Elke Kraft Annedore

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 2 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(1)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Annedore“ von Elke Kraft

Das Jahr 1977: Beim Zelten in den Masuren begegnen sich zwei Frauen. Auf der einen Seite Elke aus Dresden, neunzehnjährig, hungrig nach Leben und Freiheit, auf der anderen die vier Jahre ältere Annedore aus Hannover, ruhiger, überlegter, emanzipiert. Es ist der Beginn einer Freundschaft, die über 20 Jahre dauern wird. Elke heiratet, wie in der DDR üblich, früh, bekommt ein Kind, lässt sich wieder scheiden. Findet erneut einen Mann, begibt sich in einem Haus am Rande von Dresden zur Ruhe, aber auch diese wird nur vorübergehend sein. Annedore arbeitet in Hannover als Sekretärin, sie ist Mitglied bei den sich gerade etablierenden Grünen, aktiv tätig in der Gewerkschaft, entwickelt aber bald einen fatalen Hang zum Alkohol und zu den falschen Männern. Was in diesen Briefen erzählt wird, ist nichts als der Alltag zweier Frauen in Ost und West, doch in diesem Alltag konzentriert sich, wie in einem Brennglas, große Geschichte. „Annedore“ ist das erschütternde Dokument einer Wandlung. Ein Buch, das glücklich macht – und betroffen, ein Buch, deren Figuren einem nach dem Lesen so nah sind, wie beste Freunde, weil man nicht genug bekommt von diesen Erzählungen und diesem Tonfall, einer Mischung aus Lebensweisheit, Verschmitztheit und Melancholie über das Vergehen der Zeit.
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Annedore" von Elke Kraft

    Annedore

    SV

    06. March 2009 um 15:42

    Die Alltagstapferen 1977 treffen auf einem Zeltplatz in Polen zwei Frauen aufeinander – sie sehn sich und werden sofort Freunde. Einer der raren Momente, die häufig angezweifelt werden, die es aber gibt und tatsächlich - wenn mans recht bedenkt, wie sehr Realität und Wahrscheinlichkeit dagegen sprechen - und die, will mans ganz ernsthaft und wahr sagen, nur als Wunder bezeichnet werden können. Beide sind Anfang zwanzig, Elke aus Dresden, Annedore aus Hannover. Sie beginnen einen Briefwechsel, ausführlich zeitweise, sehr persönlich, liebevoll, traurig über die Entfernung, die Unmöglichkeit einer Freundschaft mit Besuch und Gespräch. Es gibt seltene Reisen von Anne nach Dresden, Treffen in Polen, aber meist bleiben nur Briefe. 1997, Anne stirbt und Elke bekommt einen Schuhkarton mit ihren Briefen. Im Buch gibt es den Briefwechsel, sparsam kommentiert von Elke, die manchmal Zusammenhänge erklärt. Man findet wenige Bücher, die so nahe gehen – das Leben mit seinen Veränderungen, Verwerfungen, großen Momenten, Fallen und Verzweiflungen – es bleibt nichts ausgespart. Man kommt den beiden nahe, spürt sehr intensiv Freude, Traurigkeit und die Alltagstapferkeit, die alle brauchen, um das Leben durchzustehen. Man kann das Buch auch als Alltagsgeschichte über zwanzig Jahre lesen, über die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen und was sie für Menschen bedeuten und bewirken, aber den stärksten Eindruck macht mir die große Freundschaft, nicht ungetrübt, selbstverständlich nicht immer einfach, aber dauerhaft. Ein rührendes, ernstes, liebenswertes Buch, das viel gelesen werden sollte.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks