Elizabeth von Arnim Die sieben Spiegel der Lady Frances

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Inhaltsangabe zu „Die sieben Spiegel der Lady Frances“ von Elizabeth von Arnim

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    Die sieben Spiegel der Lady Frances

    R-E-R

    21. March 2015 um 22:32

    Ein handfester Beweis für einen Bestseller, ist die Verfilmung desselben. Hohe Verkaufszahlen erfreuen den Verleger und das eigene Bankkonto. Ein Staraufgebot, “nach dem Roman von” auf Zelluloid gebannt, hebt einen Schriftsteller in den Olymp. Elizabeth von Arnims letztes Buch “Die sieben Spiegel der Lady Frances” ist ein solcher, heute leider fast in Vergessenheit geratener, Bestseller des vergangenen Jahrhunderts. Erschienen ein Jahr vor dem Tod der berühmten “Garten-Gräfin” 1940, kam der Film “Mr. Skeffington” bereits 1944 in die Kinos und bescherte Bette Davis in der Hauptrolle eine Oscar Nominierung. Lady Frances Skeffington war einst eine gefeierte Schönheit. Jetzt, kurz vor ihrem 50. Geburtstag, ist von dieser Schönheit nicht mehr viel übrig. Die zierliche Blondine ist, nach schwerer Krankheit, nur mehr ein Schatten ihrer selbst. Zu allem sichtbaren Übel gesellt sich auch noch eine überreizte Phantasie. Sie bildet sich ein ihren geschiedenen Mann zu sehen. Der eilig konsultierte Nervenarzt rät dazu, eben jenen Hiob wieder real in ihr Leben zu holen. Ihn sozusagen als Ehemann zu recyceln. Ein Rat, der die empörte Fanny aus der Praxis stürmen und ihre Verehrer von einst wieder aufsuchen lässt, um sich dort Hilfe zu suchen. Elisabeth von Arnims letztes Buch ist zwar ein Roman, könnte aber ebenso gut als autobiographisches Dokument der “Männer ihres Lebens” durchgehen. Denn auch hier, wie in all ihren Werken, spiegelt das Buch Erlebnisse die eng mit dem Leben der Autorin verknüpft sind. “Sätze werden der Fünfzigjährigen mit dem Herzen einer Dreißigjährigen und allen äußeren Merkmalen einer weit Älteren (nämlich denen ihrer gut siebzig Lebensjahre zählenden Schöpferin) in den Mund gelegt, die wirklich Fünfzigjährigen Schauder des Entsetzens über den Rücken jagen. Hat man sich allerdings vom ersten Schock erholt, so verspricht das Buch einen Lesespaß der ganz besonderen Art”. So beschreiben es Kirsten Jüngling und Brigitte Roßbeck in ihrer von Arnim Biographie. Und sie haben Recht. Elisabeth von Arnim zieht Bilanz. Was macht das Leben aus? Männer, Reichtum, Schönheit? Gerade dieser letzten Problematik widmet sie sich schonungslos und offen. Wo heute mit Botox, Straffungen und Facelifts Falten, Altersflecken und sonstigen Makeln zu Leibe gerückt wird, gab es in den 1940er Jahren weit weniger Möglichkeiten den nagenden Zahn der Zeit äußerlich unkenntlich zu machen. Ich gehe davon aus, dass von Arnim wusste wovon sie schreibt, wenn sich ihre Lady in die kundigen Hände von “Hèlenes Spezialbehandlung” begibt. Aber mehr als ein bisschen dekorative Kosmetik um die schlimmsten Falten zu überdecken, wird es wohl nicht gewesen sein. Weshalb Fanny an einer Stelle seufzend bemerkt: “Ehemänner mussten in guten und bösen Tagen zu einem halten, egal ob man Runzeln hatte oder eine glatte Haut.” Dass Fanny ob ihrer ständigen Besorgnis um ihr Aussehen nicht oberflächlich wirkt, liegt an der Art die von Arnim ihr verleiht. Es ist Humor und Selbstironie, die diese Frau so sympathisch macht. Vor allem im Hinblick auf die männlichen Ex-Liebhaber des Buches, die sich allesamt als Luftnummern entpuppen. Der selbstgefällige Lord, der seine Bequemlichkeit und das Leben mit einer einfältigen Frau vorzieht. Der Geistliche, der ihre Seele durch Entmündigung retten will. Der Rechtsanwalt, der ihr rät sich mannhaft alleine um ihre Angelegenheiten zu kümmern. Der Student , der lieber eine dralle Kommilitonin küsst und der heruntergekommene Gigolo, der sie heiraten will, um mit ihrem Geld seine Schulden zu zahlen. Fanny erkennt dass das Interesse dieser Männer nur ihrer Schönheit galt und sie ihnen nicht nachtrauern muss. Sie lernt, dass ihre wahre Schönheit in ihrer reinen, kindlich unschuldigen Seele liegt. Als Hiob am Ende wiederkommt, verarmt und zermürbt von der Verfolgung in Deutschland, ist er als Einziger in der Lage dies zu erkennen, obwohl oder gerade weil er blind ist. Henning von Arnim, ihr erster Ehemann, stand Pate für Hiob. Und so schließt sich der Kreis und von Arnim schafft es einmal mehr dem Ernst des Lebens mit leichtfüßiger Heiterkeit zu begegnen, selbst im Angesicht des Todes.

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