Ella Zeiss

 4.7 Sterne bei 30 Bewertungen
Autor von Wie Gräser im Wind, Von Hoffnung getragen und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Wie Gräser im Wind: Tage des Sturms 1

 (1)
Neu erschienen am 15.11.2018 als Hörbuch bei Audible Studios.

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Wie Gräser im Wind

Wie Gräser im Wind

 (20)
Erschienen am 09.05.2018
Von Hoffnung getragen

Von Hoffnung getragen

 (9)
Erschienen am 30.05.2018
Das Glück hat viele Seiten

Das Glück hat viele Seiten

 (0)
Erschienen am 31.07.2019
Wie Gräser im Wind: Tage des Sturms 1

Wie Gräser im Wind: Tage des Sturms 1

 (1)
Erschienen am 15.11.2018

Neue Rezensionen zu Ella Zeiss

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Rezension zu "Wie Gräser im Wind" von Ella Zeiss

es kann der Frömmste nicht in Frieden leben...
susanneschatzvor 15 Tagen

Wie Gräser im Wind ist der erste Band der Dilogie Tage des Sturms von Ella Zeiss. Es geht darin um eine bewegende Familiengeschichte in einem sehr bewegenden Kapitel der sowjetischen Geschichte. 1930 wütet das Sowjetregime mit Enteignungen und Verhaftungen in den ehemals wohlhabenden deutschen Dörfern der Krim. Jeder, der noch Land oder Einfluss hat, schwebt in Gefahr. Wilhelm Scholz weigert sich, seinen letzten Grundbesitz an den Staat zu überschreiben. Mitten in der Nacht zerren bewaffnete Männer ihn, seine Frau Anna und ihre kleinen Kinder aus dem Haus. Die Familie wird in die eisige Wildnis des Hohen Nordens gebracht und Baumfällarbeiten zugeteilt. Inmitten von Hunger, Krankheit und klirrender Kälte kämpfen Anna und Wilhelm ums Überleben und um einen Platz in der neuen Weltordnung. Samuel Pfeiffer entgeht einem ähnlichen Schicksal nur durch eine rechtzeitige Flucht. In einer Nacht- und Nebelaktion verlässt er mit seiner Familie das Dorf und lässt alles zurück. Doch die Verschnaufpause währt nicht lang. Als deutscher Lehrer wird er immer wieder verfolgt und denunziert.
Mich haben die Charaktere und die emotionale Sprache des Buches sehr bewegt. Wenn man sich vor Augen führt, dass so etwas wirklich geschehen ist, ist es sehr bedrückend zum Lesen. Ich mag die starken Charaktere, die trotz aller Widrigkeiten nicht aufgeben. Der Kampf ums Überleben ist in jedem Wort spürbar. Trotzdem oder gerade deswegen war ich sehr von diesem Buch begeistert. Ich kann es allen empfehle, die Geschichten mit historischen Hintergrund lieben. Ich werde ganz sicher auch den zweiten Teil lesen.

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Rezension zu "Wie Gräser im Wind" von Ella Zeiss

Erschütternd
tinstampvor 24 Tagen

Die Autorin hat in ihrem Roman die Lebensgeschichte ihrer Großeltern festgehalten und daraus eine äußerst bewegende Geschichte geschaffen.
Während in Deutschland 1930 die Rechtspopulisten immer mehr an Stärke gewinnen, wütet in der Sowjetunion das Regime. Mit der stalinistischen Regierung fällt der Startschuss zur Verfolgung und Eliminierung deutschstämmiger Christen, beginnend auf auch heute wieder umkämpften Halbinsel Krim.
Mitten in der Nacht werden willkürlich Menschen aus ihren Häusern geholt, die nie wieder gesehen werden. "Politische" Säuberungen und Massenexekutionen sind Gang und Gäbe.
Mit der Familie Scholz, Vater Wilhelm, seiner Frau Anna und den Kinder Erich, Rita und Yvo erleben wir die Zwangsrnteignung und die Vertreibung aus ihrer Heimat. Im Arbeitslager in Sibirien wartet ein Leben voller Entbehrungen, unwirtlicher Kälte, Hunger, Krankheiten und Tod auf sie. Beim Lesen begann auch mich zu frieren, denn nicht nur den Scholzes erwartet unermessliches Leid. Hunderttausende von deutschstämmigen Russen wurden eliminiert oder verbannt.
Auch die deutschstämmige Familie Pfeiffer, die im Nordkaukasus lebt, erfährt ein ähnliches Schicksal. Samuel Pfeiffer ist Lehrer und nur durch seine rechtzeitige Flucht entgeht er dem Erschießungskommando. Doch auch in der Fremde werden die Pfeiffers immer wieder denunziert und enteignet.

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verschlechtert sich die Situation der deutschstämmigen Russen. Sie werden durch den Angriff der Deutschen auf Russland zusätzlich Feinde im eigenen Land. Gefangen zwischen ihrem Glauben, der Sprache und Bräuchen, die ihre Vorfahren, die sich unter Katharina I. ansiedelten, aus Deutschland überlieferten und ihren russischen Wurzeln, stehen sie zwischen den beiden Ländern.

Unwillkürlich fragt man sich beim Lesen, wie viele Schicksalsschläge ein Mensch ertragen kann. Immer wieder bauen sich die beiden Familien, die nur zwei Schicksale von Tausenden aufzeigen, ein neues Zuhause auf, bis sie wiederum vertrieben und enteignet werden. Sie sind vollkommen der Willkür des politischen Systems ausgeliefert. Dabei empfand ich besonders Anna Scholz als unglaublich starke Persönlichkeit. Sie ist eine sehr mutige und engagierte Frau, die versucht aus jeder noch so misslichen Lage etwas Gutes zu schaffen. Ihre uneigennützige Hilfsbereitschaft, der unermessliche Einsatz für ihre Familie und der Zusammenhalt in größter Not macht sie zu einer starken Protagonistin.
Auch die Kinder müssen früh mit Entbehrungen kämpfen. Besonders die Allerkleinsten sind oft zu schwach, um in dieser unwirtlichen Gegend zu überleben. Des Öfteren hatte ich beim Lesen Tränen in den Augen und hoffte und bangte um das Überleben der einzelnen Protagonisten.
Alle Figuren, bis hin zu den Nebencharakteren, sind authentisch und gut ausgearbeitet.

Das Ende ist teilweise offen und so freue ich mich schon auf den Folgeband, den wir gemeinsam ab dem 18. Januar lesen werden.

Mir war die Verfolgung und Enteignung der Deutschrussen bereits aus dem Roman "Roter Herbst in Chortitza: Nach einer wahre Geschichte" von Tim Tichatzki bekannt. Auch er hat die Lebenserinnerungen seiner Schwiegermutter in einem Roman verarbeitet, der bereits 1919 mit dem Sturz des Zaren beginnt und mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges zum Abschluss kommt.

Schreibstil:
Ella Zeiss, auch bekannt unter dem Namen Elvira Zeißler, beschreibt sehr anschaulich und mit viel Empathie die Schicksale dieser beiden Familien. Die sehr intensive Geschichte nimmt einem beim Lesen mit. Man ist tief berührt und erschüttert. Die Figuren sind lebensnah gezeichnet.
Der Schreibstil ist flüssig und mitreißend.

Fazit:
Ein berührender und aufwühlender Roman über die Zwangsenteignungen der Deutschrussen unter Stalin. Ein wichtiges zeitgeschichtliches Thema, das nur sehr wenig bekannt ist, wurde in diesem ersten Band der Dilogie von der Autorin mit viel Empathie erzählt. Ich gebe sehr gerne eine Leseempfehlung und freue mich auf Teil 2.

Kommentare: 1
40
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W

Rezension zu "Wie Gräser im Wind" von Ella Zeiss

Ein sehr bewegendes Buch
wildberryvor 25 Tagen

Sehr schönes nostalgisches Cover und finde es auch sehr passend zur Story .
Eine wahnsinnig bewegende Geschichte mit vielen Emotionen die  mich so schnell nicht loslässt .
Dies ist das erste Buch das ich von der Autorin gelesen habe.
Bin total begeistert von ihrem Schreibstil.
Ich war direkt in der Story drin und konnte mir bildlich alles sehr gut vorstellen durch die ausführliche Beschreibungen der Protagonisten sowie der Handlungsorte.
Werde demnächst auch den zweiten Band lesen.

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