Elizabeth von Arnim Vera

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Inhaltsangabe zu „Vera“ von Elizabeth von Arnim

Elizabeth von Arnim geht in ihrem Roman Vera mit der Institution »Ehe« hart ins Gericht und zieht respektlos wie humorvoll über Ehemänner her.

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  • Geht unter die Haut

    Vera
    R-E-R

    R-E-R

    17. May 2013 um 20:52

    Eine sehr treffende Beschreibung zur Auflösung von Ehen im letzten Jahrhundert wird Wallis Simpson zugeschrieben. Die Amerikanerin, die 1938 Edward VIII heiratete, der für sie auf den Thron verzichtet hatte, soll gesagt haben, dass eine Scheidung im beginnenden zwanzigsten Jahrhundert einer Revolution gleichkam. Sie musste es wissen, hatte sie doch gleich zweimal eine solche überstanden. Man muss wissen, dass eine Ehe damals einen völlig anderen Stellenwert hatte als heute. Man muss wissen, dass eine Frau einem Mann regelrecht ausgeliefert war, wenn einmal die Bande der Ehe geschlossen waren. Besitz, Rechte, alles was ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht ging mit der Kontraktschließung auf den Ehemann über. Sich als Frau aus dieser Fessel zu lösen, war oft nicht nur schwer sondern fast unmöglich und beinahe immer gleichbedeutend mit gesellschaftlicher Ächtung. Nicht selten in Verbindung mit sozialer Not. In diesem Licht muss man “Vera” lesen. Den Roman den Elizabeth von Arnim nach ihrer eigenen gescheiterten zweiten Ehe mit einem englischen Lord geschrieben hat. Einer gescheiterten, keiner geschiedenen wohlgemerkt, denn eine Scheidung kam für beide Partner, aus den oben genannten Gründen nicht in Frage. Lucy Entwhistle hat ihren Vater verloren. Noch in frischer Trauer, lernt Sie Everard Wemyss kennen, dessen Frau gerade bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Der Witwer, dessen Schmerz sich in Grenzen hält, bemüht sich um das junge Mädchen. Wie selbstverständlich steht er ihr bei und macht sich unentbehrlich. Mit seiner unerschütterlichen Art, erscheint er dem unerfahrenen Mädchen als ritterlicher Held in den sie sich rückhaltlos verliebt. Noch ehe das Trauerjahr um ist, drängt Wemyss Lucy in die Ehe. Schon in den Flitterwochen wird ihr klar, dass die Ehe “anders war, als sie gedacht hatte”. Aber als sie mit wieder nach England zurückgekehrt und im Hause ihres Mannes lebt, wird ihr auf dramatische Weise der wahre Charakter ihres Mannes bewusst. “Vera” ist ein Roman der unter die Haut geht. Mitzuerleben wie die junge, unerfahrene Frau in eine Verlobung und später in die Ehe gerät. Fast ohne eigenes Zutun, schier willenlos und gegen jegliche Vernunft taub und blind. Besonders die Passagen, wenn die Tante das Geschehen quasi von Außen betrachtend für den Leser transparent macht. Die Fassungslosigkeit die einen ergreift, wenn man die Art des Bräutigams durchschaut, der seine neuste Eroberung möglichst schnell sichern will. Um von den eigenen Ungelegenheiten abzulenken: Die Unverschämtheit seiner ersten Frau, die sich ohne Rücksicht auf ihn umgebracht hat. Um möglichst schnell zu seinem gewohnten Leben zurück kehren zu können: Lucy ist für ihn eher Gegenstand als Lebewesen. Sie hat zu tun, zu denken, zu sagen, zu stehen und zu liegen wo er will, wann er will und wie er will. Die Müdigkeit die Lucy schon in den Flitterwochen plagt, ist durch die Seiten spürbar. Sie führt kein eigenes Leben mehr, sondern wird geführt. Elizabeth von Arnim wird nicht umsonst als Jane Austen des zwanzigsten Jahrhunderts beschrieben. Ihre Werke verbinden Humor mit scharfsinniger Beobachtungsgabe, philosophische Betrachtungen mit Unterhaltung und Verstand und Gefühl (um bei Jane Austen zu bleiben). Ehe, Liebe und Beziehungen spielen auch bei ihr eine zentrale Rolle. Sie entlarvt die Schwächen und Eigenheiten ihrer Figuren mit spitzer Feder und zeichnet dabei immer auch ein sehr genaues Sittengemälde ihrer Zeit . Am Ende prophezeit die weise Tante dem kaltherzigen Ehemann, dass es diesmal wohl keine fünfzehn Jahre dauern wird, bis diese Ehe seine zweite Frau das Leben kosten wird. Das eigene Entsetzen bei dem Gedanken, wie Recht sie hat, zeigt die literarische Güte von Arnims.

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