Elizabeth Harrower In gewissen Kreisen

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Inhaltsangabe zu „In gewissen Kreisen“ von Elizabeth Harrower

»Ich kann diese brillante, gradlinige Schriftstellerin nicht nachdrücklich genug empfehlen.« James Wood, The New Yorker 1971 geschrieben, 2014 erstmals veröffentlicht – der letzte Roman der großen australischen Schriftstellerin Elizabeth Harrower, die damit neu zu entdecken ist. Sydney, in den 60er Jahren. Zoes Bruder Russell bringt eine Zufallsbekanntschaft mit in ihr Elternhaus: den geheimnisvollen Stephen Quayle und seine Schwester Anna. So unterschiedlich die Kreise auch sein mögen, aus denen die Geschwisterpaare kommen, von nun an sind die Lebenswege der vier unausweichlich miteinander verbunden. Ein großer Roman von präziser, bildstarker Sprache und psychologischer Genauigkeit, der uns neu über Familie und Liebe, Tyrannei und Freiheit nachdenken lässt. Übersetzt und mit einem Nachwort von Alissa Walser »Harrower trifft mitten ins Herz.« Washington Post

Beeindruckend. Natürlich muss die Entstehungszeit bedacht werden. Tolle Sprache, verzwickte Konzeption. Das ist LITERATUR!

— Bri
Bri

Die Geschichte ist gut - nur der Schreibstil ist sehr anspruchsvoll + schwer zu lesen! :-/

— divergent
divergent

Ein wenig überzeugendes Buch - eher ein nicht fertiger Entwurf

— CarenL
CarenL

Verwirrende Geschichte ohne roten Faden und mit gesichtslosen Figuren. Den Hype um dieses Buch kann ich leider nicht nachvollziehen.

— seschat
seschat

Entwurf eines Buches mit manchen guten Ansätzen

— Buecherlabyrinth
Buecherlabyrinth

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    In gewissen Kreisen
    Bri

    Bri

    10. August 2016 um 09:09

    "Nun ist also alles vorbei, und alles beginnt von neuem." Zoe ist 17 Jahre alt, als ihr Bruder Russel das verwaiste Geschwisterpaar Anna und Stephen das erste Mal nach Hause einlädt. Die jeweiligen Geschwisterpaare hätten nicht unterschiedlicher aufwachsen können. Während Zoe und Russel in einem freien Akademikerhaushalt aufwuchsen, mussten Stephen und Anna ihr Leben nach dem Tod ihrer Eltern bei Onkel und Tante verbringen, die mit sich selbst genug zu tun hatten. Stephen konnte dank seines Alters dem deprimierenden Haushalt früher entfliehen, Anna schien sich Strategien angeeignet zu haben, um mit der Situation klar zu kommen. Die Verstrickung der vier sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten wird über die Jahre nicht einfacher. In einer klaren Sprache erzählt Elizabeth Harrower in ihrem in den 1970er Jahren entstandenen Roman In gewissen Kreisen von der Veränderung des Menschen. Anfänglich sprühend und zauberhaft glitzernd begibt sich vor allem die Hauptfigur Zoe in ein selbst gewähltes Schicksal, das ihre Persönlichkeit stark verändern wird. Ihre Energie, die man durch den Text nahezu körperlich zu verspüren glaubt, kocht auf immer kleinerer Flamme, bis sie fast erlischt. Doch gerade die Person, die anfänglich mehr als zurückhaltend erscheint, sich aus allem vorsichtig heraus hält, um in späteren Jahren wegen einer unmöglich geglaubten Liebe als Künstlerin ihre Selbstverwirklichung und ihren Frieden finden wird, durchbricht durch ein Versehen die geschlossenen Kreise, innerhalb derer sich die beiden Geschwisterpaare bewegen. Die Frauen sind es, die sich bewegen, aus unterschiedlichen Gründen und in verschiedene Richtungen. Die beiden Männer wirken teilweise trotz der Tiefe, die Harrower ihnen zu verleihen vermag, wie Randfiguren, die einmal auf eine Bahn gesetzt, diese nicht mehr verlassen mögen. Die gewissen Kreise, die der Titel des nun erstmals veröffentlichten Kleinods nennt, sind sowohl gesellschaftlich als auch als immer wiederkehrende (Verhaltens-)Muster zu sehen - Muster, denen vor allem Frauen, aber auch Männer, aus Verantwortungsgefühl, Bequemlichkeit, Idealismus, falschem Stolz, Unverständnis oder was auch immer erliegen können. Schwierig ist das Durchbrechen dieser Muster allemal, wenn sie bereits eingefahren sind. Kommunikation würde dabei helfen, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen. Doch oftmals sprechen gerade Ehepaare nicht das an, was sie wirklich bewegt. Ein Teil mag glauben, alles sei im Lot, während der andere Teil seine liebe Mühe damit hat, dieses Lot zu halten. Der Durchbruch kann also nur über ein von außen kommendes Ereignis erreicht werden. Plötzlich liegt der Fokus zwar auf einer Person des Viergestirns, doch genau das zeigt die allgemeinen Verbindungen zueinander deutlich auf. Schlussendlich findet ein Kreis sein Ende und ein neuer beginnt. Alles ist offen. Dieser Effekt weitet sich natürlich über die vier Personen hinaus auf andere Beteiligte aus. Es gibt LeserInnen, die diesem Roman fehlende Tiefe der Figuren oder einen deprimierenden Plot anlasten. Beides habe ich im Roman nicht entdeckt. Vielmehr war es das wahre Leben - im Buch fasst es eine Zeitspanne von 40 Jahren, einsetzend kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Psychologisch genau, fast distanziert - kühl und doch atmosphärisch beleuchtet Elizabeth Harrower die Beziehungen ihrer Figuren. Die Konzeption ist verzwickt gestaltet. Gedankliche Einschübe, Erinnerungsfetzen an bereits Geschenenes machen es nötig, aufmerksam zu lesen. Stil und Sprache erinnern an andere Neuentdeckungen der letzten Jahre, wie zum Beispiel Dorothy Bakers Zwei Schwestern, Rona Jaffes Das Beste von allem oder Pamela Moores Cockails. Literatur eben. Vielleicht braucht man für Romane dieser Art auch eine gewisse Haltung, einen über die Jahre gewachsenen Erfahrungshorizont, um die Klasse der Autorin wahrnehmen zu können. Das Thema selbst ist nicht aufmunternd, aber wahr. Diese Geschichten passieren jeden Tag, immer wieder, auch heute noch. Und das eigentlich Erschreckende daran ist die Tatsache, dass die Kreise in denen man sein Leben verbringt, nur allzu oft deutlich werden, auch deren negativer Einfluss bleibt nicht im Verborgenen, doch ein Aufbrechen dieser Muster und ein Neubeginn kostet immer Kraft und wird selten tatsächlich geschafft. Häufig werden nur Personen ausgetauscht, um doch die gleichen Kreise wieder zu ziehen. Zoe, Russel, Anna und Stephen werden mit Wucht aus diesen Bahnen gerissen - was sie daraus in der Zukunft machen, bleibt ein Stück weit offen. Doch Verharren wird keiner von der Vieren. Dem Roman nachgestellt ist ein sehr kluger kurzer Essay von Alissa Walser, die das Buch wunderbar erfasst und in die deutsche Sprache übertragen hat.

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  • Furchtbarer Plot und bemerkenswerter Schreibstil

    In gewissen Kreisen
    LillianMcCarthy

    LillianMcCarthy

    Inhalt: 1971 geschrieben, 2014 erstmals veröffentlicht – der letzte Roman der großen australischen Schriftstellerin Elizabeth Harrower, die damit neu zu entdecken ist. Sydney, in den 60er Jahren. Zoes Bruder Russell bringt eine Zufallsbekanntschaft mit in ihr Elternhaus: den geheimnisvollen Stephen Quayle und seine Schwester Anna. So unterschiedlich die Kreise auch sein mögen, aus denen die Geschwisterpaare kommen, von nun an sind die Lebenswege der vier unausweichlich miteinander verbunden. Ein großer Roman von präziser, bildstarker Sprache und psychologischer Genauigkeit, der uns neu über Familie und Liebe, Tyrannei und Freiheit nachdenken lässt. (Quelle: Verlag)Meine Meinung: Gefühlte tausend Mal habe ich mich schon drangesetzt und versucht, die Rezension zu In gewissen Kreisen zu verfassen. Mir fehlen die richtigen Worte also verzeiht mir, wenn diese Besprechung nicht so rund ist, wie sie sein sollte. Ich habe mein bestes gegeben. Ich bin sehr hin und her gerissen, was diesen Roman von Elizabeth Harrower angeht. Es ist mein erstes Werk von ihr und mir fehlen die Vergleiche. Was mich aber an diesem Buch so fasziniert hat, ist ganz klar die Sprache. Elizabeth Harrower ist eine Meisterin darin, sich gestochen scharf auszudrücken. Sie muss eine unglaublich gute Beobachtungsgabe haben und ich habe jedes einzelne Wort begeistert gelesen, die Sätze mehrmals durch meinen Kopf gehen lassen, denn jedes noch so kleine Wort hatte eine immense Bedeutung. Und obwohl ich jetzt schon vorgreifend sagen kann, dass mir In gewissen Kreisen abgesehen vom Schreibstil eher weniger gefallen hat, werde ich unbedingt noch zu anderen Werken Harrowers greifen wollen und hoffe, dass ich dieses Vorhaben schon bald in die Tat umsetzen kann.Kommen wir nun zur Plotentwicklung und den Charakteren. Das ist tatsächlich der Teil, der mir nicht gefallen hat und der im krassen Kontrast zu dem Schreibtalent der Autorin steht. Weder mit Zoe und Russell, noch mit Anna und Stephen konnte ich etwas anfangen. Sie waren mir nicht einmal verhasst obwohl alle vier solche Protagonisten sind, denen man häufig mehr Antipathie schenkt. Durch die vielen episodenhaften Einschübe und die teilweise sehr großen Zeitsprünge war es mir einfach nicht möglich, hinter die Kulissen zu blicken und so blieben die Protagonisten dieses Werks blass und unnahbar.Mit dem Plot entwickelte es sich ähnlich. Auf den doch recht wenigen Seiten wird eine Geschichte erzählt, die sich über viele Jahre hinweg zieht und es schien mit, als fuhren wir während des Lesens mit einem ICE am Geschehen vorbei. Alles wurde leider nur punktuell aufgegriffen und auch hier fehlte die Tiefe. Das was auf den wenigen Seiten tatsächlich inhaltlich gesagt wird, hätte man sicher gut auf eine Seite zusammenfassen können, ohne, dass der Leser etwas verpasst. Die psychologische Genauigkeit, die im Klappentext angekündigt wird findet man auf jeden Fall. Das hatte ich auch schon oben erwähnt und so finde ich sie tatsächlich mehr in Harrowers Beobachtungsgabe, als in der Handlung. Aber lässt sie uns neu über Familie, Tyrannei, Liebe und Freiheit nachdenken? Tatsächlich eher weniger muss ich sagen. Alles in allem kommt bei mir am Ende keine tiefgehende Botschaft an und abgesehen von dem bemerkenswerten Schreibstil, blieb bei mir ein großes Fragezeichen zurück.Fazit: Ich frage mich tatsächlich hin und wieder, weshalb ich drei Sternchen hinter dieses Buch in meinem Lesejournal gemalt habe. Aber je länger ich darüber nachdenke, umso logischer werden diese drei Sternchen für mich. Ja. Ich war furchtbar enttäuscht vom Plot, den Charakteren und der Entwicklung und habe mich in dieser Hinsicht durch das Buch gequält. Aber ich war auch absolut begeistert. Von Elizabeth Harrowers Schreibtalent, ihrer gestochen scharfen Sprache und ihrer Beobachtungsgabe. Dies hat dem Buch nicht nur ein Sternchen dafür eingebracht, sondern auch einiges Negative wett gemacht. Ich habe durch In gewissen Kreisen eine neue Autorin für mich entdeckt und das macht es sehr wertvoll für mich. Vielen herzlichen Dank an den Aufbau Verlag für das schöne *Rezensionsexemplar.

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  • In Certain Circles - Elizabeth Harrower

    In gewissen Kreisen
    divergent

    divergent

    18. July 2016 um 14:13

    Titel: In gewissen KreisenOriginaltitel: In Certain CirclesAutor: Elizabeth HarrowerSeitenanzahl: 272Genre: RomanVerlag: Aufbau Inhalt Sydney, in den 1960er Jahren:Zoe lernt durch ihren Bruder Russell die Geschwister Anna und Stephen kennen. Anna und Stephen sind ganz anders als Zoe und Russel. Währenddessen Zoe und ihr Bruder aus einem guten Elternhaus kommen, wohnen Anna und Stephen bei ihrem Onkel und sind Waisen. So unterschiedlich die vier auch sind, sie werden Freunde und sind immer miteinander verbunden - auch als Zoe nach Paris zieht und Stephen nach Melbourne.... Meinung Ich persönlich tauche ja gerne in eine für mich fremde Zeit ein :) Als ich gelesen habe, dass dieses Buch in Sydney & in den 1960er Jahren spielte, war klar, ich möchte das Buch lesen! Zudem ist auch das Cover einfach nur wunderschön! Um es gleich vorweg zu sagen: dieser Roman ist kein Roman, den man schnell wegliest. Man muss sich wirklich auf den anspruchsvollen Schreibstil und die Geschichte einlassen, ansonsten hat man mit diesem Roman keine Freude. Ich mochte die Geschichte rund um Zoe,Stephen, Anna und Russell sehr gerne nur leider gibt es sehr viele Zeitsprünge in dieser Geschichte, die man leicht mal überliest. Da wäre es meiner Meinung nach besser gewesen, man hätte in einzelnen Kapiteln oder auch in der Geschichte selber darauf hingewiesen, dass jetzt so und so viele Jahre vergangen sind. So ist man schnell man verwirrt und kann der Geschichte nicht gleich folgen. Die Gestaltung des Covers passt perfekt zu der Geschichte.Die Geschichte selber mochte ich und sie gefiel mir auch richtig gut. Wäre da nicht dieser schwer zu lesende Schreibstil gewesen hätte das Buch eventuell sogar volle fünf Sternchen von mir bekommen! Aber der Schreibstil ist sehr anspruchsvoll und höchste Konzentration ist gefragt, das ganze Buch hindurch! Fazit "In gewissen Kreisen" hat eine schöne Geschichte und gute Figuren! Das größte Manko allerdings ist der schwer zu lesende Schreibstil! Aber wer ein schönes Buch lesen möchte, welches die Zeit der 1960er Jahre in Australien schön beschreibt & zudem eine gute Geschichte über vier Freunde lesen möchte, sollte zu diesem Buch greifen! 3 von 5 Sternchen ! Ich danke dem Aufbau Verlag für dieses schöne Rezensionsexemplar!

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  • Für mich eine Enttäuschung

    In gewissen Kreisen
    dubh

    dubh

    20. June 2016 um 23:15

    Grundsätzlich üben solche "Entdeckungen" ja immer einen gewissen Reiz auf mich aus, obwohl ich nicht genau sagen kann, woran das eigentlich liegt. Vermutlich ist es ein bisschen das Gefühl, bei einer Art Schatzhebung beteiligt zu sein. In diesem Fall - das darf ich schon einmal verraten - hat sich der Schatz jedoch als eine herbe Enttäuschung herausgestellt...Russell und Zoe sind Geschwister, denen es an nichts mangelt. Sie sind in einem überdurchschnittlich gebildeten, wohlhabenden Elternhaus groß geworden - in den 60ern in der australischen Großstadt Sydney. Während die überbehütete Zoe im ganzen Überfluss etwas wie Unbehagen empfindet, hat Russell schon Schlimmes erlebt, scheint aber keinerlei Schwierigkeiten zu haben, sich wieder in den angenehmen Alltag zu integrieren.Im Gegensatz dazu stehen Anna und Stephen, ebenfalls Geschwister, aber mit einem ganz anderen Background, denn die beiden sind Waisen. Russell führt seine zufälligen Bekannten in seine gewohnten elitären Kreise ein - ein ziemlicher Bruch für die in ärmlichen Verhältnissen lebenden Geschwister Anna und Stephen. Doch besonders Zoe fühlt sich von den so gegensätzlichen Freunden stark angezogen - im positiven wie negativen Sinne.Die Handlung setzt einige Jahre später erneut ein: Russell hat geheiratet und ist inzwischen Vater - doch die Ehe ist nicht immer einfach. Zoe hingegen heiratet Hals über Kopf Stephen und auch die Vierte im Bunde, Anna, ist verliebt: nur leider in den Falschen, nämlich den verheirateten Russell. Es scheint so, dass die beiden Geschwisterpaare auf ewig miteinander verwoben sind...Wieder einige Zeit später begegnen wir allen wieder: die ein oder andere Lebenskrise später, mittendrin in nahezu ruinierte Ehen... Einzig Zoes Werdegang hat mich überzeugt - auch wenn er nicht positiv verlaufen ist. Alle anderen wirkten auf mich träge agierend, teilweise auch hölzern und zu sehr nach "Reißbrett".Für mich war der Roman sehr schwer zu lesen. Irgendwie zäh und mühsam - alleine die Tatsache, dass ich mir wichtig erscheinende Informationen immer wieder selbst zusammenklauben musste. Zum Beispiel konnte ich häufig nicht einordnen, wie viel Zeit zwischen dem Geschehen vergangen ist oder wo die Zusammenhänge zwischen so manchen Fragmenten sind. Hinzu kommen die Dialoge, bei denen ich mich mitunter ganz schön konzentrieren musste, um zu begreifen, wem ich da eigentlich gerade "zuhöre".Der Erzählstil wirkte auf mich ernüchternd, weil viele Kleinigkeiten aufkommende Freude im Keim erstickt hat. Keine Ahnung, der Roman wirkte auf mich einfach unfertig.Fazit: Eine Entdeckung, die es für mich leider nicht gebraucht hätte.

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  • Hat mich nicht überzeugt

    In gewissen Kreisen
    CarenL

    CarenL

    12. June 2016 um 15:40

    Das Schicksal führt zwei Geschwisterpaare zusammen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite Zoe und Russell Howard. Sie wachsen verwöhnt und behütet auf, ihre Eltern sind wohlhabend und angesehen. Während Zoe bisher nur die Sonnenseite des Lebens kennengelernt hat, hat Russell schon Schlimmes erlebt. Auf der anderen Seite Anna und Stephen Quayle. Die beiden sind elternlos aufgewachsen und lernen nun die reiche Familie Howard kennen. Die Lebenswege der vier werden in diesem Buch beschrieben. Mich hat der Erzählstil überhaupt nicht überzeugt. Eine Handlung, die sich als roter Faden durch das Buch zieht, fehlt völlig. Die Geschichte besteht aus Momentaufnahmen, aus Gedanken und Dialogen der beiden Geschwisterpaare. Russells Frau Lily spielt auch noch eine Rolle. Hauptsächlich geht es um Zoe, die lernen muss, dass es im Leben nicht immer so zugeht, wie man es gerne möchte. Sie verändert sich spürbar durch die Dinge, die sie erlebt. Es ist auch schwer ersichtlich, in welcher Zeitspanne sich das Ganze abspielt. Nur durch nebenbei erwähnte Altersangaben ist der Leser wieder informiert, wieviele Jahre vergangen sind. Einiges hat mir auch gefallen. Die Charaktere sind sehr gut und überzeugend dargestellt und gerade Zoes charakterliche Veränderung ist gut gelungen. Die Dialoge, teilweise langatmig und verwirrend, waren zeitweise witzig und haben zum Nachdenken angeregt. Es ist allerdings sehr mühsam zu lesen, da man oft nicht weiß, wer gerade spricht. Das Buch wurde 1971 geschrieben und erst jetzt veröffentlicht. Auf mich wirkt es wie ein Entwurf, der nicht fertig überarbeitet wurde. Hätte ich das Buch nicht im Rahmen einer Leserunde gelesen, hätte ich wahrscheinlich nicht bis zum Ende durchgehalten.

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  • Was will uns die Autorin damit sagen???

    In gewissen Kreisen
    seschat

    seschat

    11. June 2016 um 11:19

    INHALTSydney, Anfang der 60er Jahre. Zoe Howard ist gerade 17 geworden, als ihr Bruder das elternlose Geschwisterpaar Anna und Stephen Quayle seiner gut situierten Familie vorstellt. Eine schicksalhafte Begegnung für beide Seiten. Denn ihre unterschiedlichen Lebenswege werden sich zukünftig immerfort kreuzen... MEINUNGDie Australierin Elizabeth Harrower hat diesen Roman bereits 1971 geschrieben, aber nie veröffentlicht. Nun, im Jahre 2016, hat sich der Aufbau Verlag an dieses Stück Literatur gewagt. Leider hat mich die Geschichte - eine Art Psychogramm der verlorenen Generation nach 1945 - nicht überzeugen können. Warum? Dem Plot fehlte der rote Faden. Vieles blieb unausgeprochen bzw. wurde nur marginal angerissen, so dass es nicht immer leicht war, Zusammenhänge herzustellen. Insgesamt machte das Buch auf mich einen unfertigen Eindruck. Ebenso wirkten die handelnden Personen, allen voran die Erzählerin Zoe, erschreckend blass und emotionslos. Ihnen fehlte das Menschliche. Sie agierten wie leere Hüllen, robotergleich. Ob Geburt, Heirat oder Tod, nichts konnte sie tangieren. Erst gegen Ende der Geschichte wagten sie einen "kleinen" Ausbruch aus ihren festgefahrenen Lebensentwürfen/-modellen.Vielleicht lag ihre Passivität auch an der Zeit, in der sie groß wurden und lebten. Sicherlich spielte auch ihr betuchtes Umfeld eine Rolle.Doch ihre finanzielle Angesichertheit bewahrte Zoe nicht vor der Lebenskrise. Sie will und kann einfach ihren Platz im Leben nicht finden und rettet sich erst in Zynismus und später in Apathie. Alle vier Freunde bzw. Partner (Zoe, Russel, Anna und Stephen) führen auf ihre Art und Weise verkorkste Leben, was ich wenig erbauend fand. Zitat, S. 100:"Selbstbewusst, doch ohne Bewusstsein, unzufrieden, doch offensichtlich passiv in seiner Unzufriedenheit [...]." Zitat, S. 171f.:"Man kann von einem Ertrinkenden nicht erwarten, dass er einen anderen vor dem Ertrinken rettet." Harrower verwirrt mit der stetig wechselnden Erzählzeit und -perspektive den Leser. Episoden bzw. wichtige Ereignisse werden oft nur angerissen oder faktisch dargeboten, ohne auf die Vorgeschichte einzugehen. Das Hauptaugenmerk liegt auf zwischenmenschlichen Dialogen, die manches nachwirkende Bonmot enthalten, mehr aber auch nicht. FAZITEin Roman, dessen Sinn sich mir leider nicht erschlossen hat, was auch an der wirren Erzählstruktur lag.

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  • Entwurf eines Buches mit manchen guten Ansätzen

    In gewissen Kreisen
    Buecherlabyrinth

    Buecherlabyrinth

    09. June 2016 um 11:01

    Zoe ist eine junge Frau mit reichen Eltern, die immer nur genau das macht, was sie möchte. Sie ist verwöhnt und verwundert, als jemand ihr erzählt, dass er seinen langweiligen Job nur macht, weil er damit Geld verdient. Nach und nach lernt der Leser die Freunde und Familie von Zoe kennen. Meist wird allerdings zuerst über die Personen gesprochen und der Leser muss mühsam erahnen, in welchem Verhältnis die Personen zueinander stehen. Raten muss der Leser auch, wer gerade redet und mit wem. Gedanken und Gesprächsfetzen werden bunt gemischt. Bei manchen Abschnitten ist selbst nach mehrmaligem Lesen nicht klar, wer was sagt. Andere Personen werden eingeführt und kommen danach nie wieder vor, Andeutungen, die in anderen Bücher ein paar Seiten später einen Sinn bekommen, werden einfach wieder vergessen. Einen roten Faden gibt es nicht. Die Geschichte besteht aus Momentaufnahmen, aus Beobachtungen von Zoe und ihren Freunden, aus vielen Gesprächen. Diese Gespräche sind die einzigen Lichtblicke des Buches, sie enthalten oft komplexe Gedankengänge und manche schöne oder witzige Pointen. »Jede von Lilys Bindungen ist rein zufällig. Wie in einem moralischen Theaterstück, nur trägt man keine Masken der Tugend und des Lasters, sondern man wahrt seine Anonymität hinter Tochter, Mutter, Vater und so weiter. Jeder könnte hinter der Maske stecken. Es würde keinen Unterschied machen. Name und Maske sagen den Leuten, wie sie zu fühlen und zu handeln haben. Außerhalb dieser Rahmenbedingungen herrscht Chaos. Es fehlt der natürliche Instinkt für –« »Die Liebe«, sagte Anna. "Denn du weißt schließlich genau, nicht wahr, dass man weiter nichts sein muss als ein Rennpferd oder ein Fußballspieler, um in die Zeitung zu kommen" "Was manchmal wie Undankbarkeit wirkt, ist oft ein Mangel an Selbstvertrauen, auch wenn es sehr häufig einfach Undankbarkeit ist." Das Buch hat mir nicht gefallen. Es ist holprig geschrieben und macht einen unfertigen Eindruck. Es ist mehr eher ein Entwurf mit manchen guten Ansätzen, als ein Buch, das bereit ist veröffentlicht zu werden.

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