Das dunkle Land

von Elizabeth Kostova 
3,3 Sterne bei3 Bewertungen
Das dunkle Land
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Inhaltsangabe zu "Das dunkle Land"

Eine Reise durch Bulgariens archaische Landschaft enthüllt eine bewegende Familiengeschichte.

Das Schicksal hat Alexandra die Asche eines Toten anvertraut. Und damit die Geschichte seines Lebens.Alexandra Boyd kommt eigentlich nach Sofia, um dort Englisch zu unterrichten. Doch dann gelangt sie durch Zufall in den Besitz eines Holzkästchens mit der Asche eines Verstorbenen. Damit beginnt eine abenteuerliche Suche nach der Familie des Toten, die Alexandra immer tiefer hineinführt in das wilde, ihr fremde Land und immer weiter hinab in dessen Geschichte. Nach und nach enthüllt sich auf den Stationen ihrer Reise das Schicksal des Verstorbenen, Stoyan Lazarov – eines begnadeten Musikers, dessen Leben von den Katastrophen des 20. Jahrhunderts und von einer großen Liebe bestimmt war.
Liebevoll ausgestattete Ausgabe mit Leinenrücken und Lesebändchen. (Gilt nur für die gebundene Ausgabe.)Weitere berührende Wunderraum-Geschichten finden Sie in unserem kostenlosen aktuellen Leseproben-E-Book „Angekommen im Wunderraum“ sowie unter www.wunderraum-verlag.de

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783336547920
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:736 Seiten
Verlag:Wunderraum
Erscheinungsdatum:01.10.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Giselle74s avatar
    Giselle74vor 4 Stunden
    Bulgarien

    Eines wird beim Lesen dieses Romans schnell deutlich: Elizabeth Kostova liebt Bulgarien. Und sie scheint sich sehr mit der Geschichte des Landes befasst zu haben. Doch genau das wird ihr leider auch zum Verhängnis...
    Aber von Anfang an: die junge Amerikanerin Alexandra Boyd reist nach Sofia, die Hauptstadt Bulgariens, um dort Englisch zu unterrichten. Am Hotel angekommen, hilft sie einer Familie mit Taxi und Gepäck und behält versehentlich eine schwarze Tasche. In dieser Tasche findet sie ein Kästchen mit der Asche eines Verstorbenen. Alexandra macht sich auf die Suche nach den Besitzern. Hilfe erhält sie unerwartet von dem jungen Taxifahrer Asparuh, der aber seine eigenen Geheimnisse mit sich trägt.
    Elizabeth Kostova hat unglaublich viel Herzblut in ihren Roman gesteckt und ein Thema bearbeitet, dass ihr wohl sehr wichtig war. Aber sie hat, bewusst oder nicht, keine Prioritäten gesetzt beim Schreiben und so ist dieses Buch weder Fisch noch Fleisch. Zwei Drittel des Romans sind ein reiner Roadtrip. Alexandra und Asparuh, genannt "Bobby", gondeln von Ort zu Ort durch halb Bulgarien. Sie fahren von A nach B, werden nach C weitergeschickt, nach D umgeleitet und von E wieder zurück nach B gesendet. Das Muster ist eigentlich immer gleich. Die Beiden kommen irgendwo an, die Familie ist nicht dort oder weiter gereist, sie hecheln hinterher. Das wird auf die Dauer vorhersehbar und auch langatmig. Da hilft es auch nicht, zwischendurch die Geschichte vom dramatischen Verschwinden von Alexandras Bruder Jahre zuvor einzuschieben. Bis zum Schluß des Buches habe ich mich gefragt, warum sich kein wohlmeinender Lektor fand, der diesen eher irritierenden Teil mit einem kräftigen roten Strich versehen hat. Sei's drum... Während wir so durch Bulgarien rollen, erfahren wir einiges über Land und Leute, eine Landesführung ist also mit eingeschlossen. Relativ früh kommen Krimielemente ins Spiel, Bobby ist plötzlich bewaffnet und benimmt sich wie Bond, Asparuh Bond. Wir halten soweit fest: ein Roadtrip im Baedeckerton mit Agenten-Asparuh. Das klingt zugegeben fürchterlicher als es ist, denn das Ganze liest sich eigentlich ganz nett, wenn auch ein wenig zäh.
    Und dann kommt der Kern der Sache: die Geschichte des Verstorbenen Stoyan Lazarov. Hätte Elizabeth Kostova doch nur diesen Teil geschrieben, sich nur darauf konzentriert. Denn zumindest der erste Teil ließ es mir eiskalt den Rücken herunter laufen. Hier ist sie plötzlich ganz nah am Geschehen, an den Menschen, hier macht sie Elend und Hilflosigkeit spürbar. Für mich hätte es das ganze Drumherum nicht gebraucht, wäre eine kompakte Novelle um Lazarov ergreifender gewesen als dieser ganze dicke Band. Und seit Beenden des Romans frage ich mich: hat sie ihrer Geschichte nicht getraut? Hat sie gedacht, nur das reicht nicht? Wollte sie ganz Bulgarien, gestern und heute, in ein Buch pressen? Warum verwässert jemand mutwillig seine eigene unglaublich intensive Geschichte? Warum?
    Der Roman ist übrigens, ganz Kind des Wunderraum Verlags, wunderschön gestaltet und daher zumindest ein Schmuckstück im Regal.

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    xotils avatar
    xotilvor einem Monat
    Das dunkle Land

      

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    Literaturliebes avatar
    Literaturliebevor einem Monat
    Eine spannende Reise

    GEDANKEN ZU „DAS DUNKLE LAND“

    Zum Inhalt des Buches möchte ich gar nicht mehr sagen, als der Klappetext hergibt, denn die Asche des Verstorbenen Stoyan Lazarov gelangt sehr schnell in Alexandras Hände und zusammen mit ihrem Taxifahrer Bobby macht sich Alexandra auf die Suche nach der Familie, um die Asche zurückzugeben.

    Die Suche nach den Lazarovs wird für Alexandra eine Reise durch ein interessantes Land. Eine Reise, die sie immer tiefer in die Vergangenheit von Bulgarien und des Verstorbenen Stoyan führt. Eine Vergangenheit, die bis in die Gegenwart reicht, in der die Fäden zusammengeführt und damit das Rätsel um Stoyan Lazarov gelüftet wird. Auf der Reise begegnet Alexandra einigen Menschen, die immer ein Stück mehr von Stoyans Leben offenbaren und die letztlich alle nur als Sprungbrett dienen, um die Familie Lazarov zu finden. Die Geschichte nimmt im Verlauf eine überraschende Entwicklung, wird fast schon krimiartig, denn Alexandra und Bobby werden bedroht und verfolgt. Ich wusste ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr, wo diese Reise hinführt und wo sie schließlich enden wird.

    Elizabeth Kostova einen schönen Schreibstil, der sich gut in die Geschichte einfügt. Allerdings wechselt sie die Perspektiven. Die Autorin beginnt mit dem auktorialen Erzähler, springt jedoch zwischendrin in die Vergangenheit von Alexandra, die aus der Ich-Perspektive erzählt wird. Im letzten Drittel kommt schließlich noch Stoyans Ich-Perspektive hinzu, in der er in einer Art Biografie über die schlimmste Zeit seines Lebens spricht. Diese Perspektivwechsel unterbrachen meinen Lesefluss teilweise, weil ich mich immer erst orientieren musste, wo und bei wem ich gerade bin.

    „Das dunkle Land“ erzählt von Krieg und politischen Unruhen im 20. Jahrhundert. Es erzählt vom Leben eines Mannes, der durch viel Leid und Schrecken geprägt wurde, der aber ebenso viel Liebe durch seine Frau erfahren durfte und den die Leidenschaft zur Musik immer aufrechterhielt. Dabei war das letzte Drittel, in dem Stoyan von seinem Leiden erzählt, am interessantesten für mich und die Beschreibungen der Autorin waren hier am stärksten und eindringlichsten. Das Buch spricht an, was einen Menschen in schwierigen Zeiten am Leben hält, was jeden Tag aufs Neue den Kampfgeist weckt, obwohl man eigentlich schon am Ende ist. Ich bin immer wieder beeindruckt von dem, was Menschen so leisten können und wozu wir fähig sind.

    „Das dunkle Land“ ist ein Buch, das Zeit braucht. Zeit, um sich zu entwickeln und daher manchmal ein bisschen meine Geduld forderte. Auch wenn am Ende alles geschickt zusammenläuft, so hätte der Geschichte eine Kürzung von 150 bis 200 Seiten nicht geschadet, denn es hätte die Handlung kaum beeinflusst. Das Ende ist im Kontext der Geschichte sinnvoll, über die Glaubwürdigkeit lässt sich streiten. Aber wenn man schon auf die Glaubhaftigkeit eingeht, müsste man die ganze Geschichte infrage stellen. Auf den ersten Blick wirkt es nämlich komisch, dass Alexandra mit einem Fremden durch ein unbekanntes Land reist, um die Familie eines Verstorbenen zu finden. Vielleicht versucht Alexandra aber so, ihren eigenen Frieden mit ihrer Geschichte zu finden. Wenn man sich aber auf dieses sehr unwahrscheinliche Grundszenario einlassen kann, erwartet einen eine spannende Reise in das Land Bulgarien, über das man sicherlich noch einiges lernen kann.
     

    ZUSAMMENFASSEND

    „Das dunkle Land“ ist eine spannende und beeindrucke Geschichte über die Vergangenheit Bulgariens und das Leben eines Mannes, das von viel Leiden geprägt wurde. Besonders im letzten Drittel ist dieses Buch erschreckend, aber ebenso durch viel Liebe und Leidenschaft geprägt. Mit dem Perspektivwechsel der Autorin hatte ich zeitweise meine Probleme und das Buch hätte gerne auch an einigen Stellen gekürzt werden können. Aber wenn man es schafft, sich auf die unwahrscheinliche Ausgangssituation und das langsame Tempo der Geschichte einzulassen, erwartet einen eine faszinierende Reise in ein interessantes Land.

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