Elisabeth de Waal Donnerstags bei Kanakis

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Inhaltsangabe zu „Donnerstags bei Kanakis“ von Elisabeth de Waal

Wien, 1950er Jahre: Jeden Donnerstag treffen sich bei Theophil Kanakis Künstler, Schauspielerinnen, Journalisten. Von den Verfolgungen der Kriegszeit spricht hier keiner; neu beginnen will auch Kuno Adler, jüdischer Wissenschaftler, zurückgekehrt aus dem Exil. Er hofft, seine Arbeit dort weiterführen zu können, wo er sie verlassen musste. Aber er trifft auf Ausflüchte, Geringschätzung und Feindseligkeit. Und da ist Marie-Theres, das Mädchen aus Amerika. Sie gerät in ein Milieu voller moralischer Zweideutigkeit und geht an ihrer eigenen Arglosigkeit zugrunde. De Waals Roman ist vieles zugleich: scharfsichtiges Sitten- und Zeitporträt, Milieuschilderung und elegischer Abgesang.

Tolles Buch, interessante Charaktere und Wien in der Nachkriegszeit - ein Buch, das man gelesen haben muss!

— Jelena

Ein gesellschaftskritisches Familiendrama, einfach wunderbar erzählt

— Ginevra

Ein wunderbarer Roman über drei Remigranten-Schicksale in der Wien der Nachkriegszeit. Absolut lesenswert!

— aba

Eine poetische Sprache, vielfältige Charaktere und ein nostalgischer, doch entlarvender Blick auf das Wien der Nachkriegszeit - wundervoll!

— Schreibschnegel

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liebenswert mit ecken und kanten, hoffentlich gibt es noch einen fall

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  • Wien in der Nachkriegszeit

    Donnerstags bei Kanakis

    lesebiene27

    31. December 2014 um 17:16

    Das Buch spielt in Wien in der Nachkriegszeit (1950). Die Menschen kehren wieder in ihre Heimat zurück, unter ihnen auch Theophil Kanakis, der in Amerika zu Wohlstand gekommen ist und nun in Wien Menschen der gehobeneren Schichten zu sich nach Hause einladen möchte um sein Leben zu genießen und sich zu amüsieren und lernt dabei Menschen der unterschiedlichsten Schichten kennen. Beschrieben werden in dem Buch die Schicksale verschiedener durchaus interessanter Menschen in Wien, die sich alle bei Kanakis treffen, auf eine Art, bei der man die Verspottung der Reichen und Schönen bermerkt. Dabei geschieht dies so im Hintergrund, dass es dennoch respektvoll geschieht. Der Schreibstil ist dabei etwas gehobener, was das Lesen aber recht angenehm gestaltet, da er dennoch flüssig ist. Die Autorin schweift manchmal ein bisschen ab, aber findet dennoch irgendwann wieder zu ihrer Geschichte zurück. Interessant fand ich den Umgang der Wiener mit den alten Traditionen und ihren Einstellungen anderen Menschen gegenüber. Das Buch war für mich recht angenehm zu lesen, da mich auch die Nachkriegszeit sehr interessiert, daher würde ich ihm 4 von 5 Sternen geben.

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  • Donnerstags bei Kanakis

    Donnerstags bei Kanakis

    mecedora

    Wien in den 50er Jahren: In Theophil Kanakis' mondänem, frisch sanierten Palais treffen sich donnerstags die Schönen, Reichen und Charismatischen der Stadt, um zu parlieren, das Leben zu feiern und sich ganz einfach zu amüsieren. Eine interessante Gruppe von Menschen trifft dort aufeinander, verarmter Adel, Heimkehrer, die der Krieg ins Exil vertrieben hatte, junge, mondäne und einflussreiche Charaktere. Doch das Nachkriegswien wird nicht nur in den titelgebenden Donnerstagstreffen bei Herrn Kanakis verhandelt - nein, sie nehmen in Elisabeth de Waals Roman sogar einen nur erstaunlichen kleinen Platz ein.  Die Gesellschaft stellt sich neu auf, der alte Adel hat längst nicht mehr so viel Einfluss wie zu k.u.k.-Zeiten, die Kriegszeiten haben nicht nur an der Gebäudesubstanz der Kaiserstadt genagt. Prinzessinnen arbeiten als Laborassistentinnen, angesehene Wissenschaftler kriegen als Remigranten keinen Fuß mehr auf den Boden der akademischen Welt, Geld regiert nach wie vor die Welt - aber auch die Schönheit, die in diesem Buch von Resi verkörpert wird, einer jungen, beinah perfekt schönen Amerikanerin, die sich einige Zeit in Österreich aufhält. Elisabeth de Waals postum auf Bestreben ihres Neffens Edmund de Waal veröffentlichter Roman "Donnerstags bei Kanakis" zeichnet eine plastische, oftmals schillernde Welt des Nachkriegswiens. Auch wenn die Stadt nach wie vor von schweren Beschädigungen gezeichnet ist, auch wenn in der Gesellschaft nichts mehr so ist wie vor dem Krieg: mondän ist die Welt, die Elisabeth de Waal beschreibt, mondän sind viele der Charaktere, die auftreten. Sie alle haben eine ganz eigene Aura um sich herum, sind Individuen, die die Autorin in all ihrer Vielfalt beschreibt, was die Figurenwelt dieses Romans wirklich faszinierend macht. Auch das Gesellschaftsbild, dass Elisabeth de Waal in "Donnerstags bei Kanakis" skizziert, wirkt authentisch und plastisch, auch wenn nur Ausschnitte aus der Vielfalt der Nachkriegslebenswelten gezeigt werden. Der Roman, die Wiener Nachkriegsgesellschaft, die auftretenden Figuren, sie sind alle durch eine erstaunliche Geschichtsverdrängung gekennzeichnet. Der gerade erst zu Ende gegangene und von so schweren Verlusten, so großem Leid gekennzeichnete Krieg ist kaum Thema, bleibt Leerstelle, wird ausgespart. Man versucht, an den Vorkriegszuständen anzuknüpfen - mal erfolgreich, meist aber nicht. Läse man diese Buch ohne jegliche zeitliche Einordnung, würde man wohl eher glauben, sich in den blühenden Zeiten der prosperierenden k.u.k.-Monarchie zu befinden, als Titel noch alles galten. Dem Buch zu eigen ist eine unter der perlenden Oberfläche summende Melancholie - das gefällt mir. Einige kleine Unreinheiten in der Übersetzung sowie ein paar Schwächen in der Personenentwicklung lassen mich, trotz des großen Lesevergnügens, einen Stern in der Gesamtbewertung abziehen.

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    • 3
  • Wer findet sein Glück und wer sein Unglück?

    Donnerstags bei Kanakis

    Jelena

    10. September 2014 um 22:18

    Als ich die Inhaltsangabe las, ging ich fest davon aus, dass sich die Geschichte hauptsächlich im Salon von Herrn Kanakis abspielen wird und das bereits am Anfang alle Personen aufeinandertreffen. Dem ist jedoch nicht so. Enttäuscht war ich deswegen nicht, denn auch so hat mir das Buch sehr gut gefallen. Tatsächlich werden in der ersten Hälfte des Buches die Geschichten der Hauptcharaktere mehr oder weniger vorgestellt, d. h. man erkennt noch nicht so genau, wie sie schließlich zueinanderfinden. Man wird sozusagen mit den Personen bekanntgemacht und erfährt wichtige Informationen über sie. Die Charaktere sind auf ihre Weise alle sehr interessant, sie haben ihre eigenen Ansichten, ihre Stärken und Schwächen. Sie werden alle auf unterschiedliche Weise mit der Situation der Nachkriegszeit konfrontiert. Für den Leser wird durchaus deutlich, dass es sich um Wien nach dem Krieg handelt, obwohl dies (zum Glück) nicht dauernd im Vordergrund steht. Das war ja zunächst auch meine Befürchtung: dass der Krieg und die Verfolgung zu sehr im Fokus steht und dadurch die Geschichte nur auf Nationalsozialismus beschränkt bleibt. Dem ist jedoch nicht so. Elisabeth de Waal zeigt auf, mit was die Gesellschaft in der Nachkriegszeit zu kämpfen hat, sie schildert aber auch genauso, wie die Leute versuchen, ihr Leben weiterzuleben. Die Charaktere werden dem Leser immer vertrauter, trotzdem bleibt gefühlsmäßig eine gewisse Distanz, die ich aber nicht als Nachteil werte. Sie passt zum Erzählstil de Waals. An manchen Stellen geschehen manche Dinge doch recht schnell, z. B. was das Zustandekommen des Zusammentreffens der einzelnen Charaktere betrifft. Dies kann im ersten Moment zwar als recht abrupt empfunden werden, in meinen Augen trägt es jedoch dazu bei, dass die Geschichte in Gang kommt und nicht unnötig vor sich hinplätschert. Besonders interessant fand ich die Person des Grafen Lorenzo Grein-Lauterbach und seine Beziehung zu Herrn Kanakis. Sie erinnerte mich an manchen Stellen an Oscar Wildes Dorian Gray und verstärkte dadurch nocheinmal den Eindruck, dass es Kanakis und Lorenzo (Bimbo genannt) größtenteils um oberflächlichles Amüsement ging. Marie-Theres war mir ebenfalls auf ihre Art und Weise sympathisch. Sie wirkte in Amerika doch irgendwie verloren und hoffte nun, in Wien endlich das zu finden, wonach sie suchte. Hier verflichtet sich ganz leicht eine Geschichte, ums Erwachsenwerden. Professor Adler muss als Jude wieder neu in Wien anknüpfen, was gar nicht so leicht ist. Seine Euphorie, nach Wien zurückzukehren, schwindet schnell, als er merkt, wie viel sich verändert hat. Doch als er zu erkennen beginnt, dass er sich ein neues Leben aufbauen muss, um in Wien wieder neu beginnen zu können, kehrt seine Euphorie wieder zurück. Elisabeth de Waal zeigt ein Gesellschaftsbild der Nachkriegszeit, welches sie am eigenen Leib erfahren hat und deshalb umso mehr Authentizität besitzt. Hoffnung und Verzweiflung - beides ist möglich im Wien der Nachkriegszeit. „Donnerstags bei Kanakis" ist ein Buch, das man so schnell nicht vergessen kann. Von mir aus hätte das Buch noch deutlich mehr Seiten haben können, so ungern wollte ich es aus der Hand legen.

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  • Resi und der Selbstverrat

    Donnerstags bei Kanakis

    Ginevra

    Wien, 1954/ 1955: die junge Marie-Theres Larsen, Tochter adliger Wiener Emigranten, fühlt sich im betriebsamen New York nicht wohl. Ihre besorgte Mutter schickt sie zur Erholung in die österreichische Provinz: zu ihrer Schwester und deren Familie. In der schlichten, natürlichen Umgebung scheint sich die bildhübsche Marie-Theres, genannt Resi, tatsächlich zu regenerieren, und bald wird sie von jungen Männern umschwärmt. Keiner jedoch erweckt ihr Interesse - bis sie in Wien auf den dekadenten, mittellosen jungen Fürsten Lorenzo trifft. Dieser ist Hausfreund des reichen Griechen Kanakis und organisiert dessen illustre Gesprächsrunde, die sich donnerstags in im feudalen Rokoko-Palais zusammenfindet... Die Autorin Elisabeth de Waal, geb. 1899 in Wien, 1991 gestorben, war selbst Tochter einer einflussreichen jüdischen Familie, die im 2. Weltkrieg emigierte und nach dem Krieg bittere Erfahrungen mit den österreichischen Behörden machen mussten - die versprochene Einhaltung der Reparationsgesetze entpuppte sich als Spiessrutenlauf. Die Doppelmoral der Nachkriegsgesellschaft in allen Schichten ist das Hauptthema dieses Romans. Neben dem Sittengemälde rund um Liebe und Moral gewinnen wir Einblick in den Antisemitismus, der giftige Blüten treibt. So treffen wir auf den Biologie-Professor Dr. Krieger, der seine gefährlichen Substanzen "nicht an Juden, sondern nur an Zigeunern" getestet hat, und der mit allen Mitteln versucht, dem jüdischen Professor Adler das Leben schwer zu machen.Auch der katholische Pater Jahoda schwingt sich zum Hüter der Moral auf - die er wenig später selbst verrät. Für mich ist dieser Roman aus dem Nachlass der Autorin eine echte Entdeckung: der Erzählstil erinnerte mich an Jane Austen, die Handlungsstränge sind kunstvoll miteinander verwoben und bergen jede Menge Überraschungen. Am Ende wendet sich das Blatt noch einmal auf tragische Weise, und ein intriganter Plan geht nicht auf. Fazit: 5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung für alle, die gerne literarische Werke und Klassiker aus der Nachkriegszeit lesen. Ein wundervoll geschriebenes Buch, gut, dass es gefunden wurde!

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    • 3

    lord-byron

    13. June 2014 um 04:32
  • Nachkriegswirrungen und -irrungen in Wien

    Donnerstags bei Kanakis

    anushka

    Der jüdische Professor Kuno Adler kehrt nach dem zweiten Weltkrieg aus dem Exil in den USA in seine Heimatstadt Wien zurück um seine Wiedergutmachungsansprüche in Anspruch zu nehmen und muss Enttäuschungen einstecken. Die 18-jährige Resi wird von ihren Eltern in den USA, die selbst während des Nationalsozialismus ins Exil gegangen sind, zu ihren Verwandten - verarmter Adel - nach Wien geschickt, da sie sich als problematischer Teenager aufführt. Und Theophil Kanakis, der im Exil in den USA seinen Reichtum noch vermehrt hat, kehrt nun ebenfalls in seine Heimatstadt zurück, um sich zu amüsieren "wie man sich nur in Wien amüsieren kann". Zunächst werden die (Lebens-)Geschichten der drei Figuren einzeln erzählt, bis sie sich nach und nach an verschiedenen Punkten, wie beispielsweise gemeinsame Bekannte, berühren und schließlich durch die Zusammentreffen donnerstags bei Kanakis verflechten. So war mir lange Zeit unklar, wie die drei zentralen Personen überhaupt zueinander finden werden. Lediglich die Vorwegnahme des Endes durch die erste Szene gab mir hier Anhaltspunkte. Ansonsten zeigt die Autorin ein doch noch recht dekadentes Wien auf, in dem sich mit Geld auch Mangelware besorgen lässt. Allerdings haben sich die Verhältnisse verschoben, denn der ehemalige Adel ist verarmt und entmachtet. An Resi, die in Amerika aufgewachsen ist, sieht man, wie schwierig es ist, sich in diesen Kreisen zurecht zu finden. Kanakis dagegen lebt das Leben bis zum Vollsten und hat teilweise wenig Skrupel, während Adler die Ungerechtigkeiten der mangelhaften Aufarbeitung erlebt, indem man ihm unter dem Deckmantel der Gutwilligkeit all das vorenthält, was ihm zusteht. In meinen Augen hat das Buch sehr profitiert vom Vorwort des Enkel Elisabeth de Waals, Edmund de Waal, dem Autor des "Kaninchen mit den Bernsteinaugen", und dem Nachwort Sigrid Löfflers, einer österreichischem Literaturkritikerin. Beide geben dem Leser quasi die Interpretationsansätze bereits vor und heben die Parallelen zu de Waals eigenen Erfahrungen nach der Rückkehr aus dem Exil hervor. Der Enkel geht zudem stärker auf die Entstehungsgeschichte des Manuskripts ein und erläutert, dass das Manuskript aufgrund de Waals Schreibstils bislang unveröffentlicht blieb. Und genau dieser Schreibstil ist auch mein größter Kritikpunkt, denn er ist teilweise unterkühlt und distanziert, sodass wenig Nähe zu den Figuren aufkommt. Eher analytisch und sezierend betrachtet die Autorin das "Sittengemälde" der 1950er Jahre, das sie selbst gezeichnet hat. Gleichzeitig ergeht sie sich in langen und langatmigen Umgebungs- und Detailbeschreibungen, die das Lesen manchmal sehr behindert haben. Aufgrund von Vorwort und Nachwort, die die persönliche Bedeutung des Manuskripts und seiner teilweise bestürzenden Szenen (der Umgang mit Adler bei der Rückkehr, das Gespräch über die Gemälde im Büro des Anwalts) deutlich machen, auf feine Details hinweisen und mehr über Elisabeth de Waals eigenes Leben erzählen und somit erst die eigentliche Bedeutung des Buches ermessen lassen, runde ich von 3,5 Sternen (für ein etwas holpriges Leseerlebnis) auf 4 Sterne (für eine geschichtliche und gesellschaftliche Bedeutungsebene) auf.

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    • 3
  • Alter Adel auf neuen Wegen

    Donnerstags bei Kanakis

    sursulapitschi

    19. April 2014 um 18:24

    Anfang der 50er Jahre hat Wien noch immer mit den Kriegsfolgen zu kämpfen. Viele Gebäude sind zerstört worden und noch nicht wieder aufgebaut. Die Bevölkerung muss mit sehr wenig zurechtkommen, kaum jemand hat Geld, und zu kaufen gibt es auch nicht viel. Die Gesellschaft strukturiert sich neu. Den alten österreichischen Adel gibt es noch, nur kann man sich nichts dafür kaufen. Da gibt es Prinzessinnen, die plötzlich als Laborassistentin arbeiten, wie Nina zum Beispiel, die eine Stellung als Nina Grein angenommen hat, obwohl sie Prinzessin von Grein-Lauterbach ist. Dann gibt es auch Rückkehrer, wie Kuno Adler, einen angesehenen jüdischen Arzt, der nach Amerika ausgewandert ist, und im Rahmen des staatlichen Wiedergutmachungsprogramms in seiner alten Heimat neu anfangen möchte und feststellen muss, dass auch wohlwollende Gesetze auslegbar sind. Ein ganz anderer Remigrant ist Theophil von Kanakis. Als Millionär und Schöngeist lässt er einen Rokokopavillion wieder aufbauen, um dort jeden Donnerstag illustere Soireen abzuhalten. Er versammelt interessante Menschen quer durch alle sozialen Schichten, und lernt dort eines Abends die wunderschöne Marie-Therese kennen... All diese Schicksale werden sehr eindringlich beschrieben. Man spürt den Niedergang der "alten Welt", das Brechen mit Traditionen, den Kampf um einen Neubeginn trotz widriger Umstände. Manch einer findet eine neue Liebe, die vor dem Krieg nicht möglich gewesen wäre, andere treiben die Konventionen in den Tod, als würde man noch im tiefsten Biedermeier stecken. Ich fand es sehr kurzweilig dieses Buch zu lesen, auch wenn die Autorin gelegentlich sehr weit ausholt. Anfangs weiß man nicht genau, wie die vielen verschiedenen Lebensgeschichten zusammenhängen, bis sich irgendwann alle treffen, Donnestags bei Kanakis.

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  • Hinter der schönen Fassade

    Donnerstags bei Kanakis

    Schreibschnegel

    Wien, 1954: Theophil Kanakis, ein reicher Geschäftsmann, kehrt in seine Heimat zurück, um sich in einem restaurierten Palais niederzulassen und sich in Gesellschaft der Einflussreichen und Schönen zu amüsieren. Seine Vorliebe gilt dabei insbesondere dem attraktiven, aber mittellosen Fürst Lorenzo Grein-Lauterbach, der nach einer reichen Partie sucht, um wieder standesgemäß leben zu können. Lorenzos ältere Schwester Nina hingegen legt keinen Wert mehr auf ihren Adelstitel und interessiert sich viel mehr für den jüdischen Heimkehrer Professor Adler, mit dem sie zusammenarbeitet. Währenddessen lernt Lorenzo Marie-Theres kennen, eine wunderschöne junge Amerikanerin österreichischer Abstammung, die sich leidenschaftlich in ihn verliebt. „Donnerstags bei Kanakis“ nimmt das Unheil seinen Lauf … Dieser außergewöhnliche Roman von Elisabeth de Waal, von ihrem Enkel Edmund de Waal in ihrem Nachlass entdeckt, fesselt durch eine präzise, doch poetische und zuweilen spöttische Sprache, die das Wien der Nachkriegszeit und die Komplexitäten seiner Milieus fein und lebendig nachzeichnet. Die Handlung erscheint auf den ersten Blick simpel, doch es geht dabei nicht um eine Was-, sondern um eine Wie-Spannung: Schon auf den ersten Seiten erfährt der Leser den Ausgang des Romans, aber der Weg dorthin ist es, der langsam und subtil einen Sog entfaltet, dem man sich nur schwer entziehen kann. Elisabeth de Waal schildert ihre vielfältigen Charaktere mal distanziert, mal ganz nah, mal respektvoll, mal mit gesunder Ironie, doch immer individuell und einprägsam. Jeder und jede in diesem Roman hat Macken und Tugenden, die stellenweise unerwartet ineinander spielen. Und wie es typisch für Wien ist, kann niemand sagen, was sich hinter der schönen Fassade verbirgt.  „Donnerstags bei Kanakis“ ist etwas für Leser, die sich in klangvollen Sätzen und wortgewandten Dialogen verlieren wollen; die vielleicht selbst dem Reiz Wiens erlegen sind; und die in eine einzigartige Stimmung zwischen Niedergang und Wiederaufbau, Tradition und Aufbruch, Nostalgie und Gesellschaftskritik eintauchen wollen.  

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    • 3
  • Konnte den Erwartungen nicht entsprechen

    Donnerstags bei Kanakis

    schokoloko29

    Inhalt des Buches: Wien in den 1950 er Jahren. Viele Menschen, die aufgrund der Nazis aus Wien geflohen sind, kehren wieder in ihre "Heimat" zurück. Es wird die Eingewöhnungsphase und der Umgang der Wiener mit ihrer Vergangenheit beschrieben... Kanakis zum Beispiel ist ein griechischer Wiener, der sein Wohlstand in New York vergrößern konnte. Er kehrt wieder zu seiner alten Heimat zurück. Er möchte wieder, dass Wien ein gehobeneres Gesellschaftsleben hat und lädt regelmäßig Leute, in gehobeneren Kreise, in seine Wohnung ein. Dabei lernt er auch Resi kennen. Ihre Eltern sind vor der Machtergreifung Hitlers aus Österreich emigriert und möchte das schöne alte Wien kennenlernen, von dem ihre Mutter so oft gesprochen hat. Bei einem Treffen bei Kanakis lernt sie einen mittellosen Grafen kennen, in den sie sich unsterblich verliebt.... Eigene Meinung: Das Buch fängt sehr gut und erzählerisch sehr gehoben an. Man lernt als Leser die einzelnen Personen kennen und die Beweggründe weshalb diese wieder nach Wien zurückkehren. Der Leser entwickelt ein Gefühl für die einzelnen Protagonisten. Doch leider kommt das Buch nicht in Schwung und der Leser vergeht in Langweile. Fazit: Gutes Thema leider nicht so gut umgesetzt.

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    • 2
  • Die große LovelyBooks Themen-Challenge 2014

    Daniliesing

    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2014? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach: Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 20 vorgegebenen Themen mindestens 15 Bücher aus 15 unterschiedlichen Themen zu lesen. 5 Themen können also ausgelassen werden. Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt hier mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag. Diese Challenge läuft vom 1.1.2014 bis 31.12.2014. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Wer am Ende des Jahres die 15 Bücher zu 15 verschiedenen Themen geschafft hat, nimmt automatisch an einer Verlosung eines schönen Überraschungspakets teil. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2014 gelesen hat. Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen: Ich habe jedes Thema auch zu einem extra Beitrag hier auf LovelyBooks verlinkt, in dem ihr euch jeweils über die passenden Bücher austauschen könnt. Für jedes Thema hänge ich ein Beispielbuch in der Reihenfolge der vorgegebenen Themen an, ihr könnt aber gern andere lesen! Bücher, die erstmalig vor 2010 erschienen sind Bücher, die Teil einer Reihe sind (alles ab mindestens 2 Bänden) Bücher, die ein vorranging rotes Cover haben Bücher, deren Buchtitel eine Zahl enthalten Bücher, die ausschließlich als Taschenbuch / Broschur erschienen sind (nicht als Hardcover, E-Book zusätzlich ist ok) Bücher, bei denen der Vor- oder der Nachname des Autors mit dem gleichen Buchstaben beginnt, wie der Buchtitel Bücher, die bisher noch keine Rezension auf LovelyBooks haben (es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns) Bücher, in denen es ums Essen geht und das auch durch den Buchtitel, das Cover o.Ä. ausgedrückt wird Bücher von deutschsprachigen Autoren Bücher, die weniger als 250 Seiten haben Bücher, auf denen hauptsächlich Schrift und kein vordergründiges Covermotiv zu sehen ist Bücher von Autoren, die schon mindestens 5 Bücher veröffentlicht haben Bücher, die in der Hardcover-Ausgabe einen Schutzumschlag haben Bücher, deren Buchtitel aus mindestens 5 Wörtern bestehen Bücher, die aus einer anderen Sprache als dem Englischen oder Französischen übersetzt wurden Bücher, die in einer Stadt mit mehr als 1 Mio. Einwohner spielen Bücher, die in einem unabhängigen Verlag erschienen sind (keine Verlagsgruppen / Konzerne) Bücher, auf deren Cover mindestens 3 Lebewesen zu sehen sind (es zählen Menschen & alle Tierarten) Bücher, die auf LovelyBooks mit 4,5 - 5 Sternen bewertet sind (es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns) Bücher, deren Hauptfigur mindestens 10 Jahre jünger oder älter als ihr selbst ist (wer dieses Thema erfüllen möchte, müsste hier sein Alter verraten - in meinem Fall müsste die Figur 17 oder jünger bzw. 37 oder älter sein) Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Antworten auf häufig gestellte Fragen: * Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt! * Wenn es in der Aufgabenstellung keine spezielle Eingrenzung gibt, zählt wirklich alles, was dazu passt. Zahlen zählen also auch als Zahlen, egal ob ausgeschrieben oder nicht usw. * Ich kann diese Challenge nicht in Unterthemen gliedern, da das nur bei Leserunden geht. * Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung * Unabhängige Verlage sind solche, die nicht zu einer Verlagsgruppe / einem Konzern gehören. Wenn ihr unsicher seid, schreibt mir eine Nachricht mit dem entsprechenden Verlag. * Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, als auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen. * Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden. * Wichtig ist, dass man das Buch 2014 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal. * Postet euer jeweiliges Buch bitte erst, wenn ihr es wirklich komplett gelesen & eine Rezension oder Kurzmeinung geschrieben habt. * Ein paar Beispiele für Verlage,  die als unabhängig zählen - es gibt aber wirklich ganz viele, fragt mich im Zweifel einfach per Nachricht: Hanser Verlag (und Unterverlage), Aufbau Verlag (und Unterverlage), dtv, Coppenrath Verlag, Diogenes Verlag, usw. * Falls Bücher, die eine ISBN habe, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com * Bei Themen, für die der Stand bei Lesebeginn entscheidend ist (Bücher, die noch keine Rezension haben / Bücher, mit Bewertung zwischen 4,5 - 5 Sternen) vertraue ich einfach darauf, dass ihr wirklich nur welche angebt, wo das stimmt. * Keine Mangas & Comics, außer für Thema 10 - Graphic Novels zählen überall, sofern sie dem Thema entsprechen Teilnehmer: 19angelika63 4cloverleaf 78sunny aba Aduja Ajana Alchemilla AlinchenBienchen allegra Alondria Amara Anendien Aniston81 AnnaMK Anneblogt Annilane Anniu anushka Arizona Asu AuroraBorealis baans Bambi-Nini Baneful battlemaus88 BethDolores BiancaWoe Bluebell2004 bluebutterfly222 bookgirl Bookmarble books_and_senses bookscout brudervomweber BuchblogDieLeserin Bücherwurm Buchgeborene Buchrättin Buecherfee82 Buecherfreak321 Buecherschmaus Buecherwurm1973 callunaful Carina2302 carooolyne CaryLila Cattie christiane_brokate Clairchendelune Clouud coala_books Code-between-lines Curin czytelniczka73 daneegold DaniB83 Daniliesing danzlmoidl darigla Deengla Deirdre dieFlo Dini98 Donata Donauland DonnaVivi Dreamworx Dunkelblau El. 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