Aus Opas Federhalter und Omas Handtasche

von Elke Ottensmann 
4,9 Sterne bei11 Bewertungen
Aus Opas Federhalter und Omas Handtasche
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Nelings avatar

Bewegendes Zeitzeugnis , welches über die Vertreibung von Schlesien erzählt. Das Buch berührte mich sehr und ich finde es lesenswert!

TochterAlices avatar

Diese auf Originaldokumenten basierende Schilderung einer Familiengeschichte ist ein Denkmal für Familie Seidel &ein Geschenk für alle Leser

Alle 11 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Aus Opas Federhalter und Omas Handtasche"

Waldenburg, Schlesien – 1900, ein kleiner Junge erblickt das Licht der Welt. Arthur, der eigentlich Alfred heißen sollte, wird ein ereignisreiches Leben haben. Mit seiner großen Liebe Johanna meistert er die dunklen Tage des Zweiten Weltkriegs und die Zeit danach. Immer wieder erleben die beiden Bewahrung und Wunder, und selbst in den dunkelsten Zeiten gibt es manche Lichtblicke. So sorgen eine ausgegrabene Likörflasche sowie ein Oberst im Schlafanzug für Heiterkeit auf lange Zeit. Fröhliche Lesestunden sind garantiert.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783775158459
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:280 Seiten
Verlag:SCM Hänssler
Erscheinungsdatum:17.05.2018

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,9 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne10
  • 4 Sterne1
  • 3 Sterne0
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    Tigerbaers avatar
    Tigerbaervor einem Monat
    Aus Opas Federhalter und Omas Handtasche

    Im Rahmen einer Leserunde durfte ich das Buch „Aus Opas Federhalter und Omas Handtasche: Erinnerungen an die geliebte Heimat“ von Elke Ottensmann lesen.

    Der Cousin der Autorin findet vor etwa drei Jahren auf dem Dachboden die Handtasche der Großmutter und darin Briefe, schriftliche Erinnerungen und das Tagebuch des Großvaters. Die Autorin beginnt die Texte abzutippen und es entsteht der Gedanke ein Buch zu schreiben.

    Das Buch beginnt mit Arthurs Geburt am 11. Januar 1900 und dann begleite ich als Leser die weiteren Lebensschritte. An Arthurs Seite erlebe ich eine behütete Kindheit bei den Großeltern, die nach der erneuten Heirat der Mutter ein jähes Ende findet. Ich lerne den jungen Mann kennen, der sich von seinen Träumen verabschieden muss und neue Wege findet, bin dabei, wenn die Liebe Einzug hält in Arthurs Leben und darf teilhaben an seinem Glück als Familienvater.

    Die Schrecken des Krieges machen auch vor Arthurs Familie nicht Halt und fordern ihre Opfer. Doch selbst als sie am Ende die geliebte schlesische Heimat verlassen müssen, geben Arthur und seine Familie die Hoffnung nie auf und finden immer wieder aufs Neue Kraft im Glauben.

    Das Buch hat mich vom ersten Augenblick angesprochen und die Leseprobe gab mir das Gefühl durch ein Fenster in eine Zeit zu blicken, die so fern und doch so nah scheint.


    Arthurs und Johannas Lebenserinnerungen lehren mich Demut und machen mir bewusst, worauf es im Leben ankommt.

    Beim Lesen haben sich bei mir die Leseeindrücke mit eigenen Familienerinnerungen und Erzählungen verwoben, was die Lektüre für mich besonders eindrücklich gemacht hat.

    Von mir gibt es für diese stille und zugleich doch so laute Buch 5 Bewertungssterne!


    Kommentare: 1
    19
    Teilen
    Nelings avatar
    Nelingvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Bewegendes Zeitzeugnis , welches über die Vertreibung von Schlesien erzählt. Das Buch berührte mich sehr und ich finde es lesenswert!
    Ein bewegendes Vermächtnis

    Das Buch entstand nach Erzählungen, Tagebucheintragungen und Briefen der Großeltern. Es ist ein bewegendes Zeitzeugnis , welches über die Vertreibung von Schlesien erzählt. 
    Das Buch berührte mich sehr und ich finde es lesenswert! 

    Inhalt : 
    Das Buch erzählt über die Großeltern der Autorin. Der Großvater wurde 1900 in  Waldenburg, Schlesien geboren. Er lernte seine große Liebe Johanna kennen und die beiden hatten ein bewegtes, aber auch schweres und entbehrungsreiches Leben.  Doch es gibt auch humorvolle Begebenheiten..... 

    Autorin:  
    Elke Ottensmann wurde 1968 geboren und hat schon 4 Bücher veröffentlicht, alle mit Geschichten, die das leben schrieb, die aber auch humorvoll und ermunternd sind.  Dieses Buch hier  ist allerdings das erste, was ich von ihr gelesen habe. Da es mir aber gut gefiel, wird es nicht das letzte gewesen sein. Sie ist die Enkeltochter des Ehepaars Seidel, von denen das Buch hier erzählt. 

    Cover und Buch: 
    Das Buch ist fest gebunden , es hat 268 Seiten in Großdruck. Das fand ich besonders angenehm zu lesen.Es sind Fotos in der Mitte des Buches, was mir auch sehr gefiel. 
    Das Cover ist wunderhübsch und besonders schön fand ich auch das farblich abgestimmte eingearbeitete Lesebändchen, was das Buch schon äußerlich wertvoll macht. 
    Das macht neugierig auf den Inhalt, der sich lohnt. 

    Meine Meinung: 
    Es ist schon ein Schatz, wenn man den Großeltern zuhören kann, wenn sie aus ihrem Leben erzählen. Die Großeltern der Autorin hatten ein sehr schweres Leben, was sie aber mit viel Gottvertrauen gemeistert haben. Und sie haben ihren Nachfahren einen Schatz an Erinnerungen in  Form von Tagebuchnotizen, Briefen und Fotos, aber auch Erzählungen  hinterlassen. Es hat mir viel Freude gemacht, dieses Buch zu lesen . Aber es hat mich auch sehr berührt, manches zu Tränen. Vieles wusste ich gar nicht so aus der Zeit, wie es damals in Schlesien war, wie es war mit dem Krieg, aber auch der Nachkriegszeit, der Vertreibung u.s.w. Es hat auch einen großen Eindruck auf mich gemacht, von dem Leben und Glauben dieser Familie zu lesen. Sie waren sehr positiv und blieben ehrlich und aufrecht. Die Autorin schreibt flüssig und interessant.Durch die vielen Tagebuchnotizen und Briefe hatte man aber sogar oft den Eindruck der Großvater würde aus seinem leben erzählen. Einen besonderen Eindruck haben auch die Frontbriefe des Sohnes auf mich gemacht. 
    Ich kann das Buch nur wärmstens allen empfehlen, die gerne was von Zeitzeugen lesen. Durch den Großdruck eignet sich das Buch auch gut für ältere Menschen, die sicher auch gerne von den Erinnerungen an die Heimat lesen und durch die hochwertige Gestaltung ist es ein schönes Geschenk. Ich wünsche dem Buch weite Verbreitung und gebe ihm die Höchstzahl von 5 Sternen. 


    Kommentieren0
    39
    Teilen
    P
    Pixibuchvor 2 Monaten
    Aus Opas Federhalter und Omas Handtasche

    Ein Buch voller Emotionen und das bei der noch verbleibenden älteren Flüchtlingsgenerationen aus den ehemals deutschen Ostgebieten sehr viele traurige Erinnerungen hervorrufen wird, Schon das Cover mit dem alten Buch und der Blume darauf ist ein wunderschönes Stilleben. Erzählt wird hier die Geschichte von Arthur Seidel, der 1900 in Schlesien geboren wurde. Da der Vater die Familie damals verließ, wuchs er zusammen mit seinen Großeltern auf, Diese, wie auch seine Mutter, waren gottesfürchtige Leute, die im Gebet und im Glauben stets Zuversicht und Hoffnung fanden. Arthur konnte allerdings aus finanziellen Gründen seinen Wunsch, Lehrer zu werden, nicht erfüllen. Er fand aber eine durchaus verantwortungsvolle Tätigkeit im Büro eines Bergbauunternehmens. Arthur heiratet die gleichaltrige Johanna und sie bekamen vier Söhne. Beide, Arthur wie Johanna brachten sich voll ins kirchliche Leben ein, unterrichteten Kinder im Glauben und gründeten einen Kirchenchor und spielten auch die Orgel Es wird vom zweiten Weltkrieg erzählt, der älteste Sohn Günter wurde eingezogen und kam nicht mehr zurück. Wir lesen viele Briefe, die zwsichen dem Sohn und den Eltern geschrieben wurden. Alle zeugen von großer Liebe und Zuneigung zueinander, von Respekt und Gottesfürchtigkeit. Nach dem Krieg übernahmen die Polen die Herrschaft, die deutschen Firmen und Geschäfte wurden enteignet und sie mußten von nun an niedrige Arbeit verrichten. Auch die Seidels wurden aus ihrer Heimat vertrieben, sie fanden eine neue Heimat im Schwarzwald, konnten Schlesien aber nie vergessen. Das Ehepaar konnte im Kreise der Kinder und Enkel ihren 80. Geburtstag feiern. Jedoch ihre alte Heimat Schlesien haben sie nie vergessen und auch die Sehnsucht brannte immerwährend in ihnen. Mittig im Buch befinden sich wunderbare Fotos der Familie, Kopien der Briefe und auch Arbeitszeugnisse. Arthus Enkelin hat im Dachboden den Nachlaß ihrer Vorfahren gefunden und daraus ein wunderbaren, zu Herzen gehendes Buch geschrieben. Wer dieses Buch liest, wird von den Ausführungen gefangen sein und verstehen, warum die damaligen Flüchtlinge ihr Leben lang ihre Heimat vermißten. Zu bemerken ist noch, dass das Buch in Großschrift verfaßt wurde und so auch für ältere Leser sehr gut zu lesen ist.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    TochterAlices avatar
    TochterAlicevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Diese auf Originaldokumenten basierende Schilderung einer Familiengeschichte ist ein Denkmal für Familie Seidel &ein Geschenk für alle Leser
    Zurück nach Niederschlesien

    Zurück nach Niederschlesien blickt Elke Ottensmann: die Wurzeln ihrer Familie väterlicherseits befinden sich dort. Dank eines gründlich geführten Tagebuchs ihres Großvaters Arthur kann sie ihre Leser auf eine ausführliche Reise in die Vergangenheit dorthin mitnehmen.

    Dass diese allerdings so warmherzig und atmosphärisch, dabei ehrlich und offen daherkommt: das ist der Autorin ganz allein zuzuschreiben, die durch ihren sowohl einfühlsamen als auch mutigen Erzählstil aus dem Tagebuch ihres Großvaters und der Handtasche der Großmutter Johanna, in der wichtige Briefe lagerten, eine kraftvolle, dabei bunte und lebendige, oftmals leider auch schmerzhafte Geschichte gezaubert hat.

    Arthur wurde keineswegs mit einem goldenen Löffel im Mund geboren, doch durch seinen eigenen Fleiss, sein positives Gemüt und nicht zuletzt durch seinen tiefen Glauben an Gott, den er zeit seines Lebens beibehielt, gelang es ihm, sich im niederschlesischen Bergbau eine solide Position zu erarbeiten. Mit dabei war bald seine Johanna, die er schon früh im Leben getroffen hatte und mit der er bis zu seinem Tode verbunden war.

    Ein schwieriger Start, ein nicht minder schwieriger weiterer Lebens(ver)lauf kennzeichnet die Biographie vor allem von Arthur, aber auch von Johanna. Durch die Zeit des Nationalsozialismus, später durch das Leben in der sowjetischen Besatzungszone, wobei Niederschlesien bald zu Polen gehörte, haben sie stets ihre Überzeugung gewahrt, sind immer sie selbst geblieben, auch in den schlimmsten Zeiten. So verloren sie zunächst ihren ältesten Sohn Günther, der in den letzten Kriegsmonaten als vermisst gemeldet wurde und nie mehr auftauchte, bald darauf auch ihre Heimat. Doch das Wichtigste, ihre Würde, ihre Glaube an Gott und das Mit- und Füreinander in ihrer eigenen Familie - das haben sie sich stets erhalten, dadurch, dass sie sich selbst treu blieben.

    Diese auf Originaldokumenten basierende Schilderung ihrer Familiengeschichte ist ein Denkmal für Familie Seidel und ein Geschenk für alle Leser dieser wunderbaren, sehr persönlichen Biographie!


    Kommentare: 2
    16
    Teilen
    mabuereles avatar
    mabuerelevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Berührende Famileingeschichte nach Originaldokumenten!
    Das Erbe der Großeltern

    „...Als mein Cousin Christoph vor etwa drei Jahren das kleine, unscheinbare Türchen unter der Dachschräge seines Elternhauses öffnete, ahnte noch niemand, welche Schätze dort seit Jahrzehnten unberührt in der Dunkelheit der Dachkammer lagen...“


    Mit diesen Zeilen beginnt die Autorin das Vorwort ihres Buches. Fotoalben, Tagebücher und der Inhalt der Handtasche der Großmutter aus dunkelblauen Leder erzählen die Geschichte einer Familie. Mit Hilfe der Fundstücke gestaltet die Autorin das Lebensbild ihrer Großeltern.

    Am 11, Januar 1900 erblickte Alfred in Schlesien das Licht der Welt. Den Namen aber sollte er nur drei Tage tragen. Auf dem Standesamt wurde er als Arthur eingetragen. Wer genau wissen, will, wie es dazu kam, sollte das Buch lesen.

    Sein Vater war Bergmann. Die Familie hatte eine Wohnung auf einem Bauernhof. Wenige Jahre später sollte Arthurs kleine Welt das erste Mal zerbrechen. Die Eltern ließen sich scheiden. Die Mutter zog mit den beiden Kindern zu ihren Eltern. Großmutter Ernestine konnte nur noch zwei Jahre für die Kinder da sein. Aber sie hat ihnen ein besonderes Erbe mitgegeben, was im folgenden Zitat zum Ausdruck kommt:


    „...Doch Zeit genug, um Arthur und seinem Bruder Fritz das Samenkorn des Glaubens in ihr Herz zu legen, das sie ihr ganzes Leben lang tragen würde...“


    Arthurs Kindheit und Jugend ist von Verzicht geprägt. Der begabte junge wird nie seinen Traumberuf lernen dürfen. Trotzdem geht er unverdrossen seinen Weg. Mit seinen Begabungen bringt er sich in der Kirchgemeinde ein. Ich erfahre, wie er seine zukünftige Frau Johanna kennenlernt. Die beiden bekommen vier Söhne. In der Zeit des Zweiten Weltkriegs bleibt er Mensch, auch im Umgang mit den Zwangsarbeitern. Politische Themen spielen in der Familie keine Rolle. Dafür fühlen sie sich durch den Glauben auch in schwerer Zeit getragen.

    Der Schriftstil lässt sich zügig lesen. Die große Schrift wirkt dabei angenehm. Als Besonderheit hat die Autorin die Tagebucheinträge des Großvaters und Briefe der Familie in die Geschichte eingefügt, natürlich in heutiger Schrift. Das gibt der Erzählung eine persönliche Note und ermöglicht mir als Leser einen Blick in die Gedankenwelt der Protagonisten. Der folgende Tagebuchausschnitt zeigt, dass Arthur über einen reichen Wortschatz und eine mit passenden Metaphern geschmückte Ausdrucksweise verfügte:


    „...Der warmen Sonne Strahlen in ihrem hellen Schein schufen reine Freude in unsrer Brust. Der wolkenreine Himmel ließ gar nicht zu, dass man ihn hätte jemals grau und unfreundlich sich denken können...“


    Doch auch ernste Themen und eine in die Tiefe gehende Auseinandersetzung mit dem Glauben finden sich in den Aufzeichnungen. So schreibt er:


    „...Nicht passives Verhalten, sondern aktives Sein ist Leben. Nicht der Glaube allein führt vorwärts, sondern die Tat...“


    In den Kriegs- und Nachkriegsjahren lebt die Familie das Geschriebene. Arthur denkt mit und verhindert so Unheil. Er bleibt selbst in Anfechtung seinen Überzeugungen treu.

    War der Krieg schlimm, so wurde der Frieden furchtbar, denn plötzlich waren sie Fremde im eigenen Land. Schlesien gehörte ab sofort zu Polen. Positiv ist mir aufgefallen, dass zwar die Angst vor der Roten Armee thematisiert wurde, aber die Soldaten als Menschen dargestellt wurden, nicht nur als Sieger. Im Mittelpunkt standen positive Erfahrungen und Glaubenserlebnisse.

    Zu besonderen Anlässen schreibt Arthur Gedichte. Sie zeugen von festem Glauben und Gottvertrauen, aber auch von gegenseitiger Liebe.

    In der Mitte des Buches befinden sich Fotos, die den handelnden Personen ein Gesicht geben und das Buch sehr persönlich machen.

    Im Anhang werden die ehemaligen deutschen Orte mit ihren heutigen polnischen Namen wiedergegeben.

    Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es macht eine Zeit lebendig, die für uns Nachgeborene schon weit in der Ferne liegt. Es zeigt aber auch, wie sich die Lebensverhältnisse seitdem geändert haben. Das sollte man beim Lesen nicht aus den Augen verlieren, wenn einem das eine oder andere ungewöhnlich vorkommt. Wenn Arthur beschreibt, wie sie in ihrer neuen Heimat im Schwarzwald nach ihrer Ausweisung aus Schlesien aufgenommen wurden, dann sind Parallelen zu aktuellen Ereignissen augenfällig.

    Kommentare: 4
    45
    Teilen
    anne_foxs avatar
    anne_foxvor 2 Monaten
    Familienbiographie

    Es ist die Familiengeschichte des Arturs der 1900 in Schlesien in eine intakte Familie geboren wurde und Johanna seiner Frau. Die Biographie erzählt über das Leben vor, im und nach dem Krieg, bis zu ihrer Flucht nach Deutschland, nachdem Schlesien ponisch wurde. Die Geschichte ist teilweise etwas langatmig durch die vielen Briefe des Sohnes an der Front zu seinen Eltern und zurück. Ich denke dieser Roman wird kein breites Pulikium erreichen, dafür ist es zu spezifisch, doch werden die vielen Auswanderer aus Schlesien sich hier bestimmt wiederfinden

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    JDaizys avatar
    JDaizyvor 2 Monaten
    das kostbare Vermächtnis der Großeltern zwischen zwei Buchdeckeln verwahrt

    "Wenn seine Eltern und Brüder auch nicht mit ihm gehen konnten, so gaben sie ihm doch etwas mit auf den Weg, das kein Geld der Welt aufwiegen konnte. Etwas, das er nicht in seinem Reisegepäck hatte, sondern direkt in seinem Herzen. Die Liebe, die Geborgenheit und die Gebete seiner Familie umhüllten seine Seele wie eine unsichtbare Schutzhülle und machten sie stark. Das grenzenlose Vertrauen zueinander gab ihm ein Gefühl tiefer Geborgenheit. Dann kam der Zug, und Günter trat seine unfreiwillige Reise in die Ungewissheit an. Kurz bevor Günter in den Zug einstieg, drehte er sich noch einmal zu Arthur um und sagte beinahe entschuldigend: "Weißt du Vatel, wenn ich dann vor einem Russe stehe, der vielleicht ein Vater ist wie du, kann ich ihn nicht erschießen. Seid mir bitte nicht böse, wenn ich dabei mein eigenes Leben verlieren sollte.""


    Als Christoph, der Cousin der Autorin die kleine Tür zur Dachschräge öffnet, ahnt er noch nicht welchen kostbaren Schätze ihn dort erwarten werden. Seit Jahrzehnten unberührt und verstaubt, findet er die blaue Handtasche der Großmutter mit Briefen, Gedichten, Feldpost, Zeichnungen und Fotos. Beim Durchschauen wurde schnell klar, dass diese Erinnerungen ihrer Großeltern für weitere Generationen nicht verlorengehen dürfen. Und so entstand die Idee zu diesem Buch.

    Schon der Titel könnte passender nicht sein: "Aus Opas Federhalter und Omas Handtasche - Erinnerungen an die geliebte Heimat". Auch das Cover weckte bei mir sofort Emotionen an meine eigenen Großeltern und ihre Geschichte(n).
    Zudem eignet sich das Buch wirklich hervorragend als Geschenk für die ältere Generation, die teilweise noch selbst den Krieg und die Flucht erlebt haben. Aber sicher auch für alle anderen Leser, die an wahren Rückblicken und Erinnerungen zu dieser Zeit interessiert sind.
    Wie gewohnt beim SCM-Verlag ist das Buch als Hardcover mit Lesebändchen hochwertig und hat zudem noch eine große Schrift, was ich als sehr angenehm empfand. Briefe, Gedichte und andere Zeitzeugnisse sind im Text kursiv gedruckt und deshalb sofort als solche zu erkennen. Manchmal hatte ich das Gefühl wirklich daneben zu stehen und Arthur, dem Opa über die Schulter zu schauen. Nicht selten entstanden bei mir Bilder im Kopf, weil diese Zeitzeugnisse im Original natürlich nicht authentischer sein können und man förmlich die Gefühle der Familienangehörigen beim Lesen spürt. Besonders die Zeit des Krieges und direkt danach, machten mein Herz oft schwer und ich habe mich immer wieder gefragt, ob wir bis heute nichts aus dieser Zeit gelernt haben. Denn das Thema ist brisanter denn eh und je: Krieg, Flucht und eine Heimat, die man zurücklässt. Dafür dann Ablehnung und noch mehr Gewalt für die Vertriebenen. Im Buch schreibt die Autorin, dass die Familie sogar Ablehnung von seitens der Kirche erfuhr; was für mich einfach unvorstellbar ist. Und was mich auch sehr berührt hat, war die Tatsache, dass Arthur und seine Familie als Christen sogar auf der Liste der Nazis und damit kurz vor ihrem Abtransport nach Auschwitz standen. Was für ein unglaubliches Glück, dass ihnen dies erspart blieb und Johanna vor der Vertreibung so umsichtig war, alle Dinge, die ihr viel bedeutet haben und die für sie kostbar waren, zusammengepackt, mitgenommen und wie ihren Augapfel behütet hat.

    Es gibt so viel in diesem Buch zu entdecken, neben den wirklich bewegenden Kriegserinnerungen gibt es auch humorvolle Momente, wie die Geschichten, wie aus Alfred Arthur wurde oder Johannas Begegnung mit dem vergrabenen Nußlikör. Oder Momente, die zu Herzen gehen, wie Arthur Liebe zu seinem Hannerl. Man spürt ihre Zuneigung und ihre Warmherzigkeit in jeder Zeile. Genau wie ihren festen Glauben an Gott als die unversiegbare Quelle ihrer Kraft. Denn, dass sie in so schwierigen Zeiten offen für alle Menschen, und trotz aller Not ehrlich und aufrichtig geblieben sind, ist nicht selbstverständlich, finde ich.
    Etwas das mir noch im Gedächtnis geblieben ist, ist die gute Balance die die Autorin schafft. Sie verurteilt nicht pauschal, sondern zeigt, dass in allen schweren Zeiten auch immer Platz für Gottes Gnade, Trost und Hoffnung ist und man nicht alle Menschen über einen Kamm schehren darf.


    Fazit:
    Eine Enkelin, die das Vermächtnis der Großeltern fortführt und aus ihren Hinterlassenschaften ein wunderschönes, berührendes Buch schreibt. Ein bewegendes Zeitzeugnis mit originalen Erinnerungen und Fotos, dass ich jeden gern ans Herz legen kann.

    Kommentieren0
    46
    Teilen
    LEXIs avatar
    LEXIvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Das beeindruckende Vermächtnis des Arthur Seidel in Form einer bewegenden Biografie!
    Ich habe mein Leben gut gelebt.

    Ich habe mein Leben gut gelebt.

    „Habe ich mein Leben richtig gelebt? Habe ich das erfüllen und tun können, was mir als Mensch als Lebensaufgabe gestellt worden ist? Mein Wunsch, Lehrer zu werden, erfüllte sich nicht. Aber der Wunsch, eigene Kinder zu erziehen, wurde mir doch erfüllt. Das ist das Glück meines Lebens.“ (Arthur Seidel)

    „Arthur stand achtzig Jahre lang auf der großen Bühne des Lebens, ohne jemals viel Worte gemacht zu haben. Im Stillen vertraute er sich seinen Tagebüchern an und schrieb sich alles von der Seele.“


    Diese Tagebücher bilden gemeinsam mit alten Briefen und Dokumenten das Vermächtnis des Arthur Seidel und stellen die Grundlage für diese beeindruckende Biografie dar. Gut verborgen und wie einen kostbaren Schatz behütet harrten sie in einer alten Handtasche auf dem Dachboden ihrer Entdeckung. Eine Handtasche, die Johanna Seidel ihr Leben lang wie ihren Augapfel gehütet und bei der Vertreibung aus ihrer Heimat Schlesien mitgenommen hatte.

    In äußerst einnehmendem Schreibstil erzählt Elke Ottensmann in diesem Buch die beeindruckende Geschichte ihres Großvaters, der einer schlesischen Bergarbeiterfamilie entstammte. Untermalt von Tagebucheinträgen und Briefen, die allesamt in kursiver Schrift dargestellt wurden, gewährt sie ihren Lesern tiefe Einblicke in die Lebensumstände von Arthur Seidels Kindheit, der Zeit vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg und den Schicksalsschlägen, aber auch den vielen Bewahrungen, die Arthur im Laufe seines langen Lebens erfahren hat.

    Elke Ottensmann ist es hervorragend gelungen, die historischen Ereignisse der damaligen Zeit mit jenen ihrer Familie zu verweben. Sie beschreibt Arthur als fleißigen Schüler und wohlerzogenen Sohn, dessen größter Traum es war, Lehrer zu werden. Sie erzählt vom Kennenlernen seiner Frau Johanna, die Geburt der Kinder bis hin zum Ausbruch des Weltkrieges und den damit verbundenen schweren Zeiten, die auf die Familie zugekommen sind. Man bangt und leidet an der Seite Arthurs, als sein Sohn Günter im zarten Alter von nur siebzehn Jahren zur Wehrmacht einberufen wird und erlebt diese schlimmen Jahre aus der Sicht des tiefgläubigen Arthurs mit.

    Die Familienmitglieder waren sehr authentisch beschrieben und wuchsen mir im Verlauf der Seiten immer mehr ans Herz. Besonders beeindruckend empfand ich neben Arthur auch dessen gütige und liebevolle Großmutter Ernestine, die stets ein offenes Ohr für andere hatte und sehr beliebt war. Als überzeugte und tief gläubige Christin legte sie durch ihre Barmherzigkeit, ihre Nächstenliebe und durch die Art, wie sie ihr Leben lebte, den Grundstein für Arthurs Glauben. Zahlreiche Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Familienmitglieder tragen dazu bei, sich noch intensiver auf die Protagonisten dieses Buches einzulassen.

    Ich danke der Autorin für die Bewahrung des kostbaren Erinnerungsschatzes ihres Großvaters in Form dieser tief berührenden Lektüre, die mir ausgezeichnet gefallen hat und die noch lange in mir nachwirken wird.

    Kommentieren0
    15
    Teilen
    N
    Noah1960vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein wunderbares Buch, das von der ersten Zeile an lebendig wird!
    Kommentieren0
    H
    Happyboyvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Super Buch!
    Kommentieren0

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    Arwen10s avatar
    Schon das Vorwort lässt erahnen, welch reicher Schatz sich hinter den wahren Erlebnissen dieses Buches verbirgt. Diese Leserunde findet in Begleitung der Autorin statt. Zusätzlich wird es noch eine Fragerunde geben, wo ein Teil der Bücher für die Leserunde verlost wird. Ich danke dem SCM Verlag für die Unterstützung der Leserunde.


    Elke Ottensmann Aus Opas Federhalter und Omas Handtasche




    Aus Opas Federhalter und Omas Handtasche



    Zum Inhalt:


    Waldenburg, Schlesien – 1900, ein kleiner Junge erblickt das Licht der Welt. Arthur, der eigentlich Alfred heißen sollte, wird ein ereignisreiches Leben haben. Mit seiner großen Liebe Johanna meistert er die dunklen Tage des Zweiten Weltkriegs und die Zeit danach. Immer wieder erleben die beiden Bewahrung und Wunder, und selbst in den dunkelsten Zeiten gibt es manche Lichtblicke. So sorgen eine ausgegrabene Likörflasche sowie ein Oberst im Schlafanzug für Heiterkeit auf lange Zeit. Fröhliche Lesestunden sind garantiert.


    Leseprobe:


    https://www.scm-haenssler.de/media/import/mediafiles/PDF/395845000_Leseprobe.pdf


    Infos zur Autorin:

    Elke Ottensmann, 1968 in Alpirsbach geboren, lebt heute mit ihrer Familie in der Nähe von Kaiserslautern. Sie schreibt am liebsten über das wahre Leben.




    Falls ihr eines der 8 Exemplare gewinnen wollt, bewerbt euch bis zum 30. Juli 2018, 24 Uhr hier im Thread mit einem Eindruck zur Leseprobe. 


    Ein zusätzlicher Hinweis: Das Buch ist in Großer Schrift gedruckt.





    Wichtige Hinweise zu eurer Bewerbung:



    Ein Gewinn verpflichtet innerhalb von ca 4 Wochen nach Erhalt des Buches zum Austausch in der LR mit den anderen Teilnehmern über alle Leseabschnitte sowie zur Veröffentlichung einer Rezension, die möglichst breit gestreut werden soll.
    Bewerber mit privatem Profil , erwiesene Nichtleser , sowie jene ohne Rezensionen werden nicht berücksichtigt.


    Bitte beachtet, dass es sich hierbei um eine CHRISTLICHE LESERUNDE handelt, das bedeutet , dass das Buch ist in einem christlichen Verlag erschienen ist und so spielen christliche Werte im Buch eine wichtige Rolle. Dieser Hinweis ist für Leser, die kein christliches Buch lesen möchten. Es darf immer jeder mitlesen !

    Ich freue mich auf eure Bewerbungen.

    Wer mit einem eigenen Exemplar bei dieser Leserunde mitlesen möchte, ist natürlich herzlich willkommen.


    ACHTUNG : ICH HABE LEIDER DAS PROGRAMM ZUM LESEN DER ADRESSEN NICHT UND BENÖTIGE VON DAHER EURE ADRESSEN NACH DER AUSLOSUNG. AUCH WENN IHR EURE ADRESSEN BEI DER BEWERBUNG SCHON ANGEBT.

    ICH GEHE DAVON AUS, DASS DIE BEWERBER DEN TEXT LESEN. ES ERFOLGT DAHER VON MIR KEIN ANSCHREIBEN NACH DER AUSLOSUNG ! ICH BITTE UM VERSTÄNDNIS, DASS ICH KEIN BUCH VERSCHICKEN KANN,WENN ICH KEINE ADRESSE ERHALTE.


    Diese Regelung gilt nur bei mir und hat nichts mit Lovelybooks zu tun.



    Zur Leserunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks