Elisabeth Schmidauer

 4.3 Sterne bei 7 Bewertungen
Autorin von Am dunklen Fluss, Das Grün in Doras Augen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Elisabeth Schmidauer

Elisabeth Schmidauer wurde 1961 in Linz geboren und studierte Germanistik und Geschichte. Mit "Sommer in Ephesos" veröffentlichte sie ihr erstes Buch. Ihr aktuelles Werk "Das Grün in Doras Augen" erscheint im Herbst 2015 bei Picus. Schmidauer lebt als Lehrerin in Wien.

Neue Bücher

Mord für Anfänger und Fortgeschrittene

Erscheint am 27.02.2019 als Buch bei Picus Verlag.

Alle Bücher von Elisabeth Schmidauer

Das Grün in Doras Augen

Das Grün in Doras Augen

 (2)
Erschienen am 07.09.2015
Sommer in Ephesos

Sommer in Ephesos

 (2)
Erschienen am 06.03.2012
Am dunklen Fluss

Am dunklen Fluss

 (2)
Erschienen am 29.08.2016
Mord für Anfänger und Fortgeschrittene

Mord für Anfänger und Fortgeschrittene

 (0)
Erschienen am 27.02.2019

Neue Rezensionen zu Elisabeth Schmidauer

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J-B-Winds avatar

Rezension zu "Sommer in Ephesos" von Elisabeth Schmidauer

Ein Sommer mit der Göttin
J-B-Windvor 6 Jahren

»Du warst,hat die Mutter einmal gesagt, von Anfang an ein Vaterkind. Der Vater, hat sie gesagt, hat dich angesehen, du warst winzig, verknittert, blau und blutig, du hast ihn ins Herz getroffen. Weißt du das? Mehr als ich ihn je getroffen habe, hat sie gesagt. Er hat aufgehört mich zu lieben, als du da warst. Das stimmt nicht, sagte ich, doch, sagte sie.«

Und dennoch reden Vater (ein hochangesehener Archäologe) und Tochter (Architektin) 13 Jahre lang nicht miteinander.

Als Anastasias Vater stirbt, überlässt es ihr die Mutter, eine durchs Leben stolpernde Tänzerin, seine Beerdigung zu organisieren. Dadurch muss sich Anastasia mit düsteren Kapiteln ihrer Vergangenheit auseinandersetzen. Was hat für das Zerwürfnis von Vater und Tochter gesorgt? Was ist in der Vergangenheit geschehen?

»Manchmal zwischen Schlafen und Wachen, sehe ich die weiße Stadt. Manchmal gehe ich, im Traum, die Marmorstraße entlang, die Kuretenstraße, die Arkadiane. Die Malven schaukeln im Wind, die Zikaden schrillen in den Hanghäusern, und die aufgehende Sonne taucht die Kapitelle und Säulen der Bibliothek in rosiges Gold. Ich gehe durch die leere Stadt als gehörte ich hierher, ich weiß es wieder, dass ich hierher gehöre, immer habe ich es gewusst, und einmal, da war ich siebzehn, einen Sommer lang, gehörte die Stadt mir.«

Um diesen titelgebenden Sommer in Ephesos rankt sich ein Familiengeheimnis, das in Elisabeth Schmidauers Debutroman erst nach und nach frei gelegt wird. Schicht für Schicht werden längst vergangene Jahre und alte Verletzungen abgetragen, parallel dazu erlebt man mit wie in Ephesos, bei den archälogischen Ausgrabungen, die Erde über der Göttin, Schicht für Schicht abgetragen wird. Mit dem Ausgraben der Göttin enthüllt sich auch das Geheimnis, um den Streit zwischen Vater und Tochter.

Elisabeth Schmidauer bedient sich hier mehreren Zeitebenen, die sie geschickt miteinander verknüpft. Wir lernen Anastasia als kleines Mädchen kennen, das mit ihren Eltern in einer schicken Villa lebt, dann als Halbwüchsige, deren Eltern sich scheiden lassen, was einen Umzug in eine kleine Wohnung und somit ein anderes Leben bringt, den Teenager Anastasia, der sich zum ersten Mal verliebt, und die erwachsene Anastasia, die sich - bindungsunfähig - von einem Männerabenteuer ins nächste stürzt - somit ihrer(verhassten) Mutter gar nicht unähnlich ist -. Dabei wird selbst dem Laienpsychologen klar, dass der Geschichte ein verschüttetes Trauma zugrunde liegen muss.
Die erste große Liebe prägt. Anastasias erste große Liebe mündet hingegen in eine Tragödie, die den Leser, genauso wie das unvorhersehbare Ende, überrascht. Auch Anastasia erfährt erst mit der Zeit, was damals wirklich passiert ist, warum sich sowohl ihre große Liebe Hubert als auch ihr Vater - für immer - von ihr abgewandt haben.

Elisabeth Schmidauer ist hier ein großartiges Debut gelungen, das den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt und mitreißt. Schmidauers Sprache besticht durch Eleganz, eine abwechslungreiche Nuancierung und Tiefe. Sie versteht es, teilweise subtil, Spannung aufzubauen -- die niemals gewollt oder aufgesetzt wirkt -- und die Gefühle, Träume und Wünsche der Figuren glaubhaft darzustellen. Die Stimmung in den einzelnen Passagen erlaubt dem Leser ganz leicht von einer Szene in die andere zu wechseln. Die (Ausgrabungs)stätten und Orte werden so detailliert und bildhaft beschrieben, dass man nach der Lektüre meint, selbst dort gewesen zu sein. Schmidauer spielt mit Sätzen und Wörtern, die teilweise verschachtelt sind. Wie so viele Literaten verzichtet auch Schmidauer auf Satzzeichen der direkten Rede, was nur anfangs irritiert. Mit der Zeit gewöhnt man sich an den Stil.

Sicher ist: Man sollte sich Zeit nehmen, dieses Werk zu lesen. Ein >Überfliegen< der Seiten ist nicht möglich. Für Liebhaber >leichter Abendlektüre< ist das Buch deshalb nicht die erste Wahl.

Fazit: Alles in allem ein sehr gelungener Debutroman, von einer vielversprechenden Autorin, die es versteht den Leser Satz für Satz in einen düsteren Abgrund zu ziehen, ihn zu fesseln, zu tragen, zu überraschen und ihn danach sanft wieder auf Wolken zu betten.- Unbedingt lesen!

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