Das Buch „Nachbarinnen“ von Ella Danz beschreibt in jeweils eigenen Abschnitten die derzeitige Lebenssituation von vier sehr unterschiedlichen Frauen, die Tür an Tür in einem Mietshaus in Berlin wohnen. Ich lerne die junge Jenny kennen, die verzweifelt versucht schwanger zu werden und damit schnell die Beziehung zu ihrem Mann aufs Spiel zu setzen scheint. Dann haben wir Vera, die eigentlich mit ihrem Mann noch so viel vorhatte, bis ihn ein Schlaganfall von jetzt auf gleich außer Gefecht setzt und er zu Veras Pflegefall wird. Die quirlige Tanja weiß oft nicht, wo ihr der Kopf steht mit ihren drei Kindern, dem afghanischen Mitbewohner und dem durch seine häufige Abwesenheit glänzenden Dylan, Vater ihres jüngsten Sprosses. Last but not least ist da noch die hübsche aber recht unnahbare Frederike, die mit ihrem Mann Thomas und dem ewig kränkelnden kleinen Sohn das Schlusslicht bildet.
Der Roman beleuchtet die jeweiligen Beziehungen der Frauen in ihren eigenen Familien aber auch die Dynamik des Zusammenlebens mit den anderen Parteien im Haus. Schicht für Schicht deckt die Autorin Geheimnisse auf, lässt die Frauen zusammen lachen und weinen und zeigt auf, wie wenig man sich doch gegenseitig zu kennen scheint.
Leider konnte mich das Buch nicht so tief berühren, wie ich es mir gewünscht hätte. Immer mehr empfand ich es beim Lesen eher als eine Aneinanderreihung von Abschnitten und nicht wirklich als runde Geschichte. Die sehr ruhige Erzählweise hätte ein wenig mehr Tempo vertragen können, damit die zum Teil doch recht tragischen Ereignisse mehr an Gewicht gewonnen hätten. Ich vergebe für „Nachbarinnen“ deshalb 3,5 von 5 möglichen Sternen.























