Elizabeth Ellen Die letzte Amerikanerin

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Inhaltsangabe zu „Die letzte Amerikanerin“ von Elizabeth Ellen

Ein Mann, der an Heiligabend aus einem haltenden Auto springt und davonläuft. Eine Frau, die samt Säugling allein in einer fremden Stadt zurückbleibt. Ein Mädchen, das dem Sex- und Drogenleben ihrer Mutter hilflos ausgeliefert ist. Menschen, die im wahrsten Sinne des Wortes bereit sind, sich einen Arm abzuhacken, um endlich so geliebt zu werden, wie sie es sich wünschen.
Doch dieser Wunsch wird selten erfüllt in den Storys von Elizabeth Ellen. Oft sind es Geschichten vom hässlichen Entlein, das durch eine lebensfeindliche Welt watschelt – und das Glück nur hin und wieder an Orten findet, an denen es gar nicht sucht. Manchmal sind es aber auch Testamente der Wut, der Rache, des verzweifelten Aufbegehrens.
Und immer strotzen ihre Figuren vor Kraft, Lebenswillen und Lust. Ein Großteil der Storys kreist um das Schicksal von Erin, einem Mädchen, das »in Kneipen und Bars im Mittleren Westen« aufwächst und seine Jugend abgeschoben in einem Internat in Florida verbringt. Ständig ist die Sehnsucht nach der geliebten Mutter präsent, aber der Platz an deren Seite ist von immer wechselnden Lovern besetzt.
Neuerdings ist es Proleten- und Crystal-Meth-Mike, der Erins Familienalltag zu einem wahren Martyrium werden lässt. »Wenn die beiden nicht ficken, dann streiten sie. Meistens schlägt Mama zuerst zu und Mike schlägt zurück, bloß härter.« Fast schon nebenbei wird Erin von Bundesstaat zu Bundesstaat verschickt, lernt ihre Halbschwester kennen, verliebt sich zum ersten Mal und erkundet – mit Hilfe einer Salatgurke – den eigenen Körper.
Abgründiger, oft schmutziger Humor wechselt sich ab mit Szenen voll anrührender Zartheit und Poesie. Tiefe Gefühle werden durchbrochen von beißender Ironie. Die Grenze zwischen Liebe und Hass wird beinahe unmerklich immer weiter verschoben, von Seite zu Seite. Ein beeindruckendes Zeugnis einer bisher unerhörten literarischen Stimme – und ein ganz und gar ergreifendes Leseerlebnis!

Grandioses Kunstwerk!

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • "Die letzte Amerikanerin" von Elizabeth Ellen

    Die letzte Amerikanerin

    Jacynthe

    12. April 2016 um 10:22

    Inhaltsangabe Elizabeth Ellen ist nichts Menshcliches fremd. In ihren Geschichten geht es um Sex und Schuld, Machtgefälle und Abhängigkeiten, Sehnsucht und Verlangen. Hart, ungeschönt und berührend zeichnet sie in Die letzte Amerikanerin ein Porträt von den Vereinigten Staaten unserer Tage. Zwölf mitreißende Storys über Gewalt, Zärtlichkeit und den unbändigen Wunsch nach Liebe. Und über das Abenteuer, eine Frau zu sein. (Schwarzkopf & Schwarzkopf) Meine Meinung Bei diesem Buch handelt es sich um eine Sammlung von 12 Storys, die aus Ellens Buch Fast Machine entnommen und übersetzt wurden. Der Titel des Buches entspricht dabei dem einer Kurzgeschichte. Ich entdeckte es dank des auffälligen Covers in der Bibliothek und zögerte nicht lange, es mitzunehmen. Zunächst dachte ich, ich hätte wirklich 12 verschiedene Geschichten über 12 verschiedene Menschen in der Hand. Tatsächlich hängt ein Großteil der Storys zusammen und berichtet chronologisch rückwärts verlaufend vom Leben der jungen Erin. Als ich mich daran gewöhnt hatte kam dann plötzlich der Sprung zu einer anderen Protagonistin, was ich jedoch erst merkte, als beiläufig deren Name erwähnt wurde. Von dort an hat jede Geschichte eine eigene Protagonistin - einmal sogar die Autorin selbst (oder jemanden ihres Namens). Dennoch haben die Geschichten durchweg eines gemeinsam: "Sex und Schuld, Machtgefälle und Abhängigkeiten, Sehnsuch und Verlangen", wie es auf der Rückseite des Buches zusammengefasst wird. Und diese Beschreibung passt. Niemand in dem Buch ist wirklich glücklich, jeder wünscht sich weit, weit weg. Alle leben sie in ständiger Angst, unter Drogen oder mit unterdrückten und teils verbotenen Wünschen. Ellen beschreibt hier menschliche Abgründe, wie sich sicherlich immer wieder in unserer Welt abspielen. Sie selbst hat jedoch die USA im Blick, genauer gesagt ländlichere Teile der USA. Doch trotz all der Missstände, von denen in den Storys so offen und ehrlich die Rede ist, ist das Buch erfüllt von Hoffnung und Liebe. Ich habe es gern gelesen, denn die meisten der Storys verbreiten diese Atmosphäre, auf die ich immer hoffe, wenn ich Romane über die ländlicheren Gegenden der USA in den Händen halte. In etwa so wie in dem Film Gilbert Grape, der zu meinen Lieblingsfilmen zählt. Anders kann ich nicht beschreiben, was ich meine. Diese Stimmung findet sich vor allem in den ersten Geschichten. Gegen Ende dreht der Wind jedoch ein wenig und das Buch schließt schließlich mit einem lauten Knall, einem Wachrütteln, einer sehr verstörenden und harten Story. Zunächst fand ich es schade, dass das Buch so enden musste, doch mittlerweile verstehe ich die Intention dahinter. Die Bezeichnung "Das Abenteuer, eine Frau zu sein", wie der Verlag es in der Inhaltsangabe nennt, finde ich übrigens ein wenig unglücklich gewählt. Natürlich geht es hier um Frauen, aber nichts, was diese Frauen erleben, ist meiner Meinung nach wirklich ein Abenteuer im herkömmlichen Sinne zu nennen. Drama, ja. Vielleicht auch Tragödie. Aber mit einem Abenteuer haben die Geschichten meiner Meinung nach nicht viel zu tun. Die letzte Amerikanerin ist verstörend, aber dennoch irgendwie hoffnungsvoll. Ich habe das Buch gern gelesen, ach, was sag' ich, geradezu verschlungen und vergebe 5 von 5 Wolken. 

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  • Die letzte Amerikanerin von Elizabeth Ellen

    Die letzte Amerikanerin

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. June 2014 um 17:18

    Was der Klappentext verspricht, halten die Geschichten von Elizabeth Ellen in Die letzte Amerikanerin zu hundert Prozent ein. Gnadenlos portraitiert die Autorin ihre Charaktere, Sinnbild für zahlreiche Dinge, die in den Staaten und den dort lebenden Menschen anzutreffen sind. Liest man die Geschichten, eröffnet sich im Leser ein Feuerwerk der Gefühle. Soll man schmunzeln, weinen oder wütend werden? Empfindet man Sympathie oder Abneigung? So viele Fragen, die sich im Leser auftun und eine Antwort verlangen. Antworten findet man dann, wenn man sich nach dem Lesen Zeit nimmt, um nachzudenken. Genau dies musste ich auch, denn ansonsten wäre das Buch nicht vollkommen und hätte seine Absicht verfehlt. Mir blieb gar nichts anderes übrig, als Werte und Normen einer Gesellschaft, des eigenen Lebens zu reflektieren und meinen eigenen Standpunkt zu finden. Alltägliches wird radikal, aber dabei sanft offenbart. Rhetorische Mittel gehen der Autorin nicht aus und verpassen dem Leser immer wieder Schläge, die verarbeitet werden müssen. Die meisten Geschichte werden aus der Ich-Perspektive erzählt. Verschiedene Lebensabschnitte werden behandelt, darunter die Jugend, mit einer nicht-liebenden Mutter, die ständig ihre Partner wechselt, das Erwachsenwerden mit Drogen, Party und einem Kind. Die erste Liebe und die unbewusste Sehnsucht nach etwas Besserem, etwas Neuem, etwas, dass die Protagonistin so nie erlebt hat. Die Autorin spricht in der Geschichte Und im Fernsehen singt Bing Crosby den Leser direkt an. Fragt nach eigenen Erfahrungen und schildert gleichzeitig ihre. Der Leser fühlt sich dem Geschehen unheimlich nah und versucht, sich selbst darin zu finden. Weiteren Tiefgang bietet das Cover, das den Inhalt wunderbar darstellt. Es lässt einen Roadtrip vermuten, den die Protagonistin durchlebt. Ständig befindet sie sich an anderen Orten, darunter Ohio und Florida. Die Unheimliche Weite verbirgt Magisches, doch gleichzeitig ist in ihr nichts. Genau dies stellen die Geschichten dar. Ein einsamer Charakter, obwohl er Freunde hat, tiefe Verletzung, Sehnsucht nach Liebe und ein Drang, die inneren Gefühle auf verschiedene Weise auszuleben. Die letzte Amerikanerin von Elizabeth Ellen hat mich tief beeindruckt und lässt mich nachdenklich zurück. Jeder sollte dieses Buch lesen, sich und seine Umgebung reflektieren und seine Träume definieren. Es fällt mir schwer, meine Gedanken zu diesem Buch aufzuschreiben, aber ich denke meine Bewertung sagt alles: ♥♥♥♥♥/♥♥♥♥♥

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  • Einfach #UEBER

    Die letzte Amerikanerin

    Eiseisbaby

    18. May 2014 um 12:02

    Elizabeth Ellen hat das Talent, Geschichten so einfach und intensiv zu erzählen, dass man von ihrer Sprache und ihren Beobachtungen geradezu getroffen wird. Wuchtig, leise, sanft. Es sind harte, narrative Schläge, die einen innerlich ins Wanken bringen, so stark, dass man sie noch Wochen danach sauber auspendeln muss, oder besser: auspendeln darf. Ich habe lange auf diese Geschichten gewartet. Ich habe sie vermisst und herbeigesehnt, ohne mit ihnen zu rechnen. Denn die Stories in "Die letzte Amerikanerin" sind rough, authentisch, wahr, (durch-)lässig. Gleichzeitig perfekt ausbalanciert und gegenwärtig verortet zwischen junger Coolness und alter Melacholie. Bigger than life - kleine, atmosphärische Preziosen in einer immer schmuddeliger werdenden Welt. Und sehr gut übersetzt. Bitte unbedingt lesen, spüren, weitersagen!

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  • Von Sehnsüchten und Hoffnungen...

    Die letzte Amerikanerin

    Emma.Woodhouse

    05. April 2014 um 19:13

    Inhalt: Das Buch besteht aus 12 verschiedenen Geschichten und zeigt eher die Hässlichkeit des Lebens. In mehreren Geschichten spielt Erin die Hauptrolle, in verschiedenen Lebensabschnitten erzählt sie von ihrer Mutter, für die sie nicht zu existieren scheint. Ihre Mutter wandert von einem Mann zum nächsten und schiebt dabei ihre Tochter immer wieder ab. Erin wird auf ihre ganz eigene Art erwachsen und gerade Liebe und Sex spielen dabei immer wieder eine wichtige Rolle. Doch eigentlich will sie nur von ihrer Mutter gesehen und geliebt werden. Doch auch die Sehnsucht nach einem Vater ist immer wieder spürbar. Aber nicht nur in das Schicksal von Erin wird man hineingeschleudert sondern auch von anderen Sehnsuchtskandidaten. Sie alle suchen Liebe, Glück, ein anständiges Leben und befinden sich aber in Situationen, die ihnen das sehr erschwert.  Zum einen ist da die 16-jährige Shannon, die nicht nur schwanger ist sondern auch einen gewalttätigen Freund hat. Oder Elizabeth, die nach einer gescheiterten Ehe ein neues Leben beginnen will mit ihrer Tochter und sich dabei in eine imaginäre Liebesgeschichte mit einem Autor verrennt. Aber es wird auch von einer Frau erzählt, die beschließt ein Leben in den Wäldern zu leben mit fatalen Folgen. Jede Geschichte hatte ihre einzigartigen Momente, die es zu entdecken gilt.   Meinung:  Bei diesem Buch muss ich wirklich sagen, es hat mich gefunden! Ich wusste nicht was mich erwarten würde und gerade das der Name Charlotte Roche immer wieder im Zusammenhang mit diesem Buch erwähnt wurde, hat mich sogar etwas abgeschreckt. Aber der Inhalt klang interessant und ich lasse mich gern überraschen. Und siehe da, ich bin völlig begeistert!!! Zuerst einmal muss ich die Aufmachung des Buches erwähnen. Das Cover lässt einen an einen Roadtrip durch Amerika denken und das ist es in gewisser Weise auch, wobei es eher ein Roadtrip der Gefühle, Einsamkeit und des Schicksals ist. Aber was ich wirklich schön fand das jede einzelne Episode ein eigenes Titelblatt bekommen hat und dieses Thema wieder aufnahm. Zum Stil der Autorin muss zunächst gesagt werden das er vielfältig ist. Immer passend zur Episode wurde der Erzählstil bzw die Perspektive geändert und der Situation angepasst. In einer Geschichte beispielsweise wird in der allwissenden Erzählperspektive die Geschichte beschrieben und das passt in dem Augenblick so gut weil man den Eindruck hat das auch das Kind versucht das Geschehen nicht so nah an sich heranzulassen und mit einem gewissen Abstand die Dinge beobachtet. Aber genauso nah wird man in die Geschichte verwickelt wenn die Autorin in die Ich-Perspektive wechselt. Aber das wirklich geniale an diesem Episodenroman ist die Rohheit und Wirklichkeit des Erzählten. Da wird nichts beschönigt, oder umschrieben. Man taucht in das Leben verschiedener Leute, die nicht zufrieden und glücklich bis an ihr Lebensende sind sonder die aus der Wirklichkeit entsprungen sind. Es geht darum was tagtäglich passiert, um die Sehnsucht nach etwas besserem, nach Liebe. Dass alles wird eindringlich und teilweise auch brutal ehrlich beschrieben. Gleichzeitig findet man aber auch eine eigenwillige Schönheit denn wie die Autorin die Dinge sieht, ist nicht nur wahr sondern auch bittersüß. Das Bemerkenswerte daran ist aber das man nicht in Melancholie verfällt oder die Geschichte so einen schwermütigen Unterton bekommt sondern sie trotzallem lebendig und auch voller Hoffnung. Das gelingt nur wenigen.

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