Elizabeth Strout

 4,1 Sterne bei 412 Bewertungen
Autorin von Mit Blick aufs Meer, Die langen Abende und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Elizabeth Strout

Pulitzer-Preisträgerin und Bestsellerautorin aus Maine: Die US-amerikanische Autorin Elizabeth Strout wurde 1956 im nordöstlichen Bundesstaat Maine geboren und studierte Jura in den USA und im britischen Oxford. Statt sich jedoch einer Karriere als Rechtsanwältin zu widmen, zog sie nach New York und arbeitete an ihren ersten Büchern, während sie sich als Kellnerin über Wasser hielt. Ihr Durchhaltevermögen zahlte sich aus: Schon ihr erster veröffentlichter Roman „Amy and Isabelle“ (dt.: „Amy & Isabelle“, 2000) wurde 1998 für mehrere Preise nominiert und 2001 verfilmt. Erst 2006 legte sie ein weiteres Buch vor, „Abide with me“ (dt.: „Bleib bei mir“, 2014), das wie ihr Debüt in einer kleinen Stadt in Neuengland spielt. Der ganz große Durchbruch kam 2008 mit dem dritten Roman „Olive Kitteridge“ (dt.: „Mit Blick aufs Meer“, 2010), einer Sammlung miteinander verbundener Kurzgeschichten über das Leben der Titelheldin in einer Küstenstadt in Maine. Für dieses Buch wurde Elizabeth Strout 2009 mit dem renommierten Pulitzer Prize for Fiction ausgezeichnet. Die filmische Umsetzung als HBO-Serie wurde 2014 ebenfalls zum preisgekrönten Hit. Ein weiterer Weltbestseller gelang Elizabeth Strout im Jahr 2016 mit „My name is Lucy Barton“ (dt.: „Die Unvollkommenheit der Liebe“, 2016), in dem sie ein kompliziertes Mutter-Tochter-Verhältnis beschreibt.

Neue Bücher

Cover des Buches Oh, William! (ISBN: 9783630875309)

Oh, William!

Erscheint am 09.11.2021 als Hardcover bei Luchterhand.
Cover des Buches Oh, William! (ISBN: 9783844544879)

Oh, William!

Erscheint am 09.11.2021 als Hörbuch bei Der Hörverlag.

Alle Bücher von Elizabeth Strout

Cover des Buches Mit Blick aufs Meer (ISBN: 9783442747009)

Mit Blick aufs Meer

 (166)
Erschienen am 10.02.2014
Cover des Buches Die langen Abende (ISBN: 9783442770496)

Die langen Abende

 (53)
Erschienen am 08.03.2021
Cover des Buches Die Unvollkommenheit der Liebe (ISBN: 9783442719112)

Die Unvollkommenheit der Liebe

 (45)
Erschienen am 14.10.2019
Cover des Buches Das Leben, natürlich (ISBN: 9783442748402)

Das Leben, natürlich

 (43)
Erschienen am 10.11.2014
Cover des Buches Alles ist möglich (ISBN: 9783442719006)

Alles ist möglich

 (36)
Erschienen am 13.01.2020
Cover des Buches Amy & Isabelle (ISBN: 9783442742493)

Amy & Isabelle

 (24)
Erschienen am 11.04.2011
Cover des Buches Bleib bei mir (ISBN: 9783442717460)

Bleib bei mir

 (15)
Erschienen am 08.10.2018
Cover des Buches Oh, William! (ISBN: 9783630875309)

Oh, William!

 (0)
Erscheint am 09.11.2021

Neue Rezensionen zu Elizabeth Strout

Cover des Buches Die langen Abende (ISBN: 9783442770496)Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Die langen Abende" von Elizabeth Strout

dank des schwarzen Humors und der Situationskomik der Traurigkeit vieler Szenen etwas Komisches
Gwhynwhyfarvor einem Monat

«Es war November, der erste Schnee in Crosby, Maine, stand noch aus, und weil an diesem Mittwoch die Sonne herausgekommen war, lag eine geradezu bedrohliche Schönheit über der Welt. Die Eichen trugen noch Laub, verschrumpelt und golden, und die Nadelhölzer standen stramm, als frören sie, aber die anderen Bäume waren kahl und reckten ihre spitzen schwarzen Äste in den Himmel.»


Wer Elisabeth Strout kennt, weiß, dass ihre Romane eigentlich so etwas wie zusammenhängende Kurzgeschichten sind, Erzählungen über Menschen wie du und ich. Eben das ist das Besondere: Kleinstadtgeschichten, in einem episodisch angelegten Roman, in denen man sich selbst wiederfindet. Das Ganze wird durch schwarzen Humor unterfüttert. In Crosby, einer kleinen Stadt an der Küste von Main passiert nicht viel. Nicht weit entfernt von New York werden die Küstenstädte im Sommer voll, den Rest des Jahres lassen es sich Rentner hier gut gehen und die ältere Bevölkerung der Einheimischen, weil die Jungen fast alle abgewandert sind. Dieser Roman befasst sich mit dem Altern, mit Generationenkonflikten, Verlust und Trauer, Schuld und Sühne. Olive Kitteridge, eine pensionierte Lehrerin Anfang siebzig, mischt sich gern in die Angelegenheiten von anderen ein. Zurückhaltung und Feingefühl sind nicht ihre Tugend. 


«Jetzt gestattete Jack es sich doch, an Olive Kitteridge zu denken: Groß, wuchtig; mein Gott, war sie eine seltsame Frau. Aber sie hatte ihm gefallen, sehr sogar, sie hatte eine Ehrlichkeit – war es Ehrlichkeit? – irgendetwas hatte sie an sich.»


Jack Kennison, einst Harvardprofessor, ist der Meinung, sie ist die einzige Witwe im Ort, mit der er es sich zu leben vorstellen kann. Beiden sind die langjährigen Ehepartner verstorben und nach einer Trauerphase hat beide die Einsamkeit übermannt. Beide vermissen ihre Kinder, die in New York leben, ihnen fremd geworden sind, woran Olive und Jack selbst nicht gerade unschuldig sind … Sie schätzen sich gegenseitig sehr. Und Olive hat sich vorgenommen, Milde walten zu lassen, sie weiß heute, «... wann man besser den Mund hält.» Das Leben, das vor ihnen liegt, ist kurz – warum sollte man sich über Eigenheiten, die stören, aufregen? Vertane Zeit, obwohl es einiges gäbe, das ihr an Jack auf die Nerven fällt. Jack sagt: «Wir haben nicht viel Zeit», bittet sie, ihn zu heiraten. Etwas, das bei Olivs Sohn keine Zustimmung findet. 


«Jack kamen ihre dicken alten Leiber immer vor wie zwei am Strand angespülte Schiffbrüchige, die sich verzweifelt aneinander festklammern. Nie im Leben hätte er es für möglich gehalten, seine letzten Jahre mit solch einer Frau zu verbringen. Die Sache war, bei ihr konnte er er selbst sein.»


Eine zweite Liebe im Alter und viele Randgeschichten von Menschen, denen Olive begegnet. Tragik und Bitternis, Familiengeschichten, Kindesmissbrauch, Vernachlässigung und häusliche Gewalt, die Schwierigkeit des Alterns, Demenz; lebensecht und feinsinnig, nüchtern betrachtet, auf den Punkt gebracht, beobachtet Elizabeth Strout Menschen, mit allen Facetten. Olive, spröde und zynisch, aber doch das Herz auf dem richtigen Fleck, nervtötend in ihrer ständigen Hilfsbereitschaft. Genau das gibt dank des schwarzen Humors und der Situationskomik der Traurigkeit vieler Szenen etwas Komisches.


«Jahre später hatte er es bei einem Streit aufs Tapet gebracht, und Betsy hatte gesagt: ‹Ich habe gehofft, dass du stirbst.›

Ihre Unverblümtheit hatte ihn schockiert. ‹Du hast gehofft, dass ich sterbe?› In der Erinnerung hatte er verwundert die Arme ausgebreitet, während er das fragte.

Worauf sie, etwas betreten, sagte: ‹Es hätte für mich alles viel leichter gemacht.›

Da hatte er es.

Oh, Betsy! Betsy, Betsy, wir haben es versiebt.»


Rückblicke in Lebensläufe, Olive erinnert sich, als sie als Kind die Mutter fragte, warum sie keine Geschwister habe; die Mutter antwortete: «Nach dir? Das haben wir uns nicht getraut, nach dir nochmal ein Kind zu bekommen.» Strout kennt sich sehr gut aus mit dem Altern, denn sie hat u.a. Gerontologie studiert, und sie beschreibt mit aller Härte, aber gleichzeitig auch sehr liebevoll empathisch, welche Schwierigkeiten Menschen im Alter bevorstehten. Prostataoperation, Inkontinenz, Krebserkrankungen, Herzinfarkt, Demenz, Suizide, Alterswindeln, fette Leiber, die engumschlungen einschlafen – das sind keine romantischen Liebesgeschichten für Heftchenromane – und trotzdem gehen sie ans Herz, weil sie authentisch sind. Auch im Alter gibt es Lebensfreude, Menschen werden ruhiger, altersweise und manche schaffen es, sich weiterzuentwickeln. Ein  Roman, der von Liebe und Verlust erzählt, vom Altern und der Einsamkeit, Schicksalsschlägen, Hoffnungslosigkeit und auf der anderen Seite Lebensfreude und Hoffnung. Vielleicht nicht unbedingt ein Roman für junge Leser. Wer gern Romane liest, die das Leben schreiben, der wird sich wie ich amüsieren.


«Als er starb, neben ihr, im Schlaf, schlugen Ozeane der Angst über ihr zusammen. Tag für Tag beutelte die Angst sie. Komm zurück, dachte sie immerzu, oh bitte bitte bitte komm zurück!»


Elizabeth Strout wurde 1956 in Portland, Maine, geboren. Für ihren Roman »Mit Blick aufs Meer« bekam sie 2009 den Pulitzerpreis. »Die Unvollkommenheit der Liebe« wurde für den Man Booker Prize 2016 nominiert. »Alles ist möglich« wurde 2018 mit dem Story Prize ausgezeichnet, erhielt ein überwältigendes Presseecho in den USA und stand in allen großen Medien auf den Empfehlungslisten. Die Übersetzungsrechte ihres neuen Romans wurden in bisher 17 Länder verkauft. Elizabeth Strout lebt in Maine und in New York City.

https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/die-langen-abende-von-elizabeth-strout.html

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Cover des Buches Die langen Abende (ISBN: 9783442770496)LittleShamrockLibrarys avatar

Rezension zu "Die langen Abende" von Elizabeth Strout

Leider zu viel Klischee und zu wenig Tiefe
LittleShamrockLibraryvor 2 Monaten

Der Stern schreibt über dieses Buch, Zitat:

»Gewohnt unverkitscht, überzeugend und feinsinnig.«

Dieser Meinung schließe ich mich so gar nicht an. Das Buch verspricht eine warmherzige Geschichte über die Liebe im Alter. Nun vielleicht habe ich mit meinen 43 noch nicht das passende Alter erreicht, um diese Geschichte zu verstehen.

Letztendlich besteht dieser Roman aus vielen verschiedenen kleinen Einzelgeschichten, Situationen. Die Geschichte um Olive und Jack rückt für mich damit wirklich in den Hintergrund. Olive selbst wurde mir nie wirklich sympathisch. Eine zum Teil verbissene, leidende, vulgäre, unmögliche alte Frau. Tauche ich in ein Buch ein, spielt sich bei mir ein Film im Kopf ab und in diesem Buch spielte sich bei mir ein Film ab der von Klischees nur so bestimmt war. Typisch amerikanischer Kitsch. Die Kurzgeschichten für sich gesehen völlig übertriebene Geschichte, immer bis ins extrem ausgereizt. Ich hatte mir nach der Beschreibung des Buches für mich mehr erwartet. Ein Buch voll Leidenschaft, Traurigkeit, Melancholie und Romantik. Mit Sicherheit wird der eine oder andere das raus lesen, ich konnte es nicht. Leider empfand ich die Geschichte als das pure Klischee und somit konnten mich auch die tiefgründigen Szenen darin nicht packen.

Ich bedanke mich beim Bloggerportal für das mir zur Verfügung gestellte Leseexemplar.


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Cover des Buches Die langen Abende (ISBN: 9783442770496)detlef_knuts avatar

Rezension zu "Die langen Abende" von Elizabeth Strout

Elizabeth Strout erzählt die rührende Geschichte von Olive und Jack
detlef_knutvor 2 Monaten

Wenn man es in so vielen Romanen immer wieder mit Gangstern und Serienmördern zu tun bekommt, ist die knisternde Spannung in »Die langen Abende« von Elizabeth Strout eine angenehme Abwechslung.

»Die langen Abende« erzählt viele Geschichten aus dem alltäglichen Leben in einer Kleinstadt im Osten der USA. Elizabeth Stroud schafft es hervorragend, die Gedanken und Gefühle ihrer Figuren zu beschreiben. Sie ist so nah dran, dass jeder Leser etwas in und an den Figuren entdeckt, was auch auf seine eigene Familie zutrifft.

Geht es um die beiden Protagonisten oliv und Jack, die beide vor wenigen Monaten bzw Jahren ihre Ehepartner verloren haben. In ihrem kleinen Örtchen Crosby Maine haben sie sich kennengelernt, freunden sich an, beginnen sich zu lieben. Natürlich geht das nicht ohne Streit und Konflikt. Aber beide fühlen sich von ihren Familien, das heißt ihren Kindern, im Stich gelassen. Sie fühlen sich einsam und finden deshalb umso weniger zusammen einander.

Leben von Olive und Jack läuft in gemeinsam und in getrennten Kapiteln ab. Sie denken viel darüber nach, wie das Leben richtig gemeistert haben, ob ihre Ehe und die Erziehung der Kinder richtig gelaufen war. Vielleicht haben Sie ja auch aus falscher Loyalität zu lange zu ihrem ersten Ehepartner gestanden?

Sehr einfühlsam beschreibt Elizabeth strout die Gefühlswelt ihrer Figuren. Dabei dreht es sich nicht ausschließlich um die beiden Protagonisten. Der Leser lernt einen ganzen Mikrokosmos einer Kleinstadt eine kaktenen und kann dem Schluss gelangen: Die an, denen geht es auch nicht anders. Mich verblüfft dabei immer wieder, dass die Gefühle und die Ansichten der Menschen auf jedem Punkt der Erde offenbar sehr ähnlich sind. Dass es sich bei diesem Roman um einen amerikanischen handelt, ist nur dem Lokalkolorit der Kleinstadt zu entnehmen dem Verhalten der Figuren.

»Die langen Abende« ist ein Roman, den man in vollen Zügen genießen kann, ohne dass dabei der Humor auf der Strecke bleibt. Ich mag ihn sehr. Er hatte mich nach den ersten Sätzen an die Romane »Die Korrekturen« von Jonathan Franzen und »Diese alte Sehnsucht« Richard Russo erinnert, die ich ebenfalls schon auf meinem Blog besprochen habe.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2021

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Elizabeth Strout wurde am 06. Januar 1956 in Maine (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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