Elizabeth Gaskell Frauen und Töchter

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Inhaltsangabe zu „Frauen und Töchter“ von Elizabeth Gaskell

Ein himmlischer Wälzer

Dieses bezaubernde Sittenbild aus dem frühen 19. Jahrhundert zählt zu den großen Romanklassikern der englischen Literatur. Im Mittelpunkt der zeitlos gültigen 'comédie humaine' stehen, ähnlich wie bei Jane Austen, zutiefst menschliche Schicksale. An deren Vorbild erinnert Elizabeth Gaskells feine Ironie ebenso wie ihr ausgeprägter Sinn für die kleinen Dramen des Alltags.

'Wives and Daughters' ist Elizabeth Gaskells letzter Roman, verfaßt auf der Höhe ihrer Meisterschaft. Die Autorin schuf damit ein kolossales Zeit- und Gesellschaftspanorama, angesiedelt am Vorabend der industriellen Revolution. Die 'feudalen Gefühle', heute noch intakt, sind morgen schon passé. Selbst im hintersten Winkel Englands zeichnen sich allmählich Änderungen der sozialen Verhältnisse ab, und mit ihnen werden sich die Bedingungen menschlichen Zusammenlebens grundlegend ändern. Der bezeichnende Untertitel des Buchs lautet 'Eine alltägliche Geschichte', und nichts könnte alltäglicher sein als das liebe Geld. Finanzielle Zwänge und Kalamitäten werden ebenso wenig ausgespart wie die Erkenntnis, daß Unabhängigkeit zuvorderst ein Privileg der Besitzenden ist.

In diese Gesamtperspektive organisch eingebunden, finden sich in 'Frauen und Töchter' die unterschiedlichsten weiblichen Lebensentwürfe und Wunschbilder. Diese ergänzen, variieren oder kontrastieren ihrerseits die individuelle Emanzipationsgeschichte der Romanheldin, dem gesitteten Mädchen Molly Gibson, das zur selbstbewußten jungen Frau heranreift.

In souveräner Gesamtschau zeigt die Verfasserin, wie das Große ins Kleine greift und wie umgekehrt Privates zu etwas durch und durch Politischem wird. Das facettenreiche Werk, in England längst kanonisiert, gilt hierzulande noch als Geheimtipp, wenn auch in Ehren gehalten von einer stetig wachsenden Fangemeinde.

Gaskell zeichnet ein mit feiner Ironie unterlegtes Bild des Lebens in der englischen Provinz Anfang des 19. Jahrhunderts.

— Barbara62

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  • Das Leben in der englischen Provinz zu Beginn des 19. Jahrhunderts

    Frauen und Töchter

    Barbara62

    Elisabeth Gaskell (1810 - 1865), befreundet mit Charles Dickens, gilt neben ihrer Freundin Charlotte Brontë, deren Biografin sie wurde, als eine der Hauptvertreterinnen des viktorianischen Romans. Ihre Bücher wurden in den letzten Jahren von der BBC glänzend verfilmt. Ihr letztet Roman, Frauen und Töchter, zunächst in The Cornwall Magazin in Fortsetzungen erschienen, ist laut Untertitel "eine alltägliche Geschichte", ähnlich denen einer Jane Austen. Molly, mutterlose Tochter eines Landarztes, erlebt als junges Mädchen die neue Ehe des geliebten Vaters und wächst, durch schmerzliche Erfahrungen gereift, vom fügsamen Kind zur selbstsicheren jungen Frau heran. Gaskell zeichnet ein mit feiner Ironie unterlegtes Bild des Lebens in der englischen Provinz am Vorabend der industriellen Revolution zu Anfang des 19. Jahrhunderts. Mit ihrem feinen Gespür für die kleinen Dramen des Alltags und dem umfassenden Bild der sog. "besseren Kreise" ist der Roman eine ausgesprochen unterhaltsame Lektüre. Zwar konnte sie ihn nicht mehr ganz beenden, doch liegt der geplante Schluss am Ende klar vor Auge.

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  • Eine alltägliche Geschichte...

    Frauen und Töchter

    Micky

    18. July 2013 um 16:06

    Inhalt: Molly Gibson wächst als heißgeliebte Tochter des verwitweten Landarztes von Hollingford glücklich und wohlbehütet heran. Als Molly 17 Jahre alt ist, beschließt Mr. Gibson, noch einmal zu heiraten. Die neue Mrs. Gibson bringt ihre ebenfalls 17jährige Tochter Cynthia mit in die Ehe, welche innerhalb kürzester Zeit das ganze Dorf, insbesondere dessen männliche Bewohner, verzaubert und auch Molly in ihren Bann zieht. Die gerade erblühte Zuneigung zwischen den Stiefschwestern wird jedoch hart auf die Probe gestellt, als beide sich in denselben Mann verlieben... Meine Meinung: Ich bin ja seit jeher ein großer Liebhaber, der viktorianischen Literatur und der Literatur der Regency-Zeit. Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis mir Elisabeth Gaskell in die Hände fiel. Und ich wurde nicht enttäuscht. "Frauen und Töchter" beinhaltet all das, was ein guter englischer Gesellschaftsroman braucht - Klatsch und Intrigen, geistreiche Dialoge, eine gute Portion Standesdünkel und überkommene sittliche und moralische Vorstellungen und nicht zuletzt eine wunderschöne Liebesgeschichte. Elisabeth Gaskell ist dabei erstaunlich witzig und erinnert in ihrem Schreibstil fast ein bisschen an Jane Austen. Besonders die Figur der Mrs. Gibson hat mich oft zum schmunzeln gebracht (und ein kleines bisschen an Mrs. Bennett aus "Stolz und Vorurteil" erinnert). Einzig das Ende hätte ein wenig eindeutiger und weniger offen sein können. Aber das stört im Gesamteindruck wenig. Von mir gibts damit die volle Punktzahl. Wer Jane Austen und die Schwestern Bronté mag, der kommt auch um Elisabeth Gaskell nicht herum.

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  • Rezension zu "Frauen und Töchter" von Elizabeth Gaskell

    Frauen und Töchter

    lollebolle

    20. March 2010 um 14:41

    Herrlich altmodisches Buch. Trotzdem nicht langweilig, wie soviele von den Schinken.

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