Elizabeth Ellen Genial wie wir

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Inhaltsangabe zu „Genial wie wir“ von Elizabeth Ellen

Elizabeth Ellen geht weiter ans Eingemachte. War es in ihrem ersten Erzählband DIE LETZTE AMERIKANERIN noch die ergreifende Aufarbeitung ihrer eigenen Kindheit zwischen Kneipentresen und Internatsabschiebung, mit der sie die Leser zu fesseln wusste, wendet sie sich nun den Jahren danach zu. Als junge Frau heiratet sie einen noch jüngeren Möchtegern-Musiker, brennt mit ihm in einen fremden Bundesstaat durch. Scheinbar trotzen die beiden allen gesellschaftlichen Konventionen – bis sie ein Kind bekommen, das alles über den Haufen wirft. Ellen beschönigt weder die Blauäugigkeit der Frau noch die Verantwortungslosigkeit des Mannes. In kürzester Zeit wird aus dem Traum von der großen Freiheit ein Albtraum aus Kontrolle, Eifersucht und psychischer Abhängigkeit – schließlich flüchtet die junge Frau mit dem gemeinsamen Kind und beschließt, sich allein durchzuschlagen. Doch während die Tochter größer wird, geht für die Mutter die Suche nach dem Mann fürs Leben weiter – und endet, allen Affären und kleineren Lichtblicken zum Trotz, ein ums andere Mal im Debakel. Tränen, Verzweiflung und Einsamkeit folgen auf jeden missglückten Beziehungsversuch. Bis die Frau merkt, dass sie Wärme und Anerkennung eher woanders findet als bei einem Mann: nämlich in der Clique ihrer inzwischen jugendlichen Tochter. Sie fängt an, mit den Kids rumzuhängen, sie durch die Gegend zu kutschieren und sich immer mehr in ihre Welt von Marihuana, Rapmusik und Popcorn-Movies hineinzuversetzen. Wenn die Freunde ihrer Tochter Stress mit ihren Erziehungsberechtigten haben, schlägt sie sich stets auf die Seite der Teenager. Sie verspürt plötzlich ein völlig neues Zugehörigkeitsgefühl. Doch wie lange werden die anderen Eltern diesen Zustand tolerieren? Wie nah kann und darf sie den Kindern kommen? Was lässt sich mit ihrer Verantwortung als Mutter vereinbaren?

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  • "Genial wie wir" von Elizabeth Ellen

    Genial wie wir
    Jacynthe

    Jacynthe

    19. May 2016 um 11:21

    Inhalt Elizabeth Ellen geht weiter ans Eingemachte. War es in ihrem ersten Erzählband Die letzte Amerikanerin noch die ergreifende Aufarbeitung ihrer eigenen Kindheit zwischen Kneipentresen und Internatsabschiebung, mit der sie die Leser zu fesseln wusste, wendet sie sich nun den Jahren danach zu. Als junge Frau heiratet sie einen noch jüngeren Möchtegern-Musiker, brennt mit ihm in einen anderen Bundesstaat durch. Scheinbar trotzen die beiden allen gesellschaftlichen Konventionen - bis sie ein Kind bekommen, das ihr bisheriges Leben auf den Kopf stellt. (Quelle) Meine Meinung Nachdem mir Elizabeth Ellens erstes Buch Die letzte Amerikanerin so gut gefallen hat, war ich überglücklich, als mir der Verlag ihr neues Buch zur Rezension angeboten hat. Wenige Tage später war es da und ich konnte bereits die erste Story lesen. Es stellte sich schnell heraus: das Buch ist ähnlich, aber doch ganz anders als sein Vorgänger. Anstatt um Kindheits- und Jugendjahre, geht es hier um das Erwachsensein und -werden und die Autorin arbeitet auch hier wieder ihr eigenes Leben auf. Es geht um Ehe und der Wunsch nach festen Bindungen, um Kinder und Kinderlosigkeit sowie das Zusammenleben mit erwachsenen Kindern. Die Figuren sind weiterhin geprägt von Ängsten und Unsicherheiten, und es fließt auch hier viel Alkohol. Doch die Probleme sind gänzlich anderer Art und ich konnte mich in diesen Geschichten teilweise besser finden als in denen des ersten Bandes. Ich musste zum Beispiel sehr über die Bemühungen einer Protagonistin lachen, die auf die Ankunft ihres Freundes, mit dem sie eine Fernbeziehung führt, wartet. Sie gibt schließlich den hilfreichen Tipp, sich nie an Stellen zu rasieren, die man nicht auch sein ganzes Leben lang rasieren möchte. Davon kann wohl fast jede Frau ein Liedchen singen, aber ich habe von diesen Dingen noch nie mit solcher Ehrlichkeit gelesen wie bei Elizabeth Ellen. Ich finde es besonders faszinierend, dass Ellen offenbar von sich selbst erzählt, aber dennoch nicht wirklich etwas preis gibt. Man weiß nie, ob mit einer Figur jetzt sie gemeint ist und ob sie dieses oder jenes tatsächlich erlebt hat, oder ob sie mit Ähnlichkeiten und Assoziatonen arbeitet. Und doch ist alles von einem Hauch von Selbstoffenbarung umgeben, der wohl diese besondere Empathie, die man mit den Figuren empfindet, hervorruft. Die Stimmung, die ich am letzten Buch so geliebt habe, diese Gilbert-Grape-Melancholie, konnte ich hier nicht finden. Die Geschichten spielen immer noch in den USA, die Umgebung wird aber für mein Empfinden viel weniger mit einbezogen. Nur an Stellen, wo die Protagonistin den Highway entlang rast oder an Tankstellen im Nirgendwo Bier kauft, umwehte mich noch der Hauch dieser Stimmung. Aber auch das ist nicht unbedingt negativ zu bewerten, denn wie ich schon sagte: das Buch ist eben anders. Die einzelnen Storys dieses Buches sind unterschiedlich lang, meist jedoch von angenehmer Länge. Ellen wechselt zwischen verschiedenen Figuren, Perspektiven und Erzähltypen, sodass man am Anfang jeder Story gespannt sein kann, was auf einen zu kommt, wo man sich befindet und mit wem man es zu tun hat. Besonders eindrücklich wirkte auf mich die Geschichte, in der der Leser mit Du angesprochen wird, während eigentlich von der Protagonistin erzählt wird. Das Gefühl der Allgemeingültigkeit, das damit wohl geschaffen werden sollte, hat sich tatsächlich eingestellt, was mich sehr beeindruckt und gefesselt hat. Die Inhaltsangabe auf der Rückseite des Buches lässt jedoch eine Kontinuität vermuten, die ich nur schwer finden konnte. Vor allem der Anfang fiel mir schwer und ich konnte nicht wirklich feststellen, ob und welche Verbindung zwischen den Storys besteht. Aber etwa der Mitte, mit meiner Lieblingsstory "Die abtrünnige Braut tritt aufs Gas" besserte sich das, und vor allem die letzten Storys waren deutlich miteinander verbunden. Trotzdem finde ich die Inhaltsangabe irreführend, auch in Bezug auf das Kind, "das ihr bisheriges Leben auf den Kopf stellt." Man könnte dahinter etwas anderes erwarten, als man mit diesem Buch bekommt - was den eigentlichen Inhalt aber nicht herabsetzen soll. Sagte man über Die letzte Amerikanerin, es handle von dem "Abenteuer, eine Frau zu sein" (woran ich mich ein wenig gestört habe), so könnte man über dieses Buch sagen: Vom Abenteuer, erwachsen zu sein. Und dieser Beschreibung könnte ich mich voll und ganz anschließen. Ich empfand das Buch als weniger verstörend als den Vorgänger, aber deshalb nicht weniger berührend. Ich vergebe 4 von 5 Wolken und bedanke mich noch einmal sehr beim Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag für das Rezensionsexemplar.

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