Die Reisegesellschaft

von Elizabeth von Arnim 
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Die Reisegesellschaft
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Kurzweilig und amüsant - eine echte Elizabeth v. Arnim eben!

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Inhaltsangabe zu "Die Reisegesellschaft"

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen – und sein blaues Wunder erleben. So ergeht es auch Baron Otto von Ottringel, als er seine anstehende Silberhochzeit mit einer Auslandsreise zelebriert. Dass er die fünfundzwanzig Ehejahre nicht mit seiner derzeitigen Angetrauten verbracht hat, ist für ihn dabei ebenso unerheblich wie das stramme Budget der Reisekasse – im Hause des Barons herrscht schließlich eiserne Sparsamkeit. Da kommt die Einladung, das englische Sussex kostengünstig mit Pferd und Wohnwagen zu erkunden, wie gerufen. Was Ottringel hier jedoch erlebt, erscheint ihm unerhört! Dünkelhaft, borniert, demokratie- und frauenfeindlich mokiert er sich über nahezu alles, was ihm vor den Wagen kommt. Und tappt dabei so selbst- wie trittsicher in jedes noch so kleine Fettnäpfchen … Mit Otto von Ottringel erschuf Elizabeth von Arnim ein Prachtexemplar des male chauvinism der Jahrhundertwende – und sorgt mit ihrem zeitlosen Humor und ihrer schonungslosen Ironie noch heute für beste Unterhaltung.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783458361664
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:371 Seiten
Verlag:Insel Verlag
Erscheinungsdatum:13.06.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    Federfees avatar
    Federfeevor 2 Jahren
    Ein preußischer chauvinistischer Baron auf Reisen in Südengland

    Der preußische Offizier Baron Otto von Ottringel ;-) wird schon auf den ersten Seiten als knauserig und chauvinistisch dargestellt. Er lässt sich von einer Bekannten, die er 'reizend' findet, überreden, mit seiner Frau Edelgard eine Reise durch Südengland zu machen, mit einem von Pferden gezogenen Wagen - wohl eine Art Vorläufer des heutigen Wohnwagens – zusammen mit einer kleinen gemischten Reisegesellschaft, Deutsche und Engländer.

    Während die anderen sich mit den Gegebenheiten arrangieren, z.B. dem schlechten Wetter oder der Schwierigkeit, einen Lagerplatz zu finden, hat der Baron an allem etwas auszusetzen. Er lässt nur die deutsche Lebensart gelten, sieht Frauen als zweitklassige, dem Ehemann zu Diensten sein müssende Wesen an und macht sich bei allen unbeliebt. Er tritt in mehr Fettnäpfchen, als man aufstellen könnte. Am Ende möchte keiner mehr mit ihm etwas zu tun haben und die Reise wird vorzeitig abgebrochen.

    Man könnte fast meinen, Elizabeth von Arnim nimmt mit diesem Büchlein Rache an ihrem adeligen Ehemann (s. Lebenslauf in meinem Blog: https://federfeeblog.wordpress.com/2016/10/19/von-arnim-sommer-im-garten/). Wenn es so wäre, wenn er nur ein Viertel der Eigenschaften des Otto von Ottringel gezeigt hätte, könnte man verstehen, dass Elizabeth ihn verlassen hat.

    Was ich zuerst amüsant fand, wurde in der ständigen Wiederholung langweilig, zumal nichts wirklich geschah. Baron von Ottringel ist ein chauvinistisches arrogantes Ekel ohne auch nur den Funken von Einsicht in seine eigenen Verhaltensweisen. Im Ganzen fand ich es des 'Guten' zu viel, zu übertrieben und zu überspitzt.

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    R
    R-E-Rvor 5 Jahren
    Böse bleiben, böse bleiben

    Elizabeth von Arnims spitze Zunge war gefürchtet. Die Schriftstellerin die mit Romanen wie “Elisabeth und ihr Garten” oder “Verzauberter April” zu Weltruhm gelangte und vor allem durch ihre gefühlvollen Landschafts- und Naturbeschreibungen und humorvolle menschliche Studien überzeugte, konnte auch anders. In ihrem Roman “Vera” verarbeitet sie das Scheitern ihrer zweiten Ehe, indem sie die charakterlichen Abgründe ihres Exmannes in mitreißender Prosa offenlegt. Ihrem Werk “die Reisegesellschaft” liegt ebenfalls eine persönliche Zäsur zugrunde. Die Trennung von ihrem ersten Ehemann. Sechzehn Jahre war die Engländerin mit australischen Wurzeln mit einem preußischen Grafen verheiratet. Jahre die zumeist auf dem abgelegenen idyllischen Landgut Nassenheide verbracht wurden, wo sich auch der Garten befand, der von Arnim zu ihrem ersten und berühmtesten Roman inspirierte. Jahre aber auch, in denen ihr Gatte, oft nur “der Grimmige” genannt, für Verdruss sorgte.

    Ihre Verdrossenheit schreibt sie sich in “die Reisegesellschaft” von der Seele. Sie erfindet die fiktive Figur des Barons Otto von Ottringel. Diesen etwas zu klein und etwas zu dick geratenen preußischen Offizier lässt sie einen Monat lang im Wohnwagen durch England reisen. In Gesellschaft eines zusammen gewürfelten Haufens bestehend aus seiner Frau, eines englischen Ehepaares von Adel nebst reizender verwitweter Schwester, einem einfachen Geistlichen, der aus vornehmster Familie stammt, einem verwahrlosten Sozialisten und einiger kichernder Backfische.

    Wie Gier und Geiz den konservativen Ottringel dazu treiben dieses Himmelfahrtskommando überhaupt anzutreten, ist allein des Lesens wert. Dazu kommt die abenteuerliche Realität einer Wohnwagentour zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Elisabeth von Arnim hat wie immer aus dem eigenen Erfahrungsschatz geschöpft. Sie selber unternahm im Sommer 1907 eine solche Reise. Für damalige Verhältnisse in mehr als einer Hinsicht ein waghalsiges Unterfangen. Die Erlebnisse und Erfahrungen spiegeln sich in dem 1909 erschienenen Buch wieder. Caravan Touristen von heute mit Interesse für die Anfänge dieser Reiseform, sei das Buch darum auch wärmstens empfohlen.

    Vor allem aber rechnet sie mit der Spezies männlicher Chauvinist Anfang des letzten Jahrhunderts ab. So sarkastisch, dass der Roman während des ersten Weltkrieges in Deutschland auf die schwarze Liste gesetzt wurde, wie man der Arnim Biographie von Jüngling und Roßbeck entnehmen kann. In dieser Biographie wird auch “eine für die Zeit erstaunlich besonnene Pressestimme” zitiert: “ Nichts missfällt uns mehr als Literatur, die anti-deutsch ist. Aber die Satire in diesem Buch ist so brillant, der komischen Einfälle so viele, dass wahrscheinlich auch die Deutschen selbst, mit Ausnahme einer engstirnigen Kaste, ihre Freude daran haben werden.”

    Es sind dies nicht nur erstaunlich besonnene sondern auch sehr zutreffende Worte. Mein gelber Textmarker flog beim Lesen mit über die Seiten. Irgendwann gab ich auf, denn die Sottisen waren so zahlreich, dass am Ende mehr gelber als schwarz-weißer Text übrig geblieben wäre. Der Klappentext verheißt: “Dünkelhaft, deutschnational, Demokratie- und Frauenfeindlich mokiert sich Ottringel über nahezu alles, was ihm in England begegnet, und tappt in seiner Borniertheit in jedes Fettnäpfchen, ohne es zu merken”. Ich habe schon einige Werke von Elisabeth von Arnim gelesen. Bei keinem habe ich mich so amüsiert und gleichzeitig unwohl gefühlt. Von Arnims Spott ist in seiner Bösartigkeit erbarmungslos aber gleichzeitig so großartig formuliert, dass man ihre Schreibkunst einfach bewundern muss dabei aber fast ein wenig Mitleid mit dem “armen Otto” hat, den sie gnadenlos der Lächerlichkeit preisgibt.

    Die Gnade, die sie ihrer fiktiven Figur verweigert, hat sie ihrem ersten Ehemann später doch noch gewährt. In der Biographie von Jüngling und Roßbeck steht zu lesen, dass Henning von Arnim Pate für die Figur des Hiob in ihrem letzten Buch “Die sieben Spiegel der Lady Francis” stand. Hiob Skeffington, ein erster Ehemann der am Ende des Lebens, nach vielen Fehlgriffen, “als der einzig Wahre und Richtige wieder auftaucht”.

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    melonleis avatar
    melonleivor 10 Jahren
    Rezension zu "Die Reisegesellschaft" von Elizabeth von Arnim

    Ein grandioses Buch,gespickt mit trockenem Humor und toll erzählt.
    Sehr empfehlenswert.

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    Tatzentiervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Kurzweilig und amüsant - eine echte Elizabeth v. Arnim eben!
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    Kerstin85s avatar
    Kerstin85vor 3 Jahren
    Golondrinas avatar
    Golondrinavor 4 Jahren
    M
    Moonievor 6 Jahren
    J
    Josefavor 6 Jahren
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
    claudiaausgrones avatar
    claudiaausgronevor 7 Jahren

    Gespräche aus der Community zum Buch

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