Elizabeth Fremantle, die schon mehrere interessante Romane über faszinierende Frauen aus der Tudorzeit geschrieben hat, hat sich nun dem Beginn der Herrschaft der Stuarts zugewandt. Mit der Geschichte von Frances Howard, die mit Robert Devereux, 3. Earl of Essex verheiratet wurde und die sich in den Höfling Robert Carr verliebt, hat sie einen spannenden, historischen Krimi geschrieben.
Frances ist wunderschön und in ihrer Ehe unglücklich, und als ihr der Lieblingshöfling des Königs den Hof macht, sucht sie einen Ausweg aus ihrem Dilemma und bezichtigt ihren Gatten der Impotenz, um die Ehe aufzulösen. Das gelingt ihr auch, löst aber einen Skandal aus. Kaum ist sie endlich mit Robert Carr verheiratet, wird sie als auch ihr Mann des Mordes angeklagt. Sein bester Freund Thomas, der heftig gegen diese Ehe opponiert hatte, ist im Tower ermordet worden. Der König entzieht seine Gunst, und Frances bekennt sich schuldig und Robert unschuldig. Beide werden schlussendlich begnadigt und des Hofes verwiesen.
Diese historisch belegten Fakten werden nicht nur zu einem prächtigen Sittenbild der damaligen Zeit, sondern auch auch psychologisch exzellent aufbereitet. Die Autorin bedient sich dabei mit dem Wechsel der Perspektiven von Frances Howard und Robert Carr und taucht dabei tief in die Abgründe der menschlichen Seele ein. Im ersten Teil des Buches erzählt Frances ihre Geschichte ihrer Magd, wobei Robert ihren stimmigen Widerpart gibt. Im zweiten Teil jedoch ändert Frances ihre Persönlichkeit und dreht die Geschichte völlig um. Das ist nicht nur sehr interessant, sondern auch sehr spannend beschrieben, denn auch die Ängste ihres Mannes, der in der Gunst des Königs steht, sich unsterblich in Frances verliebt, aber seinen besten Freund auch nicht verlieren mag, sind glaubhaft und nachvollziehbar.
Ein psychologisches Drama mit mehreren Todesfolgen obwohl die beiden Anstifter (?) Frances und Robert begnadigt werden, während die ausführenden Täter allesamt bestraft werden.
Was fehlt, ist ein Verzeichnis des handelnden Personen als auch ein paar Jahreszahlen zur besseren Orientierung. Das Buch setzt ein bißchen Fachwissen über die englische Geschichte voraus, ist aber toll und sehr spannend geschrieben

























