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Milaromantics

vor 1 Jahr

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INHALT:

Als Duncan in sein Senior-Jahr kommt, ist beschäftigen ihn zwei Dinge. 1.) Den "Schatz", der ihm sein Zimmer-Vorgänger laut Tradition hinterlegt hat und 2.) den Jahresaufsatz über Tragödien, den er schreiben muss. Doch der "Schatz" wirbelt sein Leben durcheinander. Es sind besprochene CD´s von Tim, dem Albino, der letztes Jahr Senior war. Mit diesen CD´s erfährt Tim die Hintergründe der Tragödie, die sich letztes Jahr an der Irving School ereignete und in der er eine Rolle spielte.
Neugierig beginnt Duncan die CD´s zu hören und sich in Tim einzufühlen.


MEINE MEINUNG:

Allein der Titel, der ein Shakespeare Zitat ist, sticht aus der Masse heraus und hat mich sofort angesprochen. Das winterliche Cover hat bei mir besonders kurz vor Weihnachten die Leselust geweckt und deshalb habe ich auch sofort angefangen zu lesen ... und konnte gar nicht mehr aufhören.

Letztendlich hatte ich das Buch innerhalb eines Tages verschlungen.

Über den Inhalt der Geschichte möchte ich gar nicht viel verraten, aber auch wenn inhaltlich teilweise gar nicht so viel passiert, besitzt das Buch eine Einzigartigkeit. Zum einen spielt die Geschichte in einem Internat, was dem Buch einen besonderen Charme verleiht, zum anderen sind viele der Ideen etwas komplett Neues.

Die Grundidee der CD´s und die Berichte von Tim über die man als Leser Stück für Stück der Wahrheit auf die Spur kommt, hat mir richtig gut gefallen. Wie bei einer literarischen Schnitzeljagd erfährt man immer mehr über Tim und die Tragödie des letzten Jahres. Dadurch baute sich eine Spannung auf, die mich das Buch schnell verschlingen ließ. Als Leser fragt man sich dabei u.a. oft "Was passierte nur letztes Jahr an der Irving School?" "Welche Rolle spielte dabei Duncan?".

"So wüst und schön sah ich noch keinen Tag" wird aus zwei Perspektiven erzählt. Zum einen Duncan, der in seinem Senior-Jahr ist und als "Schatz" besprochene CD´s von Tim erhält. Und Tims Geschichte und damit auch die Erklärungen über die Tragödie.
Damit folgt man als Leser quasi Duncans Leben, aber Tims Vergangenheit.

Ein weiterer Pluspunkt sind die Charaktere, die von der Autorin viel Leben eingehaucht bekommen haben. Besonders Tim ist mir schnell ans Herz gewachsen. Er war sein Leben lang ein Außenseiter, weil er ein Albino war und keinerlei Selbstvertrauen besaß. Das ändert sich als er die bunt angezogene, schneeliebende Vanessa zufällig am Flughafen kennenlernt. Tims Charakter ist sehr vielschichtig und ein Buch über einen Albino habe ich zuvor auch noch nicht gelesen.

Was mir besonders gut gefallen hat an der Geschichte ist die Echtheit. Man fühlt und leidet mit Tim und Duncan mit. Ebenfalls toll finde ich es, dass zwei Jungs die Protagonisten sind, das ist einfach mal etwas Anderes.
Elizabeth LaBan webt besonders durch das Thema "Tragödie" eine Tiefsinnigkeit in die Geschichte und verarbeitet sehr einfühlsam und berührend Randthemen wie z.B. das Leben eines Albinos.
Vor allem durch das geheimnisvolle tragische Unglück, das Tim und Duncan verbindet, baut sich Spannung auf und als Leser erlebt man die Geschichte vor der winterlichen Kulisse der Irving School mit.

MEIN FAZIT:

"So wüst und schön sah ich noch keinen Tag" ist ein Jugendbuch, das vor allem durch seine Echtheit aus der Masse heraussticht. Eine nachdenkliche Geschichte über das Leben von zwei Jungs und einer Tragödie.
Berührend, tiefsinnig und unterhaltsam - ein winterlicher Lesegenuss!

Autor: Elizabeth LaBan
Buch: So wüst und schön sah ich noch keinen Tag
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