Elizabeth Hay

 3,3 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor*in von Nachtradio, Wo der Regen fällt und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Elizabeth Hay, geboren 1951 in Owen Sound, Ontario, empfand die Bibliothek schon früh als ihr zweites Zuhause. Die sonst strengen Eltern ließen sie in der Welt der Bücher frei herumstreunen und alles lesen, was sie wollte. In den Siebzigern wohnte Hay selbst in Yellowknife und arbeitete dort als Radiomoderatorin. Nach Stationen in London, Toronto, Mexico und New York City lebt sie heute mit ihrem Mann und ihren Kindern wieder in der Provinz Ontario, in Ottawa. Neben bislang sechs Romanen veröffentlichte sie auch zahlreiche Kurzgeschichten, Essays und Memoiren. Wie Zugvögel wurde mit dem Scotiabank Giller Prize ausgezeichnet.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Elizabeth Hay

Cover des Buches Nachtradio (ISBN: 9783895615054)

Nachtradio

(5)
Erschienen am 15.02.2010
Cover des Buches Wo der Regen fällt (ISBN: 9783455025682)

Wo der Regen fällt

(4)
Erschienen am 01.08.2001
Cover des Buches Wie Zugvögel (ISBN: 9783311101475)

Wie Zugvögel

(1)
Erschienen am 27.02.2025

Neue Rezensionen zu Elizabeth Hay

Cover des Buches Wie Zugvögel (ISBN: 9783311101475)
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Rezension zu "Wie Zugvögel" von Elizabeth Hay

evaczyk
Leise Geschichte aus dem hohen Norden Kanadas

 "Wie Zugvögel" von Elizabeth Hay startet langsam, und das passt zu dieser langsamen Geschichte über Menschen im hohen Norden Kanadas. Wer in der Stadt Yellowknife nahe der arktischen Wildnis lebt, ist - mit Ausnahme der indigenen Menschen - ein Zugezogener, in so manchem Fall auf der Flucht vor sich selbst oder der Vergangenheit. In der klaren Luft des Nordens und seinen hellen Sommern scheint so mancher Neuanfang möglich. 

Die Protagonisten arbeiten bei einem lokalen Rundfunksender, ihre Schicksale sind zunehmend miteinander verwoben: Harry, der unfreiwillige Sendechef mit Alkoholproblem, der sich erst in die Stimme, dann hoffnungslos in die schöne Sprecherin Dido verliebt. Doch die steht mehr auf den kompromisslosen Techniker Eddie. Die kluge, belesene Sendersekretärin Eleanor beobachtet die Vorgänge und sorgt auf unaufdringliche Art für mehr Harmonie. Gwen, eine junge Frau aus dem Osten, ist voller Unsicherheiten und wird in Yellowknife während ihrer einsamen Nachtschichten im Sender nach und nach aufblühen.

"Wie Zugvögel" wird ruhig erzählt, porträtiert entwurzelte Menschen, die  die Chance haben, sich neu zu erfinden, zeigt aber auch eine Welt im Umbruch und voller Konflikte: Eine Ölpipeline soll gebaut werden, deren Auswirkungen für die Umwelt nach Ansicht der Kritiker dramatisch sein könnten. Vor allem die Indigenen fürchten die Konsequenzen für ihre traditionelle Lebensform. Hinzu kommt, dass die Landrechte der Menschen, die hier seit Jahrhunderten heimisch sind, noch immer ungeklärt sind. Die Anhörungen eines Richters, der eine Empfehlung für die kanadische Regierung erstellen soll, werden zu einem Kaleidoskop der Konflikte: Umwelt oder Profit? Wessen Interessen zählen? Und auch die Auseinandersetzung mit Rassismus und der Zerstörung der Kultur und Lebensweise der Indigenen, die gewaltsame Assimiliation an Internatschulen und sexuelle Ausbeutung werden thematisiert.

Hays Roman spielt in der zweiten Hälfte der 1970-er Jahre, doch die Themen des Buches sind gleichbleibend aktuell. Vor allem die Beschreibung der Natur und des Lichtes im hohen Norden sind beeindruckend. Ein Buch, auf das man sich einlassen und dem man Zeit geben muss, seine Wirkung zu entfalten.


Cover des Buches Nachtradio (ISBN: 9783895615054)

Rezension zu "Nachtradio" von Elizabeth Hay

Ein LovelyBooks-Nutzer
Rezension zu "Nachtradio" von Elizabeth Hay

Harry verliebt sich in eine Stimme aus dem Radio – es ist die Stimme Didos, die im hohen Norden Kanadas auf Sendung ist.
Kurz entschlossen reist er ihr hinterher und lebt sich in dem kleinen Dorf der Arktis ein. Er lernt die Menschen hinter den bezaubernden Radiostimmen kennen und gewinnt die Erkenntnis, dass hinter der Fassade dunkle Lebensgeschichten lauern. Es geht um Liebeskummer, geheime Liebschaften, um Verrat und um Selbstmord.
Eines Tages beschließen vier Freunde aus dem Radioteam aufgrund eines Hörspiels, sich auf die Spuren eines alten Entdeckers zu begeben. In ihrem Kanu erkunden sie gemeinsam die atemberaubende Wildnis.
Das Cover kündigt es schon an: In Nachtradio geht es um das Leben in einer großartigen Natur, um arktische Wildnis und um Kälte. Ebendiese Beschreibungen machen den Zauber des Buches aus. Es lebt von seiner arktischen Stimmung.
Jedoch ist diese Stimmung auch im Gefühlsleben der Protagonisten sehr kalt. Die Personen sind melancholisch, beziehungsunfähig und alkoholabhängig. Die Beschreibungen der Beziehungsgeflechte der Radiomitarbeiter untereinander sind mitunter ein wenig zu viel des Guten. Zu viel Melancholie und zu wenig sympathische Charaktere.
Bis die Kanutour beginnt, sind zwei Drittel des Buches um und die Vorgeschichte zieht sich viel zu sehr in die Länge. Schade.
Einzig die lohnenden Beschreibungen des Kanuabenteuers sind es wert, bis zum Ende durchzuhalten.
Knappe 3 von 5 Sternen.

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