“, das ich ansonsten wahrscheinlich nie gelesen hätte, einfach, weil ich nicht gewusst hätte, dass es dieses überhaupt gibt. Das wäre schade gewesen; denn ich hätte etwas versäumt. Sie werden sich vielleicht fragen: was? Nein, nicht den schrecklichen Krieg, einen von so vielen auf diesem Planeten, entstanden aus Hass und Fanatismus, gefördert oder zumindest teilnahmslos geduldet von mächtigen Kräften dahinter. Nein, nicht einmal Kobane, diese eigentlich unbekannte kurdisch syrische Stadt, die dann in den Fokus der Weltöffentlichkeit rückte.  Ich glaube, dies nicht zuletzt deshalb, weil es - nicht nur aber doch sehr prägend- junge Frauen waren, die ihr Leben der Rettung der Stadt und Ihrer Bewohnerinnen und Bewohner und der kurdischen Kultur widmeten - und oft genug hingaben. Danke für dieses Buch.

——

Ein kleines Buch, kleine Geschichten aus der Welt der Lebenden und Toten, „kleine“ Leben, die im Kampf und im Tod Größe erfahren.  Dies umso stärker, da der Autor sowohl die Lebenden als auch die Toten sprechen lässt - und einen objektiven Beobachter, der dennoch Gefühle zeigt : einen Walnussbaum. 


Es ist ein Roman, der abwechselnd tatsächlich wie ein Roman, dann wieder wie ein Tagebuch, wie eine Biografie, wie ein Bericht daherkommt. Wie auch das Grauen beschreiben, wie dieses in Worte fassen, für das es eigentlich keine Worte gibt? Der Autor Halim Youssef schafft es, Fakten, das  Grauen und die Menschen so rüberzubringen, dass es authentisch und lebendig beim Lesenden ankommt, selbst die Toten behalten ihre Stimme. Und es werden Botschaften transportiert, die gerade in unserer Zeit so wichtig sind: die Tatsache, dass Fanatismus, religiöser und anderer Wahnsinn überall und immer wieder versuchen, die Oberhand zu gewinnen, und die Hoffnung, dass nur mutige Menschen dieses verhindern können. „Jeder Ort, den sie berührten, war mit Blut bedeckt und in Totenstille gehüllt. An diesem neuen Tag in den Tagen des Ramadan töteten Menschen, die sich als Repräsentanten und Soldaten Gottes sahen, im Namen Gottes jeden Menschen, den sie zu Gesicht bekamen.“ Sie töteten Kinder Frauen und Männer, die zum selben Gott beteten - aber in den Augen dieser selbsternannten wahnsinnigen „Gotteskrieger“ falsch beteten, die falsche Sprache sprachen, die falsche Kultur ihr eigen nennen, die falsche Ethnie besitzen. Wie dieses in Worte fassen? In einer Sprache, die Tatsachen und Gefühle anders beschreibt als mitteleuropäische Menschen es tun? Ich gebe zu, ich hatte mit der Sprache stellenweise Probleme und mir ein anderes Lektorat gewünscht. Es ist in der Übersetzung zu Brüchen gekommen bzw. zu Sprach- und Stilmitteln, die hölzern wirken. Dann wieder brechen die Emotionen durch, mit einer manches Mal theatralisch und blumig wirkenden Ausdrucksweise. Das mag daran gelegen haben, dass die Übersetzerin, die eine wirklich schwierige Aufgabe bravourös gemeistert hat, versucht hat, genau am Text zu bleiben. Diese Brüche in der Sprache haben aber meiner Lesefreude, wenn ich dieses Wort in diesem Kontext wählen darf, keinerlei Abbruch getan. Im Gegenteil, ich habe dieses Buch in einem Zuge lesen können und die Protagonisten, die der  kurdische Autor Halim Youssef zum Teil selber hat kennenlernen dürfen, sind mir im Laufe des Lesens immer vertrauter geworden - auch der Walnussbaum. Liebe im Schatten der dunklen Flaggen ist ein lesenswertes Buch.

Cover des Buches Liebe im Schatten der dunklen Flaggen (ISBN: 9783962021511)
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Rezension zu "Liebe im Schatten der dunklen Flaggen" von Halim Youssef

FKalkan
Liebe im Schatten der dunklen Flaggen

Halim Youssef wählt in diesem Buch einen radikalen, zugleich schlichten Zugriff: Er lässt die Toten sprechen. Aus ihren Gräbern heraus erzählen sie von sich selbst – von abgebrochenen Biografien, von Hoffnungen, die im Namen einer Religion ausgelöscht wurden, von Männern, die sich als deren Verfechter gerieren und darin jede Menschlichkeit verlieren. Dieser erzählerische Einfall ist mehr als eine formale Entscheidung; er macht die Toten zu Chronist:innen ihres eigenen Verschwindens und dreht die Perspektive um: Nicht Täter oder Ideologien stehen im Mittelpunkt, sondern die, denen alles genommen wurde. 

Besonders eindrücklich sind die Passagen über die mutigen kurdischen Frauen. Youssef zeigt sie nicht als bloße Leidtragende, sondern als Trägerinnen von Erinnerung, Widerstand und Fürsorge. In ihren Gesten – in der Bewahrung von Geschichten, in kleinen Akten des Widerspruchs, im Bestehen auf Würde – liegt ein Gegenentwurf zur Logik der Gewalt. Damit schreibt das Buch – ohne es auszustellen – auch eine Geschichte weiblicher Standhaftigkeit inmitten eines Systems, das sie zum Schweigen bringen will. 

„Liebe im Schatten der dunklen Flaggen“ ist ein stilles, notwendiges Buch. Es gibt den Ermordeten ihre Stimme zurück, es macht den Schmerz hörbar und bewahrt die Würde derer, die geblieben sind – allen voran der kurdischen Frauen. Wer verstehen will, wie Gewalt den Alltag zerfrisst und wie Erinnerung dennoch Widerstand wird, findet hier eine klare, eindringliche Lektüre.

Cover des Buches Liebe im Schatten der dunklen Flaggen (ISBN: 9783962021511)
B

Rezension zu "Liebe im Schatten der dunklen Flaggen" von Halim Youssef

belanahermine
Die Unmenschlichkeit von Krieg

Inhalt

Um die syrische Stadt Kobane, die mehrheitlich von Kurden bewohnt wird, tobt ein gnadenloser Kampf. Die Menschen stehen zu ihrer Heimatstadt und verteidigen sie. Auch viele Frauen greifen zur Waffe. Neben die vielen Grausamkeiten des Krieges setzt Halim Youssef eine Liebesgeschichte, die für die Hoffnung und das Streben der Menschen steht, auch während der Gräuel des Krieges, ein menschenwürdiges Leben zu leben und gerade dieses Leben eben auch mit der Waffe in der Hand zu verteidigen.

Die eigentliche Geschichte wird gerahmt von zwei toten Filmemachern, die sich aus ihren Gräbern heraus über die Geschehnisse unterhalten, sich überlegen, wie sie daraus einen Film machen können, und dazu viele der Toten um sie herum interviewen. So zeugt das Buch nicht nur von den Geschehnissen während der Kämpfe, sondern auch von den Folgen in Form der vielen, vielen Toten.

Subjektive Eindrücke

Eigentlich ist es kaum möglich, über die Eindrücke zu schreiben. Der ganze Text ist in seiner Aufmachung so erschütternd, dass man eigentlich nur sprachlos zurückbleibt.

Man sollte das Buch unbedingt lesen. Ich bin sicher, es gibt nicht nur Einblick in die Geschehnisse in und um Kobane, sondern diese lassen sich in ihrer Grausamkeit und Unmenschlichkeit auf alle Kriegsgebiete übertragen. Allerdings sollte man darauf gefasst sein, dass man beim Lesen sehr berührt wird. Und das sollte ja auch so sein.

Fazit

Unbedingt lesen, auch wenn es vor lauter Grausamkeit schwer fällt, dranzubleiben.

Weitere Rezensionen von mir gibt es unter https://belanahermine.wordpress.com/category/rezension/

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