Die bittere Gabe

von Ellen Marie Wiseman 
4,0 Sterne bei3 Bewertungen
Die bittere Gabe
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Josettas avatar

Obwohl die menschlichen Abscheulichkeiten dominieren, ist es doch ein wunderbares, gefühlvolles Buch.

chumas avatar

Trotz kleinerer Schwächen durchweg spannend. Teilweise allerdings schwer zu verdauen, wenn man ein Tierfreund ist.

Alle 3 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Die bittere Gabe"

Noch nie im Leben durfte die zehnjährige Lilly ihre Kammer auf Blackwood Manor verlassen. Die Menschen würden bei ihrem Anblick zu Tode erschrecken, so ihre Mutter. Umso erstaunter ist das Mädchen, als sie eines Tages mit in den Zirkus darf. Doch statt eine Vorstellung zu bestaunen, wird Lilly an die Freakshow verkauft und fortan als "Eisprinzessin" ausgestellt. Ihr Schicksal bessert sich erst, als sie entdeckt, wie gut sie mit den Elefanten umgehen kann. Aber erst zwanzig Jahre später wird ihr hartes Los gesühnt...

>> Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:B07C7Y6SM2
Sprache:Deutsch
Ausgabe:herunterladbare Audio-Datei
Verlag:Audible Studios
Erscheinungsdatum:03.05.2018
Das aktuelle Buch ist am 01.02.2018 bei Piper erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne1
  • 4 Sterne1
  • 3 Sterne1
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    Josettas avatar
    Josettavor 15 Stunden
    Kurzmeinung: Obwohl die menschlichen Abscheulichkeiten dominieren, ist es doch ein wunderbares, gefühlvolles Buch.
    Menschliche Kuriositäten

    Die Erstgeborene des renommierten Pferdezuchtgestüts Blackwood Manor kommt mit einem seltenen Gendefekt zur Welt: Albinismus. Lilly, eine Abscheulichkeit, die man auf dem Dachboden des Gutshofs verbergen muss, wie ihre bigotte Mutter findet. Lillys labiler Vater fügt sich seiner dominanten Ehefrau und billigt das Versteckspiel. Er unternimmt auch nichts, als diese ihre kleine Tochter im Alter von neun Jahren an einen Wanderzirkus verkauft. Seinen Kummer und Schmerz ertränkt er im Alkohol.
    So landet das kleine Mädchen als Attraktion in der Freakshow – einem Kuriositätenkabinett, in dem sie jeder zahlende Besucher anglotzen darf. Fortan besteht ihr Leben aus Reisen, Vorstellungen und dem demütigenden Gefühl, für Geld zur Show gestellt zu werden. Es gibt kein Entrinnen, jegliche Aufbegehrung wird durch Gewalt ihres „Käufers“, dem Chef der Freakshow unterdrückt. So fügt sich Lilly ihrem Schicksal. Aber sie erlebt auch schöne Momente. Da ist ihre große Liebe zu den Zirkuselefanten und deren Dompteur, die ihr so unendlich viel geben. Und eines Tages wird ein Traum wahr. Sie bekommt eine eigene Elefantennummer und verhilft dem Zirkus dadurch zu großem Ruhm. Doch das Glück währt nicht lange und ein schlimmer Unfall verändert das Leben jedes einzelnen Artisten auf eine tragische Weise.

    Parallel zu Lillys Geschichte springt das Buch immer wieder zurück nach Blackwood Manor. Wir lernen Julia kennen. Sie ist die jüngere Schwester der taffen Albinofrau. Nach dem Tod ihrer Eltern möchte sie als Alleinerbin die erfolgreiche Pferdezucht weiterführen. Ein ortsansässiger Tierarzt und ein langjähriger Angestellter des Gutshofs helfen ihr beim Start. Julias Kindheit war unglücklich. Sie litt sehr unter ihrer kaltherzigen und strengen Mutter und ihr Vater ignorierte sie weitestgehend. Der Umzug zurück ins Elternhaus reißt viele alte Wunden erneut auf. Immer noch hängen Mutters Verbote und Regeln wie eine dunkle Gewitterwolke über Julia. Warum gab es verschlossene Türen, warum durfte sie als kleines Mädchen nicht alle Räume des Hauses betreten? Welches Geheimnis hüteten ihre Eltern? Julia sucht nach Antworten und findet sie. Die Erkenntnis überrollt sie wie eine Dampfwalze. Der Alptraum ist viel schlimmer, als sie es sich je vorstellen konnte….

    Nachdem der letzte Track meines Hörbuchs „Die bittere Gabe“ verklungen ist, bin ich immer noch erschüttert über Lillys Geschichte. Ein Paradebeispiel für menschliche Abscheulichkeiten, welche sich durch den ganzen Roman ziehen. Nicht nur einmal kamen mir Tränen in die Augen.
    Da ist die Mutter, die ihre eigenen Schuld und ihr schlechtes Gewissen so perfekt auf ihre Mitmenschen übertragen konnte, dass ihr Verhalten und ihre Worte selbst mir, dem Hörer, Übelkeit bereiteten. Und da sind die Verantwortlichen des Zirkus, die ihre „Waren“ bis aufs Blut ausbeuten, egal, welchen Schaden eine menschliche Seele dabei nimmt. Die bittere Gabe zeigt aber auch die dreckige Sensationslust der Menschen. Es ist dieselbe, die sich heute noch z.B. beim Gaffen von Verkehrsunfällen zeigt. Menschen können grausam sein.

    Vielleicht hat Wisemann Lilly und Julia einen Tacken zu viel Gutmensch verpasst – mag sein – ich jedenfalls saugte jedes Wort, jede Geste, welche einen Anflug von Glück andeuteten, regelrecht auf. Am Schluss angelangt, verlangte ich unbedingt ein Happy End. Habe ich es bekommen? Nun, dann müsste ich spoilern - und das hat kein Neuleser verdient.

    Ein Wort zu Julias Geschichte: Sie ist recht vorhersehbar, denn für den Hörer, bzw. den Leser ist klar, welches Geheimnis sie aufdeckt. Auch die finale Information, der Showdown des Romans, hat mich weniger überrascht, ich ahnte die Wahrheit bereits, konnte mir aber zu keiner Zeit vorstellen, wie sich die Story bis dorthin entwickeln würde. Letztendlich ziehe ich meinen Hut, denn die Autorin hat sehr gute Arbeit geleistet und die finale Ausarbeitung wurde schlüssig und glaubwürdig umgesetzt.
    Eine vorhersehbare Story? Ja, damit kann man gut umgehen. Die Dramatik lag in der Zeit, die Julia brauchte, um endlich hinter den Alptraum zu blicken. Mehrere Male bedauerte ich sogar, dass die Geschichte unterbrach und zurück zu Lilly wechselte.


    Die Hörbuchsprecherin Katrin Zimmermann las mit viel Gefühl und verhalf dem Buch durch ihre Stimme zur Dramatik, welches es verdient hat.
    Bei „Die bittere Gabe“ würde ich das Hörbuch den bedruckten Seiten vorziehen.

    Absolute Lese- bzw. Hörempfehlung! 

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    chumas avatar
    chumavor 21 Tagen
    Kurzmeinung: Trotz kleinerer Schwächen durchweg spannend. Teilweise allerdings schwer zu verdauen, wenn man ein Tierfreund ist.
    fesselnder Roman mit kleineren Schwächen

    Amerika in den 30ern: Die zehnjährige Lilly ist anders und wird deshalb von ihren Eltern auf dem Dachboden vor der Welt versteckt. Ihre Mutter ist grausam und verbittert, verkauft das Kind schließlich an einen Wanderzirkus. Dort wird Lilly gezwungen in der Freakshow aufzutreten bis sie ihre wahre Begabung erkennt ...
    Zwei Jahrzehnte später erbt eine junge Frau (Julia) das Anwesen Blackwood Manor und entdeckt alte Fotos und Unterlagen, die ihr zunächst ein großes Rätsel aufgeben, schließlich jedoch ein lang gehütetes Geheimnis offenbaren, das ihre Welt zum Einsturz bringen wird.

    "Die bittere Gabe (OT: The Life She Was Given) von Ellen Marie Wiseman ist ein spannender Roman, der mittels zwei Zeitebenen erzählt wird, und mich durchaus gut unterhalten hat. Es ist aber auch eine Geschichte, die für mich als Tierfreund stellenweise nur schwer auszuhalten war. Zu grausam sind einige der Schilderungen im Umgang mit den Zirkuselefanten in meinen Augen. (Ein Grund warum ich schon immer Abstand von Zoos und Zirkussen genommen habe.) Der Schreibstil konnte mich nicht komplett überzeugen, es gab zu viele Wiederholungen, die mich aus dem Fluß gebracht haben. Insgesamt konnte mich der Roman aber durchaus fesseln und ist für alle, die sich mit dem Thema der Diskriminierung von Andersartigkeit und der Tierquälerei auseinandersetzen können und wollen, sicher einen Blick wert.

    Kommentieren0
    5
    Teilen
    monerls avatar
    monerlvor 3 Monaten
    Sehr traurig aber oberflächlich

    Kurzmeinung

    Genre: Roman

    Handlung: Der Roman gliedert sich in zwei Handlungsstränge. Der erste handelt von Lilly, dem zehnjährigen Albinomädchen, das von ihrer christlich streng gläubigen Mutter als Schande empfunden und auf dem Dachboden versteckt wird. Um sich endlich von ihr zu befreien verkauft sie Lilly eines Tages an die Freakshow des gastierenden Zirkuses. Fortan ist der Zirkus Lillys Gefängnis. Julia erbt im zweiten Handlungsstrang das Anwesen ihrer Eltern, auf das sie nun zurückkehrt, nachdem sie Jahre zuvor von dort abgehauen ist. Nach und nach deckt sie Geheimnisse auf, die das Bild ihrer Eltern zerstören und sie alles in Frage stellen lässt, was sie als ihre Vergangenheit und ihre Wurzeln angesehen hat.

    Charaktere: Alle Haupt- sowie Nebencharaktere bleiben leider streckenweise recht eindimensional. Lilly wird zwar an die Freakshow verkauft, doch so ein richtiger “Freak” ist sie eigentlich nicht. Die Autorin beschreibt Lilly eher als ein wunderschönes, zartes Mädchen, das durch seine weiße Haut und die hellen Haare wie eine Porzellan-Prinzessin wirkt. Sie kann wundervoll mit Tieren umgehen, ist feinfühlig, liebenswert und irgendwie sehr perfekt. Das, was ihre Mutter ihr angetan hat, ist furchtbar. Dies hat mich sehr berührt! Die Grausamkeit und Lieblosigkeit ihrer Tochter gegenüber, die einfach nur helle Haut hat und sonst keinerlei Behinderungen aufweist, weshalb man auf die Idee kommen kann, sein Kind dermaßen abzustoßen, ist für mich durch den Verlauf des Buches nicht nachvollziehbar geworden. Der Vater wird durchweg als Schwächling dargestellt. Zu keiner Zeit schafft er es für das einzustehen, was er denkt und was er als richtig empfindet. Auch hierfür bietet die Autorin keinerlei Erklärung. Julia bleibt lange Zeit ein Mysterium. Ich konnte sie nicht greifen. Den Zwist, den sie mit ihrer Mutter / ihren Eltern hatte und was genau die Gründe waren, dass sie von zu Hause abgehauen ist, fand ich nicht genug ausgearbeitet. Selbst den Figuren des Zirkuses fehlt es an Tiefe. Sie sind eben “Freaks“, die sich mit ihrer Situation angefreundet haben und versuchen das Beste aus ihrem Leben zu machen. Die Zirkusverantwortlichen wurden auch nur als eher böse dargstellt. Mir fehlte hier der Hintergrund, warum sie das machen, was sie machen und wieso sie eher schlechten als guten oder zumindest neutralen Charakters sind.

    Spannung: Am Anfang ist nicht klar, was mit Lilly passiert und warum. Als Leser ahnt man zwar etwas, erwartet aber viel mehr als das, was einem die Autorin präsentiert. Wir begleiten Lilly und Julia im Wechsel und die Verbindung und das Geheimnis wird nach und nach aufgedeckt. Als mir klar war, worauf das hinauslaufen wird, gab es eigentlich kaum noch Überraschungen. Der Plot folgte meiner Vorstellung. Im letzten Drittel flacht somit die Spannung ziemlich ab.

    Schreibstil: Die Autorin hat eine einfache und unspektakuläre Sprache gewählt. Über zwei Handlungsstränge, bestehend aus Vergangenheit und Gegenwart, spitzt sie den Roman zu. Ich hatte oftmals das Gefühl, dass viele verschiedene Momentaufnahme aneinadergereiht wurden. Mir fehlten oftmals ein länger beschreibender Abschnitt dazwischen, um der Geschichte mehr Tiefe zu verleihen. Es hat, thematisch gesehen, viel Potential gegeben, auf verschiedene Aspekte der Geschichte richtig einzugehen. Doch jeder Themenbereich wurde recht oberflächlich behandelt. Was der Autorin aber sehr gut gelungen ist, das ist die Beschreibung des schweren Schicksals von Lilly, und somit auch von Julia. Es hatte mich immer wieder sehr getroffen, was Lilly zu erleiden hatte. Eine tief-traurige Geschichte, die mir zu Herzen ging.

    Ende: Ein nicht mehr ganz so überraschendes Ende, das leider einige Fragen offen und die Geschichte dadurch als etwas unrund erscheinen lässt. Als hätte es an Zeit und Ideen gefehlt.

    Hörbuch: Als Hörbuch sehr schön und passend von Katrin Zimmermann eingesprochen. Ich habe ihr die lange Zeit sehr gerne zugehört. Für Hörbuchliebhaber dem Buch zu bevorzugen.

    Fazit: Eine Geschichte, die interessant dargestellt wurde und viele Möglichkeiten zur Vertiefung bot. Leider wurden diese nicht in dem Umfang ausgenutzt. Letzendlich bleibt ein Roman, der tief berührt und einen auch am Ende äußerst traurig stimmt, doch leider zu sehr an der Oberfläche bleibt. Was aber die “bittere Gabe”, mit der das Buch betitelt wurde, sein soll, hat sich mir nicht erschlossen.

    Kommentieren0
    4
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks