Elizabeth Moon

 4 Sterne bei 25 Bewertungen
Autor von Die Geschwindigkeit des Dunkels, Die letzte Siedlerin und weiteren Büchern.

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Die Geschwindigkeit des Dunkels

Die Geschwindigkeit des Dunkels

 (21)
Erschienen am 01.04.2007
Oath of Fealty

Oath of Fealty

 (1)
Erschienen am 01.03.2011
ONCE A HERO

ONCE A HERO

 (1)
Erschienen am 20.01.2000
The Speed Of Dark

The Speed Of Dark

 (1)
Erschienen am 01.06.2005
Crown of Renewal

Crown of Renewal

 (0)
Erschienen am 27.05.2014

Neue Rezensionen zu Elizabeth Moon

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Rezension zu "Die Geschwindigkeit des Dunkels" von Elizabeth Moon

Abgebrochen nach 100 Seiten
Amilynvor 7 Monaten

Eine Erklärung, warum ich das Buch nach 100 Seiten abgebrochen habe:

Der Autist Lou arbeitet in einem Pharmazieunternehmen. Er und seine ebenfalls autistischen Kollegen genießen innerhalb der Firma besondere Privilegien, die dem neuen Geschäftsführer ein Dorn im Auge sind. Weil gerade eine Therapie getestet wird, die Autismus bei Erwachsenen heilen könnte, stellt er Lou und die anderen vor die Wahl, diese wahrzunehmen oder ihren Job zu verlieren.

Bei diesem Buch führten drei Faktoren dazu, dass ich es nach genau 100 Seiten abgebrochen habe. Letztendlich hat es mich jedoch einfach nicht mehr interessiert, wie die Geschichte fortgeführt wird, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt in so viele Richtungen hätte gehen können, was grundsätzlich wirklich spannend war.

Der Stein, der die Handlung ins Rollen hätte bringen sollen -also, dass der neue Geschäftsführer die autistischen Mitarbeiter der Firma praktisch dazu zwingt, sich behandeln zu lassen -, wird sehr früh eingebracht, dann jedoch passiert lange Zeit nichts weiter und es gibt auch bis zum Zeitpunkt, als ich das Buch vorzeitig beendet habe, keinen Hinweis darauf, dass es bald einmal losgeht. Vielmehr werden die Seiten mit Lous Alltag und Denkweise gefüllt, die zur Einführung gut und interessant waren, dann aber einfach überhand nahmen.

Das führt zum zweiten Punkt, was mir an dem Buch nicht gefallen hat. Die Geschichte wird größtenteils aus der Ich-Perspektive von Lou erzählt, der eine unkomplizierte und nicht ausschweifende Sicht auf die Dinge hat, entsprechend ist das Buch geschrieben. Leider ist der Schreibstil sehr kindlich geraten und lässt Lou so sehr einfältig wirken. Das hat nicht nur nicht zu seinem anspruchsvollen Job im Pharmazieunternehmen gepasst, es hat mich auch beim Lesen geärgert, wie er auf diese Weise - zumindest bei mir - ankam.

Dritter Punkt: der Leser lernt Lou bei seiner regelmäßigen Psychotherapiesitzung kennen, in der er darüber spricht, dass seine Therapeutin ihn dazu drängt, mehr mit nicht-autistischen Menschen zu unternehmen und sich unters Volk zu mischen. Lou lamentiert darüber, dass er es nicht mag, wenn sie das tut und dass er gerne mit seinen Arbeitskollegen zusammen ist und ansonsten am liebsten zu Hause bleibt. Mit nicht-autistischen Menschen käme er sowieso nicht zurecht, die seien ihm zu kompliziert und sagen nicht, was sie dächten. Allerdings zeigt ihn Elizabeth Moon anschließend permanent beim Fechttraining mit Nicht-Autisten, das er auch schon seit langem besucht, und er hat sich außerdem in eine nicht-autistische Frau verliebt. Ich habe einfach nicht verstanden, warum die Autorin A behauptet und ihren Protagonisten B tun lässt.

Fazit: Was diese Geschichte hätte werden können - Gerichtsdrama? Moralisches Dilemma? Eine erfolgreiche Therapie, Autismus zu "heilen" und deren Folgen? - ich weiß es nicht. Obwohl ich es gerne entdeckt hätte, haben mich die zähen ersten 100 Seiten und die immer gleichen Aktivitäten und Gedankengänge des Protagonisten mit der Zeit gelangweilt und mein Interesse an dem Buch beendet. Dazu kommt, dass der Schreibstil die Hauptfigur kindlich und einfältig wirken lässt und sich die Autorin in große Widersprüche verstrickt. Nach 100 Seiten habe ich daher das Buch abgebrochen.


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Sakukos avatar

Rezension zu "Once a Hero" von Elizabeth Moon

Charakterbasierte Sci-Fi
Sakukovor 2 Jahren

Esmay Suiza ist eine junge Frau von einem altmodischen Planeten, die sich entschieden hat ihrer Heimat den Rücken zu kehren und zur Weltraummarine zu gehen. Eine schnelle Kariere, Ruhm und Ehre sind ihr egal, sie möchte nur einen sicheren Platz in der Welt.
Aber dann wird sie durch widere Umstände die rang-niedrigste Person, die je einen entscheidenden Raumkampf gewonnen hat und Anonymität ist keine Option mehr.
Wir begegnen Esmay im Nachhall dieses Kampfes, erfahren über die Gerichtsverfahren und Anhörungen, ihr problematisches Verhältnis zu ihrer Familie, ihre persönliche Dämonen und ihre neue Stellung.

Das Buch ist ein wunderbares Beispiel für gute, charakterbasierte Science Fiction. Wir folgen der jungen Esmay Suiza, wie sie in der Folge eines schlimmen Kampfes ihr wahres Talent gezeigt hat und nun mit diesem Talent und ihrem neuen Status als Heldin zu kämpfen hat.
Esmay ist ein sehr vielschichtiger und liebenswerter Charakter. Ihre Selbstzweifel und Unsicherheiten, Arbeitsamkeit und Klugheit machen sie zu einem nachvollziehbaren Charakter, in den man sich gut hineinversetzen kann. Ich fand ihre Gedanken und Dialoge immer authentisch und verständlich. Man möchte einfach wissen, wie es mir ihr weiter geht und kann sich nicht helfen als sie anzufeuern.

Leider hat das Buch auch ein paar kleine Mängel. Es ist ein Buch einer Serie, und auch wenn man die anderen Teile nicht gelesen haben muss (so wie ich) bekommt man nicht wirklich viel Hintergrundwissen über die Marine und das Universum an sich geliefert. Über Esmays Heimat hingegen werden wie gründlicher informiert, ich vermute weil sie vorher noch nicht vorgekommen ist.
Man kann sich genug Informationen aus dem Buch zusammen reimen, aber es werden einem definitiv keine Erläuterungen auf dem Silbertablett geboten und ein paar Dinge sind mir auch einfach unklar geblieben, es war aber nichts, was das Verständnis des Buches als Ganzes gestört hätte, eher Nebensächlichkeiten.
Jedenfalls hat das für mich auch den Anfang des Buches etwas schwierig gemacht, weil es gerade am Anfang viel um das große Bild geht, das ich als Leser noch nicht hatte.

Es wird auf jeden Fall besser, wenn Esmay ihre neue Stelle antritt. Durch sie erfahren wir genug über das neue Schiff um uns zurecht zu finden. Auch die persönlichen Interaktionen mit ihren Vorgesetzes und Kollegen sind sehr interessant und ich fand es sehr gut, wie ihre inneren Zweifel dargestellt wurden und sich in ihrem Verhalten widergespiegelt haben.

Es gibt aber nicht nur Charakterentwicklung. Auch Spannung, Aktion und Kampf kommen nicht zu kurz. Es gibt clevere Pläne und interessante Aktionen, aber der Fokus liegt nicht auf individuellen Kämpfen und Gefechten, eher auf strategischen und taktischen Durchführungen.
Wobei ich sagen muss, das ich gegen Ende irgendwann auch einfach den Überblick verloren habe, was genau gerade vorgeht. Ich kann aber nicht beurteilen, ob ich etwas überlesen habe, ob mir Vorwissen fehlt, oder ob das Buch einfach nur deutlich genug geschrieben ist.

Ich fand die Geschichte und Esmays Entwicklung jedenfalls extrem gut, fesselnd und mitreißen, und auch die Konflikte waren zum größten Teil sehr gut, nur an ein paar Stellen leider nicht so gut zu verfolgen und etwas verwirrend.

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Rezension zu "Die Geschwindigkeit des Dunkels" von Elizabeth Moon

Rezension zu "Die Geschwindigkeit des Dunkels" von Elizabeth Moon
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

"Die Geschwindigkeit des Dunkels" von Elizabeth Moon ist die fiktive Geschichte des Autisten Lou Arrendale und spielt in der Zukunft.

Lou Arrendale ist Autist. Einer der letzten seiner Art. Als junger Erwachsener lebt er in den 30er / 40er Jahren des 21. Jahrhunderts. Die Medizin ist längst soweit, dass autistische Säuglinge sofort genetisch behandelt werden und somit von Anfang an "normal" aufwachsen.
Es gibt nur noch erwachsenen Autisten, diese, die bereits zu alt waren, als die neue Behandlungstechnik entwickelt wurde.
Wie einige andere Autisten auch arbeitet Lou in einer Firma, die sich das Potenzial der Autisten zu Nutze machen. Sie erkennen mathematische Muster. Dafür erhalten sie "Sonderbehandlungen", die ihnen das Arbeitsleben deutlich erleichtern.
Dies läuft für alle Beteiligten zufriedenstellend. Lou führt ein selbständiges Leben und ist mit sich selbst zufrieden.
Bis eines Tages ein Vorgesetzer Lous bestimmt, die Abteilung mit den Autisten wäre mit all den Privilegien nicht profitabel genug. Um ihren Arbeitsplatz zu sichern, sollen sich alle bei einem medizinischen Versuch anmelden, bei dem eine Behandlung für erwachsene Autisten gestestet werden soll. Bisher war dies bei Affen erfolgreich.
Bei Lou und seinen Freunden beim Fechttraining lösen diese Nachrichten Verwirrung und große Bestüzung aus.
Kann die Firma so mit seinen Angestellten umgehen? Darf Lou gezwungen werden? Ist Lou so, wie er ist, gut? Gut genug? Ist er normal? Wenn nicht, was ist dann normal? Lou macht sich auf die lange Reise des Entscheidungsprozesses und der Selbstfindung - doch was oder wer ist er selbst?

Was die Behandlung des Autismus betrifft und die Utopie, mittels einer genetischen Behandlung jegliche autistische Symptome zu vermeiden, halte ich diesen Roman ganz klar für Science Fiction, für Gedankenspiele, auf die ich persönlich keine eindeutige Antwort finde. Braucht man eine Behandlungsmethode, um Autismus vollständig auszumerzen?
Ich habe autistische Schüler, die jedoch nicht wirklich krank oder sonderlich eingeschränkt sind. Würde ich für sie eine genetische Behandlung befürworten, die sie "normaler" machen würde, eventuell aber ihre Persönlichkeit verändern würde?
Diesen Frage stehe ich sehr skeptisch gegenüber und würde sie eher mit Nein beantworten.

Trotzdem hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Es ist bis auf wenige Teile als Ich-Erzählung aus Lous Sicht geschrieben und in der Gegenwart verfasst.
Die "autistischen" Gedankenspielereien, Interpretationen von Äußerungen anderer, Wortspiele etc fand ich sehr interessant zu lesen.
Dieses Buch hat mir "autistische Denkweisen" möglicherweise am nähsten gebracht von allem, was ich bisher über das Thema gelesen habe.
Auch sonst fand ich die Handlung sehr unterhaltsam, die Spannung wird langsam aufgebaut, wie sich Lou und die anderen wohl entscheiden werden und wie er persönlich sich weiterentwickelt und an Problemen wächst. So wurde mir die Hauptperson sehr sympathisch. :-)

Ein tolles Buch über Autismus, Medizin, Technik und ethische Fragen, geschrieben von Elizabeth Moon, selbst Mutter eines adoptierten autistischen Kindes.
Vier Sterne von mir!

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