Elizabeth Harrower

 2.6 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von In gewissen Kreisen, Catherine Wheel und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Elizabeth Harrower

Elizabeth HarrowerIn gewissen Kreisen
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In gewissen Kreisen
In gewissen Kreisen
 (7)
Erschienen am 16.05.2016
Elizabeth HarrowerThe Watch Tower
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The Watch Tower
The Watch Tower
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Erschienen am 14.02.2013
Elizabeth HarrowerCatherine Wheel
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Catherine Wheel
Catherine Wheel
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Erschienen am 27.08.2014
Elizabeth HarrowerIn Certain Circles
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In Certain Circles
In Certain Circles
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Erschienen am 23.04.2014
Elizabeth HarrowerThe Long Prospect
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The Long Prospect
The Long Prospect
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Erschienen am 11.02.2014
Elizabeth HarrowerDown in the City
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Down in the City
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Erschienen am 10.06.2014

Neue Rezensionen zu Elizabeth Harrower

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Rezension zu "In gewissen Kreisen" von Elizabeth Harrower

Lebensbahnen
Brivor 2 Jahren

"Nun ist also alles vorbei, und alles beginnt von neuem."

Zoe ist 17 Jahre alt, als ihr Bruder Russel das verwaiste Geschwisterpaar Anna und Stephen das erste Mal nach Hause einlädt. Die jeweiligen Geschwisterpaare hätten nicht unterschiedlicher aufwachsen können. Während Zoe und Russel in einem freien Akademikerhaushalt aufwuchsen, mussten Stephen und Anna ihr Leben nach dem Tod ihrer Eltern bei Onkel und Tante verbringen, die mit sich selbst genug zu tun hatten. Stephen konnte dank seines Alters dem deprimierenden Haushalt früher entfliehen, Anna schien sich Strategien angeeignet zu haben, um mit der Situation klar zu kommen. Die Verstrickung der vier sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten wird über die Jahre nicht einfacher.

In einer klaren Sprache erzählt Elizabeth Harrower in ihrem in den 1970er Jahren entstandenen Roman In gewissen Kreisen von der Veränderung des Menschen. Anfänglich sprühend und zauberhaft glitzernd begibt sich vor allem die Hauptfigur Zoe in ein selbst gewähltes Schicksal, das ihre Persönlichkeit stark verändern wird. Ihre Energie, die man durch den Text nahezu körperlich zu verspüren glaubt, kocht auf immer kleinerer Flamme, bis sie fast erlischt. Doch gerade die Person, die anfänglich mehr als zurückhaltend erscheint, sich aus allem vorsichtig heraus hält, um in späteren Jahren wegen einer unmöglich geglaubten Liebe als Künstlerin ihre Selbstverwirklichung und ihren Frieden finden wird, durchbricht durch ein Versehen die geschlossenen Kreise, innerhalb derer sich die beiden Geschwisterpaare bewegen. Die Frauen sind es, die sich bewegen, aus unterschiedlichen Gründen und in verschiedene Richtungen. Die beiden Männer wirken teilweise trotz der Tiefe, die Harrower ihnen zu verleihen vermag, wie Randfiguren, die einmal auf eine Bahn gesetzt, diese nicht mehr verlassen mögen.

Die gewissen Kreise, die der Titel des nun erstmals veröffentlichten Kleinods nennt, sind sowohl gesellschaftlich als auch als immer wiederkehrende (Verhaltens-)Muster zu sehen - Muster, denen vor allem Frauen, aber auch Männer, aus Verantwortungsgefühl, Bequemlichkeit, Idealismus, falschem Stolz, Unverständnis oder was auch immer erliegen können. Schwierig ist das Durchbrechen dieser Muster allemal, wenn sie bereits eingefahren sind. Kommunikation würde dabei helfen, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen. Doch oftmals sprechen gerade Ehepaare nicht das an, was sie wirklich bewegt. Ein Teil mag glauben, alles sei im Lot, während der andere Teil seine liebe Mühe damit hat, dieses Lot zu halten.

Der Durchbruch kann also nur über ein von außen kommendes Ereignis erreicht werden. Plötzlich liegt der Fokus zwar auf einer Person des Viergestirns, doch genau das zeigt die allgemeinen Verbindungen zueinander deutlich auf. Schlussendlich findet ein Kreis sein Ende und ein neuer beginnt. Alles ist offen. Dieser Effekt weitet sich natürlich über die vier Personen hinaus auf andere Beteiligte aus.

Es gibt LeserInnen, die diesem Roman fehlende Tiefe der Figuren oder einen deprimierenden Plot anlasten. Beides habe ich im Roman nicht entdeckt. Vielmehr war es das wahre Leben - im Buch fasst es eine Zeitspanne von 40 Jahren, einsetzend kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Psychologisch genau, fast distanziert - kühl und doch atmosphärisch beleuchtet Elizabeth Harrower die Beziehungen ihrer Figuren. Die Konzeption ist verzwickt gestaltet. Gedankliche Einschübe, Erinnerungsfetzen an bereits Geschenenes machen es nötig, aufmerksam zu lesen. Stil und Sprache erinnern an andere Neuentdeckungen der letzten Jahre, wie zum Beispiel Dorothy Bakers Zwei Schwestern, Rona Jaffes Das Beste von allem oder Pamela Moores Cockails. Literatur eben.

Vielleicht braucht man für Romane dieser Art auch eine gewisse Haltung, einen über die Jahre gewachsenen Erfahrungshorizont, um die Klasse der Autorin wahrnehmen zu können. Das Thema selbst ist nicht aufmunternd, aber wahr. Diese Geschichten passieren jeden Tag, immer wieder, auch heute noch. Und das eigentlich Erschreckende daran ist die Tatsache, dass die Kreise in denen man sein Leben verbringt, nur allzu oft deutlich werden, auch deren negativer Einfluss bleibt nicht im Verborgenen, doch ein Aufbrechen dieser Muster und ein Neubeginn kostet immer Kraft und wird selten tatsächlich geschafft. Häufig werden nur Personen ausgetauscht, um doch die gleichen Kreise wieder zu ziehen.

Zoe, Russel, Anna und Stephen werden mit Wucht aus diesen Bahnen gerissen - was sie daraus in der Zukunft machen, bleibt ein Stück weit offen. Doch Verharren wird keiner von der Vieren.

Dem Roman nachgestellt ist ein sehr kluger kurzer Essay von Alissa Walser, die das Buch wunderbar erfasst und in die deutsche Sprache übertragen hat.





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divergents avatar

Rezension zu "In gewissen Kreisen" von Elizabeth Harrower

In Certain Circles - Elizabeth Harrower
divergentvor 2 Jahren


Titel: In gewissen Kreisen
Originaltitel: In Certain Circles
Autor: Elizabeth Harrower
Seitenanzahl: 272
Genre: Roman
Verlag: Aufbau


Inhalt

Sydney, in den 1960er Jahren:
Zoe lernt durch ihren Bruder Russell  die Geschwister Anna und Stephen kennen. Anna und Stephen sind ganz anders als Zoe und Russel. Währenddessen Zoe und ihr Bruder aus einem guten Elternhaus kommen, wohnen Anna und Stephen bei ihrem Onkel und sind Waisen. So unterschiedlich die vier auch sind, sie werden Freunde und sind immer miteinander verbunden - auch als Zoe nach Paris zieht und Stephen nach Melbourne....

Meinung

Ich persönlich tauche ja gerne in eine für mich fremde Zeit ein :) Als ich gelesen habe, dass dieses Buch in Sydney & in den 1960er Jahren spielte, war klar, ich möchte das Buch lesen! Zudem ist auch das Cover einfach nur wunderschön!

Um es gleich vorweg zu sagen: dieser Roman ist kein Roman, den man schnell wegliest. Man muss sich wirklich auf den anspruchsvollen Schreibstil und die Geschichte einlassen, ansonsten hat man mit diesem Roman keine Freude. 
Ich mochte die Geschichte rund um Zoe,Stephen, Anna und Russell sehr gerne nur leider gibt es sehr viele Zeitsprünge in dieser Geschichte, die man leicht mal überliest. Da wäre es meiner Meinung nach besser gewesen, man hätte in einzelnen Kapiteln oder auch in der Geschichte selber darauf hingewiesen, dass jetzt so und so viele Jahre vergangen sind. So ist man schnell man verwirrt und kann der Geschichte nicht gleich folgen.


Die Gestaltung des Covers passt perfekt zu der Geschichte.
Die Geschichte selber mochte ich und sie gefiel mir auch richtig gut. Wäre da nicht dieser schwer zu lesende Schreibstil gewesen hätte das Buch eventuell sogar volle fünf Sternchen von mir bekommen! Aber der Schreibstil ist sehr anspruchsvoll und höchste Konzentration ist gefragt, das ganze Buch hindurch!

Fazit

"In gewissen Kreisen" hat eine schöne Geschichte und gute Figuren! Das größte Manko allerdings ist der schwer zu lesende Schreibstil! Aber wer ein schönes Buch lesen möchte, welches die Zeit der 1960er Jahre in Australien schön beschreibt & zudem eine gute Geschichte über vier Freunde lesen möchte, sollte zu diesem Buch greifen!
3 von 5 Sternchen !

Ich danke dem Aufbau Verlag für dieses schöne Rezensionsexemplar!

Kommentare: 1
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LillianMcCarthys avatar

Rezension zu "In gewissen Kreisen" von Elizabeth Harrower

Furchtbarer Plot und bemerkenswerter Schreibstil
LillianMcCarthyvor 2 Jahren

Inhalt: 1971 geschrieben, 2014 erstmals veröffentlicht – der letzte Roman der großen australischen Schriftstellerin Elizabeth Harrower, die damit neu zu entdecken ist. Sydney, in den 60er Jahren. Zoes Bruder Russell bringt eine Zufallsbekanntschaft mit in ihr Elternhaus: den geheimnisvollen Stephen Quayle und seine Schwester Anna. So unterschiedlich die Kreise auch sein mögen, aus denen die Geschwisterpaare kommen, von nun an sind die Lebenswege der vier unausweichlich miteinander verbunden. Ein großer Roman von präziser, bildstarker Sprache und psychologischer Genauigkeit, der uns neu über Familie und Liebe, Tyrannei und Freiheit nachdenken lässt. (Quelle: Verlag)

Meine Meinung: Gefühlte tausend Mal habe ich mich schon drangesetzt und versucht, die Rezension zu In gewissen Kreisen zu verfassen. Mir fehlen die richtigen Worte also verzeiht mir, wenn diese Besprechung nicht so rund ist, wie sie sein sollte. Ich habe mein bestes gegeben. 

Ich bin sehr hin und her gerissen, was diesen Roman von Elizabeth Harrower angeht. Es ist mein erstes Werk von ihr und mir fehlen die Vergleiche. Was mich aber an diesem Buch so fasziniert hat, ist ganz klar die Sprache. Elizabeth Harrower ist eine Meisterin darin, sich gestochen scharf auszudrücken. Sie muss eine unglaublich gute Beobachtungsgabe haben und ich habe jedes einzelne Wort begeistert gelesen, die Sätze mehrmals durch meinen Kopf gehen lassen, denn jedes noch so kleine Wort hatte eine immense Bedeutung. Und obwohl ich jetzt schon vorgreifend sagen kann, dass mir In gewissen Kreisen abgesehen vom Schreibstil eher weniger gefallen hat, werde ich unbedingt noch zu anderen Werken Harrowers greifen wollen und hoffe, dass ich dieses Vorhaben schon bald in die Tat umsetzen kann.

Kommen wir nun zur Plotentwicklung und den Charakteren. Das ist tatsächlich der Teil, der mir nicht gefallen hat und der im krassen Kontrast zu dem Schreibtalent der Autorin steht. Weder mit Zoe und Russell, noch mit Anna und Stephen konnte ich etwas anfangen. Sie waren mir nicht einmal verhasst obwohl alle vier solche Protagonisten sind, denen man häufig mehr Antipathie schenkt. Durch die vielen episodenhaften Einschübe und die teilweise sehr großen Zeitsprünge war es mir einfach nicht möglich, hinter die Kulissen zu blicken und so blieben die Protagonisten dieses Werks blass und unnahbar.

Mit dem Plot entwickelte es sich ähnlich. Auf den doch recht wenigen Seiten wird eine Geschichte erzählt, die sich über viele Jahre hinweg zieht und es schien mit, als fuhren wir während des Lesens mit einem ICE am Geschehen vorbei. Alles wurde leider nur punktuell aufgegriffen und auch hier fehlte die Tiefe. Das was auf den wenigen Seiten tatsächlich inhaltlich gesagt wird, hätte man sicher gut auf eine Seite zusammenfassen können, ohne, dass der Leser etwas verpasst. Die psychologische Genauigkeit, die im Klappentext angekündigt wird findet man auf jeden Fall. Das hatte ich auch schon oben erwähnt und so finde ich sie tatsächlich mehr in Harrowers Beobachtungsgabe, als in der Handlung. Aber lässt sie uns neu über Familie, Tyrannei, Liebe und Freiheit nachdenken? Tatsächlich eher weniger muss ich sagen. Alles in allem kommt bei mir am Ende keine tiefgehende Botschaft an und abgesehen von dem bemerkenswerten Schreibstil, blieb bei mir ein großes Fragezeichen zurück.

Fazit: Ich frage mich tatsächlich hin und wieder, weshalb ich drei Sternchen hinter dieses Buch in meinem Lesejournal gemalt habe. Aber je länger ich darüber nachdenke, umso logischer werden diese drei Sternchen für mich. Ja. Ich war furchtbar enttäuscht vom Plot, den Charakteren und der Entwicklung und habe mich in dieser Hinsicht durch das Buch gequält. Aber ich war auch absolut begeistert. Von Elizabeth Harrowers Schreibtalent, ihrer gestochen scharfen Sprache und ihrer Beobachtungsgabe. Dies hat dem Buch nicht nur ein Sternchen dafür eingebracht, sondern auch einiges Negative wett gemacht. Ich habe durch In gewissen Kreisen eine neue Autorin für mich entdeckt und das macht es sehr wertvoll für mich.

Vielen herzlichen Dank an den Aufbau Verlag für das schöne *Rezensionsexemplar.

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