Elke Metke-Dippel Unglaube

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Inhaltsangabe zu „Unglaube“ von Elke Metke-Dippel

Im dunkelblauen, wadenlangen Rock eilt Rosalinde Hohmann zur Jugendstunde. Sie wollte den orangefarbenen Rock anziehen, doch der Vater hat es verboten. Er ist zu kurz. Die Zwanzigjährige wächst in einer streng gläubigen Familie auf und lebt in einer freudlosen Distanz zu weltlichen Belangen. An einem Herbstabend raubt Aaron, der geheime Freund ihrer jüngeren Schwester Magdalene, Rosalinde einen Kuss. Sie flieht – und kann den Kuss nicht vergessen. Er wird zu einem Widerhaken, der ihr Leben aufräufelt. Es ist nicht der Kuss, der ihr Gewissen plagt, sondern ihr fehlendes Schuldgefühl vor Gott. In ihren Kreisen bedeutet dies, die ewige Verdammnis verdient zu haben. Rosalinde fürchtet den ewigen Tod und durchlebt qualvolle Zweifel an ihrem persönlichen Glauben. Durch den Kontakt zu Magdalenes Freunden entdeckt sie eine bislang nicht gekannte Freude am irdischen Dasein und schlittert lebenshungrig in ihr Verhängnis. Die Angst vor der Verdammnis verfolgt sie und nährt ihre seit Kindertagen trotzig nagenden Zweifel. Ist Gott wirklich gerecht? Ausgerechnet die Erkenntnisse der Theologie führen sie heraus aus dem Dickicht des Glaubens.

Ein Buch über den Weg aus der Enge eines streng religiös geprägten Elternhauses zur persönlichen Freiheit.

— Gisela_Garnschroeder
Gisela_Garnschroeder

Stimmige Geschichte über den Ausbruch aus einem streng religiösen Elternhaus.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Ein Weg aus der Enge

    Unglaube
    Gisela_Garnschroeder

    Gisela_Garnschroeder

    31. January 2015 um 08:06

    Die kirchliche Gemeinschaft in der Rosalinde aufwächst ist streng und unnachgiebig, was die kleinen und großen Sünden angeht. Da ist der zu kurze Rock, den Rosalinde trägt schon ein Ärgernis, denn ihr Vater fürchtet nicht nur um die Sittsamkeit seiner Tochter, sondern in erster Linie um seine Anerkennung als frommes Gemeindemitglied. Rosalinde wird hin und hergerissen zwischen ihren Wünschen und Bedürfnissen als junge Frau und den strengen Gesetzen ihres Glaubens. Ihr Beruf als Krankenschwester eröffnet ihr eine weitere Sichtweise, wobei die Freundschaft zu einer Patientin mit Krebs ihr sehr viel bedeutet. Elke Metke-Dippel hat ein sehr nachdenkliches Buch geschrieben. Es zeigt am Beispiel der jungen Rosalinde, den schwierigen Spagat zwischen Glaube, Unglaube und persönlicher Freiheit in einer streng religiös verankerten Gemeinschaft.  Interessant und empfehlenswert.

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  • Erwachsenwerden in einer streng religiösen Welt

    Unglaube
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    25. December 2014 um 19:49

    Im Klappentext des Buches heißt es: „Der Roman schildert die lebensfeindlichen Auswirkungen der angewandten christlichen Sexualmoral ...“ Genau das trifft es. Rosalinde, mit zwanzig Jahren eigentlich schon erwachsen, lebt noch immer mit ihrer jüngeren Schwester im „Mädchenzimmer“ ihres freichristlichen Elternhauses. Die Eltern und die Gemeinde achten streng auf die Einhaltung des christlichen Moralkodex, für den bereits ein Kuss Hurerei ist. Rosalinde weiß, was mit ihr geschieht, wenn sie sich einen Fehltritt erlaubt, und dennoch passiert ihr genau das. MEINUNG: Schon mit den ersten Sätzen hatte mich das Buch gefangen. Allein die Sprache macht deutlich, wo wir uns befinden: Ende der 1970er oder Anfang der 1980er Jahre in einer zeitlich rückgewandten, streng religiösen Welt der „Brüder“. Die Autorin zieht ihre Leser in diese Welt hinein, nimmt sie an die Hand, erklärt ihnen das Weltbild der „Brüder“ und zeigt an Rosalindes Beispiel, welche Konsequenzen auftreten können, wenn man sich aus der geschlossenen Gemeinschaft heraus wagt. Die Sprache des Buches ist dabei ein ganz wichtiges Stilmittel. Sie transportiert stimmig das Gedankengut der Brüder, aber auch das körperliche und geistige Erwachen Rosalindes. Wie sie auf Entdeckungsreise in der Bibel und in der Realwelt geht, hat mir ausgezeichnet gefallen. Auch die Figuren sind überzeugend gestaltet. Dabei gelingt es der Autorin, sie mit wenigen Worten oder kleinen Gesten streiflichtartig einzufangen. Auch wenn die Geschichte aus Rosalindes Perspektive erzählt wird, sind die Nebenfiguren ausreichend präsent. Mich haben sie zum Teil wirklich zu Herzen gerührt. Besonders gut ist der Autorin dabei die seelische Entwicklung ihrer Hauptfigur gelungen. Ihr Entsetzen, ihre Angst, ihre erwachende Rebellion und ihr Wissensdurst kommen überzeugend rüber. Genauso gelungen empfand ich die Dramaturgie des Buches. Sie ist feingliedrig, dezent, aber nicht minder wirkungsvoll. Wer sich einmal auf die Geschichte eingelassen hat, kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen. WERTUNG: Das Buch ist rundum stimmig und hat mich als in sich geschlossener Mikrokosmos von sich eingenommen. Wer sich an das Thema „übertriebene Frömmigkeit“ und deren Auswirkungen auf die Menschen heranwagt, wird mit einer großartigen Geschichte belohnt. Dafür gebe ich gerne mein persönliches „Sehr gut“ und fünf von fünf Wertungspunkten. Mein Fazit: Ausgezeichneter Blick hinter übertriebene Gläubigkeit

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