Elizabeth von Arnim Die Reisegesellschaft

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Inhaltsangabe zu „Die Reisegesellschaft“ von Elizabeth von Arnim

Baron Otto von Ottringel möchte sich für 25 Ehejahre belohnen, auch wenn die dazugehörige Jubilarin längst verstorben ist. Eine Auslandsreise mit Ehefrau Nummer 2 wäre standesgemäß, ist dem Baron aber zu teuer. So kommt die Einladung einer verwitweten Nachbarin, die mit Pferd und Wohnwagen Südengland erkunden möchte, wie gerufen. Was sich auf dieser Tour alles ereignet, erfahren wir aus der Sicht dieses preußischen Junkers. Er mokiert sich über nahezu alles und tappt mit seiner Borniertheit in fast jedes Fettnäpfchen.

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    Die Reisegesellschaft

    R-E-R

    17. September 2013 um 14:33

    Elizabeth von Arnims spitze Zunge war gefürchtet. Die Schriftstellerin die mit Romanen wie “Elisabeth und ihr Garten” oder “Verzauberter April” zu Weltruhm gelangte und vor allem durch ihre gefühlvollen Landschafts- und Naturbeschreibungen und humorvolle menschliche Studien überzeugte, konnte auch anders. In ihrem Roman “Vera” verarbeitet sie das Scheitern ihrer zweiten Ehe, indem sie die charakterlichen Abgründe ihres Exmannes in mitreißender Prosa offenlegt. Ihrem Werk “die Reisegesellschaft” liegt ebenfalls eine persönliche Zäsur zugrunde. Die Trennung von ihrem ersten Ehemann. Sechzehn Jahre war die Engländerin mit australischen Wurzeln mit einem preußischen Grafen verheiratet. Jahre die zumeist auf dem abgelegenen idyllischen Landgut Nassenheide verbracht wurden, wo sich auch der Garten befand, der von Arnim zu ihrem ersten und berühmtesten Roman inspirierte. Jahre aber auch, in denen ihr Gatte, oft nur “der Grimmige” genannt, für Verdruss sorgte. Ihre Verdrossenheit schreibt sie sich in “die Reisegesellschaft” von der Seele. Sie erfindet die fiktive Figur des Barons Otto von Ottringel. Diesen etwas zu klein und etwas zu dick geratenen preußischen Offizier lässt sie einen Monat lang im Wohnwagen durch England reisen. In Gesellschaft eines zusammen gewürfelten Haufens bestehend aus seiner Frau, eines englischen Ehepaares von Adel nebst reizender verwitweter Schwester, einem einfachen Geistlichen, der aus vornehmster Familie stammt, einem verwahrlosten Sozialisten und einiger kichernder Backfische. Wie Gier und Geiz den konservativen Ottringel dazu treiben dieses Himmelfahrtskommando überhaupt anzutreten, ist allein des Lesens wert. Dazu kommt die abenteuerliche Realität einer Wohnwagentour zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Elisabeth von Arnim hat wie immer aus dem eigenen Erfahrungsschatz geschöpft. Sie selber unternahm im Sommer 1907 eine solche Reise. Für damalige Verhältnisse in mehr als einer Hinsicht ein waghalsiges Unterfangen. Die Erlebnisse und Erfahrungen spiegeln sich in dem 1909 erschienenen Buch wieder. Caravan Touristen von heute mit Interesse für die Anfänge dieser Reiseform, sei das Buch darum auch wärmstens empfohlen. Vor allem aber rechnet sie mit der Spezies männlicher Chauvinist Anfang des letzten Jahrhunderts ab. So sarkastisch, dass der Roman während des ersten Weltkrieges in Deutschland auf die schwarze Liste gesetzt wurde, wie man der Arnim Biographie von Jüngling und Roßbeck entnehmen kann. In dieser Biographie wird auch “eine für die Zeit erstaunlich besonnene Pressestimme” zitiert: “ Nichts missfällt uns mehr als Literatur, die anti-deutsch ist. Aber die Satire in diesem Buch ist so brillant, der komischen Einfälle so viele, dass wahrscheinlich auch die Deutschen selbst, mit Ausnahme einer engstirnigen Kaste, ihre Freude daran haben werden.” Es sind dies nicht nur erstaunlich besonnene sondern auch sehr zutreffende Worte. Mein gelber Textmarker flog beim Lesen mit über die Seiten. Irgendwann gab ich auf, denn die Sottisen waren so zahlreich, dass am Ende mehr gelber als schwarz-weißer Text übrig geblieben wäre. Der Klappentext verheißt: “Dünkelhaft, deutschnational, Demokratie- und Frauenfeindlich mokiert sich Ottringel über nahezu alles, was ihm in England begegnet, und tappt in seiner Borniertheit in jedes Fettnäpfchen, ohne es zu merken”. Ich habe schon einige Werke von Elisabeth von Arnim gelesen. Bei keinem habe ich mich so amüsiert und gleichzeitig unwohl gefühlt. Von Arnims Spott ist in seiner Bösartigkeit erbarmungslos aber gleichzeitig so großartig formuliert, dass man ihre Schreibkunst einfach bewundern muss dabei aber fast ein wenig Mitleid mit dem “armen Otto” hat, den sie gnadenlos der Lächerlichkeit preisgibt. Die Gnade, die sie ihrer fiktiven Figur verweigert, hat sie ihrem ersten Ehemann später doch noch gewährt. In der Biographie von Jüngling und Roßbeck steht zu lesen, dass Henning von Arnim Pate für die Figur des Hiob in ihrem letzten Buch “Die sieben Spiegel der Lady Francis” stand. Hiob Skeffington, ein erster Ehemann der am Ende des Lebens, nach vielen Fehlgriffen, “als der einzig Wahre und Richtige wieder auftaucht”.

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  • Rezension zu "Die Reisegesellschaft" von Elizabeth von Arnim

    Die Reisegesellschaft

    melonlei

    28. July 2008 um 11:14

    Ein grandioses Buch,gespickt mit trockenem Humor und toll erzählt.
    Sehr empfehlenswert.

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