Ellen Marie Wiseman Die dunklen Mauern von Willard State

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Inhaltsangabe zu „Die dunklen Mauern von Willard State“ von Ellen Marie Wiseman

Zehn Jahre ist es her, dass eine schicksalhafte Nacht für Izzy Stone alles veränderte: Ihre Mutter erschoss ihren Vater während er schlief. Seitdem lebt die nun 17-Jährige bei Pflegefamilien. Als sie für ein Museum Gegenstände ehemaliger Insassen der alten und berüchtigten psychiatrischen Anstalt Willard State Asylum katalogisiert, stößt sie auf einen Stapel ungeöffneter Briefe und das alte Tagebuch einer gewissen Clara Cartwright. Je mehr sie über Claras Leben in Erfahrung bringt, desto mehr klären sich auch die Rätsel ihres eigenen Lebens …

Eine sehr ergreifende und auch traurige Geschichte einer jungen Frau, die zu Unrecht in der Psychiatrie gefangen gehalten wird.

— Birkel78

Sehr ergreifend. Lange hat es ein Buch nicht mehr geschafft mich zum weinen zu bringen, dieses schon. 😊

— Corina_W

Spannende Geschichte einer Frau die Ihre Liebe nicht aufgeben will und dafür einen harten Preis bezahlen muss. Hat mir sehr gut gefallen!

— Naden

Ein spannendes Buch, das wirklich mitfiebern lässt. Allerdings hier und da ein wenig zu dick aufgetragen

— Hasi94

Emotionale Geschichte zweier Frauen

— MadameEve1210

Die Geschichte der Vergangenheit ist wirklich mitreißend, aber die der Gegenwart ist nicht wirklich spannend. Sehr schade!

— AutumnForest

Eins der besten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Spannend, hochdramatisch und sehr berührend. Must read!

— Tichiro

Sehr berührend und authentisch geschrieben Mir kamen so manches Mal die Tränen.

— eulenmama

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Geschichte war sehr interessant und ich habe vieles Erfahren, was ich bisher nicht wusste.

— Crazy-Girl6789

5 Sterne reichen für dieses Buch gar nicht aus! Spannende, fesselnde und emotionale Handlung! Definitiv mein neues Lieblingsbuch!

— JulieMalie

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Sehr schön geschrieben,machte sehr viel Freude zu lesen und in die Zeit ein zu tauchen!

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  • Leserunde zu "Die Tänzerin von Paris" von Annabel Abbs

    Die Tänzerin von Paris

    aufbauverlag

    Tanz war meine Antwort – auf alles, was das Leben mir abverlangteParis, 1928: Lucia ist jung, begabt und wird in der Bohème als Tänzerin gefeiert. Aber ihr Vater ist der große James Joyce, und so modern seine Werke auch sein mögen, so argwöhnisch beobachtet er das Streben seiner Tochter nach einem selbstbestimmten Leben. Dann begegnet Lucia dem Schriftsteller Samuel Beckett, der ihre große Liebe wird. Doch ihre Hoffnungen, sich aus dem Schatten des übermächtigen Vaters zu befreien und ihren eigenen Weg gehen zu können, drohen schon bald zu scheitern.Das tragische Schicksal einer jungen Frau auf der Suche nach Freiheit und Liebe – nach der wahren Geschichte von Lucia Joyce.»Das starke Portrait einer jungen Frau, die sich danach sehnt, als Künstlerin zu leben, und deren Lust am Leben einem entgegenleuchtet.« The GuardianZur Leseprobe Über Annabel Abbs Annabel Abbs studierte Englische Literatur und leitete eine große Marketing Consulting Agency, bevor sie zu schreiben begann. Ihre Kurzgeschichten wurden hochgelobt, und ihr Debütroman „Die Tänzerin von Paris“ wurde mehrfach ausgezeichnet. Mit ihrem Mann und ihren vier Kindern lebt Annabel Abbs in London und Sussex. Jetzt bewerben! Um eines der 25 Freiexemplare zu ergattern, bewerbt euch bitte mit Klick auf den "Bewerben"-Button und beantwortet folgende Frage: Welches Buch habt ihr zuletzt gelesen?Wir freuen uns auf euch und einen regen Austausch!Euer Team vom Aufbau Verlag* Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlich haben.

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    • 506
  • ...so fesselnd....

    Die dunklen Mauern von Willard State

    Lesebegeisterte

    16. June 2017 um 12:26

    Ich war sehr gefesselt von Claras und Izzys Geschichte. Konnte nicht aufhören zu lesen, bis das Buch zu Ende war!

  • Bedrückende und zugleich schöne Geschichte

    Die dunklen Mauern von Willard State

    TigorA

    23. May 2017 um 23:40

    Meinung Das Büchlein verweilte nun schon ein paar Monate auf meinem SuB und als ich es letztens mal wieder in der Hand hatte, habe ich mich endlich dazu entschlossen es zu lesen. Nicht zuletzt, weil viele sehr angetan davon waren und ich sowieso endlich mal etwas in diesem Genre lesen wollte. Und ich glaube, das war auch nicht das letzte Buch zu dem ich in dieser Sparte gegriffen habe. Wie es oben bei den Fakten bereits steht, spielt die Geschichte auf zwei Zeitebenen. Einmal befinden wir uns bei Clara im Jahre 1929, einer jungen Frau, die unter den Vorgaben und Bestimmungen ihrer Eltern leidet und gerne eigene Entscheidungen treffen würde. Dies bringt ihr letztendlich aber nur Ärger ein und sie findet sich hinter den Mauern der psychiatrischen Anstalt Willard State wieder. Jahre später, nämlich im Jahr 1995, findet die junge Izzy bei ihrem Job im Museum Claras Tagebücher. Sie versucht auf Claras Spuren zu kommen, hat dabei aber auch sehr mit sich und ihrem eigenen Leben zu kämpfen. Beide Frauen sind auf ihre Art interessant und haben mich mit ihren Geschichten gefesselt. Wobei Clara deutlich mehr meine Aufmerksamkeit fesseln konnte als Izzy. Auch wenn beide Schicksale gewiss nicht leicht zu verdauen sind, so hat mich die Tatsache, dass Clara zu Unrecht in eine Psychiatrie, auch noch zu der Zeit, eingesperrt war und irgendwie klar kommen musste, viel mehr fasziniert hat. Das war schon ziemlich heftig zu lesen, denn es geht nicht gerade zimperlich zu, wie man sich vorstellen kann. Die Autorin weiß, wie man einen Leser einfängt und bei der Stange hält. Auch wenn der Einstieg noch ein wenig ruhig war, so hat man sich mit der Zeit immer mehr in die Geschichte eingefunden. Dabei ist der Schreibstil unkompliziert und schnörkellos und man kann den Geschehnissen leicht folgen. Allgemein ist die Stimmung im Buch eher düster und ständig schwingt ein kleiner Hauch von Verzweiflung und Ausweglosigkeit mit. Wenn man gerade sowieso in einer etwas gedrückten Stimmung ist, muss man sich darauf gefasst machen, dass es einen noch etwas weiter runter zieht. Aber ansonsten ist es auch von der Atmosphäre gut gelungen und man bekommt ein gutes Gefühl für die Situationen der beiden Frauen. Wie das ganze dann letztendlich aufgelöst wurde und wie die zwei Handlungsstränge zusammen liefen, hat mir leider nur bedingt gefallen. Es war ganz nett, aber für meinen Geschmack ein wenig zu kitschig, wenn man es mit den vorherigen Ereignissen vergleicht. Aber insgesamt hat es durchaus ein rundes Bild ergeben. Das ist halt einfach Geschmackssache nehme ich an. Fazit Eine fesselnde Geschichte die einen unweigerlich mitnimmt und sicherlich nicht kalt lässt. Bis auf ein paar klitzekleine Unstimmigkeiten fand ich es wirklich gelungen und habe es trotz der bedrückenden Thematiken, die hier zusammen kommen, gerne gelesen. Für Fans des Genres sicherlich ein kleiner Schatz.

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  • Lest dieses Buch!

    Die dunklen Mauern von Willard State

    JulieMalie

    12. April 2017 um 16:46

    Nachdem Izzy's Mutter ihren Vater erschossen hat und danach in eine Psychatrie eingeliefert wurde, lebt die 17-jährige bei Pflegeeltern. Als ihre Pflegemutter Peg, Leiterin eines Museums, sie mit in die verlassene Psychatrie Willard State nimmt, um dort neues Ausstellungsmaterial zu beschaffen, findet Izzy das Tagebuch von Clara, einer ehemaligen Patientin in Willard. Die Geschichte der jungen Frau fesselt Izzy und schon bald muss sie feststellen, dass sich Claras und ihre eigene Lebensgeschichte miteinander verknüpfen. Dieses Buch ist großartig! Es gibt Einblicke in das Leben gleich zweier Protagonistinnen, deren Lebenswege zwar getrennt beschrieben werden, sich im Laufe der Handlung aber immer mehr miteinander verknüpfen. Dadurch liest man quasi zwei Geschichten in einem Buch. Das ist sehr bereichernd für den Handlungsverlauf und die damit verbundene Spannung. Diese bleibt dauerhaft während des Lesens erhalten. Ich konnte das Buch keine Sekunde aus der Hand legen und habe es geradezu verschlungen! Gleichzeitig ist die Geschichte aber auch eine von der man sich wünscht, dass sie nie endet.  Die Schauplätze und Figuren sind so liebevoll, detailliert und genau beschrieben, dass man als Leser mit ihnen leidet, hofft, bangt und am Ende auch die eine oder andere Träne vergießt. Die zahlreichen spannenden Wendungen machen das Buch zu einem dauerhaften Abenteuer, das man zusammen mit Clara und Izzy erlebt. Dass man dabei zwei verschiedene Jahrhunderte kennenlernt, macht die ganze Handlung noch interessanter. Das Buch berührt, schockiert und überrascht dauerhaft! Insbesondere das Ende ist der Autorin besonders gut gelungen. Die Emotionen übertragen sich, wie schon im gesamten Buch, auf den Leser und man verlässt die Geschichte mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Trotzdem die Handlung an einigen Stellen sehr grausam ist, wird die Hoffnung in diesem Buch niemals aus den Augen verloren. Das ist es, was ich als Leser aus der Geschichte in sehr berührender Art und Weise mitgenommen habe. Egal, wie schlimm eine Situation ist, die Hoffnung darf und soll man niemals aufgeben! Fazit: Ich kann diesen Roman nur jedem ans Herz legen. Das Buch ist eine Bereicherung und man wird es nicht bereuen, diese Geschichte gelesen zu haben.

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  • Die dunklen Mauern von Willard State

    Die dunklen Mauern von Willard State

    BeaSwissgirl

    15. March 2017 um 14:49

    Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfreiIch habe das Buch zwar in meinem Regal, dennoch hatte ich Lust es in der Hörbuchvariante zu versuchen.Die Sprecherin Kathrin Zimmermann hat noch nicht so viele Hörbücher gesprochen und war mir persönlich kein Begriff.Am Anfang war ihre Stimme für mich doch etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem wenn es um die Abschnitte in der Gegenwart ging.Zwar passte die Tonlage durchaus zur jungen Protagonistin, dennoch empfand ich die Art als etwas nervend, mit der Zeit gewöhnte ich mich aber daran. Ansonsten gefiel mir die Betonung und der Rhythmus eigentlich ganz gut.Die Geschichte wird abwechslungsweise aus zwei verschiedenen Perspektiven im personalen Stil erzählt, immer ganz klar am Anfang des Kapitels mit dem jeweiligen Namen deklariert.So habe ich nie ein Durcheinander gekriegt auch in der Hörbuchvariante nicht. Der Schreibstil ist sehr detailliert, für meinen Geschmack manchmal fast ein bisschen zu stark, vor allem wenn es um Verrichtungen ging, da hätte nicht jede Handreichung beschrieben werden müssen, aber das ist ganz klar Ansichtssache.Ansonsten war er bildhaft, atmosphärisch und flüssig.Beide Hauptcharaktere, also Izzy und Clara waren ausführlich ausgearbeitet und ihre Gefühle, Gedanken und Handlungen wurden transparent dargestellt.Ich persönlich mochte Clara unheimlich gerne, sie war für ihre Zeit sehr selbstbewusst, mutig, wusste was sie wollte und hatte das Herz auf dem rechten Fleck.Izzy war mir auch nicht unsympathisch und ich verspürte durchaus Empathie ihr gegenüber, jedoch habe ich mehr mit Clara mitgefiebert.Weitere Charaktere waren für den Verlauf der Handlung gut ausgearbeitet.Die Geschichte ist in zwei Zeitebenen aufgeteilt ( 1995 und 1929) welche auf eine Art miteinander verbunden sind.Die Idee und die ganze Umsetzung hat mir sehr gut gefallen, obwohl mich die ganze Thematik in der Vergangenheit rund um Clara viel mehr gefesselt, fasziniert und berührt hat.Diese ganzen Zustände und Ungerechtigkeiten in den damaligen  psychiatrischen Kliniken hat mich doch mitgenommen.Der Plot um Izzy war halt teilwiese ein wenig klischeebeladen, obschon auch hier der ein oder andere interessante Aspekt eingewoben wurde.Der Roman hat zwar einen Touch Historik, dennoch betont die Autorin am Ende in ihren Anmerkungen, welche gleichzeitig auch noch ein Interview beinhaltet, ( im Hörbuch leider nicht vorhanden! )  ganz klar, dass sie einige Dinge geschichtlich nicht "korrekt " übernommen habe!Ein Roman mit zwei Zeitebenen und zwei Handlungssträngen welche auf eine interessante Art miteinander verbunden sind, wobei mich die Perspektive in der Vergangenheit mehr mitgenommen und fasziniert hat.Ich vergebe sehr gute vier Sterne. 

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  • Medizinhistorisch sehr interessant

    Die dunklen Mauern von Willard State

    Isaopera

    13. March 2017 um 11:44

    Dies ist mein erstes Buch von Ellen Marie Wiseman, allerdings wird es sicher nicht das letzte sein. Gerade ist ein neuer Roman von ihr erschienen, den ich mir bereits zugelegt habe. "Die dunklen Mauern..." beschäftigen sich mit einem sehr wichtigen und oft verschwiegenen Kapitel der Medizingeschichte. Gerade in der Forschung mit psychiatrischen Patienten wurde früher sehr viel Missbrauch getrieben und sowohl die Diagnosestellung als auch "Therapie" teilweise leichtfertig und mit grauer Unwissenheit umgesetzt. Die Autorin hat für dieses Buch offensichtlich sehr gut und viel recherchiert (was auch in einem hochinteressanten Interview mit ihr im Anhang des Buches beschrieben wird) und sehr starke Rückblenden geschaffen, die den Flair des dunklen Willard State absolut vor meinem Auge entstehen ließen. Die Geschichte von Clara hat mich stark berührt und war voller einiger unerwarteter Wendungen. Dadurch konnte ich das Buch zeitweise kaum aus der Hand legen! Die Erzählung in der Gegenwart überzeugt ebenfalls teilweise durch Tiefgang, ist aber andererseits überraschend teeniehaft angelegt. Streiche und Beleidigungen im Schulalltag, Schwärmerei für einen Jungen...als Leser mit einem reiferen Blick auf das Buch mag diese Geschichte etwas oberflächlich erscheinen. Ich finde, dass es sich aufgrund der Charaktere jedoch auch lohnt, diese Geschichte zu lesen und mochte sehr, wie sich am Ende alles zu einem Gesamtwerk zusammengefügt hat. Das Ende hat mich tatsächlich noch einmal sehr ergriffen und sogar zu Tränen gerührt, daher bin ich insgesamt bei verdienten 4,5 Sternen!

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  • Erschreckend und erschütternd

    Die dunklen Mauern von Willard State

    Sternenstaubfee

    10. February 2017 um 22:43

    Die 17-jährige Isabelle lebt bei Pflegeeltern, seitdem vor vielen Jahren ihre Mutter ihren Vater erschoss. Als Isabelles Pflegemutter für ein Museum alte Gegenstände von Insassen einer früheren Psychiatrie katalogisieren soll, begleitet Isabelle ihre Pflegemutter nach Willard State. Dort stößt Isabelle auf den alten Koffer von Clara, die in den 1930er Jahren unfreiwillig nach Willard State gebracht wurde. Isabelle liest Claras altes Tagebuch und ist schnell gefesselt von der Geschichte der ihr unbekannten Frau aus der Vergangenheit. Mein Leseeindruck: Dieses Buch hat mich sowohl begeistert als auch tief erschüttert. Es gibt zwei Handlungsstränge. Einmal erfahren wir Isabelles Geschichte in der Gegenwart, und dann blicken wir immer wieder zurück auf Claras Geschichte, die hier hauptsächlich in den 1930er Jahren spielt. Beide Handlungsstränge werden mit der Zeit miteinander verknüpft, was der Autorin meiner Meinung nach sehr gut gelungen ist! Mir haben auch beide Handlungsstränge sehr gut gefallen, wobei mich aber Claras Geschichte mehr mitgenommen hat. Über das, was Clara widerfahren ist, war ich tief erschüttert. Erschreckend ist auch, dass diese Geschichte zwar fiktiv ist, aber dennoch einen wahren Kern hat. Das "Willard State Hospital" hat es wirklich gegeben, und die Behandlungsmethoden sind leider auch nicht erfunden. Ich denke, dieses Buch wird mich auch nach dem Lesen noch lange beschäftigen. Und ich kann den Roman auf jeden Fall weiterempfehlen; es ist eine ganz besondere, spannende und sehr mitreißende Geschichte!

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    • 3
  • Erschreckend spannend

    Die dunklen Mauern von Willard State

    Sarlis

    07. January 2017 um 08:46

    zu Anfang, meine Rezension spiegelt meine Meinung wieder & kann daher subjektive Stellen besitzen.Man lernt 2 junge Frauen kennen, Izzy und Clara. Beide erzählen dem Leser ihre Geschichte, daher spielt das Buch auch in zwei Zeitebenen. Ich konnte mich besser in Clara hineinversetzen & konnte mit ihr die Kälte & die Erdrückende Stimmung der Willard Psychiatrie spüren. Claras Kapitel waren teilweise zu kurz, denn ich hätte an manchen Stellen sie noch ein wenig länger begleitet & mehr die Geschichte aus ihrer Sicht gesehen, denn mit Izzy tat ich mich ein wenig schwer. Der Leser begleitet Izzy zwar bei ihrer Recherche & Spurensuche, die auch zumindest für mich sehr spannedn war, allerdings ihre persönliche Geschichte & ihre Gedankengänge dazu empfand ich leider oft sehr anstrengend.Die Auflösung hätte ich mir anders vorgestellt, ich hätte sie auch etwas anders geschrieben. Aber trotzdem habe ich am Ende ein paar Tränchen verdrückt. Welches dazu führte, das es für mich ein fünf Sterne Buch geblieben ist. Noch kurz etwas allgemeines zum Buch.Das Cover hat mich sofort angesprochen, denn wenn man es näher betrachtet, zeigt es oder soll wohl die Willard Psychiatrie zeigen. Mir ist aufgefallen das die Kapitel oft sehr lang waren (ein Kapitel knappe 40 Seiten).Zum anderen musste ich dieses Buch einfach lesen, weil mich das Thema Psychiatrie interessiert und ich selbst in dem Bereich für kurze Zeit beruflich tätig war. Außerdem gibt es tatsächlich diesen Ort Willard Psychiartie & diese Tatsache macht das Buch für mich lebendig.

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  • Beklemmend, traurig, ängstlich

    Die dunklen Mauern von Willard State

    MissNorge

    24. December 2016 um 15:38

    Kurz zur GeschichteIzzy´s bisheriges Leben verlief nicht nach Plan. Ihre Mutter erschießt ihren Vater, diese kommt ins Gefängnis und Izzi wird hin- und hergeschoben bis sie endlich bei Peg und Harry ein liebevolles Zuhause findet. Als Peg für ihre Museumsarbeit einige Gegenstände katalogisieren muss, die in Willard State der alten verfallen Psychiatrie lagern, geht Izzy mit und stößt dort auf den Koffer von Clara, die einst in der Psychiatrie eingesperrt war. Im Koffer befinden sich Briefe und ein Tagebuch, Sachen die Izzy sofort in ihren Bann ziehen und umso mehr will sie über Clara in Erfahrung bringen. Meine MeinungDies ist ein Roman der mich beim Lesen die ganze Gefühlspalette hat hoch- und runtergejagt, von Freude, über Angst zur Unfassbarkeit und Sinnlosigkeit, über Wut zur Trauer, aber auch zu kleinen Hoffnungsschimmern und wie stark die Liebe sein kann. Die Geschichte ist in zwei Erzählstränge aufgeteilt, die sich zum Ende hin wunderbar verbinden, das ist der Autorin sehr gut geglückt.Die Geschichte im "Damals" mit Clara hat mich sofort gepackt und in die damalige Zeit mitgenommen. Doch was dann geschieht, ist beim Lesen manchmal kaum auszuhalten. Mehr als einmal traten mir die Tränen in die Augen, als ich dachte, also schlimmer kann es doch nicht mehr werden, doch, wurde es. Ellen Marie Wiseman hat die Gabe Gefühle, Situationen, Begegnungen und die Zeit damals in einer Psychiatrie so lebhaft zu erzählen, das man sich selber irgendwann darin "gefangen" fühlt. Vor allem wenn man die Beschreibungen der verlassenen Anstalt im heute liest, sehr detailliert und anschaulich, so das ich dachte, oha, da möchte ich jetzt nicht sein. Verlassene Betten, als hätte gerade noch jemand darin gelegen, ein Speisesaal, so als hätten dort gerade noch Menschen gesessen und gegessen, ein Lost Place sozusagen. Einziger Kritikpunkt ist, das mich Izzy und die Teenie-Geschichte nicht so interessiert hat und ich diese manchmal als störend empfunden habe, als es bei der Clara-Geschichte gerade sehr spannend und emotional wurde. Klar, hat der Izzy-Erzählstrang eine gewisse Wichtigkeit für die Story an sich und deren Ende, aber das jugendliche Gehabe war mir etwas zu klischeehaft und übertrieben. Sehr interessant sind am Ende des Buches die Fragen und Antworten der Autorin zum Inhalt der Geschichte und das es die Psychiatrische Anstalt Willard State wirklich gab und wie sie recherchiert hat was dort alles vor sich ging. Wie schnell und vor allem wegen welchen Kleinigkeiten damals die Menschen (zum größten Teil Frauen) dort ohne triftigen Grund und vollkommen gesund untergebracht wurden und die meisten sind niemals wieder raus gekommen und in der Anstalt verstorben. Beängstigend, erschreckend und beklemmend einfach nur, wie damals mit den Menschen umgegangen wurde, heute, zum Glück, nicht mehr denkbar.

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  • Willkür...

    Die dunklen Mauern von Willard State

    parden

    15. September 2016 um 22:13

    WILLKÜR... Willard, 1995. Eine schicksalhafte Nacht vor zehn Jahren veränderte alles für Izzy Stone. Ihre Mutter erschoss ihren Vater und kam ins Gefängnis, und die inzwischen 17-jährige Izzy lebt seither bei wechselnden Pflegefamilien. Als ihre derzeitige Pflegemutter sie bittet, bei der Katalogisierung von Koffern und deren Inhalten aus einer leer stehenden psychiatrischen Anstalt zu helfen, stößt Izzy dabei auf das Tagebuch sowie zahlreiche ungeöffnete Briefe einer gewissen Clara Cartwright. New York, 1929. Die 18-jährige Clara Cartwright ist das Kind wohlhabender Eltern und Luxus gewöhnt. Sie wurde einem Sprössling aus gutem Hause versprochen, doch Clara will ihrer großen Liebe Bruno treu bleiben und weigert sich daher, die arrangierte Ehe einzugehen. Kurzerhand schickt ihr Vater sie daraufhin in ein Haus für Nervenleidende - und ein Albtraum nimmt seinen Lauf. In zwei parallelen Erzählsträngen präsentiert Ellen Marie Wiseman hier abwechselnd die aktuelle Geschichte der Jugendlichen Izzy Stone und die zeitlich weit davor liegende der Clara Cartwright, die von ihrem eigenen Vater in eine psychiatrische Anstalt geschickt wurde, weil sie es gewagt hatte, sich ihm zu widersetzen. Zunächst berühren sich die beiden Erzählstränge nur behutsam - durch das Tagebuch und die Briefe, die Izzy in dem Koffer von Clara findet, der zusammen mit den Gepäckstücken hunderter anderer Patienten auf dem Dachboden der inzwischen verwaisten und nahezu verfallenen Psychiatrie vor sich hin modert, von Patienten, die zeitlebens das Gelände hinter den dunklen Mauern nicht mehr verlassen haben. Später nähern sich die Erzählstränge zunehmend an, dadurch dass Izzy zum einen tiefer in Claras Geschichte eintaucht, zum anderen aber auch dadurch, dass sie sich nun ihrer eigenen Vergangenheit zu öffnen beginnt, die sie bisher stets zu verdrängen suchte. Zwei Geschichten - zwei Wertungen. Ich gestehe, dass es vor allem Claras Schicksal war, das mich sehr berührte. Allerdings waren die Szenen, die aus der Sicht Claras geschrieben wurden und in der Psychiatrie spielen, teilweise für mich schier unerträglich. Wenn ein solcher Abschnitt anstand, ging ich da echt mit Bauchschmerzen ran, aus Sorge davor, welchen Drangsalierungen Clara dann wieder ausgesetzt sein würde. Für was man früher so alles in der Psychiatrie landen konnte - vor allem als Frau! Ehemann verlassen? Eingesperrt. Dem Vater widersprochen? Jahrelang hinter Gitter, oftmals für den Rest des Lebens. Ein einzelner Psychiater für tausende von Patienten. Man ahnt, wie die Zustände sein mussten. Dazu die 'Behandlungsmethoden': Sedierung, Fixierung, Isolierung, Eisbäder, Insulinschocktherapie, Elektroschocks. Und die Autorin schildert das so bildhaft, dass mir manchmal echt die Luft wegblieb. Will man das ganze in Schlagworten zusammenfassen, dann so: Willkür. Gewalt. Ohnmacht. Hier wurde Menschen nicht geholfen, hier wurden sie zerbrochen. Die andere Geschichte rund um Izzy war auch nicht uninteressant, die Figur durchaus authentisch und sympathisch - das ganze wirkte jedoch auf mich von den Themen her zu überfrachtet. Neben der Erforschung der Koffer und der Hintergründe hat Izzy ihre ganz eigenen Probleme. Sie muss sich nicht nur wieder bei einer neuen Pflegefamilie einleben und dazu noch in einer neuen Schule, sondern sich auch endlich mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen. Seit der verhängnisvollen Nacht vor zehn Jahren hat sie ihre Mutter nicht mehr gesehen oder gehört und sich auch geweigert, ihre zahlreichen Briefe aus dem Gefängnis zu lesen. Immer schlummert in Izzy die Gewissheit, dass ihre Mutter verrückt sein müsse - und die große Angst, dass sie diese Veranlagung geerbt haben könnte. Doch als ob das noch nicht reicht, trifft Izzy noch auf ihre erste große Liebe und wird in der Schule nicht nur gemobbt, sondern gerät durch die Ausgrenzung aus der Klasse auch noch in eine große Gefahr. Für mich war das ehrlich gesagt zu viel des Guten, und erwartungsgemäß konnte den zahlreichen Themen auch nicht der Raum gelassen werden, der ihnen zugestanden hätte. Trotz der Kritikpunkte an dem einen Erzählstrang fand ich den Plot insgesamt aber spannend und gut durchdacht. Das Ende wirkte auf mich zwar ein wenig arg bemüht, aber das Verweben der Geschichten gelang letztlich gut, und die Erläuterungen der Autorin am Ende des Buches lieferten noch einiges an interessanten Hintergrundinformationen. Viele historische Fakten wurden hier in den Roman eingeflochten. Ein tiefer Blick in das dunkle Kapitel der Vergangenheit der Psychiatrien - gewoben um eine nette Jugendgeschichte. Erschütternd, bedrückend, gelungen. © Parden

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    • 9
  • Leserunde zu "Zwischen den Meeren" von Sarah Moss

    Zwischen den Meeren

    Mare_Verlag

    Liebe Lovelybooks-Leser, auch der August bringt schöne neue Bücher aus dem mareverlag: Am 23. August erscheint der neue Roman »Zwischen den Meeren« von der wunderbaren Sarah Moss. Wir haben für euch ein paar Exemplare reserviert, damit Ihr das Buch ganz exklusiv bereits vor dem offiziellen Erscheinungstermin lesen könnt. Zum Buch: Cornwall im späten 19. Jahrhundert: Nur wenige Wochen nach der Hochzeit muss ein junges Paar sich wieder trennen – für ein ganzes halbes Jahr. Tom Cavendish fährt nach Japan, um Leuchttürme zu bauen; Ally, seine Frau, bleibt in Cornwall, wo sie ihren lang gehegten Traum erfüllt und ihre erste Stelle als Ärztin antritt. Der neue Status beschert ihr ungekannte Freiheit, doch während sie sich immer tiefer in die Arbeit stürzt und Tom versucht, sich an die fremde Kultur Japans zu gewöhnen, wird die Entfernung zwischen beiden immer größer und das Fundament ihrer jungen Ehe brüchig. Mit ihrer unvergleichlichen Mischung aus psychologischer Einfühlung und intellektueller Tiefe spannt Sarah Moss einen Bogen von Cornwall bis Japan und zeigt zwei Menschen voller beruflicher Entschlossenheit und innerer Einsamkeit, verbunden durch dieselbe Sehnsucht, die Sehnsucht nach dem jeweils anderen. Hier geht’s zur Leseprobe. Möchtet Ihr zu den 20 Vorablesern gehören?* Dann bewerbt euch und beantwortet bis zum 14. August 2016 die folgende Frage: Das frisch verheiratete Paar wird für einige Monate getrennt, als Tom aus beruflichen Gründen nach Japan geht und seine Frau Ally in Cornwall zurücklässt – ihre einzige Kontaktmöglichkeit sind Briefe. Unter welchen Umständen könntet ihr euch vorstellen, eine Beziehung über eine große Distanz zu führen. Wir sind gespannt auf Eure Antworten und freuen uns über zahlreiche Bewerbungen! Euer mareverlag * Bedingung ist, dass Ihr euch zeitnah am Austausch in allen Leseabschnitten beteiligt und abschließend eine Rezension zum Buch schreibt.

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    • 404

    jenvo82

    20. August 2016 um 08:24
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    Bibliomarie schreibt Nebenbei sind die Zustände in der Anstalt grauenvoll. Wir sehen misshandelte und missbrauchte Frauen, die einfach als Irre abgetan werden. Die Schwestern haben mehr den Drang, die Frauen zu ...

    Das empfinde ich ganz genauso, vieles war damals noch unerforscht und es ging wohl in erster Linie darum die Frauen "ruhigzustellen", damit sie keinen Schaden anrichten. Im vergangenen Jahr habe ...

  • Hinter dunklen Mauern

    Die dunklen Mauern von Willard State

    NiWa

    17. June 2016 um 07:00

    Vor 10 Jahren erschoss Izzys Mutter ihren Ehemann und seither hat das Mädchen einige Pflegefamilien hinter sich. Mittlerweile erneut bei Pflegeeltern angekommen, hilft sie persönliche Gegenstände von Patienten einer längst geschlossenen Psychiatrie zu katalogisieren und stößt dabei auf das Tagebuch von Clara Cartwright, das ihr einfach keine Ruhe lässt.Die Handlung erstreckt sich über zwei Zeitebenen. In den 90er-Jahren hilft Protagonistin Izzy ihrer Pflegemutter dabei, Koffer der ehemaligen Patienten der seit langem geschlossenen Nervenheilanstalt Willard State Asylum zu sichten und zu katalogisieren. Hierbei handelt es sich um Relikte, die bis zum Anfang des Jahrhunderts reichen. So stößt Izzy auf Claras Tagebuch aus den 1920er-Jahren und damit die Tür zur Vergangenheit auf.Im Vergangenheitsstrang kommt Clara selbst zu Wort. Sie erzählt, warum sie in die Klinik eingeliefert wurde, schildert die grauenhaften Bedingungen sowie die unwürdige Behandlung und ihren Kampf um Würde, Selbstbestimmtheit und Gerechtigkeit.In diesem Roman ist die verbrecherische, zutiefst unwürdige Behandlung von Menschen in Psychiatrien zentral. Die Autorin bettet gut recherchierte Fakten in eine aufreibende Geschichte ein und stellt zudem einen allgegenwärtigen Mutter-Tochter-Konflikt in den Vordergrund.Ich denke, dass die Autorin am Beispiel von Clara den Insassen des Willard States Aslyums eine Stimme gibt, um sie stellvertretend für alle Patienten dieser Zeit vor dem Vergessen zu bewahren.Inhaltlich ist der Roman meiner Ansicht nach sehr gut aufgebaut. Die Autorin stützt sich auf die vergessenen Koffer der damaligen Patienten, die tatsächlich existieren, und hat auf dieser Grundlage eine ansprechende Gegenwartshandlung geschaffen.Der Vergangenheitsstrang hat mich besonders aufgewühlt. Gemeinsam mit Clara wird man in die psychiatrische Hölle geschickt aus der es kein Entrinnen gibt. Allein bei der Lektüre musste ich aufgrund der unhygienischen, unmenschlichen und eindeutig verbrecherischen Zustände würgen und mir gleichzeitig vor Augen führen, dass dies jahrzehntelang Realität gewesen ist.Der Gegenwartsstrang der 90er war zwar ebenso ansprechend zu lesen, allerdings hatte ich hier manchmal das Gefühl, die Autorin hätte es ein bisschen übertrieben.Protagonistin Izzy ist bereits der niederschmetternden familiären Situation ausgesetzt. Immerhin ist ihre Mutter eine Mörderin, hat mit sich selbst und der Eingewöhnung in immer neuen Pflegefamilien zutun, beschäftigt sich ihrer Pflegemutter zuliebe mit der Katalogisierung der Koffer, knüpft eine erste zarte Liebe und wird in einer Nebenhandlung auch noch mit einer richtig fiesen Mitschülerin konfrontiert.Diese Auseinandersetzung drängt sich längere Zeit in den Vordergrund, bis sie in einem unfassbaren Höhepunkt ausartet und daraufhin in der weiteren Handlung verpufft als ob nichts gewesen wäre.Hier wurden meinem Gefühl nach einfach zu viele Themen angeschnitten, die nicht ganz zielgerichtet aufgelöst werden konnten und zumindest bei mir einen etwas schalen Beigeschmack hinterlassen haben.Berührungspunkt beider Erzählstränge ist neben den Mauern von Willard State ein deutlich spürbarer Mutter-Tochter-Konflikt, der sich weit über die Protagonistinnen hinaus auch auf Nebenfiguren erstreckt. Diese Unstimmigkeiten werden aus verschiedensten Perspektiven aufgearbeitet und nehmen daher einen weiteren Fokus der Geschichte ein, den es meiner Meinung nach zwar nicht bedurft hätte, sich jedoch trotzdem gut in die Gesamthandlung eingliedert.Ellen Marie Wiseman hat aus stilistischen Gründen einige historische Fakten ihrer Erzählung zeitlich angepasst, um auf sie aufmerksam zu machen. Daher werden manche Geräte länger als tatsächlich genutzt und einige Behandlungsmethoden einige Jahrzehnte vorgezogen, was sie im Nachwort ausführlich dargestellt und begründet hat.Alles in allem handelt es sich hierbei um einen aufwühlenden historischen Roman, der dem Leser die Missstände in Nervenheilanstalten der 20er-Jahre ins Bewusstsein ruft, auf die Selbstbestimmtheit des Menschen pocht und durch seine ergreifende Dramatik - trotz des überladenen Gegenwartsstrang - an die Seiten fesselt, von denen man sich kaum lösen mag.Meiner Meinung nach spricht diese Geschichte Leser an, die sich allgemein für psychiatrische Anstalten interessieren, deren abstoßende Aura ertragen und sich gleichzeitig für Familiengeschichten erwärmen können.

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    • 9
  • Liebe, Hass, Missbrauch und der Versuch damit Leben zu müssen.

    Die dunklen Mauern von Willard State

    JasminDeal

    13. June 2016 um 12:38

    Aufmerksam wurde ich auf das Buch durch eine Leserunde. Leider hatte ich in dieser Runde aber kein Glück, deshalb landete das Buch auf meiner „Wunschliste“. Einmal angefangen, konnte ich es kaum aus der Hand legen. Sowohl das Schicksal von Clara, als auch die Geschichte von „Izzy“ haben mich total gefesselt und berührt. Die Ereignisse in der Anstalt werden beklemmend dargestellt und die Vorgehensweisen erschrecken jeden Menschen mit einem normal ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Es ist schön, wie sich die Leben von Izzy und Clara im Laufe der Geschichte miteinander verweben. Beide waren/sind junge, starke Frauen mit einem schlechten Start ins Erwachsenenalter. Jeder hat einen Kampf auszutragen, obwohl Ruhe und Liebe alles ist, was sie wollen. Leider geht die Geschichte nicht komplett gut aus, man muss sich mit einem kleinen „Happyend“ begnügen. Für mich wirkt die Geschichte dadurch noch glaubhafter. Mehr möchte ich zum Inhalt nicht verraten. Es wäre schade dieses Buch und die berührende, stellenweise schockierende Geschichte zu spoilern. Von mir eine absolute Leseempfehlung. Ein Buch indem nicht nur das „Treiben“ in Irrenanstalten berichtet wird, sondern auch über Liebe und Hass, Familie die man sich nicht aussuchen kann, über Missverständnisse und verpasste Chancen und das Leben mit deren Konsequenzen.

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  • Durch dieses Buch erhalten tausende Schicksale ein Gesicht

    Die dunklen Mauern von Willard State

    Wortmagie

    18. May 2016 um 10:40

    „Die dunklen Mauern von Willard State“ von Ellen Marie Wiseman ist nur zum Teil fiktiv. Die psychiatrische Anstalt Willard State Asylum hat es tatsächlich gegeben. Als die Anstalt nach 126 Jahren des Betriebs 1995 geschlossen wurde, fanden Arbeiter auf dem Dachboden über 400 Koffer, die Patienten gehörten, die Willard nie mehr verließen. Seit 1999 arbeiteten Darby Penney, Peter Stastny und die Fotografin Lisa Rinzler unermüdlich, um die Biografien ihrer Besitzer_innen aufzudecken und ihnen ein Gesicht zu geben. Das Ergebnis ihrer Bemühungen sind die Ausstellung „Lost Cases, Recovered Lives: Suitcases from a State Hospital Attic“ und das Buch „The Lives They Left Behind: Suitcases from a State Hospital Attic“. Letzteres diente Ellen Marie Wiseman als Inspiration „Die dunklen Mauern von Willard State“ zu schreiben. Izzy Stones Familie wurde in der verhängnisvollen Nacht zerstört, als ihre Mutter ihren Vater erschoss. Niemand weiß, was sie zu dieser grauenvollen Tat veranlasste. Allein, ohne verbleibende Angehörige, wurde Izzy jahrelang herumgereicht. Erst jetzt, mit 17, hat sie das Gefühl, Pflegeeltern zu haben, denen sie wichtig ist. Aus Dankbarkeit hilft sie den beiden bei ihrem neusten Projekt. Nach der Schließung des berüchtigten Willard State Asylum wurden auf dem Dachboden hunderte von Koffern gefunden, deren Inhalt Peg und Harry nun katalogisieren möchten. Unter den Besitztümern der Insassen entdeckt Izzy einen Stapel ungeöffneter Briefe und das Tagebuch einer Patientin namens Clara Cartwright. Izzy ist von Claras tragischem Schicksal fasziniert und setzt alles daran, ihre Geschichte zu rekonstruieren. Doch je tiefer sie in die Geheimnisse von Claras Leben vordringt, desto näher kommt sie auch den Antworten auf die Rätsel ihrer eigenen Vergangenheit… Ich wusste bereits vor der Lektüre von „Die dunklen Mauern von Willard State“, wie furchtbar die Bedingungen in psychiatrischen Anstalten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren. Ich wusste, dass Menschen dort eher weggesperrt als behandelt wurden und dass die wenigen Therapien, die zur Verfügung standen, an Folter grenzten. Viele Einrichtungen waren hemmungslos überlastet und die hygienischen Umstände katastrophal. Insassen wurde jegliche Selbstbestimmung genommen, ihre Persönlichkeit unterdrückt. Es herrschte Gewalt, Willkür und Überforderung. Wer einmal in eine solche Anstalt eingeliefert wurde, verließ sie nur selten wieder, von einer Genesung ganz zu schweigen. All das war mir bewusst. Trotzdem hat mich Claras fiktives Schicksal zutiefst berührt, schockiert und getroffen. Was Menschen in Einrichtungen wie Willard angetan wurde, war unmenschlich. Umso wichtiger ist es, dass es Bücher wie „Die dunklen Mauern von Willard State“ gibt. Es darf nicht vergessen werden, wie viele Leben mit dem Tag der Einlieferung in diese Anstalten endeten. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft – all das löste sich auf, sobald die Patienten hinter den Mauern verschwanden. Am Fall von Clara illustriert Ellen Marie Wiseman eindrucksvoll, wie ungerecht und grausam das System damals war; wie wenig ausreichte, um als geisteskrank abgestempelt und für immer der Freiheit beraubt zu werden. Ich musste während des Lesens häufig heftig schlucken und hatte am Ende sogar Tränen in den Augen. Die Macht der Emotionen, die dieses Buch vermittelt, ist der Grund, warum es von mir vier Sterne erhält, obwohl Wiseman meiner Ansicht nach nicht die beste Schriftstellerin ist. Ich sehe gern über stilistische Mängel hinweg, weil ihre Geschichte aufwühlend und unheimlich fesselnd ist. Die Entscheidung eine geteilte Handlung zu konstruieren, die zwei Zeitstränge und zwei Protagonistinnen fokussiert, finde ich mutig und einfühlsam, denn durch den Umweg über Izzy brachte Wiseman Claras Schicksal sehr nah an ihre Leser_innen heran. Izzy ist die Verbündete, die ebenso fühlt wie man selbst, während man gemeinsam aufdeckt, wie sehr Clara in Willard leiden musste. Ihr Leben bleibt nicht abstrakt, sondern erhält einen direkten Bezug zur Gegenwart und Realität. Hinzu kommt, dass die beiden jungen Frauen sehr viel gemeinsam haben, wodurch sie wie zwei Enden der gleichen Geschichte wirken, die über die Jahrzehnte hinweg mit einander verbunden sind. Ich mochte sowohl Clara als auch Izzy gern und hatte keine Schwierigkeiten, mit ihnen zu fühlen. Sie sind zarte, empfindsame Persönlichkeiten, fast schon zu zerbrechlich für die Härte der Welt. Ich wollte sie beschützen und wünschte beiden von ganzem Herzen ein Happy End. „Die dunklen Mauern von Willard State“ beleuchtet ein düsteres Kapitel der Vergangenheit, das unglücklicherweise viel zu selten ernsthaft angesprochen wird. Das Leid der Insassen psychiatrischer Einrichtungen im (frühen) 20. Jahrhundert dient heute als Blaupause zur Massenunterhaltung in Horrorfilmen, doch die zahllosen reellen Tragödien, die diese damals noch junge Wissenschaft produzierte, bleiben zu großen Teilen verschüttet. Menschen, die 50 Jahre und länger weggesperrt und gequält wurden, weil ihnen ein völlig unqualifizierter Arzt eine diffuse Diagnose attestierte, verdienen es, dass man sich an sie erinnert. Auch wenn sie dieses gewaltige Unrecht nicht auslöschen können, so helfen Bücher wie „Die dunklen Mauern von Willard State“ und selbstverständlich „The Lives They Left Behind: Suitcases from a State Hospital Attic“ dabei, Patientennummern wieder zu echten Menschen werden zu lassen. Sie geben zurück, was ihnen vor so vielen Jahrzehnten genommen wurde: eine Geschichte. Wer sich für das Thema Psychiatrie interessiert, sollte „Die dunklen Mauern von Willard State“ von Ellen Marie Wiseman wirklich lesen. Die Kombination aus Fakten und Fiktion verschafft den Leser_innen einen realistischen Eindruck der Umstände im Willard State Asylum, ohne die menschliche Note zu vernachlässigen. Durch Claras Geschichte erhalten tausende Schicksale ein Gesicht.

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  • Die dunklen Mauern von Willard State

    Die dunklen Mauern von Willard State

    FabAusten

    Izzy soll ihren Pflegeeltern helfen, die Koffer früherer Psychiatriepatienten zu katalogisieren. Dies fördert Gefühle und Erinnerungen zutage, die sie bisher versuchte, zu verdrängen. Denn ihre Mutter erschoss vor Jahren ihren Ehemann und Izzy glaubt, dass dafür nur eine Geisteskrankheit verantwortlich sein kann. Und sie fürchtet, diese womöglich geerbt zu haben. Außerdem macht ihr die Situation an ihrer neuen Schule zu schaffen, wird sie doch von einigen Mitschülerinnen gemobbt. Während ihrer Arbeit in Willard State Asylum stößt sie auf den Besitz der ehemaligen Patientin Clara Cartwright. Auch ein Tagebuch ist unter den Gegenständen. Izzy möchte mehr über das Schicksal der jungen Frau erfahren und beginnt zu recherchieren. Ellen Marie Wiseman hat sich von dem real existierenden Willard State und seiner Vergangenheit inspirieren lassen. Entstanden ist ein Roman, der Realität und Fantasie geschickt zu einer spannenden und sehr berührenden Geschichte verbindet. Dabei wechselt die Perspektive zwischen Izzy und Clara. Somit sind es eigentlich zwei Geschichten, die erst gegen Ende zusammengeführt werden. Die Autorin zeichnet die Charaktere und ihre Situation sehr einfühlsam nach. Der lebendige Sprachstil ist sehr gefällig und trägt den Leser leichtfüßig durch die Handlung. Diese hält nicht wenige Überraschungen bereit und zahlreiche Gelegenheiten mit den Protagonistinnen mitzufühlen. Ihre Glanzleistung liefert sie jedoch mit der Darstellung der Zustände in der psychiatrischen Klinik ab. Diese werden düster und eindringlich zum Leben erweckt. Die gequälten Patienten, die entwürdigenden Prozeduren, die erbarmungslosen Zustände und das mitleidlose Personal werden eindrücklich beschrieben. Die Härte und Aussichtslosigkeit der Situation, in welcher sich die Insassen befinden, werden spürbar. Es gibt nur wenige Aspekte, die etwas negativ auffallen. Zum einen wird den Protagonistinnen in schöner Regelmäßigkeit übel und dieser Vorgang mehr oder weniger ausgiebig beschrieben. Zum anderen ist die Erklärung für den von Izzys Mutter verübten Mord in der Literatur derzeit sehr gängig und daher ziemlich abgedroschen. Eine einfallsreichere Variante wäre nett gewesen. Außerdem ist es schade, dass die Autorin keine weiteren Informationen zu Claras Eltern liefert. So bleiben sie schemenhafte Nebenfiguren, die ihre Funktion erfüllen, deren Umgang mit Claras Schicksal aber leider nicht gezeigt wird. Alles in allem ist Die dunklen Mauern von Willard State sehr gelungen und bietet trotz der schweren Themen spannende Unterhaltung. Dabei überzeugen vor allem die Hauptfiguren durch Stärke und Durchhaltevermögen auch in aussichtslosen Situationen.

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    • 5

    DarkReader

    29. April 2016 um 23:39
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