Elizabeth Strout

 4.1 Sterne bei 268 Bewertungen
Autorin von Mit Blick aufs Meer, Das Leben, natürlich und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Elizabeth Strout

Pulitzer-Preisträgerin und Bestsellerautorin aus Maine: Die US-amerikanische Autorin Elizabeth Strout wurde 1956 im nordöstlichen Bundesstaat Maine geboren und studierte Jura in den USA und im britischen Oxford. Statt sich jedoch einer Karriere als Rechtsanwältin zu widmen, zog sie nach New York und arbeitete an ihren ersten Büchern, während sie sich als Kellnerin über Wasser hielt. Ihr Durchhaltevermögen zahlte sich aus: Schon ihr erster veröffentlichter Roman „Amy and Isabelle“ (dt.: „Amy & Isabelle“, 2000) wurde 1998 für mehrere Preise nominiert und 2001 verfilmt. Erst 2006 legte sie ein weiteres Buch vor, „Abide with me“ (dt.: „Bleib bei mir“, 2014), das wie ihr Debüt in einer kleinen Stadt in Neuengland spielt. Der ganz große Durchbruch kam 2008 mit dem dritten Roman „Olive Kitteridge“ (dt.: „Mit Blick aufs Meer“, 2010), einer Sammlung miteinander verbundener Kurzgeschichten über das Leben der Titelheldin in einer Küstenstadt in Maine. Für dieses Buch wurde Elizabeth Strout 2009 mit dem renommierten Pulitzer Prize for Fiction ausgezeichnet. Die filmische Umsetzung als HBO-Serie wurde 2014 ebenfalls zum preisgekrönten Hit. Ein weiterer Weltbestseller gelang Elizabeth Strout im Jahr 2016 mit „My name is Lucy Barton“ (dt.: „Die Unvollkommenheit der Liebe“, 2016), in dem sie ein kompliziertes Mutter-Tochter-Verhältnis beschreibt.

Neue Bücher

Die Unvollkommenheit der Liebe

 (36)
Erscheint am 14.10.2019 als Taschenbuch bei btb.

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Mit Blick aufs Meer

Mit Blick aufs Meer

 (126)
Erschienen am 10.02.2014
Das Leben, natürlich

Das Leben, natürlich

 (38)
Erschienen am 10.11.2014
Die Unvollkommenheit der Liebe

Die Unvollkommenheit der Liebe

 (36)
Erscheint am 14.10.2019
Amy & Isabelle

Amy & Isabelle

 (22)
Erschienen am 11.04.2011
Alles ist möglich

Alles ist möglich

 (14)
Erscheint am 13.01.2020
Bleib bei mir

Bleib bei mir

 (11)
Erschienen am 08.10.2018
Das Leben natürlich

Das Leben natürlich

 (1)
Erschienen am 02.09.2013
Olive Kitteridge

Olive Kitteridge

 (6)
Erschienen am 18.10.2011

Neue Rezensionen zu Elizabeth Strout

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Rezension zu "Alles ist möglich" von Elizabeth Strout

Von Einsamkeit und leisem Glück
suse9vor 2 Monaten

Von Elizabeth Strout hatte ich bisher weder gehört noch ein Buch gelesen. Ich folgte einer Empfehlung und wurde überrascht.

 

Für ein paar Augenblicke darf der Leser das Leben der Protagonisten in „Alles ist möglich“ kennenlernen. Diese kurzen Szenen sind so intensiv beobachtet und schnörkellos aufgeschrieben, dass es mich oft schauderte. Armut, emotionale Grausam- und Einsamkeit prägten die Kindheit der Helden, und wie sich diese daraus befreiten oder ausweglos daran scheiterten, beschreibt die Autorin einfühlsam und doch distanziert. Welche Konsequenz hat unser Handeln auf unser Leben und auf das unserer Mitmenschen? Sie verspricht kein Geheimrezept, verliert sich nicht in Klischees und hat keine Antwort auf unsere Fragen. Dieses Buch ist keins, bei dem man sich genussvoll zurücklehnen und treiben lassen kann. Es zwickt den Leser und rührt an Dinge, die man lieber verdrängt.

 

 

Solange es Autoren/-innen wie Elizabeth Strout gibt, werde ich das Lesen lieben.

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Rezension zu "Alles ist möglich" von Elizabeth Strout

Ein wahres Buchjuwel
Alaisvor 2 Monaten

Es gibt Bücher, die mir einfach guttun und mich daran erinnern, wie wunderbar Menschen sein können. Dieses ist definitiv eines von ihnen!
Verpackt ist es in eine etwas ungewöhnliche Form: Es setzt sich aus einzelnen Geschichten verschiedener Menschen zusammen, die unabhängig voneinander gelesen werden könnten und doch miteinander verbunden sind und sich zu einem zusammengehörigen, bunten Mosaik zusammenfügen. Dadurch, dass immer wieder eine Figur aus einer Geschichte auch in einer anderen Geschichte auftaucht oder zumindest erwähnt wird, ergibt sich ein interessanter Perspektivenwechsel. Gleichzeitig wird so auf sehr gelungene Weise die Verbundenheit aller Menschen symbolisiert.
Missbrauch, Armut, Trauer ... – es sind keine leichten Themen, die angesprochen werden. Viele Menschen in diesem Buch haben mit sehr schlimmen, traumatisierenden Erfahrungen in ihrer Vergangenheit oder Gegenwart zu kämpfen, manche von ihnen laden eine schwere Schuld auf sich oder meinen, sich schuldig fühlen zu müssen. Dennoch ist es ein sehr positives Buch, das sich Menschen verständnisvoll nähert und auch zeigt, zu welcher Größe sie manchmal in der Lage sind.
Es gab Stellen, an denen ich diesen Roman etwas langatmig fand, aber diese wurden durch einfach großartige, strahlende Erzählmomente überlagert. Der sehr feine Schreibstil der Autorin und ihre Menschenkenntnis und Liebe zu den Menschen, die aus ihren Zeilen spricht, ließen diesen Roman für mich zu einer wohltuenden Lektüre werden.

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Rezension zu "Alles ist möglich" von Elizabeth Strout

Es braucht kein großes Ereignis, um einen guten Roman zu schreiben
Gwhynwhyfarvor 5 Monaten

»Eben noch hatten sie ein Zuhause gehabt, zu dem Schulausflüge unternommen wurden – jedes Frühjahr waren die Fünftklässler aus Carlisle für einen Tag zu ihnen herausgekommen, um auf den Holzbänken draußen ein Picknick zu machen und dann durch die Ställe zu trappeln, wo die Kühe gemolken wurden und wo durchsichtige Plastikschläuche die weiße, schäumende Flüssigkeit zur Decke hinaufpumpten und dort über ihren Köpfen entlangbeförderten –, und nun mussten sie zuschauen, wie ihr Vater in grauer Hose und einem weißen Hemd, auf dem ein rotes Tommy eingestickt war, das Zauberpulver wegfegte, das über das Erbrochene gestreut wurde, wenn ein Kind sich im Gang übergeben hatte.«

Letztendlich ist dieser Roman eine Vernetzung von Kurzgeschichten. Eine Kleinstadt im ländlichen Mittleren Westen, Amgash, Illinois, ist der zentrale fiktive Ort. Menschen, Schicksale, Protagonisten, die sich immer mal wieder kreuzen. Alles ist möglich, wenn man es tut – oder unterlässt, zulässt. Der eine ist mutig, der andere ist ein Zauderer, dem nächsten passiert einfach etwas und wieder ein anderer ist boshaft. Elisabeth Strout hat die Gabe, Menschen zu beobachten, die Essenz der Schicksale zusammenzufassen. Alles beginnt mit Tommy Guptill, er einmal eine Milchfarm besaß, die in einer Nacht abbrannte. Das einzige was seine Familie retten konnte, war schicht das Leben. Heute ist Tommy der Hausmeister einer Schule. Er ist glücklich, der er hatte begriffen, »dass alles was zählt, seine Frau und seine Kinder waren«.

Mit der Zeit kristallisiert sich die Hauptfigur aus dem Roman, um die sich alles kreist. Es ist Lucy Barton. Tommy erinnert sich an die Bartons, die früher seine Nachbarn waren, die Kinder sah er täglich in der Schule. Der alte Barton hatte früher auf Tommys Farm geholfen. Eine bitterarme Familie, von der Gesellschaft ausgestoßen, missachtet, denn sie suchten im Müllcontainer eines Cafés nach Nahrungsresten, weil das Einkommen nicht einmal für das Essen reichte. Viele Barton-Kinder, doch eine sticht heraus: Lucy, eine intelligente, fleißige Schülerin, die nach dem Unterricht im Klassenraum bleibt, weil sie nicht nach Hause will, den Nachmittag dort verbringt. Lucy erhält ein Stipendium, studiert und wird eine sehr bekannte Schriftstellerin. Sie wird nach 17 Jahren das erste Mal aus New York zurückkehren, um die Geschwister zu besuchen. Nicht mal zur Beerdigung der Eltern war sie erschienen.

Tommy kümmert sich um Lucys Bruder. Und von ihm erfährt er, dass der Vater, Ken Barten homosexuell war und dies erst herauskam, als er dement anfing, die Pfleger zu begrapschen. Und Tommy erfährt noch einiges mehr.

»Und du hast immer so viel Raum in meinem Herzen eingenommen, dass es manchmal fast eine Bürde war«,

Sagt Angelina, die ihre Mutter Mary nach Jahren endlich in Italien besucht. Die 78-Jährige ließ sich scheiden und lebt nun glücklich mit einem um Jahrzehnte jüngeren Italiener zusammen, mit 70 zog sie ihren ersten Bikini an. Angelina ist entsetzt über die Verhältnisse, empfindet das Verhalten der Mutter als Verrat. Unverständnis und Liebe zur Mutter stehen im Widerstreit.

»Und den ganzen Tag hatte sie ein Gefühl, als hätte sie ein dickes, gelbfarbenes Bonbon, vielleicht Butterscotch, tief in ihrer Backentasche, und sie wusste, dass diese heimliche Süße von Lucy Bartons Buch ausging. Zwischendurch schüttelte Patty immer wieder den Kopf und sagte laut: "Puh!"«

Die Lehrerin Patti, wird hinter der Hand von den Schülern als fatty Patty bezeichnet, wird sogar direkt von einer Schülerin gedemütigt. Patty ist einsam. Sie liest jedes Buch von Lucy Barton. Sebastian, ihr Mann, ist verstorben. Er wurde von seinem Stiefvater missbraucht, hatte seine Probleme. Er liebte Patty, aber er konnte Nähe nicht aushalten, Körperlichkeit. Auch Patty war Sex nicht wichtig. „In ihrer Hochzeitsnacht hielten sie sich bei den Händen, aber weiter gingen sie nie.“ Patty liebt den Buchhändler Charlie Macauly. Der wieder ist vernarrt in eine Betrügerin, die ihn um Geld bittet. Und er betrügt nicht nur seine Ehefrau Marylin, sondern er stielt ihr auch noch alles Geld vom Konto: für diese Frau.


»Und sie begriff, dass jeder einmal entscheiden muss, wie er leben will.« 

Pattis Schwester Linda hatte den Sohn eines Unternehmers geheiratet, nicht, weil sie ihn liebte, sondern um des feinen Lebens wegen. Ihr Mann betrügt sie, und sie muss Vergewaltigungen und seine Sexpartys im eigenen Heim erdulden.

»… dass ihr Bruder und ihre Schwester, so verantwortungsbewusst und anständig und gerecht, nie die Leidenschaft kennengelernt hatten, die einen Menschen dazu trieb, alles zu riskieren … nur um dem weißen Gleißen der Sonne näher zu sein, das für diese paar kurzen Augenblicke die Erde zu vergessen.«

Es gibt noch viele weitere Geschichten und alle Personen laufen sich dabei das ein oder andere Mal über den Weg. Fein beobachtet Elisabeth Strout die Menschen in ihren Schicksalen beschreibt: Wie sie damit umgehen, was sie wagen oder wie sie verzagen, wie sie mit Schicksalsschlägen umgehen. Die Sprache der Autorin ist auf den Punkt gebraucht, es gibt hier nichts Überflüssiges. In ihrer eigenen Sachlichkeit trifft sie trotzdem mit jeder Geschichte das Herz des Lesers. Das ganz normale Leben, wie es eben so spielt, der eine so, der andere so, fein zusammengewebt zu einer großartigen Geschichte.

»Aber hier links hielten die obersten Äste eines Ahorns zwei rosig-gelbe Blätter mit abbittender Sanftheit in die Abendluft; wie hatten sie nur bis November ausharren können?«

Elizabeth Strout wurde 1956 in Portland, Maine, geboren. Für ihren Roman »Mit Blick aufs Meer« bekam sie 2009 den Pulitzerpreis. »Die Unvollkommenheit der Liebe« wurde für den Man Booker Prize 2016 nominiert. »Alles ist möglich« wurde 2018 mit dem Story Prize ausgezeichnet. Sie lebt in Maine und in New York City.

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Elizabeth Strout wurde am 06. Januar 1956 in Maine (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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