Ich lese gerne Bücher von Elisabeth Strout, auch mit diesem ging es mir so. Strout beschreibt ein Amerika, das ich mir aus der Ferne immer ganz anders vorstelle.
Lucy schreibt über ihren Exmann William, mit dem sie 2 Töchter hat. Die beiden haben nach der Ehe zu einer Freundschaft gefunden und beide wachsen nach der Ehe an einander.
Das Buch beschreibt, wie sie trotz der Verletzungen, die sie sich gegenseitig zufügen, verbunden bleiben. Mit leichter Hand trifft sie voll ins Mark, das ist eine Kunst.
Ich lese gerade häufig Bücher, die sich mit dysfunktionalen Familien beschäftigen. Wenn Strouts Protagonistin Lucy Barton davon erzählt, was ihr in der Kindheit und Jugend widerfahren ist, dann liest man es und denkt, das hat sie nicht geschrieben...wie können solche Dinge geschehen?
Allerdings: dieses 'ach, William' und 'oh, William' wurde mir gegen Ende zu viel. Leider ist auch die letzte Seite des Buches eine Enttäuschung für mich.
Statt der bisher klaren Beschreibung endet das Buch in Platitüden, wie aus einem Ratgeber.
Diesmal deshalb keine 5 Sterne für Lucy Barton.
Elizabeth Strout
Lebenslauf
Alle Bücher von Elizabeth Strout
Mit Blick aufs Meer
Die langen Abende
Die Unvollkommenheit der Liebe
Oh, William!
Alles ist möglich
Das Leben, natürlich
Am Meer
Amy & Isabelle
Neue Rezensionen zu Elizabeth Strout
Pulitzer Preisträgerin! Ich kenne die Begründung für die Auszeichnung nicht, aber es erstaunt mich. Im Positiven, dass es eine sehr einfache und leicht zugängliche Sprache ist, die sich nicht selbst in den Vordergrund schiebt. Die Sätze sind fast durchsichtig. Das gefällt mir.
Die Klammer, die diese Kurzgeschichten zusammenhält ist zu dünn und zu konstruiert: Menschen aus einer Stadt. Manchmal erscheint Olive Knitteridge, manchmal nicht und manchmal erscheint sie, aber das wäre nicht nötig gewesen. Ich finde, man hätte genau aus der Klammer mehr machen können.
Zur Hauptfigur: Mut zum Unsympathischen. Sie ist nicht immer furchtbar, aber manchmal ist sie SEHR furchtbar. Schlimm fand ich die Geschichte, wo sie bei der Hochzeit ihres Sohnes ausruhen will und im Ehebett des Brautpaars liegt. Dann macht sie den Schrank auf... mehr will ich nicht spoilern, aber was sie dann macht, das ist wirklich krank und einfach schwiegermutterböse. Es ist über der Grenze. Nach dieser Geschichte hätte ich mir eine weitere über Geschichte über Olive gewünscht, wo es vielleicht einen Rückblick oder eine Erinnerung an ihre Kindheit gibt, die so ein Verhalten erklärbar macht. Es einfach so stehenlassen, geht m.E. weit über das Unsympathisch-Sympathische, menschlich-allzu menschliche einer Figur hinaus. Das halte ich für einen handwerklichen Mangel.
Und doch habe ich das Buch ausgesprochen gern gelesen: es ist spannend genug, um immer weiterlesen zu wollen und wenig spannend genug, dass man es auch mal weglegen kann und problemlos wieder einsteigen.
Ach - was mir noch ausnehmend gut gefällt: Die Autorin erklärt nichts. Alles muss aus der Szene gelesen werden. Sie schreibt den Lesern nicht vor, was sie zu fühlen haben. Und vielleicht ist genau das preiswürdig.
Es ist mein erstes Buch von Elizabeth Strout und ich frage mich, ob ich noch ein zweites lesen werde. Mal sehen.
Klappentext:
Es ist Herbst in Crosby, dem kleinen Küstenstädtchen in Maine. Vor ein paar Jahren ist Lucy Barton, erfolgreiche Schriftstellerin und Mutter zweier erwachsener Töchter, mit ihrem Ex-Mann William hierhergezogen. In ein abseits gelegenes Haus am Meer. Doch die beschauliche Ruhe in Crosby wird gestört, als eine alte Frau spurlos verschwindet. Und auch Lucys Welt gerät still und leise aus dem Lot. Auf den einsamen Spaziergängen mit Bob Burgess, ihrem alten Freund und Vertrauten, sprechen beide über ihr Leben und über das, was hätte sein können. Und dann ist da noch die legendäre Olive Kitteridge, die pensionierte Mathematiklehrerin, die jetzt in einem Altersheim am Stadtrand lebt und auch mit 90 Jahren nichts von ihrem rauen Charme verloren hat. Vorsichtig freunden sich die beiden Frauen an.
„Erzähl mir alles“ ist der neue Roman der Bestsellerautorin Elizabeth Strout.
In dieser Geschichte treffen die Leser*innen auf bekannte Charaktere. Für mich ist es das erste Buch von Elisabeth Strout, ich bin aber ohne Probleme in die Geschichte eingetaucht.
Lucy Barton lebt mit ihrem Exmann in Crosby, einem Küstenstädtchen in Maine.
Lucy ist erfolgreiche Schriftstellerin. Sie unternimmt lange Spaziergänge mit ihrem guten Freund Bob Burgess. Sie erzählen sich gegenseitig aus ihrem Leben. Über Momente, die gut waren im Leben, und über Dinge, die man hätte, besser machen können.
Auch mit Olive, einer pensionierten Mathematiklehrerein freundet sich Lucy an. Hier erfährt man bei Gesprächen viel über das Leben der 90-jährigen Olive.
Elizabeth Strout erzählt die Geschichte in einem angenehm ruhigen Ton. Man bekommt tiefe Einblicke in das Leben der Charaktere. Es geht um Liebe, Freundschaft und um Schuld.
Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Ich habe sie schnell ins Herz geschlossen und bin ihnen gerne gefolgt. Den Gesprächen habe ich gerne gelauscht und tiefe Einblicke in das Leben der Protagonisten gewonnen.
Der Schreibstil von Elizabeth Strout ist flüssig und gut verständlich. Immer wieder wird die Geschichte mit ihrem Humor aufgelockert.
„Erzähl mir alles“ ist ein Roman über Liebe, Freundschaft und das Älterwerden, den ich mit Freude gelesen habe.
Gespräche aus der Community
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Elizabeth Strout wurde am 06. Januar 1956 in Maine (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.
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