Ellen Marie Wiseman Die bittere Gabe

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Inhaltsangabe zu „Die bittere Gabe“ von Ellen Marie Wiseman

Noch nie im Leben durfte die zehnjährige Lilly ihre Kammer auf Blackwood Manor verlassen. Die Menschen würden bei ihrem Anblick zu Tode erschrecken, so ihre Mutter. Umso erstaunter ist das Mädchen, als sie eines Tages mit in den Zirkus darf. Doch statt eine Vorstellung zu bestaunen, wird Lilly an die Freakshow verkauft und fortan als »Eisprinzessin« ausgestellt. Ihr Schicksal bessert sich erst, als sie entdeckt, wie gut sie mit den Elefanten umgehen kann. Aber erst zwanzig Jahre später wird ihr hartes Los gesühnt ...

Die Geschichte hat mich ziemlich mitgenommen und zu Tränen gerührt. Wird mir so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen.

— Barbarella1209

Interessante Geschichte die gut Unterhält und auch schwierige Themen aufgreift. Aber an viellen Stellen sehr überzeichnet.

— Nenatie

Ein gut zu lesendes Buch, leider hat es mir etwas an Inhalt und Spannung gefehlt.

— JulieMalie

Eine außergewöhnliche Geschichte mit besonderen Charakteren!

— Selin1414

Fast perfekt <3

— LeseBlick

Eine unglaublich mitfühlende und ergreifende Geschichte! Mein Herz ist am Ende gebrochen! <3

— TraumTante

Ein Buch mit einer außergewöhnlichen Thematik. Gefühlvoll, sensibel und mitreißend von der ersten bis zur letzten Seite!

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Ein wunderbares Buch, spannend, dramatisch und sehr gut geschrieben. Für Tierfreunde allerdings einige sehr schlimme Szenen.

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  • Das Leben, das ihr gegeben wurde

    Die bittere Gabe

    MikkaG

    13. April 2018 um 09:01

    Der Klappentext verspricht eine originelle Geschichte, die sowohl Unterhaltung als auch Tiefgang zu bieten hat. Der wichtigste Schauplatz, ein Wanderzirkus in den 30er und 40er Jahren, und die kindliche Protagonistin, die an dessen ‘Freakshow’ verkauft wird, lassen erwarten, dass das Buch ein gleichermaßen sozialkritisches wie spannendes Thema aufgreift: das Leben von Menschen, die in dieser Zeit aufgrund ihrer empfundenen Andersartigkeit als Außenseiter gebrandmarkt wurden. Die Handlung wird dabei auf zwei Zeitebenen erzählt: in einer davon folgt der Leser Lillys Werdegang im Zirkus, in der anderen den Erlebnissen von Julia, die zwei Jahrzehnte später Lillys Elternhaus erbt und deren außergewöhnliches Leben aus einem anderen Blickwinkel recherchiert. An sich die perfekte Grundlage für ein ebenso außergewöhnliches Buch! Leider konnte es meine hohen Erwartungen dennoch nicht erfüllen. Zum Teil liegt das meines Erachtens am Schreibstil – zwar werden einige der Zirkusszenen in bunten Details geschildert, der Stil wirkte auf mich über weite Strecken jedoch sehr einfach, flach und fast schon leblos. Die Autorin bedient sich außerdem eines Stilmittels, das für meinen Geschmack überreizt wird: oft stellen sich Lilly und Julia in Gedanken Fragen oder rufen sich ausführlich in Erinnerung, was vorgeht – und erklären es so indirekt dem Leser. Vieles hätte ich mir lieber durch lebendige Beschreibung der Geschehnisse selber erschlossen! Die ‘Freaks’ werden immer wieder mit ihren vollen Zirkustiteln genannt. Ich vermute, dass die Autorin damit zeigen möchte, wie sehr diese Menschen von der Gesellschaft auf ihre Andersartigkeit reduziert werden, aber stattdessen tut es genau das und verhindert, dass der Leser die Persönlichkeiten hinter den Klischees kennenlernt. Ich hätte mir gewünscht, dass die Geschichte bewusst aus diesem sozialen ‘Käfig’ ausbricht. Zitat: “Dolly, die schönste dickste Frau der Welt, und Penelope, die singende Zwergenfrau, saßen in dem Waggon auf Holzkisten, lachten und wedelten sich mit Papierfächern Luft zu. Dina, die lebende halbe Frau, trug ein Stirnband, das mit Federn geschmückt war, sowie eine mit Pailletten besetzte Bluse und rauchte eine Zigarette, während sie auf  einem umgedrehten Weinfass hockte und sich mit Spear, dem lebenden Skelett, unterhielt.” Aber nicht nur die ‘Freaks’ bleiben dadurch eindimensional. Besonders die Widersacher zeigen beinahe ausschließlich ‘böse’ Eigenschaften. Aber auch Lilly und Julia selber konnten mich nicht gänzlich überzeugen. Die Darstellung von Lilly fand ich geradezu bedenklich: es wird immer wieder betont, wie anders sie ist, gleichzeitig wird ihre Andersartigkeit geschönt, idealisiert, romantisiert, als wäre sie nur dann akzeptabel. Lillys Rolle in diesem Drama scheint sich darauf zu beschränken, zu leiden, zu leiden und noch mehr zu leiden – und dabei wunderschön auszusehen. Sie ist auf absurd übertriebene Weise perfekt, und damit wird ihre Erkrankung zum bloßen Gimmick. Zitat: »Du undankbare Ausgeburt des Teufels!«, schrie Momma. »Wie oft habe ich dir schon gesagt, dass du nicht an mir zweifeln sollst?« »Es tut mir leid, Momma«, rief Lilly weinend. Momma trat ihr mit dem Fuß in die Seite. »Was habe ich getan, dass ich mit dieser Plage gestraft bin?«, zischte sie. »Jetzt runter auf die Knie und beten!« »Aber Momma…« Lilly schluchzte so heftig, dass sie nicht aufstehen konnte und kaum Luft bekam. Haarsträhnen fielen ihr ins Gesicht, während sie zum Bett kroch und sich daran hochzog.” Ich habe mich gefragt, wie Lilly, die einen Großteil ihrer Kindheit isoliert und eingesperrt verbracht hat, ihre Sozialkompetenz entwickeln konnte. Wieso sie einen ganz normalen Wortschatz hat. Wie es kommt, dass sie offensichtlich vollkommen gesund ist, trotz Mangels an Sonnenschein, Bewegung und frischer Luft. Julia hingegen ist in meinen Augen wenig überzeugend, weil sie sich benimmt wie eine junge Frau in der heutigen Zeit und dieses Verhalten auch weitgehend akzeptiert wird. Ich musste mir mehr als einmal in Erinnerung rufen, dass ihr Teil der Geschichte in den 50er Jahren spielt. Mir fehlte das Gefühl, dass die Charaktere sich im Laufe der Geschichte wirklich weiterentwickeln – und dass es einen Handlungsbogen gibt, der über Leid und Unglück hinausgeht. Das Ende war für mich nicht schlüssig oder glaubhaft, auf keiner der beiden Zeitebenen. | FAZIT | Die kleine Lilly wird in den 30er Jahren an eine Freakshow verkauft, weil sie ‘anders’ ist. Auf eine lieblose Kindheit folgt ein hartes Leben im Zirkus, das erträglicher wird, als entdeckt wird, dass sie eine fast übernatürliche Begabung dafür hat, mit Tieren zu arbeiten. Aber das ist dennoch nicht das Ende ihres Leidens… Zwanzig Jahre später erbt die 18-jährige Julia das Herrenhaus Blackhouse Manor. In den Unterlagen stößt sie auf Fotos von Lilly und beginnt damit, deren Spuren zu folgen. Ich habe mir viel von diesem Buch versprochen, habe es aber mit einem Gefühl großer Enttäuschung beendet. Nicht nur der Schreibstil konnte mich überhaupt nicht überzeugen – mich hat besonders gestört, wie sehr Lillys ‘Andersartigkeit’ romantisiert und verklärt wird, als hätten Behinderungen und Erkrankungen nur dann Daseinsberechtigung, wenn sie ‘schön’ sind.

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  • Rezension: Die bittere Gabe

    Die bittere Gabe

    Selin1414

    28. March 2018 um 13:42

    Autor: Ellen Marie Wiseman Verlag: Piper Seiten: 464 Format: Taschenbuch Preis: 11,00€ [D] 11,40€ [A] ISBN: 978-3-492-31221-9 Inhalt: Die 9-jährige Lilly hat ihr ganzes bisheriges Leben eingesperrt in einer Dachkammer verbracht. Noch nie war sie draußen oder hatte Kontakt mit anderen Kindern. Lillys Eltern halten sie für ein Monster und verstecken sie vor der Welt. Der Grund dafür: Lilly ist ein Albino. Ihre Haut und ihr Haar sind so weiß wie das einer Porzellanpuppe. Als eines Tages ein Zirkus in die Stadt kommt, soll sich ihr Leben schlagartig ändern: Anstatt der versprochenen Zirkusvorstellung, verkauft ihre Mutter sie kurzerhand an den Zirkus. Als Teil der Freak-Show soll Lilly nun als außerirdische Eisprinzessin auftreten... Ein Leben voll von Angst und Verachtung beginnt für sie und ihre schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten sich. Erst als ihre große Begabung im Umgang mit Tieren erkannt wird,  scheint es eine glückliche Wendung zu geben. Lilly darf zusammen mit den Elefanten im großen  Hauptzelt auftreten. Doch ihr Glück ist vergänglich... Cover: Mir ist es leider ein wenig zu beladen und ich hätte mir gerade wegen der Thematik des Buches ein schlichteres Cover gewünscht. Das Zelt allein zum Beispiel, hätte vollkommen gereicht. Meine Meinung: Eine außergewöhnliche Geschichte mit besonderen Charakteren. Die Autorin erzählt mit flüssigem und klarem Schreibstil über das schlimme Schicksal der kleinen Lilly und baut jede Menge Spannung auf. Schon die Leseprobe konnte mich überzeugen und ich habe mich sehr auf das Buch gefreut. Definitiv zurecht! Die Beschreibung der Menschen und Orte hat mir sehr gut gefallen und wirkte authentisch und die Art und Weise, wie die kleine Lilly sich im Laufe der Zeit entwickelt, hat mir sehr gefallen. Der Umgang mit den Elefanten und ihren neuen Freunden war von der Atmosphäre her ein schöner Ausgleich, zu den sonst eher dunklen Momenten. Die recht ernste Thematik des Buches wurde ausgesprochen gut wiedergeben und die Geschichte war spannend zu verfolgen. Der zweite Erzählstrang im Buch handelt von der 18 - jährigen Julia, die mit 16 von Zuhause weggelaufen ist. Nach dem Tod ihrer Eltern kehrt sie nun wieder auf das heimatliche Gestüt zurück, um einigen schwerwiegenden Geheimnissen auf den Grund zu gehen. Dieser Erzählstrang hat nochmal zusätzliche Spannung mitgebracht und durch die Frage in welcher Beziehung Julia und Lilly stehen, konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Recht schnell wird  nämlich bewusst, dass das Gestüt nicht nur Julias ehemaliges Zuhause ist... Das Ende hat mich dann nochmal ziemlich mitgenommen. Es wurde nicht an Dramatik und Emotionen gespart und es war "ein wenig" herzzerreißend. Bestimmt war es nicht mein letztes Buch der Autorin!   Fazit: Eine spannende und mitreisende Geschichte, mit außergewöhnlichen Charakteren.

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  • Die bittere Gabe

    Die bittere Gabe

    -sabine-

    21. March 2018 um 11:06

    Ich war mir nicht sicher, ob mich diese „Zirkusgeschichte“ wirklich packen könnte, trotzdem war ich neugierig, weil mir die anderen Bücher der Autorin gut gefallen hatten – und tatsächlich hat mich die Autorin mit ihren beiden Erzählsträngen, die nach und nach ineinandergreifen, fesseln und auch unterhalten können.In den 30er Jahren ist Lilly die Protagonistin, die die ersten 10 Jahre ihres Lebens auf einem Dachboden versteckt wird, weil sie ein Monster sei und die Menschen sich bei ihrem Anblick erschrecken würden. Als sie von ihrer Mutter zu einem Zirkus gebracht wird, ahnt sie noch nicht, was ihr noch alles geschehen wird. In den 50er Jahren erbt Julia überraschenderweise ein Anwesen – beim Aufräumen entdeckt sie mehrere Unterlagen, die ein Geheimnis bergen. Und je mehr sie in diese Geschichte eintaucht, umso mehr unglaubliches kommt zutage – und das macht auch vor ihrem eigenen Leben keinen Halt.Mich hat die Geschichte von Anfang an packen können – sowohl der Erzählstrang von Lilly als auch der von Julia. Während ich bei Lilly eher bedrückt und erschüttert war, bei dem, was sie durchmacht und erleben muss, ist es bei Julia eher spannend, und ich habe mitgerätselt bei all den Hinweisen, die sie nach und nach findet. Mit Lilly habe ich gelitten – nicht nur, dass sie auf einem Dachboden eingesperrt aufwächst, auch ihre Zeit im Zirkus ist alles andere als leicht. Sie macht eine unglaubliche Entwicklung vom kleinen, schüchternen Mädchen zur gestandenen, selbstbewussten jungen Frau durch, die mich an mancher Stelle doch verwundert hat. Den Grund, warum sie in einer kleinen Kammer aufwachsen musste, fand ich nicht sonderlich glaubhaft, auch nicht für die Zeit, in der dieser Erzählstrang spielt. Trotzdem aber war ich davon natürlich berührt. Für die Zeit m Zirkus hat die Autorin sich viel Zeit genommen – sie beschreibt ausführlich, wie es im Zirkus zugeht, erzählt von anderen „Artisten“, den sogenannten Freaks, deren Lebensumständen und den Tieren, die zwar liebevolle Pfleger haben, trotzdem aber gequält und zu Kunststücken gezwungen werden. Mir waren die Beschreibungen ein wenig zu langatmig, auch wenn sie natürlich viele Bilder im Kopf haben entstehen lassen und einen guten Einblick zum Zirkusgeschehen in der damaligen Zeit gegeben haben – dafür ist die Handlung ein wenig zu kurz gekommen, und Lillys Erzählstrang bleibt ein wenig auf der Stelle stehen.Anders ist das bei Julia, die immer wieder neue Puzzlesteine findet, die zur Lösung des Geheimnisses um ihre Familie beitragen. Dieser Erzählstrang ist spannend und lädt zum Mitraten ein – denn erst nach und nach wird klar, wie die beiden Erzählstränge miteinander verbunden sind und wie Lilly und Julia zueinander stehen. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, wirkt an manchen Stellen vielleicht ein wenig „hochgestochen“, was für mich nicht zur Geschichte gepasst hat. Bei manchen Beschreibungen hatte ich das Gefühl, dass die Autorin unbedingt poetisch klingen wollte, was aber etwas gekünzelt gewirkt hat – große Teile aber sind sehr lebendig geschrieben und haben auch die ganz eigene Atmosphäre des Zirkus‘ einfangen können.Das Ende hat mir dann leider nicht gefallen – das war mir einfach zu viel der unglaublichen und schrecklichen Geschehnisse und wirkte auf mich konstruiert. Trotzdem hat mich das Buch insgesamt fesseln und unterhalten können, so dass ich 4 von 5 Sternen vergebe. Mein FazitEine packende Geschichte, die auf zwei Zeitebenen spielt und den Leser in die ganz eigene Welt des Zirkuslebens in den späten 30er Jahren entführt. Ich habe mich in beiden Erzählsträngen wohl gefühlt und mit den Charakteren gelitten – an manchen Stellen war es mir dann aber zu viel dessen, was ein Mensch aushalten soll, so dass ich einiges dann nicht mehr glaubhaft fand. Trotzdem hat mich das Buch gut unterhalten, so dass ich 4 von 5 Sternen vergebe.

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  • Fast perfekt

    Die bittere Gabe

    LeseBlick

    04. March 2018 um 12:11

    InhaltsangabeNoch nie im Leben durfte die zehnjährige Lilly ihre Kammer auf Blackwood Manor verlassen. Die Menschen würden bei ihrem Anblick zu Tode erschrecken, so ihre Mutter. Umso erstaunter ist das Mädchen, als sie eines Tages mit in den Zirkus darf. Doch statt eine Vorstellung zu bestaunen, wird Lilly an die Freakshow verkauft und fortan als »Eisprinzessin« ausgestellt. Ihr Schicksal bessert sich erst, als sie entdeckt, wie gut sie mit den Elefanten umgehen kann. Aber erst zwanzig Jahre später wird ihr hartes Los gesühnt...Meine MeinungFür mich ist es bereits der dritte Roman der Autorin. Ellen Marie Wiseman’s Bücher verfolge ich von Anfang an. Dieses Buch wäre kein Coverkauf geworden, da ich mich nicht als Fan von Zirkusgeschäften bezeichnen kann. Ich habe weder etwas für Clowns übrig, noch kann ich die Tiershows ohne Hintergedanken verfolgen.Bei „die bittere Gabe“ war es eindeutig der Klappentext, der beschloss, dass ich dieses Buch unbedingt lesen möchte. So ging es gleich am Erscheinungstag in den Buchladen. Im Jahre 1931 lernen wir die zehnjährige Lilly kennen. Schnell wird klar, dass diesem Kind jede Art von Kindheit geraubt wurde. Sie wurde im Haus ihrer Eltern in die Dachkammer verbannt. Seit sie Denken kann verbringt sie ihren Alltag dort oben allein. Liebe bekommt sie vor allem von ihrer kleinen Katze Abby. Für mich war Abby der Seelentröster, denn von ihren Eltern erfuhr Lilly nur wenig Liebe. Ihre streng gläubige Mutter beharrt darauf, dass Lilly auf dem Dachboden sicher ist. Die Menschheit würde sich vor ihr erschrecken.Sie solle beten, damit ihr dafür vergeben werden kann.Ein kleiner Lichtblick mag der Vater sein, der Lilly ab und an ohne das Wissen der Mutter Bücher und Spielzeug mit nach oben bringt.Diese Situation und das Setting ließen mich stark an ein anderes Buch erinnern, welches mich zutiefst erschüttert hat. „Die Blumen der Nacht“ von V.C. Andrews.Diesen Punkt finde ich aber absolut nicht schlimm, aber Wiseman motiviert mich nun, diese Reihe nochmal zur Hand zu nehmen.Eines Nachts wird Lilly von ihrer Mutter geweckt. Vorfreude steckt in ihr, vermutet sie darin eine Geburtstagsüberraschung. Aber warum mitten in der Nacht und wo ist ihr Vater? Lilly darf den Dachboden verlassen und wird von ihrer Mutter zu einem nahegelegenen Zirkus geführt. Lillys schreckliche Geschichte nimmt ihren Lauf.Neben Lilly lernen wir im Jahre 1956 eine weitere junge Frau kennen. Julia Blackwood. Sehr schnell fällt der gemeinsame Nachname auf und die Autorin bringt die Lesergedanken ins Rollen. Die 18-jährige lief vor drei Jahren aus ihrem schrecklichen Elternhaus davon. Als der Name Blackwood Manor fällt, ist klar, wer Julias Mutter war. Nach ihrem Ausriss von zu Hause schlägt sich Julia eher schlecht als recht durchs Leben. Als plötzlich ein fremder Mann vor ihr steht und ihr einen Brief überreicht, ändert sich ihr Leben schlagartig. Ich war unheimlich gespannt, wie Ellen Marie Wiseman diese beiden Geschichten zusammenbringen würde.Nicht immer ist es typisch, dass einem als Leser beide Erzählstränge in einem Buch gefallen. Hier konnte man einfach nicht anders. Ich habe die Geschichte um Lilly unheimlich gern gelesen. Dieser Part konnte viele Emotionen bei mir hervorrufen. Julias Part hingegen brachte Spannung in die Geschichte. In welchem Verhältnis steht sie zu Lilly und wird sie das schreckliche Geheimnis der Familie Blackwood aufdecken können?Im Buch begleiten wir die kleine Lilly über 6 Jahre lang. Nachdem sie von ihrer Mutter an den Zirkus verkauft wurde, erlebt sie eine schreckliche Zeit. Als „Eisprinzessin“ muss sie in einer Freakshow auftreten. Die Autorin setzt uns hier eine Welt vor Augen, die einerseits sehr interessant war, andererseits aber auch aufzeigt, wie böse Menschen sein können.Die Einblicke in den Zirkus haben mir gefallen. Für Lilly sind die Artisten zu einer kleinen Familie geworden. Besonders berühren konnte mich die Autorin mit Beschreibungen um Tiere. Lilly können wir im Zirkus mit den Elefanten begleiten. Und Julia führt sich nach ihrem Neuanfang an die Arbeit mit Pferden heran. An diesen Stellen zeigte sich der sehr bildhafte Schreibstil der Autorin. Allerdings sollte jedem Leser klar sein, wie in Zirkussen mit Tieren umgegangen wird. Eine Szene hat sich förmlich in meinen Kopf eingebrannt und hat mir die eine oder andere Träne geraubt.Ellen Marie Wiseman erschuf mit diesem Buch eine tolle Geschichte. Zu keinem Zeitpunkt wollte ich diese Story beiseitelegen. ____________________________________________________________In meiner Überschrift bezeichnete ich diesen Roman als fast perfekt.Die Autorin konnte mich nämlich fast durchweg überzeugen und völlig eins werden lassen mit der Geschichte.Leider konnte sie mich mit dem Ende der Geschichte nicht überzeugen.Nachdem die vorangegangene Story so gut ausgearbeitet wurde, kam mir die schlussendliche Abhandlung zu abrupt daher. Die Ereignisse überschlugen sich und auch die Zusammenführung der beiden Erzählstränge bekam meiner Meinung zu wenig Beachtung.Mein FazitAuch wenn mich das Ende nicht ganz überzeugen konnte, muss ich euch dieses Buch ans Herz legen. Die Geschichte um Lilly und Julia bringt so viel Leid und Schrecken mit sich, aber auch einige Szenen, welche das Herz jedes Lesers berühren werden. Titel und Cover sind Programm und Ellen Marie Wiseman konnte mich auch beim dritten Buch mit ihrer Grundidee in ihren Bann ziehen und ich freue mich unheimlich auf weitere Geschichten von ihr.

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  • Die bittere Gabe...

    Die bittere Gabe

    KristinSchoellkopf

    11. February 2018 um 15:41

    Manche Bücher überzeugen durch Ideen, die besonders in Kombination, ein ganz neues Leseerlebnis versprechen. Doch manchmal machen genau diese Bücher zu jenen, die den Leser nicht begeistern, sondern eher verwirren. „Die bittere Gabe“ erzählt die Geschichte der zehnjährigen Lilly, die kein Leben führt, das als lebenswert erachtet werden kann. Das junge Mädchen darf ihre Kammer nicht verlassen, weil die Menschen sie aufgrund ihres Aussehens verurteilen würden. Als sie eine Attraktion in einem Zirkus wird, wird ihr Leben noch komplizierter und doch durch graue Dickhäuter zu einem besseren wird. Bis zu einem Unglück, das alles verändert … Die Geschichte klingt, wie zu Beginn gesagt, spannend, da sie interessante Konzepte verbindet. Doch was Ellen Marie Wisemans Geschichte so besonders hätte machen können, entwickelt sich in einen Unterton im Roman, der für den Leser schwer zu ignorieren ist. Es wirkt, als sei all das zu viel. Als wäre es nicht stimmig, auch wenn der Klappentext so viel verspricht. So auch das Auftreten des jungen Mädchens, die für ihr Alter, zu erwachsen und gleichzeitig distanziert ist. Ich hatte das Gefühl, sie während des Lesens nicht wahrlich kennenlernen zu dürfen. Ellen Marie Wisemans Schreibstil ist besonders. Einerseits sind die Worte sehr sorgfältig gewählt, andererseits nehmen sie genau deshalb die Emotionen aus der Erzählung. Der Schreibstil wirkt zu „hochgegriffen“ für eine Geschichte, die den Leser auch emotional berühren soll. Leider konnte mich „Die bittere Gabe“ nicht wirklich von sich überzeugen, auch wenn besonders das Grundkonzept wahrlich interessant ist.

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