Es ist schwer, ein gutes Buch zu schreiben. Eine Fortsetzung eines guten Buches zu schreiben ist noch schwerer. Die Latte liegt hoch und es sind schon reichlich fiktionale Tatsachen geschaffen, die man nicht ignorieren darf. Um so höher ist es anzurechnen, wenn es einer Autorin oder einem Autor gelingt. So wie hier.
Wer Frankobaldi schon aus dem gleichnamigen Vorgängerband kennt, wird den Einstieg schnell schaffen, auch wenn sich einiges getan hat in Eichstätt und anderswo. Alle anderen werden sich rasch einlesen. In Frankreich hat sich das Volk erhoben und eine Republik ist die neue Regierungsform. In verträumten Fürstbistum an der Altmühl ist nicht nur der alte Bischof gestorben, auch Frankobaldis guter Freund Graf Cobenzl ist nicht mehr. Beide waren Freunde der Aufklärung. Der Graf förderte die Künste und tat viel dafür, die Standesunterschiede auszugleichen. Der Bischof ließ ihn gewähren und unterstützte ihn indirekt durch sanftes Dulden und wohlberechntes Nichtwahrnehmen. Doch nun ist der Wind ein anderer und man hat eher Angst vor Gleichmacherei und den Ideen der Aufklärung. Frankreich ist ein abschreckendes Beispiel.
So taucht der Leser ein in die unruhige Welt vor den napoleonischen Kriegen. Francobaldi hat sich ins Privatleben zurückgezogen und … er langweilt sich in seiner Behaglichkeit. So ist es eine willkommene Abwechslung, dass Babette, seine Frau, darauf drängt, nach Wien zu reisen. Dort studieren ihre Kinder, die Frankobaldi adoptiert hat und auch seinen Bruder will er gerne wiedersehen – Frankobaldi stammt ja aus Wien.
Francobaldi kann es zwar vermeiden, den rätselhaften Tod Mozarts aufklären zu müssen, stolpert aber unversehens in ein anderes Verbrechen, dass einer diskrete Ermittlung harrt. Erstaunlicherweise ist hierbei seine Gattin Ottilie eine ganz wesentliche Triebfeder. Es geht um das Schicksal junger Frauen und lediger Kinde in der mitunter herzlosen Gesellschaft. Einige der Spuren führen zurück nach Bayern. Langsam und geduldig gelingt es den beiden, den Knoten zu entwirren.
Wieder ist es ein schönes Zeitbild, ein tolles Fenster in die Vergangenheit und das alles in eine wunderschöne Geschichte gewickelt. Was mir noch besser gefallen hat als der hervorragende Vorgänger, war die Ergänzung unseres Helden durch seine Frau Ottilie, die mit Herz und praktischem Verstand ihren Gatten auch bei seinen Abenteuern wunderbar ergänzt.










