Der Tote in der Kapelle

von Elizabeth Edmondson 
4,3 Sterne bei12 Bewertungen
Der Tote in der Kapelle
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...kurzweilige Krimi-Unterhaltung...

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Leichte Krimi-Unterhaltung nach Agatha Christie

Alle 12 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Der Tote in der Kapelle"

England 1953: Nach einer Verletzung im Einsatz wird Geheimagent Hugo Hawksworth an den Schreibtisch versetzt. Nur widerwillig begibt er sich ins Kriegsarchiv im ländlichen Selchester, befürchtet er doch, sich in seiner neuen Stelle zu langweilen. Doch kaum ist er auf Selchester Castle angekommen, weckt ein rätselhafter Fall Hugos Neugier. In einer stürmischen Winternacht vor sieben Jahren verschwand der Earl of Selchester spurlos, und jetzt wird bei Renovierungsarbeiten in der Schlosskapelle sein Skelett entdeckt. Die Behörden wollen die Akte eilends schließen und küren einen Toten zum Täter. Doch Hugo wähnt den wahren Mörder noch unter den Lebenden und begibt sich mit der burschikosen Freya, der Nichte des Earls, auf die Suche ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442486120
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:416 Seiten
Verlag:Goldmann
Erscheinungsdatum:19.02.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    AndreasKuecks avatar
    AndreasKueckvor einem Monat
    Kurzmeinung: ...kurzweilige Krimi-Unterhaltung...
    Ein Krimi mit Wohlfühl-Garantie...

    Vor 7 Jahren verschwand der Earl of Selchester in einer stürmischen Winternacht aus seinem Schloss und wart nicht mehr gesehen. 7 Jahre lang gab es kein Lebenszeichen von ihm, dafür umso mehr Gerüchte im Dorf über die Gründe seines Verschwinden. Nach 7 Jahren tauchen plötzlich seine Überreste bei Reparaturarbeiten unter dem Steinboden der Schloss-Kapelle auf. Er hatte sein Anwesend nie verlassen. Doch was war geschehen? Und…

    …wer war der Täter? …und warum ist die Regierung nun so erpicht darauf, diese Angelegenheit so schnell wie möglich ad acta legen zu können?

    Mit dem Begriff „Cosy-Krimi“ konnte ich bisher wenig anfangen: „Cosy“ – Was heißt das? Hineinschlüpfen und sich wohlfühlen? Nach der Lektüre dieses Krimis habe ich eine Vorstellung, was es bedeuten könnte. Denn genauso fühlt es sich bei diesem Krimi an! Und – Hey! – er macht eine Menge Spaß!

    Alles ist vorhanden, was ich mir als leidenschaftlicher Liebhaber alter britischer Krimis (in diesem Fall: der sich anfühlt wie…) wünsche: pralle Charaktere, witzige Dialoge, viele Verdächtige mit Motiv, ein ungewöhnlicher Ermittler, verwirrende Verwicklungen, das Flair der 50er Jahre,…

    …dazu nehme man die Atmosphäre aus den alten Miss Marple- und Edgar Wallace-Filmen, würze es mit ein wenig Landschaft aus Inspector Barnaby und gebe eine Prise Standesdünkel aus Downton Abbey hinzu,…

    …et voilà: Fertig ist der Cosy-Krimi!

    Nach meiner letzten schweren Krimikost danke ich Mrs Edmondson für dieses wohltuende Kontrastprogramm – genau das Richtige für gemütliche Lesestunden bei einer schönen Tasse Tee!

    „Oh yes, indeed, my dear!“

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    EsthersBuechers avatar
    EsthersBuechervor 2 Monaten
    Der Tote in der Kapelle

    Als ich vor einigen Monaten die Rezension bei Frau Lehmann gelesen habe, habe ich mir sofort eine mentale Notiz angelegt: dieses Buch muss ich lesen! Es hat alles, was ich in einem Krimi gerne habe, also musste es her. Was mich dabei angesprochen hat? Bereits das Cover fand ich wunderschön, noch mehr aber hat mir gefallen, dass es hier um einen typischen britischen Krimi ging, der im dörflichen England spielt.

    Als ich das Buch dann endlich in den Händen hielt, packte ich es sofort für den Urlaub ein, in der Hoffnung, dass es mir gute Unterhaltung bieten wird. Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Elizabeth Edmondson erzählt die Geschichte eines Mordes und seiner Aufdeckung im klassischen Still englischer Kriminalromane, bleibt dabei aber kein einfacher Nachahmer Agathe Christies, sondern schafft glaubhafte Szenerien und Figuren.

    Die Geschichte spielt im England der Nachkriegszeit, 1953. Vor sieben Jahren ist der Earl von Selchester an einem stürmischen Winterabend spurlos verschwunden. Nun wird bei Reparaturarbeiten ein Skelett in der alten Kapelle von Selchester Castle entdeckt, und bald steht fest, dass es sich dabei um die sterblichen Überreste des Earls handelt. Und da er sich wohl nach seinem Ableben nicht selber vergraben hat, muss es sich zwangsläufig um Mord handeln.

    Die Polizei findet schnell den Sündenbock im inzwischen ebenfalls verstorbenen Sohn des Earls, und der Fall wäre damit auch schon abgeschlossen, wäre da nicht Hugo Hawksworth, der Geheimagent, der sich nach einer Verletzung widerwillig mit einem Schreibtischjob anfreunden muss. Es kommt dem jungen Mann ganz gelegen, sich mit dem geheimnisvollen Mordfall zu beschäftigen, kommt ihm doch sein neues, langweiliges Leben im Dorf von Selchester als unerträglich vor. Dass er dabei auch die Nichte des Earls, Freya besser kennenlernen kann, ist natürlich auch kein Nachteil.

    Edmondson verbringt viel Zeit damit, uns die Einwohner des Dorfes vorzustellen, sodass der Leser sich zusammen mit Hugo immer einheimischer fühlt. Es entstehen dabei lebendige, interessante Figuren, die wohl alle ihre Geheimnisse haben. Miss Marple hätte sich hier sicherlich in ihrem Element gefühlt. Eine schöne und respektvolle Geste von Edmondson ist übrigens die Erwähnung des zu der Zeit, in der der Roman spielt, neuen Romans von Christie, der gerade in den Buchladen des Dorfes geliefert wird.

    Das Buch dient als Auftakt zu weiteren Kriminalromanen rund um Hugo Hawksworth und Selchester. Das zweite Buch (Mord auf Selchester Castle)erscheint in deutscher Übersetzung 2019 beim Goldmann Verlag. Es gibt auch ein drittes Buch (A Matter of Loyalty), allerdings konnte dieses nicht mehr von Elizabeth Edmondson fertiggestellt werden, da sie 2016 unerwartet verstarb. Das Buch wurde anhand Notizen der Autorin von Anselm Audsley geschrieben, sodass die auch ursprünglich als eine aus drei Büchern bestehende Serie abgeschlossen werden konnte.

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    Sigismunds avatar
    Sigismundvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Leichte Krimi-Unterhaltung nach Agatha Christie
    Leichte Krimi-Unterhaltung nach Agatha Christie

    Nur ein Jahr vor ihrem plötzlichen Tod hatte die erfolgreiche britische Schriftstellerin Elizabeth Edmondson (1948-2016), in Deutschland vor über zehn Jahren durch „Lady Helenas Geheimnis“ bekannt geworden, die ersten zwei Bände ihrer neuen Krimireihe um Geheimagent Hugo Hawksworth noch veröffentlichen können. Der erste Band erschien nun im Februar beim Goldmann-Verlag unter dem Titel „Der Tote in der Kapelle“ als Taschenbuch. Hatte sich Edmondson in ihren früheren Werken stark an Jane Austen und deren Zeit orientiert, erinnert diese Krimireihe in Handlung und Atmosphäre stark an Bücher von Agatha Christie oder Edgar Wallace.
    Der Krimi spielt in England im Nachkriegsjahr 1953 – es gibt noch immer Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs nur auf Bezugsschein. Der wegen einer im Feindeinsatz erlittenen Beinverletzung ins Kriegsarchiv im provinziellen Selchester versetzte Geheimagent Hugo Hawksworth wird auf dem alten Selchester Castle einquartiert, wo noch Gespenster ihr Unwesen treiben sollen. Dort wird bei Renovierungsarbeiten in der Schlosskapelle unter den Bodenplatten ein Skelett entdeckt. Es sind die Gebeine des letzten Earls, der vor sieben Jahren während einer Abendgesellschaft plötzlich verschwand. Polizei und Geheimdienst wollen die Akte unbedingt schließen und bezichtigen den vor Jahren in Palästina gefallenen Sohn Tom des Mordes. Misstrauisch geworden, nimmt sich nun Hugo Hawksworth dieses geheimnisvollen Mordfalles an und sucht mit Freya, der Nichte des Earls, nach dem wahren Täter.
    Auch wenn in Edmondsons Krimi kein Nebel um die alten Schlossmauern wabert, wie wir es aus den deutschen Wallace-Filmen kennen, ist dieser britische Krimi in gewisser Weise ähnlich aufgebaut. Die Handlung ist locker geschrieben, alles ist ziemlich geheimnisvoll: Bei der damaligen Abendgesellschaft im Jahr 1946 waren vier Gäste anwesend, außerdem vier Personen des Personals. Das Schloss war durch starken Schneefall von der Außenwelt abgeschnitten. War der Mörder also jemand vom Personal? Oder vielleicht einer der Gäste? Oder etwa alle Gäste gemeinsam - wie in Christies „Mord im Orient-Express“?
    „Der Tote in der Kapelle“ ist gewiss keine anspruchsvolle Lektüre, kein tiefenpsychologischer Thriller, wie wir ihn heute von den skandinavischen Autoren kennen, sondern eher ein unterhaltsamer Roman zum Feierabend. Wir lernen wie in den alten britischen Krimis einige skurrile, auch geheimnisvolle oder burschikose Charaktere kennen. Ein Mordmotiv ist auf den ersten Blick nicht erkennbar, weshalb es unmöglich ist, uns frühzeitig für einen möglichen Täter zu entscheiden. Erst am Schluss des Romans wird der Mordfall auf Selchester Castle gelöst.
    Die neue Krimireihe von Elizabeth Edmondson war in Großbritannien erfolgreich. Ob sich dies in Deutschland wiederholen wird, mag bezweifelt werden, da hierzulande die Christie- und Wallace-Welle vorbei ist und heutige Leser eher für bluttriefende Psychokrimis zu begeistern sind. Wer sich aber einen Sinn für britische Krimi-Klassiker bewahrt hat, dem wird wohl auch „Der Tote in der Kapelle“ gefallen. Den zweiten Band dieser unvollendeten Reihe, „Mord auf Selchester Castle“, kündigt der Goldmann-Verlag für Februar 2019 an. Für einen dritten Band konnte Edmondson nur Notizen hinterlassen, nach denen ihr Sohn, der Schriftsteller Anselm Audley, den dritten Band „A Matter of Loyalty“ (2017) verfasst hat.

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    BirPetvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Englischer Krimispass...
    Der Tote in der Kapelle

    Tote in Kapellen sind ausserhalb von Beerdigungen sehr ungewöhnlich und so ist auch der Fund des Toten in diesem Kriminalroman alles andere als gewöhnlich.
    Die Geschichte beginnt mit Hugo, der nach einem Unfall im Dienst schwer verletzt wurde und nun Schreibtischdienst leisten muss.
    Als wäre es noch nicht genug als Geheimagent plötzlich hinterm Schreibtisch sitzen zu müssen, wird er auch noch versetzt und zwar nach Selchester, einer kleinen Ortschaft in England.
    Widerwillig macht sich Hugo mit seiner pubertierenden Schwester Gloria, für die er die Verantwortung trägt seit ihre Eltern verstorben sind auf den Weg nach Selchester, er soll dort im Kriegsarchiv recherchieren und sie wird dort das Gymnasium besuchen.
    Wohnen werden sie auf Selchester Castle.
    Der Hausherr des Schlosses ist seit 7 Jahren spurlos verschwunden.
    Von der befürchteten Langeweile ist schnell keine Spur mehr von übrig, denn der verschollene Earl of Selchester taucht auf sehr spezielle Art und Weise wieder auf. Man findet ihn, zumindest das was nach 7 Jahren noch von ihm übrig ist, bei Reparaturarbeiten unter den Steinfließen der Kapelle und dort kann er sich unmöglich selber vergraben haben.
    Mit Freya, der Nichte des Earls macht sich Hugo auf die Suche nach dem Mörder.

    Alles was zu einem typisch englischen Krimi gehört findet sich auch hier, grüne Landschaft, viel starker Tee, idyllische Umgebung...und hier sogar Hochadel und ein Schloß.

    Motive und Verdächtige gibt es reichlich, Geheimnisse jedoch auch.
    Nach und nach lernt man die teils sehr eigenwilligen Charaktere besser kennen und auch die Nebenrollen, das sehr detailliert und schnell entwickelte ich Antipathien oder Sympathien. Schön war, dass sich durch die im Verlauf immer genauere Beschreibung der Charaktere meine Meinung manchmal änderte und eine sehr unsympathische Person plötzlich doch eigentlich ganz nett wurde.

    Für meinen Geschmack war die sehr detaillreiche Beschreibung teilweise etwas viel, aber da ich gesehen habe, dass demnächst ein weiterer Krimi mit Hugo erscheint macht es natürlich Sinn, sowohl ihn, Selchester und seine Bewohner so genau vorgestellt zu bekommen und ich bin gespannt welcher Fall als nächstes auf ihn wartet.
    Der erste Teil war auf jeden Fall kurzweilig, interessant und perfekt für eine Auszeit zwischendurch.

    PS: Ob es der Gärtner war, verrate ich nicht...

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    readingmakesmefeellikes avatar
    readingmakesmefeellikevor 6 Monaten
    Cozy crime

    Worum geht's?

    "England 1953: Nach einer Verletzung im Einsatz wird Geheimagent Hugo Hawksworth an den Schreibtisch versetzt. Nur widerwillig begibt er sich ins Kriegsarchiv im ländlichen Selchester, befürchtet er doch, sich in seiner neuen Stelle zu langweilen. Doch kaum ist er auf Selchester Castle angekommen, weckt ein rätselhafter Fall Hugos Neugier. In einer stürmischen Winternacht vor sieben Jahren verschwand der Earl of Selchester spurlos, und jetzt wird bei Renovierungsarbeiten in der Schlosskapelle sein Skelett entdeckt. Die Behörden wollen die Akte eilends schließen und küren einen Toten zum Täter. Doch Hugo wähnt den wahren Mörder noch unter den Lebenden und begibt sich mit der burschikosen Freya, der Nichte des Earls, auf die Suche ..."


    Warum hab ich es gelesen?

    Nachdem ich durch dieses unfassbar großartige Cover auf das Buch aufmerksam geworden bin, lies der Klappentext mein bekanntermaßen anglophiles Herz gleich höher schlagen. Also auf in die 50er!


    Wie war's?

    Dieses Büchlein ist schon etwas besonderes, denn trotzdem es sich hier um einen Krimi handelt, sprüht es vor englischem Humor und witzigen Dialogen. Dabei rutscht es nie in Klamauk ab, es ist schlicht und ergreifend unterhaltsam (ich musste so einige Male schmunzeln).

    Protagonist Hugo Hawksworth fand ich sehr sympathisch. Seine Ermittlungen in englischen Adelskreisen waren herrlich unaufgeregt und nachvollziehbar. Ich denke jedem ist klar, dass ein klassischer englischer Krimi nun mal recht unblutig und ohne große Hektik daher kommt. Und eben das hat die Autorin hier sehr gut getroffen - der Fall war spannend und mit einigen Überraschungen gespickt, die ich so nicht unbedingt vermutet hätte.

    Am Ende wird leider nicht alles aufgelöst, da hat mein innerer Monk schon ein wenig rebelliert. Da das Ganze aber ursprünglich wohl als Reihe geplant war, lässt sich dieser Umstand natürlich verzeihen.


    Was war besonders?

    Der Autorin ist es sehr gekonnt gelungen, mich in die 50er Jahre zu versetzen. Diese Zeit mit ihren ganz eigenen Besonderheiten, geprägt durch den vorangegangen Krieg, mitten in neuen politischen Unruhen, wurde für mich sehr interessant und passend in die Handlung eingebettet.


    Reading Der Tote in der Kapelle makes me feel like...

    ...ganz großartig - für alle Fans von Agatha Christie und Sir Arthur Conan Doyle zu empfehlen!


    Mit herzlichem Dank an das Bloggerportal und den Verlag für das Rezensionsexemplar

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    Lucinda_im_Wunderlands avatar
    Lucinda_im_Wunderlandvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Unaufgeregt, aber spannend, traditionell, dennoch hier und da sehr humorvoll - absolut lesenswert!
    Für Liebhaber englischer Kriminalromane

    England. Das Jahr 1953. Hugo Hawksworth ist mit seiner 13 Jahre alten Schwester Georgia auf dem Weg zu ihrer neuen Heimat - Selchester, mitten auf dem Land. Abgeschieden von seinem alten Wohnort London, seinen Freunden und Bekannten. Hawksworth wurde zwangsversetzt nach Thorn Hall, den meisten Engländern als Staatseinrichtung für Statistik bekannt. Das entspricht nicht ganz der Wahrheit, denn Hugo ist Geheimagent. Im aktiven Dienst bekam er eine Kugel ab, die ihn in seinem jungen Alter an den Schreibtisch zwingt. Etwas langweiligeres kann er sich nicht vorstellen, daher hält sich seine Begeisterung in Grenzen.

    Da momentan keine Wohnmöglichkeit für die Geschwister zur Verfügung steht, werden sie in Selchester Castle einquartiert, Residenz vom Earl of Selchester und seiner Familie. Zumindest war das bis vor fast 7 Jahren der Fall. In einer schneereichen Nacht verschwand der Earl spurlos. Seitdem wohnen dort nur noch die Haushälterin Mrs. Partridge und Freya, die Nichte des Earl.

    Durch einen Rohrbruch in der alten Kapelle des Anwesens, ist man kurz nach Hugos Ankunft gezwungen, den Boden aufzustemmen. Doch dort befinden sich keine Rohre, sondern ein Skelett, welches den Siegelring des Earl of Selchester trägt.

    Hugo wittert die Chance der Langeweile eines Schreibtischjobs zu entgehen und steckt seine Nase halboffiziell in die Ermittlungen. Was er dort mitbekommt, gefällt ihm ganz und gar nicht.

    Die Polizei, Scotland Yard und weitere hohe Stellen sind nicht daran interessiert, den Mord umfassend zu untersuchen und erklären den ebenfalls verstorbenen Sohn des Hauses zum Täter. Einfach, sauber und ohne Aufsehen versuchen sie die Akte zu schließen, denn wie es scheint war der Earl in Regierungsgeschäfte verwickelt.

    Doch als man versucht, Freya als Mittäterin mit hineinzuziehen, verstärkt Hugo seine Anstrengungen und stößt schnell auf Ungereimtheiten. Was ist in dieser Winternacht wirklich passiert? Wem kann man trauen? Und warum scheint es so, als würde jeder Beteiligte irgendwas verheimlichen?



    Ich habe ja eine ausgeprägte Schwäche für gute Kriminalromane. Wenn sie dann noch in England spielen und in der Tradition von Arthur Conan Doyle und Agatha Christie daher kommen, ist es um mich geschehen. So ging es mir auch bei „Der Tote in der Kapelle“. Schnell war ich komplett fasziniert von dem Fall, der sich da langsam aber sicher vor mir ausbreitete.

    Edmondsons Schreibstil ist eine wahre Wonne und erinnert stark an Agatha Christie. Unaufgeregt, aber spannend, traditionell, dennoch hier und da sehr humorvoll. Auch der Fall an sich könnte gut und gerne aus der Feder der Königin der Kriminalroman stammen. Ich war vom ersten Moment an gefesselt. Wer jetzt schnelle Lösungen und viel Action erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Man trifft hier auf feinfühlige und unterschwellige Ermittlungsarbeit, immer wieder werden Hinweise eingestreut und die Verdächtigen erscheinen alle irgendwie unschuldig.

    Besonders gelungen fand ich die interessante Unterteilung der Kapitel. In verschiedenen Szenen bekommen wir diverse Blickwinkel präsentiert und sind so an mehreren Orten gleichzeitig.

    Hugo ist ein unaufgeregter, aber sympathischer Charakter. Er hadert mit seiner Behinderung und ist alles andere als erfreut jetzt auf dem Land zu leben. Dennoch versucht er sich seinem Schicksal zu fügen und so eine Mordermittlung ist da eine große Hilfe.

    Freya ist keine typische englische Frau der damaligen Zeit. Sie ist ziemlich unabhängig und sieht auch nicht ein sich von ihrer Familie viel vorschreiben zu lassen. Hugo und sie verstehen sich nach anfänglichen Schwierigkeiten ziemlich gut und versuchen gemeinsam, den Mord an ihrem Onkel aufzuklären.

    Georgia, Hugos Schwester, ist eine tolle Nebenfigur, die als Jugendliche noch mal ganz andere Aspekte in die Geschichte einbringt. Ihre Sichtweise ist ebenso erfrischend wie ihr ganzer Charakter.

    Die Figuren haben es mir leicht gemacht, sie zu mögen und ihre Geschichte verfolgen zu wollen. Zum Schluss hin habe ich immer mehr mitgefiebert und war bei manchen Enthüllungen wirklich schockiert. Hatte ein bisschen was von Gossip Girl, nur in den britischen Adelskreisen. Das degradiert den Krimi aber nicht zum Groschenroman, sondern verleiht ihm nur noch mehr Charme.

    Zum Schluss noch der Grund, warum ich dieses Buch für einen wirklich gelungenen Krimi halte - ich wusste sehr lange nicht, wer der Täter ist. Alles erscheint möglich, alles plausibel.


    Empfehlung für:
    Liebhaber englischer Kriminalromane. Fans von Sherlock Holmes, Miss Marple und Hercule Poirot.

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    walli007s avatar
    walli007vor 6 Monaten
    Schreibtischjob

    So klasse findet Hugo Hawksworth es nicht, in den Innendienst versetzt zu werden. Im Außendienst, mit geheimen Aufträgen, die ihn in ferne Länder führten, war sein Leben doch viel spannender. Doch eine Verwundung am Unterschenkel hat seine Zeit in dieser Position für immer beendet. Schweren Herzens macht er sich gemeinsam mit seiner kleinen Schwester auf den Weg nach Selchester Castle weit weg von London und allem. Im Jahr 1953 sind die Nachwirkungen des Krieges noch deutlich zu spüren. So ist der Schlossherr bereits kurz nach dem Krieg spurlos verschwunden. Eine Tatsache, die Hugo wesentlich neugieriger macht als sein neuer Job, der im Wälzen alter Akten besteht.


    Ein im Einsatz versehrter junger Mann und seine 13jährige Schwester machen sich auf zu neuen Ufern. Natürlich geht es auch um den neuen Job. Wichtig ist aber, dass Georgina den Tod der Eltern noch nicht überwunden hat und sie sich in der Obhut ihres Bruders wohler fühlen wird. Die Schlossbewohner sind zunächst wenig begeistert von ihrer Einquartierung. Nur die Haushälterin, die Georgina sofort in ihr Herz geschlossen hat, umsorgt sowohl sie als auch Hugo mit ordentlichen Mahlzeiten und viel Wärme. Die Nichte des verschwundenen Hausherrn möchte die Gäste am liebsten nur von weitem sehen. Ein Wunsch, der unerfüllt bleiben muss, denn schon bald wird in der Kapelle ein Skelett gefunden. Bei den nun folgenden Nachforschungen wird Hugos Hilfe und seine Erfahrung im Nachrichtendienst gerne in Anspruch genommen.


    Hugo Hawksworth hat mit „Der Tote in der Kapelle“ seinen ersten Auftritt in einer Reihe von drei Büchern. Leider ist die Autorin bereits verstorben und das letzte Buch in der Reihe wurde von ihrem Sohn nach ihren Notizen verfasst. Mit den Beschreibungen des ländlichen Lebens in England fühlt man sich sofort an die Englandbesuche erinnert. Auch wenn die nicht in den 1950ern stattfanden, ist die englische Landschaft und die Architektur doch irgendwie urtümlich geblieben. Glücklicherweise hat es der Verursacher des zweiten Weltkrieges nicht geschafft, den Engländern ihr England zu nehmen. Dennoch waren die Menschen durch den Krieg belastet und traumatisiert. Das ist noch deutlich zu spüren und auch der beginnenden kalte Krieg wirft seine Schatten voraus. Viel mehr Beziehungen gibt es zum Geheimdienst als man in so einem heimeligen Örtchen vermuten möchte. Schließlich ist doch das Leben dort alles andere als geheim. Da weiß die Haushälterin und damit auch der ganze Ort am Abend schon, was am Morgen in der Zeitung stehen wird. Und dennoch hinterlassen die warmherzigen Menschen in Selchester einen sympathischen Eindruck. Sogar beim Lesen fühlt man sich heimisch und beginnt mitzurätseln, welches Schicksal den Herrn des Hauses wohl ereilt hat.


    Ein liebenswerter Schreibtisch-Ermittler, der durchaus nicht nur am Schreibtisch bleibt, mit einer naseweisen Schwester in einem heimeligen Setting in der englischen Provinz, was will man mehr auf der Suche nach dem, was der Tat zugrunde liegt.

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    Literaturwerkstatt-kreativs avatar
    Literaturwerkstatt-kreativvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein spannender und gut inszenierter Krimi, ohne viel Mord und Totschlag !
    Selchester Castle

    "Literaturwerkstatt- kreativ“ stellt vor:

    Der Tote in der Kapelle“ vom Elisabeth Edmondson

    England 1953

    Aufgrund einer Beinverletzung die er sich bei einem Kriegseinsatz zugezogen hatte, wird der Geheimagent Hugo Hawksworth zu Schreibtischarbeiten in das südenglische Provinznest Selchester versetzt. Er soll sich dort um das Kriegsarchiv kümmern. Mit seiner kleinen Schwester Georgia, für die er die Vormundschaft übernommen hat, wird er auf Selchester Castle wohnen.

    Gerade mal sind die beiden eingezogen, wird in der Schlosskapelle das Skelett vom „Earl of Selchester“gefunden. Dieser verschwand sieben Jahre zuvor spurlos. Die Polizei will den Fall schnellstmöglich zu den Akten legen und ermittelt auch nur halbherzig.

    Und so macht sich Hugo zusammen mit Frya, der Nichte des Earls, auf die Suche nach dem Mörder.


    Fazit:

    Ein klassischer, spannender englischer Kriminalroman der alten Schule, der ohne viel Mord und Totschlag auskommt. Die Gangart des Krimis ist ruhig, keine Spur von übertriebener Hektik, somit eher dem Genre des Cosy-Krimis zuzuordnen. Elisabeth Edmondson hat mit Selchester Castle und seiner dazugehörigen Dorfgemeinschaft ein schöne Kulisse gewählt. Gut herausgearbeitet ist der Protagonist Hugo Hawksworth der eigentlich lieber in London leben möchte und sich anfangs sehr schwer mit dem Landleben und den tratschenden Dörflern tut. Wo etwa die Telefonistin die Gespräche mit anhört und am nächsten Tag das ganze Dorf informiert ist. Man wird bis zum Schluss nicht ganz schlau aus Hugo, aber dass ist von der Autorin auch so gewollt und geschickt eingefädelt, da das Buch der Einstieg in eine Reihe ist. Auch was die Figur Freya angeht, bleibt es an manchen Stellen sehr rätselhaft.


    Der zweite Teil „Mord auf Selchester Castle“ erscheint im Februar 2019 und ich kann nur sagen, ich freue mich jetzt schon darauf !!!


    https://literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com/2018/04/14/4993/


    Besten Dank an den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar



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    OmaIngevor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Englischer Krimi aus den 50ern. Stimmig und spannend.
    Englischer Krimi aus den 50ern

    England im Jahre 1953: Der Geheimagent Hugo Hawksworth muss nach einer Verletzung Dienst am Schreibtisch verrichten. Obwohl ihm das nicht gefällt lässt er sich auf seine neue Aufgabe ein. Er zieht mit seiner jungen Schwester in Selchester Castle ein und wird dort auf das mysteriöse Verschwinden des Earl of Selchester vor sieben Jahren aufmerksam. Nach dem Fund eines Skelettes in der Kapelle macht sich Hugo zusammen mit Freia, der Nichte des verschwunden Earls, auf die Suche.

    Durch den Schreibstil habe ich mich gleich in die 50er Jahre versetzt gefühlt. Mit dem Auffinden des Skelettes unten den Bodenplatten der Kapelle beginnt ein spannender Kriminalfall in und um Selchester Castle. 
    Die Handlung ist gut aufgebaut und nie langweilig. Das Leben und die Menschen im Jahre 1953 sind gut getroffen. Auch die Dorfbewohner haben ein Gesicht bekommen. 
    Der Kriminalfall selber ist stimmig. Allerdings gibt es am Ende des Buches lose Fäden und Vermutungen. 

    Ein englischer Krimi der Lust auf eine Fortsetzung macht. 

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    K
    katze102vor 7 Monaten
    gut erzählter, typisch englicher Krimi

    Elizabeth Edmondson läßt in diesem Krimi, der 1953 spielt, eine Dorfgemeinschaft in Selchester entstehen, samt der Burg des 56. Earl of Selchester, der im Januar 1947 unauffindbar verschwand.
    Als die Geschwister Georgia und Hugo in der Burg einquartiert werden und durch einen zu reparierenden Rohrbruch in der Kapelle unter den anzuhebenden Steinplatten ein Skelett gefunden wird, kommen die Ermittlungen in Gang; vieles scheint nicht dem zu entsprechen, wie damals angenommen wurde.

    Im Januar 2016 verstarb die Autorin unerwartet nach kurzer schwerer Krankheit. Offensichtlich handelt es sich um diesen Krimi um den ersten Band einer neuen Reihe, die nicht mehr fortgesetzt werden konnte. Für einen Sereinbeginn wurde die Ortschaft samt ihrer Bewohner ausführlich und stimmig beschrieben, macht einen erheblichen Anteil dieses Romans aus. Der Fall selber mitsamt seiner Auflösung wurde spannend und schlüssig erzählt, wäre allerdings für einen einzelnen abgeschlossenen Krimi etwas zu kurz gekommen. Es wäre unfair, das zu bemängeln, denn da einige Anspielungen und direkte Hinweise auf einen nachfolgenden Teil hindeuten, bedarf es offensichtlich der ausführlichen Beschreibung der Dorfgemeinschaft. Sehr gut gefallen hat mir auch die enthaltene kleine Hommage an Agatha Christie mit Benneung eines gerade erschienenen Krimis ihrerseits.
    Ich bedaure, dass es nun bei dieser einen Folge bleiben wird, denn sowohl Erzählstil als auch die schlüssige und durchdachte Handlung haben mir gut gefallen und treffen genau das, was ich unter einem englischen Krimi erwarte.

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