Ellen Kuhn

 4,7 Sterne bei 10 Bewertungen
Autorenbild von Ellen Kuhn (©Privat)

Lebenslauf

Ellen Kuhn, geboren 1986, aufgewachsen im Raum Stuttgart, lebt als Kosmopolitin und digitale Nomadin mit ihrem Lebensgefährten in unterschiedlichen Ländern rund um den Erdball.Ellen Kuhn ist Autorin, Bloggerin, Foto-Künstlerin und Unternehmerin. Nach einem Betriebswirtschaftsstudium arbeitete sie einige Jahre als Managerin im Bereich Gesellschaftliche Verantwortung in einem internationalen Unternehmen, bevor sie sich in die Selbstständigkeit wagte. Das Studium fremder Kulturen ist zu einem Lebensinhalt geworden. Sie liebt es, die Welt auf den Ebenen der Psychologie, Soziologie und Philosophie zu durchdringen.

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Neue Rezensionen zu Ellen Kuhn

Hilfreiche Impulse für so gut wie jede Person

Ich bin mit großen Erwartungen an dieses Buch herangegangen – und wurde nicht enttäuscht. Ellen Kuhn schafft es auf wunderbare Weise, Fachwissen, ihre eigene Expertise und Erfahrungsberichte von anderen Menschen zu einem lebendigen Ganzen zu verbinden. Für mich war das Lesen fast wie ein kleines Experiment oder ein Abenteuer, und ich bin total beseelt, weil das Buch noch viel mehr bietet, als ich erwartet hatte.


Die Sprache der Autorin ist besonders wohlwollend und einladend. Sie verschönigt nichts, spricht schwierige Themen klar an, begleitet die Lesenden aber zugleich mit Fürsorge. Man merkt deutlich, dass sie einen an die Hand nimmt und Schritt für Schritt durch die komplexe Welt des Gesehenwerdens führt. Dabei wird man immer wieder aktiv zum Mitdenken angeregt. Besonders hilfreich sind die Reflexionsfragen am Ende jedes Kapitels – man kann das Buch fast wie ein Workbook nutzen und wirklich bei sich selbst ankommen.


Inhaltlich ist das Buch unglaublich reichhaltig. Ellen Kuhn greift aktuelle Themen wie Social Media, KI, Beziehungsdynamiken und gesellschaftliche Veränderungen auf und verknüpft sie mit psychologischen Theorien, Modellen und Erkenntnissen zahlreicher Expertinnen und Experten. Es ist beeindruckend, wie viele Perspektiven hier Platz finden. Wer möchte, kann sich genau die Inhalte herauspicken, die einen selbst besonders ansprechen. An manchen Stellen hätte ich mir ein bestimmtes Thema vielleicht noch etwas tiefergehend gewünscht, aber bei über 400 Seiten ist das Buch ohnehin schon sehr umfassend.


Ich kann es von Herzen empfehlen. Im Blick der anderen regt nicht nur zum Nachdenken an, sondern berührt und bewegt. Ich würde das Buch nicht in einem Rutsch durchlesen, sondern mir Zeit für einzelne Kapitel und die Reflexionsfragen nehmen. Nur so entfaltet es für mich seine volle Wirkung.


Berührende Tiefe statt Glückskeks-Sprüche

Gehören Sie auch schon der Selbsthilfegruppe für Ratgeber-Frustrierte an? Soviel vorweg: Ellen Kuhn gibt dafür keinen Anlass. Im Gegenteil.

Der Anteil der sogenannten Ratgeber-Literatur beträgt auf dem deutschen Markt immerhin 10 bis 15 Prozent. Dabei ist die Erfahrungsendlos-Schleife bei diesen Büchern doch eigentlich immer die gleiche: Die Titel versprechen das sofortige Lösen des Problems in Rekordzeit, am besten sogar aller Probleme. Der Weg dorthin ist von Affirmationen im Befehlston gepflastert, die kein Nachdenken und keinen Widerspruch zulassen („Sei Du selbst. Sei die beste Version Deiner selbst. Sorge Dich nicht, lebe. Vergleiche Dich nicht. Sei unvergleichlich. Du musst unbedingt …“ Und unendlich viele mehr). Das empfinden erstaunlich viele Menschen als primär angenehm, da es vordergründig Sicherheit vermittelt, Komplexität reduziert, das Leben also scheinbar einfacher macht. Bis das böse Erwachen folgt – hat doch nichts gebracht. Aber da wartet ja schon der nächste Wunder-Guru mit dem nächsten Ratgeber.

Was für eine Wohltat, wenn man in diesem Szenario ein Buch von Ellen Kuhn in die Hände bekommt.

Nach Ihrem Erfolgsbuch „Erfüllendes Mutterglück oder kinderlose Freiheit – mein Weg zur Entscheidung“ war man schon gespannt, welchem schwierigen, aber immer aktuellen Thema Sie sich – nach einem kurzen Intermezzo über einen Essay-Band – wohl als Nächstes widmen würde. Im Sachbuch „Im Blick der Anderen: Die Kunst, sich gesehen zu fühlen“ bekommt man genau die Ellen Kuhn, die man im ersten Buch so schätzen gelernt hat. 

Wer hat sich noch nie mit dem Gefühl konfrontiert gesehen, dass man für manche oder viele um sich herum unsichtbar ist, nicht wahrgenommen wird, egal was man tut? Während anderen die Herzen ohne großes Zutun einfach nur zufliegen. Gesehen werden zu wollen, gehört ohne jeden Zweifel zu den grundlegendsten menschlichen Bedürfnissen. Viele wissen das, viele leugnen es, viele leiden darunter, viele driften ab in abstruse Verhaltensweisen, nur weil fehlende Anerkennung, fehlende Resonanz, fehlende Spiegelung am Selbstwert und an der gesamten Persönlichkeit zehren. Manchmal Tag um Tag, nicht selten Jahr um Jahr, vielleicht sogar lange Phasen des Lebens. „Wie die Sehnsucht nach Anerkennung unser Selbst formt“ ist folgerichtig ein weiterer Untertitel des Buches. 

Erst wenn man dieses Buch liest, erkennt man, wie facettenreich dieser Themenkomplex eigentlich ist. Kuhn geht trotz tiefschürfender Materie mit erfrischender Leichtigkeit zum Beispiel darauf ein, was wir wirklich brauchen, was Applaus und Bewunderung mit uns machen, wie es zu verletzenden und gar toxischen Beziehungen kommen kann, was Lob und Belohnung mit uns machen können, welche Bedeutung soziale Medien in diesem Gefüge haben und wie Liebe und Sex ganz ausgeprägt mit dem Gesehenwerden zusammenhängen können. Und vieles, vieles mehr.

Trotzdem wird das Buch nie langweilig. Das liegt zum einen an der guten Gliederung und Proportionierung und vor allem auch an den immer wieder eingestreuten Berichten von Betroffenen, in denen man sich mehr als einmal wiederfindet. Und an den Fragen, mit denen sie ihre Leserschaft direkt einbindet. Sogar kurze Ausflüge in die dazugehörigen Aspekte der Philosophie (einschließlich fernöstlicher Perspektiven wie des Konfuzianismus, des Daoismus und des Zen-Buddhismus) und der Psychotherapie wirken nie trocken, sondern immer stimmig und zusätzlich erhellend.

„Das Thema ist komplex, vielschichtig und oft widersprüchlich. Eine einfache Antwort würde ihm nicht gerecht“, schreibt die Autorin in ihrer Einleitung. 

Wenn man ihr Buch gelesen hat, hat man durch den Reflexionsprozess, den Kuhn mit Ansage intendiert, vielleicht noch nicht alle Probleme gelöst. Aber man ist sich selbst ein großes Stück näher gekommen.

Eine Entscheidungshilfe, die alles berücksichtigt und alles akzeptiert.

Dieses Buch hilft einem die große Entscheidung, Kind Ja oder Nein, möglichst genau und vor allem individuell von allen Seiten zu betrachten, um sie möglichst nicht bereuen zu müssen.
Was gewinnt man, was verliert man. Auf was muss ich mich einstellen. Dabei ist die Autorin ungemein ausführlich und gibt einem viel zum Nachdenken und auch ein paar Anregungen hinter Fassaden und Wünsche zu gucken.
Es werden sowohl theoretische und als auch empathische Ansätze gegeben, sich selbst und seine Wünsche und Fähigkeiten zu hinterfragen und zu evaluieren, mit welcher Entscheidung man eventuell am glücklichsten wird. Dabei steckt in jedem Thema nicht nur eine nüchterne, sondern auch eine emotionale Betrachtungsweise: Familien-Systeme, das eigenen und allgemeine Umfeld, allmöglichen Beziehungen, Studien, Rollenverteilung, Phasen der Kindererziehung, Gesellschafterwartung und viel, viel mehr. Es wird auch neben allen Fakten und Aspekten und abseits aller Logik versucht, die Gefühle mit Kind und ohne zu verstehen, widerzuspiegeln und zu deuten. Dabei geht es dann auch um Sinnerfüllung, Erfahrungsberichte anderer Personen, Blickwinkel und Gedankenexperimente.
 Es wird das Kleine, aber auch das große Ganze beleuchtet. Es gibt neutrale Blickwinkel auf Emotionen, aber auch emotionale Blickwinkel auf sachliche Strukturen und dann auch noch Punkte, an denen alles zusammentrifft. 

Die Recherche zu diesem Buch muss ziemlich umfangreich gewesen sein. Gefühlt jedes Detail, welches man bedenken sollte, wird wenigstens mal angeschnitten. Und dennoch wird nicht außer Acht gelassen, dass man sein Leben eben nicht in einer Excel-Tabelle vorkalkulieren kann.
 Nebenher gibt es immer noch klar abgegrenzte persönliche Erfahrungen, Beispiele oder Einschätzungen der Autorin. Die persönliche Wertung ist immer klar abgegrenzt.

Ich muss zugeben, der Buchsatz ist ein wenig schwierig zu lesen. Dazu noch die eloquente Ausdrucksweise und die Flut an Informationen und Themen. Das macht aus dem Buch nicht gerade eine „leichten Kost“. Aber diese Entscheidung ist auch eben nicht leicht oder einfach. Dieses Buch und diese Gedanken brauchen Zeit. Um eine Entscheidung zu treffen, braucht es eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema und die ist hier definitiv gegeben.

Am Ende bleibt die Entscheidung einem natürlich selber überlassen. Das Buch drückt einen in keine Richtung. Es gibt dir nur alle nötigen Infos, die du brauchst, um sie bewusst zu bedenken. Wenn man eine umfassende Entscheidungshilfe sucht, dann ist das dieses Buch ziemlich perfekt. Alle Gedanken, die man zu dem Thema durchgehen sollte, sind irgendwie enthalten und alle Faktoren werden erwähnt. Die Auswertung des ganzen Themas ist individuell vom Leser abhängig.

Nehmt euch Zeit dafür und lasst es sacken.

Gespräche aus der Community

Ein reflektierendes Sachbuch über Anerkennung, Identität und Selbstwert. Wir alle möchten gesehen werden. Doch was bedeutet das wirklich? Diese Leserunde lädt zu einer gemeinsamen Entdeckungsreise ein. Es ist kein klassischer Ratgeber, sondern eine Möglichkeit, tiefer über den Blick der anderen und über sich selbst nachzudenken. Verlost werden 10 Taschenbücher. Ich freue mich auf Eure Bewerbungen!

94 BeiträgeVerlosung beendet
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Letzter Beitrag von  tob82

Danke für die schnelle Antwort.

Nochmal zu Jaspers: ich erinnere mich, dass ich mal gelesen hatte, dass Jaspers 4? Zugänge zur Philosophie sieht. Ist das in diesem Text? Und was waren die Zugänge nochmal? Staunen wie bei den Vorsokratikern, Zweifel wie bei Descartes, Die existentielle Erfahrung wie bei Kierkegaard etc. und gab es noch einen 4. Zugang?


Alles in einem Buch!

Das Buch fasst Kriterien der Entscheidung für oder gegen ein Kind auf dem Boden persönlicher Erfahrungen von Ellen Kuhn und anderen Betroffenen zusammen. Es enthält darüber hinaus aber auch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und bietet umfassende Hilfestellung bei der differenzierten Auseinandersetzung mit dem Thema Kind. Ein Ratgeber aus unterschiedlichsten Blickwinkeln. 

78 Beiträge
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Letzter Beitrag von  Ellen_Kuhn

Liebe Anna, herzlichen Dank für Deine Rezension. Ich habe mich sehr darüber gefreut! Du hast alle wesentlichen Aspekte, die mir wichtig waren, treffend und einfühlsam auf den Punkt gebracht. Da ich gerade mit anderen Projekten beschäftigt bin, habe ich mich durch Deine Worte wieder einmal intensiv mit dem Buch verbunden, das war ganz wunderbar.

Alles in einem Buch!

Das Buch fasst Kriterien der Entscheidung für oder gegen ein Kind auf dem Boden persönlicher Erfahrungen von Ellen Kuhn und anderen Betroffenen zusammen. Es enthält darüber hinaus aber auch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und bietet umfassende Hilfestellung bei der differenzierten Auseinandersetzung mit dem Thema Kind. Ein Ratgeber aus unterschiedlichsten Blickwinkeln. 

32 BeiträgeVerlosung beendet
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Letzter Beitrag von  dido_dance

Vielen Dank. dass ich die Möglichkeit hatte dieses Buch zu lesen.

Es hat mir einiges an Argumentatioshilfen geliefert.

Hier der Link zu meiner Rezension bei Lovelybooks

https://www.lovelybooks.de/autor/Ellen-Kuhn/Erf%C3%BCllendes-Muttergl%C3%BCck-oder-kinderlose-Freiheit-Mein-Weg-zur-Entscheidung-3004673076-w/rezension/3330783687/

Diese habe ich wortgleich auch bei Amazon, Thalia und Hugendubel hinterlassen.

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