Elizabeth Kostova Der Historiker

(289)

Lovelybooks Bewertung

  • 343 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 18 Leser
  • 41 Rezensionen
(113)
(108)
(45)
(17)
(6)

Inhaltsangabe zu „Der Historiker“ von Elizabeth Kostova

Ein junges Mädchen findet in der Bibliothek ihres Vaters ein Konvolut mit vergilbten Briefen. Das Geheimnis um den Vater und das Schicksal der Mutter verbinden sich zu einem Drama, das weit in die Vergangenheit zurückreicht. Die Briefe fragen nach der Herkunft von Vlad dem Pfähler, dem Urbild der Dracula-Legende. Eine atemberaubende Suche in Klöstern, Bibliotheken und Archiven beginnt, bei der Grausamkeiten Draculas zutage treten, die sich bis heute fortsetzen.

Ein gutes Buch. Nur 3 Sterne, da es doch seine Längen hat.

— Mia_Leon

Ein Buch das einem nicht nur durch verschieden Geschichtsepochen reisen lässt sonder auch an wunder schöne Orte diese Welt...

— Tasapi

Grandiose Mischung aus Geschichte, Fantasy und Abenteuer

— Skyhawksister

Vlad der Pfähler, die Legende von Dracula - Geschichte verpackt in einer spannenden Geschichte mit einer liebevoll gestalteten Protagonistin

— Sajon

So sollte eine Geschichte über Dracula aussehen. Ein absolut lesenswertes Buch, gut durchdacht und klasse recherchiert!

— shavachan

Eines meiner absoluten Lieblingsbücher! Zig mal gelesen aber immer wieder spannend!

— Calbano

Ein wunderbares Buch, super recherchiert und einfach ein Muss für jeden "Dracula"-Fan.

— Blackfairy71

Brillante Recherchen und sehr authentisch. Empfehlenswert!

— Celeste_Ealain

Viel mehr Historie, weniger dieses typische "Neuzeit" Vampir-blabla. Hervorragendes Buch!

— Tenshi

Spannend, mit Gänsehautgarantie!

— Snoopyline

Stöbern in Historische Romane

Die Jahre der Schwalben

Eine tolle Fortsetzung, die mich voll begeistern konnte. Vor allen aus einer Perspektive, die für mich neu und sehr interessant war.

Lilly_McLeod

Die Rivalin der Königin

Eine Faszinierende Geschichte ,über eine mutige Frau.Die mit den Intrigen am königlichen Hof und mit der Königin klarkommen muss

Moorteufel

Über dem Meer die Freiheit

spannendes Buch, sympathische Protagonisten , macht Lust auf den Film Gangs of New York, fängt langsam an nimmt dann Fahrt auf, überraschend

sabrinchen

Herrscher des Nordens - Thors Hammer

Fesseln der Auftakt der Trilogie rund um Harald

Bellis-Perennis

Das Gutshaus - Glanzvolle Zeiten

Unterhaltsamer historischer Liebesroman, der zum Weiterlesen (Band 1 einer Trilogie) geradezu einlädt. 4 * und eine Leseempfehlung!

SigiLovesBooks

Die fremde Königin

Mein erster historischer Roman und er hat mich begeistert!

Sarahamolibri

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Der Historiker - Elizabeth Kostova

    Der Historiker

    Skyhawksister

    09. September 2016 um 10:54

    In Der Historiker entwickelt sich die Erzählung durch Briefe, Archivmaterial und anderen Dokumenten. Die Erzählerin, auf dessen Namen es nur kleine Hinweise gibt, findet in der Bibliothek ihres Vaters ein uraltes Buch und eine Reihe rätselhafter Briefe. Ihr Vater Paul ist Historiker und als sie ihn darauf anspricht, erzählt dieser ihr,  dass die Briefe von seinem ehemaligen Mentor Professor Rossi stammen, der vor etwa zwanzig Jahren Nachforschungen über den  rumänischen Fürsten Vlad der Pfähler angestellt hat.  Rossi hatte damals eine erstaunliche Entdeckung gemacht: Vieles wies darauf hin, dass Vlad noch immer am Leben sein könnte, Rossi verschwand jedoch spurlos. Gemeinsam mit Rossis Tochter Helen begab sich Paul auf die Suche nach ihm. Weitere zwanzig Jahre späterwiederholt sich die ganze Geschichte, denn als ihr Vater Paul auf mysteriöse Weise verschwindet, begibt sich nunmehr die Erzählerin auf die Suche nach ihm. Der Roman wechselt zwischen drei Zeitebenen, in denen die Suche nach Dracula und einer verschwundenen geliebten Person das Leitmotiv der Handlung einnimmt. Die Handlungsstränge werden sehr gut miteinander verknüpft und stets hält Kostova die Spannung aufrecht. Jedem Geschichts - und/ oder Vampirfan kann ich dieses Buch nur ans Herz legen.

    Mehr
  • Wundervoller Roman mit spannenden historischen Fakten

    Der Historiker

    Laura_01

    06. September 2016 um 16:11

    Taschenbuch: 848 SeitenVerlag: Berlin Verlag TaschenbuchErstausgabe: 01.08.2005Aktuelle Ausgabe: 06.10.2006Genre: Geschichte, Abenteuer, KrimiErster EindruckGanz besonders aufgefallen ist mir das Buch zum Einen wegen seinem wunderschönem Cover… Aber auch wegen seiner Länge. Nachdem ich es dann schließlich in der Hand hatte, den Klappentext durchlas, wusste ich, dass ich es lesen musste.Das Buch ist eigentlich aus der Ich-Perspektive geschrieben, aber dennoch befasst sich der Hauptteil mit anderen Perspektiven und Stilmittel (was ich später näher erläutern werde).KlappentextEin junges Mädchen findet in der Bibliothek ihres Vaters ein Konvolut mit vergilbten Briefen. Das Geheimnis um den Vater und das Schicksal der Mutter verbinden sich zu einem Drama, das weit in die Vergangenheit zurückreicht. Die Briefe fragen nach der Herkunft von Vlad dem Pfähler, dem Urbild der Dracula-Legende. Eine atemberaubende Suche in Klöstern, Bibliotheken und Archiven beginnt, bei der Grausamkeiten Draculas zutage treten, die sich bis heute fortsetzen.(Quelle: Lovelybooks)Eigene MeinungDas Buch fängt an mit einem „Hinweis an den Leser“, der den außergewöhnlichen und einzigartigen Schreibstil gleich erahnen lässt. Ab diesem Zeitpunkt beginnt schließlich die Geschichte des jungen Mädchens, welches eigentlich nur durch Zufall ein besonderes Buch findet und seinen Vater damit konfrontiert.Damit beginnen dann die gesamte Suche und Recherche, die Zeitsprünge und die Briefe. Denn ganz besonders an dem Buch und dessen Aufbau ist, dass es sich nicht hauptsächlich um die Figur aus der Ich-Perspektive dreht, sondern um ihre Familie und deren Vergangenheit. Durch hauptsächlich Briefe wird einem das Leben aus verschiedenen Sichten geschildert.Zugegeben, der erste Teil (denn das Buch ist in drei Teile geteilt), ist etwas Schlürfend geschrieben, die Handlung ist nicht allzu spannend, wodurch der Spannungsbogen auch schwer zu erkennen ist. Aber nachdem man diesen Teil durchliest, steigt die Spannung. Ich, als Leser, habe förmlich mitgefiebert, was eigentlich geschehen ist, habe philosophiert, wie das Auswirkungen auf die Gegenwart hat, aber auch der geschichtliche und volkstümliche Hintergrund hat mich vollends überzeugt.Denn dieser Roman ist nicht nur eine fiktionale Geschichte. Nein, sie verwickelt wahre oder über Mundpropaganda weitergegebene Mythen und Fakten in einer Geschichte, die schließlich so viele historische Informationen enthält, dass ich mich wahrscheinlich so gut über das Thema Vlad Tepes auskenne (nachdem ich das Buch gelesen habe), als hätte ich mehrere Dokumentationen darüber angeschaut.Allerdings ist auch zu erwähnen, dass die Charaktere wirklich perfekt entwickelt wurden und es dadurch auch nicht nur ein reines Sachbuch ist.ZusammengefasstNachdem das junge Mädchen in der Bibliothek seines Vaters ein leeres Buch mit einer sonderbaren Illustration in der Mitte findet, überschlagen sich die Ereignisse der Vergangenheit, die nicht nur eine Generation anbelangt. Denn alles hat angefangen bei seinem Ursprung, bei dem Fürsten Vlad Tepes, Dracula oder auch dem eigentlichen Protagonisten Bram Stokers. Die Autorin Elizabeth Kostova hat es geschafft, viele interessante und spannende geschichtliche Fakten in eine durchgeplante, völlig komplexe Geschichte einzubauen. Ebenso überzeugt hat mich auch ihr Schreibstil und der Aufbau des Buches. Denn mit verschiedenen Stilmitteln, hauptsächlich Briefen, hat sie eine solch tiefe Ebene und Atmosphäre erzeugt, welche den Leser komplett mitfühlen lässt.Das Buch würde ich an all jene empfehlen, die sich geschichtlich interessieren, sowie von fiktionalen und komplexen Geschichten nicht abgeschreckt werden.Dem Buch würde ich 5/5 Sterne geben.

    Mehr
    • 2
  • Sehr gut

    Der Historiker

    MariaSteinroth

    25. December 2015 um 20:11

    Ein unglaublich tolles Buch, das ich nicht mehr zur Seite legen konnte. Sehr detaillierte Recherchen und viele Einblicke in die Geschichte. Wer sich für historische Romane interessiert und dazu auch noch ein wenig Gruselfaktor haben möchte, für den ist der Roman genau das Richtige!

  • Rezension zu "Der Historiker" von Elizabeth Kostova

    Der Historiker

    Blackfairy71

    Tolle Mischung aus Fakten und Fiktion!! Man erfährt viel über das Leben des "echten" Dracula und merkt, wie intensiv die Autorin recherchiert hat. Update am 04.06.2014: Spät in der Nacht findet ein junges Mädchen in der Bibliothek ihres Vaters ein altes Buch und ein Konvolut mit vergilbten Briefen. Die Briefe sind alle an "meinen lieben und bedauernswerten Nachfolger" adressiert, und sie nehmen das Mädchen mit in ein Labyrinth, in dem sich die Geheimnisse der Vergangenheit ihres Vaters mit dem mysteriösen Schicksal ihrer Mutter zu einem unvorstellbaren Verhängnis verbinden, das weit in die Historie zurückreicht. Die Briefe führen zu einer der dunkelsten Mächte in der Menschheitsgeschichte: Vlad dem Pfähler, dem barbarischen Herrscher und Urbild der Dracula-Legende. Eine Suche in Klöstern, Bibliotheken und Archiven beginnt, bei der die Grausamkeiten von Dracula zu Tage treten, die sich bis heute fortsetzen. Eigene Meinung: Dieses Buch zähle ich zu meinen Favoriten. Mich fasziniert das Thema Dracula ja schon immer und hier hat die Autorin eine perfekte Mischung aus historischen Fakten und Fiktion geschaffen. Zum einen geht sie natürlich auf die Dracula-Legende ein, die auch Bram Stoker genutzt hat. Zum anderen verwendet sie Motive des echten rumänischen Fürsten Vlad Dracula. Hinzu kommt ein gute Portion Krimi und Spannung, eine Familiengeschichte über mehrere Generationen und ein bisschen Grusel. Außerdem schreibt Frau Kostova so anschaulich, dass man die Handlungsorte wie Oxford, Budapest und auch die Burgruine in Transsilvanien sowie das angebliche Grab im See direkt vor sich sieht. Auch wenn es keine großartige Action gibt, war das Buch für mich durchgehend spannend und fesselnd erzählt und an keiner Stelle langweilig. Die Figuren haben Tiefe und lagen mir nach einiger Zeit sehr am Herzen. Auffällig ist, dass während der gesamten Geschichte nicht einnmal der Name des Mädchens fällt, das seine Geschichte erzählt. Zum Schluss wird klar, warum das so ist. Allerdings würde ich sagen, dass Fans von Black Dagger oder Twilight mit "Der Historiker" wahrscheinlich schlecht bedient sind, denn Dracula ist eben ein anderes Kaliber von Vampir. Er strotzt nicht vor Testosteron und glitzert auch nicht in der Sonne. Und er ernährt sich auch nicht "Vegetarisch". Ich kann dieses Buch wirklich jedem "Dracula"-Fan empfehlen

    Mehr
    • 6
  • Das war mal wirklich ist historisch

    Der Historiker

    TanteGhost

    22. March 2014 um 13:58

    Vlad der Pfähler, auch bekannt als Dracula... er ist nicht tot. Er treibt noch immer sein Unwesen. Zumindest in diesem Buch. Und er stürzt damit einen Studenten, der seinen Doktorvater sucht, ine eine nicht unerhebliche Familentragödie... Der Beginn stellt sich allerdings noch anders da. Denn da liest man etwas von Tochter und Vater, die aufgrund der Diplomatentätigkeit des Vaters viel reisen. Die Tochter kann dadurch viel lernen und die verschiedensten Länder kennen lernen. Eines Tages jedoch findet sich in den Sachen ihres Vaters ein Buch, welches keine Schrift aufweist, sondern lediglich eine Drachenzeichnung in der Mitte hat. - Da sie ja neugierig ist, fragt sie ihren Vater nach diesem Buch und der beginnt dann langsam und sehr zögerlich an, Schritt für Schritt die ganze Geschichte offen zu legen. Er berichtet davon, wie sein Doktorvater verschwand, wie er sich auf die Suche dieses Mannes gemacht hat, wie er ihre Mutter kennen gelernt hat und was Vlad der Pfähler, alias Dracula mit ihr und ihnen zu tun hat. Während er noch so immer mal wieder ein Stück am Erzählen ist, verschwindet auch der Vater plötzlich. - Die Tochter weiß zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass auch das etwas mit Dracual zu tun hat. Sie findet allerdings Briefe ihres Vaters, in denen er die Geschichte bis zum Ende erzählt. Auch sie macht sich auf die Suche nach ihrem Vater und findet dadurch eine Liebe, lernt die Gefahr kennen, trifft auf einen wirklich sehr sehr seltsamen Bibliotekar und führt am Ende sogar die Familie noch für eine kurze Zeit zusammen. Sie erfährt, was auch sie mit Dracula zu tun hat und wird am Ende dann wirklich Historikerin. Wenn ihr jetzt aber meint, dass ich euch das Ende verraten habe, dann seit bitte nicht so enttäuscht. Denn die Handlung ist viel komplexer, als ich sie hier beschrieben habe. Drei bis vier Handlungsstränge scheinen zunächst unbeteiligt voneinander nebeneinander her zu laufen, um dann im Ende zu einem wirklich überraschenden Schluss zu führen. Denn die Familie kann sich scheinbar von dem auf ihr lastenden Fluch befreien.... Ich bin über die wirlich ausschweifende Art zu erzählen gestolpert. Das hat das Buch auf mich stellenweise langweilig wirken lassen. Ich musste mich zwingen weiter zu lesen, tendierte dazu, alles nur noch zu überfliegen, habe dann den Faden verloren und hatte im Anschluss Mühe, wieder in die Handlung hinein zu kommen. Oftmals hatte ich auch einfach keine Lust zum Lesen, habe das Buch zur Hand genommen und es noch anderthalb Seiten oder gar früher schon wieder zur Seite gelegt. Als entspannende Feierabendlektüre kann ich dieses Werk auch nicht bezeichnen. Der Leser muss höllisch aufpassen, dass er die Wechsel der Handlungsstränge nicht verschläft, denn die sind ungeheuer wichtig, um die gesamte Handlung auch wirklich zu verstehen... - Ich kann also sagen, dass es eine anstrengende Lektüre war. Wortwahl und Satzbau waren stellenweise wirklich altbacken und verschachtelt. Ich hatte Mühe, das Gelesene auch zu verstehen... Nein, eine Leseempfehlung kann ich hier nicht geben. Das müssen dann wirklich eingefleischte Fans von historischen Romanen sein....

    Mehr
  • Rezension zu "Der Historiker" von Elizabeth Kostova

    Der Historiker

    rkuehne

    29. June 2012 um 17:51

    Ein episches Machwerj, durch das ich mich weit mehr aus Liebe zur Empfehlden denn aus Lesefreude durchgequält hab. Die Suche von Historikern nach dem wahren, noch lebenden Dracula, also Vlad Tepes, wird hier in viel zu langen Geschichten auf viel zu vielen Zeitebenen erzählt. Eigentlich ist die Erzählerin ein junges Mädchen, die wiederum von ihrem Vater erzählt, der, in ihren Erzählungen von seinem verschwundenem Doktorvater erzählt, der wiederum in seinen Erzählungen in ihren Erzählungen von Briefen oder Büchern erzählt, die er gefunden hat. So wandern wir durch die Erzählebenen bis der Leser auch das letzte Stück Orientierung verloren hat und gänzlich den Spaß an der eigentlich nicht uninteressanten Geschichte verliert. Ein Roman mit dem ich leider, trotz der lieben und nachhaltigen Empfehlungen, gar keine Freude hatte.

    Mehr
  • Rezension zu "Der Historiker" von Elizabeth Kostova

    Der Historiker

    Bücherfee1979

    23. January 2012 um 10:55

    Schöner Schmöker, mitunter etwas zu lang geraten. Trotzdem sehr empfehlenswert.

  • Rezension zu "Der Historiker" von Elizabeth Kostova

    Der Historiker

    lovely_ann

    29. November 2011 um 23:43

    Ein mal etwas anderer Vampirroman.
    Verteilt auf drei Zeitebenen entspannt sich eine spannende Familiengeschichte auf der Suche nach Dracula.
    Wunderbar geschrieben, schöne Beschreibungen.
    Wer allerdings vordergründige Action sucht, wird gelangweilt sein.

  • Rezension zu "Der Historiker" von Elizabeth Kostova

    Der Historiker

    Tialda

    25. November 2011 um 13:45

    x Autorin: Elizabeth Kostova x Titel: Der Historiker x Originaltitel: The Historian x Genre: Abenteuer/Mystery/Historie/Thriller x Erscheinungsdatum: 22. September 2006 x 826 Seiten x Berliner Taschenbuch Verlag x ISBN: 3833303948 x Erste Sätze: Ein Hinweis an den Leser. Die folgende Geschichte wollte ich eigentlich nicht zu Papier bringen. Kürzlich jedoch hat mich eine Art Schock dazu gebracht, mir noch einmal zu vergegenwärtigen, was für mich und einige der mir liebsten Menschen zweifellos die beunruhigsten Ereignisse meines Leben waren. Es ist die Geschichte, wie ich mich als sechzehnjähriges Mädchen auf die Suche nach meinem Vater und seiner Vergangenheit machte, wie er seinerseits nach seinem geliebten Mentor und dessen Vergangenheit suchte und wie wir uns alle auf einem der dunkelsten Pfade in längst vergangene Zeiten wiederfanden. Klappentext: Ein junges Mädchen findet in der Bibliothek ihres Vaters ein Konvolut mit vergilbten Briefen. Das Geheimnis um den Vater und das Schicksal der Mutter verbinden sich zu einem Drama, das weit in die Vergangenheit zurückreicht. Die Briefe fragen nach der Herkunft von Vlad dem Pfähler, dem Urbild der Dracula-Legende. Eine atemberaubende Suche in Klöstern, Bibliotheken und Archiven beginnt … Rezension: „Der Historiker“ faszinierte mich schon während ich den Klappentext zum ersten Mal las und als ich das Vorwort hinter mir hatte, war ich schwer verliebt in dieses Buch. Elizabeth Kostova hat einen einmaligen Schreibstil, der oft sehr poetisch ist – man verliebt sich in die zauberhaften Worte, die sie schreibt, schmachtet dahin und will mehr. So freute ich mich darüber, über 820 Seiten davon verschlingen zu können und das habe ich tatsächlich getan – ich habe diesen Roman verschlungen und mich schon bald in den vielen Bibliotheken und Archiven, die in diesem Buch aufgesucht werden, wie zu Hause gefühlt. Die Erzählung ist ziemlich verschachtelt. Im Grunde genommen erzählt ein 16-jähriges Mädchen, dessen Namen man nicht erfährt, die Geschichte. Sie deckt Schritt für Schritt ein Rätsel auf, nach dessen Lösung bereits ihr Vater Paul und vor ihm sein Doktorvater Rossi suchten. Die Erzählung besteht zum Großteil aus Erzählungen von ihrem Vater, an die sie sich zurück erinnert und aus Briefen, die von Rossi stammen. Als ihr Vater verschwindet, läuft sie von zu Hause weg und macht sich mit dem Studenten Barley auf die Suche nach ihm, die sie immer weiter in die Richtung von Vlad dem Pfähler, dem Urbild der Dracula-Legende zu führen scheint. Der Roman fördert viele geschichtliche Hintergründe zutage, die von Vlad Ţepeş’ Lebensgeschichte handeln – was ich als Dracula-Fan sehr interessant fand. Ich finde, es macht auch großen Spaß den Protagonisten beim Forschen „zuzusehen“. Man streift mit ihnen durch Bibliotheken, wälzt Bücher und Papiere und findet nach und nach lose Puzzlestücke, die erst am Schluss beginnen ein Muster zu ergeben. Außerdem finden sich immer mehr Personen in der ganzen Welt, die in der Sache mit drinhängen und dachten, sie wären die einzigen – so bildet sich eine kleine Truppe, die mit versammelten Kräften versucht des Rätsels Lösung zu finden. Doch das Unterfangen ist alles andere als ungefährlich. Die Protagonisten werden beobachtet, immer wieder taucht ein seltsamer, ausgezehrt wirkender, alter Mann auf, der die Forscher sogar angreift. Und dann ist da noch das Rätsel um die Mutter des 16-jährigen Mädchens. Ist sie wirklich tot? Ich denke man bemerkt, wie begeistert ich von diesem Roman bin. Wobei mir das Ende leider nicht so ganz zugesagt hat. Ich hätte es mir mystischer gewünscht und fand es ein bisschen zu platt. Die Geschehnisse überstürzen sich, es wird immer heftiger und nimmt die vorhergehende unheimliche Atmosphäre komplett mit sich – aber was ist schon ein nicht so perfektes Ende gegen hunderte von Seiten voller Nervenkitzel und Spannung. Fazit: Ein etwas anderer Dracula-Roman für Geschichtsliebhaber und Fans von allgegenwärtig mitschwingendem Unwohlsein während des Lesens …

    Mehr
  • Ein Meisterwerk des modernen Schauerromans

    Der Historiker

    Stefan83

    24. October 2011 um 18:09

    Vampire sind unsterblich. Das ist eine Tatsache, die sich belegen lässt, denn auch mehr als hundert Jahre nach der Veröffentlichung von Bram Stokers „Dracula“ hat dieses mythische Ungeheuer eindeutig nichts von seiner Faszination verloren. Im Gegenteil: Immer wieder tauchen neue Variationen des Blutsaugers auf dem Buchmarkt auf, wobei die Palette mittlerweile von schlächtenden Monstern bis hin zu wunderschönen, verführenden Schönlingen fast alles abdeckt. Fast ist hierbei das Stichwort, denn der klassische Schauerroman, den der ursprüngliche „Dracula“ verkörpert, ist seit Jahren gänzlich von der Bildfläche verschwunden. Elizabeth Kostova, geborene US-Amerikanerin, hat sich dieses Problems im Jahre 1995 angenommen und ein ganzes Jahrzehnt(!) an ihrem Debütroman „Der Historiker“ geschrieben. Und man kann nur sagen: Zeit und Aufwand haben sich vollends gelohnt, denn Kostova gelingt es nicht nur die Geschichte Draculas zu ihren Ursprüngen zurückzuführen, sondern gleichzeitig das Vampirthema aus einem völlig neuen Blickwinkel zu beleuchten. Herausgekommen ist ein literarisches Meisterstück, das mich eine ganze Woche lang nicht aus seinen Fängen gelassen, tief bewegt und äußerst nachhaltig beeindruckt hat. Zur Handlung: Das Buch nimmt seinen Anfang 1972 in den Niederlanden. Hier begegnen wir der 16-jährigen Erzählerin, deren Name bis zum Schluss ein Geheimnis bleibt. Sie ist die Tochter des Diplomaten und angesehenen Historikers Paul, und wie er, sehr an der europäischen Geschichte interessiert. So kommt es, dass sie eines Tages in dessen Bibliothek ein uraltes Buch findet, das bis auf den Holzschnitt eines Drachen samt dem Schritfzug „Drakulya“ in der Mitte voll leerer Seite ist. Ihr Interesse ist geweckt und weitere Nachforschungen fördern eine Reihe mysteriöser Briefe zutage, welche offenbar an ihren Vater gerichtet sind. Als sie diesen mit ihrem Fund konfrontiert, zeigt er sich ungewöhnlich verschlossen. Nur nach und nach kann sie ihn dazu bringen, die Geschichte der Briefe mit ihr zu teilen. Während sie gemeinsam mit ihrem Vater zwecks diplomatischer Missionen durch halb Europa reist, erzählt er ihr, wie er viele Jahre zuvor in den Besitz des Buches gekommen ist und einst, während seiner Studienzeit im Jahre 1950, seinen Doktorvater und Mentor, den Historiker Professor Bartholomew Rossi deswegen um Rat bat. Er berichtet mit Zögern von seinen Nachforschungen über den berühmten und berüchtigten rumänischen Fürsten Vlad III. Draculea, genannt Vlad Tepes, „der Pfähler“, dem historischen Vorbild für Bram Stokers Dracula. Rossi war bereits Anfang der 30er Jahre bei seinen eigenen Recherchen auf Spuren gestoßen, welche einen Weg zur letzten Ruhestätte und den sterblichen Überresten von Vlad Tepes weisen. Bevor er jedoch das so gut gehütete Mysterium klären konnte, verschwand er spurlos. Paul machte sich daraufhin mit Rossis Tochter Helen auf die Suche nach seinem Mentor, wobei er versuchte, dessen Recherchen fortzuführen und zu komplettieren. Was folgte war eine monatelange Schnitzeljagd durch die historischen Stätten des Ostblocks, in deren Verlauf der Mut und Eifer des jungen Historikers auf eine harte Probe gestellt wurde. Nun, mehr als zwanzig Jahre später, scheint sich die Geschichte zu wiederholen, als Paul unter äußerst mysteriösen Umständen verschwindet, woraufhin sich seine Tochter, die Erzählerin, ebenfalls auf eine Suche begibt. Eine Suche, die am Ende nicht nur ihrem Vater gilt, sondern auch endlich die Geheimnisse um Dracula lüften soll. Vorneweg: Bei wem nun durch diesen Anriss der Handlung bereits das Interesse geweckt worden ist, der sollte möglichst nicht den gleichen Fehler wie ich begehen und dieses Buch im Sommer lesen, denn Kostovas Erstling ist aufgrund stimmungsvoller Beschreibungen, eleganter Sprache und nicht zuletzt dem Grundthema selbst, wie geschaffen für die Herbstzeit. An düsteren September- oder Oktoberabenden, bei Nebel oder Gewitter vor dem knisternden Kamin, entfaltet dieses Werk ohne Zweifel seine größte Wirkung. Nun zum Inhalt zwischen den Buchdeckeln: Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Elizabeth Kostova ganz gewollt in ihrem Roman Verbindungen zu Bram Stokers „Dracula“ anstellt und diese auch vermehrt sucht. Während jedoch jüngst mancher Schriftsteller (siehe Dacre Stokers und Ian Holts grottenschlechte Möchtegern-Fortsetzung „Dracula – Die Wiederkehr“) auf Stokers Grundgerüst lediglich ein paar neue Säulen hinzugefügt hat, schafft es Kostova sich dank des direkten Bezugs auf die historische Figur Vlad Tepes deutlich von der romantisierten Darstellung des Ur-Draculas zu distanzieren. „Der Historiker“ ist weder Horrorroman noch nervenzerreißender Thriller, sondern vielmehr ein exzellent und intelligent erzählter Schauerroman der klassischen Schule, der von seiner dichten Atmosphäre lebt und den leichten Schauder, den feinen Grusel sucht. Jeglicher Versuch ihn somit als spannungsgeladenen Thriller zu vermarkten, muss zwangsweise scheitern, denn trotz dieser unheimlichen Sogkraft, dieser ständigen Sucht weiter lesen zu müssen, widersetzt sich das Buch jedem Versuch das Lesetempo zu erhöhen. „Der Historiker“ profitiert eben gerade von den lange unbeantworteten Fragen, von mysteriösen Rätseln, von detaillierten Recherchen in Bibliotheken. Die gleiche Geduld, welche die Figuren bei ihren historischen Nachforschungen aufbringen müssen, fordert Kostova auch ihren Lesern ab. Und soviel sei gesagt: Selten zahlt sich Geduld so aus wie hier. Wer das früh erkennt und versteht, dem wird eine Art von Spannung geboten, welche lange aus den Geschichten moderner Bücher verschwunden war: Eine Spannung, welche man peu a peu, Absatz für Absatz, Kapitel für Kapitel, wie ein Gourmet genießen will. Elizabeth Kostova gelingt das, woran viele Schriftsteller vorher bereits Schiffbruch erlitten haben. Historische Fakten und Fiktion so kunstvoll miteinander zu verknüpfen, das die Übergänge verschwimmen und nicht mehr ersichtlich sind. Bereits getätigte Vergleiche mit Umberto Eco mögen anmaßend und übertrieben klingen, sind meines Erachtens aber vollkommen gerechtfertigt. Im Gegensatz zum Autor von „Der Name der Rose“ kommt hier das kulturgeschichtliche und anthropologische Wissen allerdings nicht derart schulmeisterlich daher, wenngleich es doch ebenso viel Aufmerksamkeit und einen gehobeneren Intellekt erfordert. Selbiges gilt für die drei Zeitebenen des Romans, die miteinander verwoben nicht immer kenntlich gemacht sind. Kostovas beträchtliche Recherchen werden in fast jeder Passage ersichtlich, auf jeder Seite gibt es neues und wissenswertes zu entdecken. Eigene Erzählstränge benötigt die Autorin dabei bemerkenswerter Weise jedoch nicht. Ohne Übergänge werden die historischen oder angeblich historischen Ereignisse in die Handlung integriert, wobei deutlich wird, dass Kostova selbst eine gute Historikerin abgeben würde, da sie behutsam aber beständig die Freude an Geschichte weckt. Ob die düstere Atmosphäre hinterm Eisernen Vorhang oder die ursprüngliche Kultur in einem entlegenen Bergdorf. Die Autorin haucht längst vergangenem äußerst eindringlich und nachvollziehbar Leben ein. Interessanterweise wählt Kostova dabei dieselben Stilmittel wie einst Bram Stoker. In altem Archivmaterial, Briefen oder Tagebucheinträgen führt sie den Leser langsam auf die Legende und den Mythos Dracula zu, wobei man auf dem Weg dorthin dank bild- und farbenreicher Sprache (ich fühlte mich an Zafon erinnert) an den Reisen ebenso viel Freude findet, wie an der geheimnisumwobenen Figur selbst. Liebevoll und detailliert werden Landschaften und Menschen gezeichnet, die Unterschiede der Kulturen hervorgehoben. Ließe man das Thema Vampire völlig außer acht, allein diese Beschreibungen machten dieses Buch lesenswert. Und letztlich ist die Suche nach Dracula zwar der Motor, aber nicht das leitende Motiv dieser Geschichte. Vielmehr steht die detektivische Recherche im Vordergrund. Die Suche eines Studenten nach seinem Mentor, eines Mädchens nach ihrer Herkunft, einer Tochter nach ihrem nie gekannten Vater. „Der Historiker“ lebt von seinen Figuren, ihrer unstillbaren Wissbegierde, ihrem Drang der Geschichte stets Neues abzuringen. Vereinzelte Übergriffe durch die Vampire dienen dem Element der Bedrohung, werden wohl aber keinen Anne Rice oder (Gott behüte!) Bis(s)-Fan hinterm Ofen hervorlocken. Ein Dracula-Roman ist „Der Historiker“ nicht. Und das will er auch nicht sein. Man muss lange suchen, um Schwächen in Kostovas Werk zu finden. Aber es gibt sie. Da ist meines Erachtens allen voran das Ende zu nennen, das, bei aller Eleganz, einfach zu schnell erzählt und abgehandelt wird. Im Vergleich zu ihren ausführlichen Fabulierungen im Vorfeld, kam es mir persönlich zu abrupt, wenngleich ich mit der Art und Weise, wie die Autorin es gelöst hat, nicht unzufrieden sein kann. Dennoch führt es dazu, dass „Der Historiker“ knapp an einer durchaus möglichen Maximalwertung vorbeirauscht. Insgesamt ist „Der Historiker“ ein wunderbar melancholischer, sprachlich eleganter und vor allen nachhaltiger Schauerroman, der Freunden anspruchsvoller und doch unterhaltender Literatur nur warm ans Herz gelegt werden kann. Ein echtes, entdeckenswertes Kleinod – nicht nur im Bereich der mittlerweile äußerst fragwürdigen Vampirliteratur. Ich freue mich auf weitere Werke aus der Feder von Elizabeth Kostova.

    Mehr
  • Rezension zu "Der Historiker" von Elizabeth Kostova

    Der Historiker

    LadyMacbeth

    11. October 2011 um 21:31

    Ich muss ehrlich sagen, dass ich den Inhalt von “Der Historiker” kaum beschreiben kann – zu vielschichtig und facettenreich ist dieser Roman, um ihn in ein paar wenigen Sätzen zusammenzufassen, ohne gleich zu viel zu verraten. Die nachfolgende Rezension ist daher mit Vorsicht zu genießen, denn ich kann nicht versprechen, dass ich ‘nichts ausplaudere’. Ich möchte aber zunächst ganz untypisch beginnen, nämlich mit einem Zitat aus “Der Historiker”, das ich für absolut treffend halte: “Es ist eine Tatsache, dass wir Historiker uns für Dinge interessieren, die zum Teil unser eigenes Ich widerspiegeln, vielleicht den Teil, den wir am liebsten nicht näher untersuchen würden, es sei denn auf dem Feld unserer Wissenschaft. Und je mehr wir in unsere Interessen eintauchen, desto mehr ergreifen sie von uns Besitz.” (S. 314) Warum ich diesen Satz zitiere? Zunächst einmal bin ich der Meinung, dass er den Kern dessen, was Historiker antreibt, trifft. Damit meine ich nicht Menschen, die mal eben Geschichtswissenschaft studieren – sondern Personen, die in ihren Studien aufgehen und sich so sehr in die Vergangenheit verstricken, dass sie beinahe zur Flucht aus der Gegenwart wird. Menschen, die eine Leidenschaft für die Geschichte und die Geheimnisse, die sie birgt, empfinden. Okay, okay… Ich komme ja schon zur Rezension. Was hat also dieser Satz mit der Rezension des Buches zu tun? Er drückt ziemlich genau aus, was sowohl mit den Protagonisten als auch mit den Lesern des Buches (sofern sie denn Gefallen an Kostovas Geschichte finden) geschieht: Eigentlich fürchtet man sich vor dem, was kommt – möchte den Hut vor den mysteriösen Dingen ziehen, die vor sich gehen und einfach so weitermachen wie bisher – aber das funktioniert nicht, denn da ist ein Sog, dem man nicht widerstehen kann. Die Geschichte ergreift nach und nach Besitz vom Denken. So begeben sich die Protagonisten auf eine Reise quer durch die (osteuropäische) Welt, um Geheimnisse zu lüften, die sie eigentlich fürchten; sie können nicht einfach umkehren, weil die Geschichte längst Besitz von ihnen ergriffen hat. Und der Leser sitzt gebannt vor den Buchseiten und liest und blättert und liest und blättert bis tief in die Nacht hinein, weil auch er sich nicht entziehen kann. Ich halte Kostovas “Historiker” für wunderbar recherchiert und konnte mich gar nicht “sattlesen” an den vielen Beschreibungen von Bibliotheken, alten Pergamenten, alten Büchern und Schriften, historischen Orten und Begebenheiten ~ aber dafür muss man, zugegebenermaßen, ein Faible haben. Wer eine mittelalterliche Handschrift im Original gesehen, vielleicht sogar angefasst hat, wird verstehen, welch ein Zauber davon ausgeht. Für mich als (angehende) Historikerin (mit Leib und Seele) war alleine diese Seite des Buches ein wahrer Hochgenuss, denn mit eigenartigen Quellen beginnt im “Historiker” die ganze Geschichte – so wie im wahren “Historiker-Leben” auch. Von unterschiedlichen Blickwinkeln – nämlich mit dem Blick aus drei verschiedenen Generationen – wird vor dem Leser eine Geschichte aufgerollt, die sich einerseits an Quellen orientiert und andererseits ins Phantastische abdriftet, ohne dabei überladen zu sein oder sich in Klischees zu ergehen. Ja, “Der Historiker” ist ein Vampirroman – aber ganz anderer Gestalt als Twilight oder Interview mit einem Vampir; und auch, wenn Kostova immer wieder Zitate des Dracula-Autors Bram Stoker einstreut, erschafft sie hier eine völlig neue Vampirgeschichte, losgelöst von der Mainstream-Vampirliteratur. “Der Historiker” ist mehr als ein Buch über Nackenbeißer: ein Abenteuerroman, bis zu einem gewissen Grad ein Familiendrama und – zumindest teilweise – auch noch ein guter literarischer Abriss über südosteuropäische Geschichte. Ich habe zunächst befürchtet, dass ich mit den unterschiedlichen Zeitperspektiven – 1930er, 1950er und 1970er Jahren – Mühe haben würde, doch Elizabeth Kostova hat die Fäden so geschickt verwoben, dass ein Rädchen perfekt in das andere übergreift und sich ein stimmiges Gesamtbild ergibt. Stimmig sind auch die Figuren, die sich zugegebenermaßen eher wenig entwickeln (doch wenn sie sich entwickeln, dann in eine sehr plausible Richtung), die Auswahl der Orte und Begebenheiten und letzten Endes auch Kostovas Art den “Historiker” zu erzählen: Aus Büchern, Notizen, Aufzeichnungen in Archiven, Gesprächen und Briefen jeglicher Art, gepaart mit erzählenden Passagen, rollt sich vor dem Leser eine Geschichte auf, die mitreißend und spannend ist. Der Historiker hätte zweifellos eines meiner Jahreshighlights werden können, wenn, ja wenn da die letzten rund 230 Seiten nicht gewesen wären (bzw. anders gewesen wären). Es fällt mir schwer zu sagen, was mich gestört hat. Vielleicht war es die Tatsache, dass Elizabeth Kostova hier auf einmal wirklich mit einem Klischee arbeitete – oder vielleicht auch der genannte Auslöser für alle Ereignisse. Vielleicht war es auch das viel zu versöhnliche Ende. Auf jeden Fall konnte der Schluss mich nicht mehr so mitreißen und fesseln wie der Rest des Romans. Fazit “Der Historiker” ist genau die richtige Lektüre für dunkle und verregnete Herbst-Abende. Er ist spannend, vielleicht etwas gruselig, mysteriös und mitreißend – und erzählt eine Vampirgeschichte, die irgendwie anders ist. Geschickt werden hier historische Gegebenheiten in eine Fantasy-Geschichte eingewoben; so geschickt, dass man als Leser den Spuren der Protagonisten folgen kann, ohne ständig daran erinnert zu werden, dass es sich ja eigentlich um einen phantastischen Roman handelt. Für mich persönlich konnte das Ende nicht ganz an den Rest des Romans anknüpfen, weshalb ich 'nur' 4 von 5 Sternen vergebe.

    Mehr
  • Rezension zu "Der Historiker" von Elizabeth Kostova

    Der Historiker

    YvonneH

    09. October 2011 um 20:11

    Das Buch war mir zu langatmig und die Handlungen haben sich teilweise zu lange gezogen.

  • Rezension zu "Der Historiker" von Elizabeth Kostova

    Der Historiker

    Ulf_Borkowski

    23. February 2011 um 15:15

    Einen Vampirroman der anderen Art hat Elizabeth Kostova mit „Der Historiker“ vorgelegt. Dieser Roman ist lang, langsam und dennoch ein absoluter Pageturner. Zunächst ist man sich gar nicht so sicher, ob der Roman überhaupt in das mystische abgleitet oder die Protagonisten rein wissenschaftlich den Ursprüngen der Dracula-Legende nachgehen. Die Geschichte spielt auf drei unterschiedlichen Zeitebenen. Zum einen in den Siebziger Jahren des vergagenen Jahrhunderts, als die 16-jährige Erzählerin, die bis zum Ende namenlos bleibt, in der Biblothek ihres Vaters auf ein geheimnisvolles Buch stößt, dessen Seiten bis auf ein Drachensymbol und den Schriftzug Drakulya leer sind. Dieses wird ihr Leben in kürzester Zeit verändern. Sie begibt sich nicht nur auf die Spur nach Vlad Tepes, dem historischen Vorbild für Dracula, sondern auch auf die Suche nach ihrer eigenen Familiengeschichte und vor allem der Geschichte ihrer Mutter, die sie fast nicht kennengelernt hat und über die ihr Vater Paul, ein ehemaliger Geschichts-Professor, der mittlerweile als Diplomat für eine Friedensstiftung arbeitet, auch kaum spricht. Als ihr Vater plötzlich spurlos verschwindet, macht sich die junge Erzählerin auf eigene Faust in Pyrenäen auf, wo sie ihren Vater vermutet. Die zweite Zeitebene ist in den Dreißiger Jahren verortet. Paul erzählt seiner Tochter während der gemeinsamen Reisen in den Ostblock, nach Italien und Frankreich peu à peu, wie sein Doktorvater Prof. Rossi Nachforschungen über Vlad, den Pfähler, anstellte und sich auf die Suche nach dessen Grab begab, bis er diese aufgrund einer unheimlichen Begegnung in Istanbul plötzlich abbrach. Die dritte zeitliche Ebene spielt in den Fünfziger Jahren, als sich der junge Paul, nachdem eben besagtes Buch durch einen vermeintlichen Zufall in seine Hände geraten ist und kurz darauf sein Mentor Prof. Rossi verschwindet, sich mit dessen -ihm unbekannter- Tochter auf eine abenteuerliche Suche begibt. Die Suche nach Prof. Rossi und der damit offenbar zusammenhängen Suche nach Drakulas Grab führt Helena Rossi und Paul nach Istanbul und später nach Budapest und Bulgarien. Die Autorin schafft es auf wunderbare Weise historische Fakten und Fiktion glaubhaft miteinander zu verknüpfen, indem sie immer wieder fiktive Dokumente und persönliche Briefe der Protagonisten in die Geschichte einfügt und diese mit vielen Details aus der realen Geschichte des Balkans verknüpft. Im Gegensatz zu anderen romantisierenden Vampir-Romanen hält sich die Autorin stark an die historische Persönlichkeit von Vlad Tepes, so dass ein spannender Schauerroman, weit ab von bekannten Horror-Geschichten entstanden ist, der fast gänzlich ohne blutige Vampir-Szenen auskommt. Ein absoluter Pageturner, der trotz seines enormen Umfangs immer spannend bleibt und darüber hinaus viel über die Geschichte des Balkans lehrt.

    Mehr
  • Rezension zu "Der Historiker" von Elizabeth Kostova

    Der Historiker

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    06. February 2011 um 10:26

    Familiengeschichte, Europa, Reise

  • Rezension zu "Der Historiker" von Elizabeth Kostova

    Der Historiker

    Phie

    30. January 2011 um 16:23

    Klappentext: Ein junges Mädchen findet in der Bibliothek ihres Vaters ein Konvolut mit vergilbten briefen. Das geheimnis um den Vater und das Schicksal der Mutter verbinden sich zu einem Drama, das weit in die Vergangenheit zurückreicht. Die Briefe fragen nach der Herkunft von Vlad dem Pfähler, dem urbild der Dracula- legende. Eine atemberaubende Suche in Klöstern, Bibliothekem und Archiven beginnt, bei der Grausamkeiten Draculas zu Tage treten, die sich bis heute fortsetzen... Meinung: Aufgrund vieler positiven Meinungen zu diesem Buch gelangte es auch in mein Regal. Leider wurde das Lesen regelrecht zu einer Qual. Seitenweise Umschreibungen von Natur, Handlungen etc., sodass man kaum einen Schritt weiter kommt. Dann noch die Ortswechseln, Perspektivwechseel und die Briefe dazwischen. Manch einen mag dies gefallen, doch für mich ist diese langatmige Schreibweise einfach nichts. Trotzdem muss man der autorin lassen, dass sie sehr gute Recherchen betrieben hat und auch eine gute Grundidee verfolgt. Für Liebhaber von dicken Vampirwälzern, die Dracula nachempfungen sind und geschichtliches Beiwissen vermitteln sicherlich angenehmer zu lesen.

    Mehr
  • weitere
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks