Die Vergessenen

von Ellen Sandberg 
4,7 Sterne bei165 Bewertungen
Die Vergessenen
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (158):
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Ein sehr bewegender und lesenswerter Roman gegen das Vergessen

Kritisch (2):
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Leider kam bei mir keine wirkliche Spannung auf - das Buch ist total vorhersehbar und für mich auch nicht ins Krimigenre einzuordnen

Alle 165 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Die Vergessenen"

Die einen wollen vergessen. Die anderen können es nicht.
1944. Kathrin Mändler tritt eine Stelle als Krankenschwester an und meint, endlich ihren Platz im Leben gefunden zu haben. Als die junge Frau kurz darauf dem charismatischen Arzt Karl Landmann begegnet, fühlt sie sich unweigerlich zu ihm hingezogen. Zu spät merkt sie, dass Landmanns Arbeit das Leben vieler Menschen bedroht – auch ihr eigenes.
2013. In München lebt ein Mann für besondere Aufträge, Manolis Lefteris. Als er geheimnisvolle Akten aufspüren soll, die sich im Besitz einer alten Dame befinden, hält er das für reine Routine. Er ahnt nicht, dass er im Begriff ist, ein Verbrechen aufzudecken, das Generationen überdauert hat ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783328103882
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:528 Seiten
Verlag:Penguin
Erscheinungsdatum:27.12.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 27.12.2017 bei Der Hörverlag erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    Caro_Lesemauss avatar
    Caro_Lesemausvor 18 Tagen
    Kurzmeinung: Leider kam bei mir keine wirkliche Spannung auf - das Buch ist total vorhersehbar und für mich auch nicht ins Krimigenre einzuordnen
    Kein Krimi, aber auch als Roman nicht sonderlich spannend

    1944. Kathrin Mändler tritt eine Stelle als Krankenschwester an und meint, endlich ihren Platz im Leben gefunden zu haben. Als die junge Frau kurz darauf dem charismatischen Arzt Karl Landmann begegnet, fühlt sie sich unweigerlich zu ihm hingezogen. Zu spät merkt sie, dass Landmanns Arbeit das Leben vieler Menschen bedroht – auch ihr eigenes.
    2013. In München lebt ein Mann für besondere Aufträge, Manolis Lefteris. Als er geheimnisvolle Akten aufspüren soll, die sich im Besitz einer alten Dame befinden, hält er das für reine Routine. Er ahnt nicht, dass er im Begriff ist, ein Verbrechen aufzudecken, das Generationen überdauert hat ...

    Zunächst einmal ist dieses Buch aus meiner Sicht nicht als Krimi einzuordnen - auch wenn gelegentlich Waffen vorkommen und jemand stirbt. Spannung kam bei mir nicht auf, dafür waren Handlung und Auflösung viel zu vorhersehbar. 
    Der sprachliche Stil ist recht einfach. Häufig kommen altmodische Redewendungen in den Dialogen der Gegenwart vor. Irritiert haben mich beispielsweise "der Vielweiberei frönen" oder auch "Das wird sie fuchsen" (gab aber noch mehr solcher Textstellen). So redet doch niemand im Alter der beiden Protagonisten der Gegenwart. 
    Unnötig fand ich zudem die eingestreute Familiengeschichte von Manolis. Thematisch passt es sicherlich irgendwie dazu, letztlich hat es für mich aber das eigentlich zentrale und tragische Thema der "Euthanasie" von Behinderten Konkurrenz gemacht. Ich hatte den Eindruck, dass die Autorin das unbedingt loswerden wollte und es irgendwie in die restliche Geschichte reingequetscht hat. 

    Fazit:
    Ein Krimi ist es keineswegs, aber selbst als Roman recht vorhersehbar, Spannung kam leider nicht auf. Der sprachliche Stil war für meinen Geschmack zu einfach und häufig unpassend altbacken.

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    Booklookingprincesss avatar
    Booklookingprincessvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Bewegend und gleichzeitig Spannend, Bravo!
    mit viel Feingefühl erzählt!

    1944. Kathrin Mändler tritt eine Stelle als Krankenschwester an und meint, endlich ihren Platz im Leben gefunden zu haben. Als die junge Frau kurz darauf den charismatischen Arzt Karl Landmann begegnet, fühlt sie sich unweigerlich zu ihm hingezogen. Zu spät merkt sie, dass Landmanns Arbeit das Leben vieler Menschen bedroht- auch ihr eigenes.

    2013. In München lebt ein Mann für besondere Aufträge, Manolis Lefteris. Als er geheimnisvolle Akten aufspüren soll, die sich im Besitz einer alten Dame befinden, hält er das für reine Routine. Er ahnt nicht, dass er im Begriff ist, ein Verbrechen aufzudecken, das  Genrationen überdauert hat.

     

    Ich fand den Schreibstil wirklich sehr ansprechend und gut gelungen. Er lässt flüssiges lesen zu. Ellen Sandberg schreibt über sehr sensible Themen, und beweist wahrlich viel Feingefühl und Empathie dabei. Obwohl ich zunächst sehr skeptisch dem Buch gegenüberstand, hat mich die Story von Anfang an gepackt und ich habe es eigentlich nicht mehr aus der Hand gelegt  Hier wird wirklich sehr atmosphärisch erzählt. Der Spannungsbogen kann während des gesamten Buchs wirklich ausgesprochen gut gehalten werden.  Die Art und Weise wie zwei Geschichten miteinander verknüpft werden ist wirklich sehr gelungen. Die Protagonisten sind mit viel Liebe zum Detail beschrieben und waren während der gesamten Story immer gut spürbar! Auch die Perspektivenwechsel kommen immer zur rechten Zeit. Somit geht hier auch nichts an Spannung verloren. Insgesamt konnte mich dieses Buch durch diese solide und absolut glaubwürdige Story wirklich überzeugen, ich hatte wirklich viele schöne Lesestunden voller Emotionen damit.

    Ich vergebe 5 von 5 Sterne.


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    MissJaneMarples avatar
    MissJaneMarplevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein dunkles Kapitel unserer Geschichte spannend erzählt
    Leider kein fiktiver Hintergrund

    Inhalt:
    1944. Kathrin Mändler tritt eine Stelle als Krankenschwester an und meint, endlich ihren Platz im Leben gefunden zu haben. Als die junge Frau kurz darauf dem charismatischen Arzt Karl Landmann begegnet, fühlt sie sich unweigerlich zu ihm hingezogen. Zu spät merkt sie, dass Landmanns Arbeit das Leben vieler Menschen bedroht – auch ihr eigenes.
    2013. In München lebt ein Mann für besondere Aufträge, Manolis Lefteris. Als er geheimnisvolle Akten aufspüren soll, die sich im Besitz einer alten Dame befinden, hält er das für reine Routine. Er ahnt nicht, dass er im Begriff ist, ein Verbrechen aufzudecken, das Generationen überdauert hat ...

    Meinung:
    Eigentlich kenne ich Ellen Sandberg ja als Inge Löhnig mit ihren Dühnfort Krimis. Diese lese ich leidenschaftlich gerne und auch als Ellen Sandberg konnte mich Frau Löhnig überzeugen.

    Diesemal geht sie in eine ganz andere Richtung. Es ist kein Krimi, aber ein äußerst spannender Roman zu einem weiteren dunklen Kapitel des dritten Reichs.

    In zwei Erzählsträngen, Gegenwart und Vergangenheit, zeigt die Autorin einen Einblick in das Thema Euthanasie von Behinderten und Kriegsversehrten in Deutschland, expliziet in München.

    Manolis leidet unter den Geistern seines Vaters, der ein grausames Nazi-Massaker in Griechenland überlebt hat.
    Die Nichte von Kathrin Mädler versucht die Wahrheit über die Vergangenheit ihrer Tante heraus zu finden.

    Der Schreibstil ist gut zu lesen und erhält so die Spannung. Die einzelnen Kapitel sind so überschrieben, dass man gleich weiß, um wen es jetzt geht.

    Fazit:
    Ein fiktiver Roman mit einem leider gar nicht fiktiven Hintergrund!
    Absolute Leseempfehlung von mir.

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    S
    Satansbratenvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Kriegsverbrechen aktuelle Verbrechen, wozu sind Menschen in der Lage?
    Euthanasie Opfer, unvergessen

    Manolis Lefteris ist ein Mann für komplexe Angelegenheiten, er leitet ein vornehmes Autohaus, aber sein Hauptjob ist das Erledigen komplizierter Aufträge. In diesem Fall soll er die Geheimnisse einer alten Dame erforschen, Kahrin Mändler. Diese liegt nach einem Schlaganfall im Krankenhaus - und nicht nur er sucht in der Wohnung der alten Dame, Nichte Vera soll Kleidung holen, ihr Cousin sucht Geld. Aber worein ist die alte Dame geraten. In Rückblenden wird von ihrer Arbeit während des dritten Reiches im Behindertenheim berichtet, von ihrem Wunsch, ihren Vorgesetzte zu gefallen, aber auch ihrem langsam genährten Verdacht, dass die Kinder hier nicht nur gepflegt und gefördert werden. Die vielseitige Geschichte nimmt den Leser mit, führt ihn Sache ein, in die Lebenswelt Kathrins, keine hübsche Frau, aber mitfühlend mit diesen Kindern, Manolis, auch dessen Leben mit Ballast aus der Vergangenheit, er uns seine Schwester heißen nach den ermordeten Geschwistern seines Vaters... , der er langsam begreift, was er da besorgen soll. Gut lesbar, vielschichtig, spannend, lesenswert!

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    B
    Buchwurm05vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein schreckliches Kriegsverbrechen. Meisterlich erzählt, mit langsamen Spannungsaufbau und der Frage nach Gerechtigkeit.
    Ein Roman mit der Frage nach Schuld und Gerechtigkeit

    Kathrin, die Tante der Journalistin Vera Mändler, kommt mit einem Schlaganfall ins Krankenhaus und liegt seit dem im Koma. Ausgerechnet Vera's zwielichter Cousin Chris war bei ihr als es passierte. Eine Nachbarin berichtet von einem Streit zwischen beiden. Was wollte er von ihr? Aber vor allem warum verhält er sich immer noch so merkwürdig? Dann verschwindet Chris spurlos und Vera entdeckt, dass ihre Tante im Krieg als Schwester in einer Heilanstalt für Behinderte gearbeitet hat. Sie wittert eine große Story und begibt sich auf die Suche nach den Spuren der Vergangenheit. Dabei bemerkt sie nicht, dass noch jemand daran Interesse hat und sie verfolgt....

    "Die Vergessenen" ist keine leichte Lektüre. Man taucht tief in die Schrecken des Krieges ab. Ich bin immer noch sprachlos was im 2. Weltkrieg passiert ist. Gleich am Anfang bekommt man sehr viele Informationen, die geschickt in ein Gespräch verpackt sind. Das hat mir den Anfang etwas schwer gemacht. Aber durch den meisterlichen Schreibstil der Autorin, wurde es nach kurzer Zeit besser. Man wird mit allen wichtigen Informationen versorgt, ohne dass es langweilig wird. Es gibt 3 Erzählstränge. Vera's Suche nach Dokumenten aus Kathrin's Vergangenheit. Manolis Lefteris Beschattung, bei dem man auch noch Details aus der Kriegsvergangenheit seines griechischen Vaters erfährt, was für den weiteren Verlauf der Geschichte wichtig ist. Dann gibt es noch Rückblenden in Kathrin's Vergangenheit in Form von "Noch einmal Erleben" während ihres Komas. Dabei wird die Spannung allmählich gesteigert. Fazit: Ein Roman, der den Leser mit den deutschen Kriegsverbrechen konfrontiert und gleichzeitig die Frage nach Schuld und Gerechtigkeit aufwirft. Lesenswert. 

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    Crazy-Girl6789s avatar
    Crazy-Girl6789vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Geschichte war sehr interessant und auch sehr spannend.
    Sehr gelungenes Buch

    Erster Satz: Blut klebte an seinen Händen, an seiner Kleidung.

    Fakten:

    Autor: Ellen Sandberg
    Verlag:
    Penguin
    Erscheinungsdatum:
    27.12.2017
    Genre:
    Krimi und Thriller
    Seiten:
    512

    Inhalt:

    1944. Kathrin Mändler tritt eine Stelle als Krankenschwester an und meint, endlich ihren Platz im Leben gefunden zu haben. Als die junge Frau kurz darauf dem charismatischen Arzt Karl Landmann begegnet, fühlt sie sich unweigerlich zu ihm hingezogen. Zu spät merkt sie, dass Landmanns Arbeit das Leben vieler Menschen bedroht – auch ihr eigenes.

    2013. In München lebt ein Mann für besondere Aufträge, Manolis Lefteris. Als er geheimnisvolle Akten aufspüren soll, die sich im Besitz einer alten Dame befinden, hält er das für reine Routine. Er ahnt nicht, dass er im Begriff ist, ein Verbrechen aufzudecken, das Generationen überdauert hat ...

     

    Cover:

    Auf dem Cover sieht man ein altes Haus in einem Feld. Der Himmel ist grau und verdunkelt. Zudem sieht man Vögel im oberen Teil des Covers. Im unteren Teil ebendieses kann man sehr groß den Namen der Autorin erkennen, sowie darunter auch in kleinerer Schrift den Titel des Buches.

    Ich finde das Cover sehr schön. Ich denke auch, dass das Cover gut zum Buch passt. Außerdem ist es sehr ansprechend und ich würde das Buch sofort in die Hand nehmen, wenn ich es in einem Buchladen sehen würde.

     

    Sprache:

    Ich finde die Sprache sehr gut gewählt. Zudem hat mir auch der Schreibstil sehr gut gefallen. Dadurch konnte man der Geschichte gut folgen. Außerdem werden die Gefühle der Charaktere gut dargestellt. So konnte man die jeweiligen Handlungen und Gedanken gut nachvollziehen.

     

    Fazit:

    Das Buch gefiel mir sehr gut. Durch den Schreibstil der Autorin konnte man der Geschichte sehr gut folgen. Dadurch und durch die enthaltene Spannung konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Während der Geschichte gibt es einige Wendungen, was das Buch meiner Meinung nach nur noch spannender macht. Mir haben auch die geschichtlichen Hintergrunddetails sehr gut gefallen. Auch die Zeitsprünge zwischendrin haben mir sehr gut gefallen. Man konnte so auch viel mehr Informationen v.a. bezüglich Kathrin Mändler erfahren. Besonders gefällt mir auch, dass das meiste und auch die Personen rein fiktiv sind, aber auch auf wahren Tatsachen beruhen. Dadurch kann man Lesern auf eine spannende Weise geschichtliche Fakten näher bringen und auch zum Nachdenken anregen. 

    Alles in allem kann ich sagen, dass dies ein gelungenes Buch ist. Also eine absolute Leseempfehlung von mir. Ich würde aber empfehlen dieses Buch zu lesen, wenn man sonst nicht mehr viel vorhat, denn ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

    Viel Spaß beim Lesen…

    Hinweis: Es ist alles meine Meinung; andere empfinden vielleicht anders.

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    N
    Nadezhdavor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Toller Roman über ein beinahe vergessenes Thema der Nazizeit - und die spannende Frage nach Schuld und Sühne...
    Ein beinahe vergessenes Thema der Nazizeit - und die spannende Frage nach Schuld und Sühne...

    Wow, kann ich nur sagen. Hier hat sich mit Sicherheit eins der Jahreshighlights bei mir eingestellt.

    Einstiegsschwierigkeiten hatte ich nicht und fand das Buch spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Die Perspektive des Manolis Lefteris mit seinem ungewöhnlichen "Job" und der ebenso ungewöhnlichen ethischen Haltung dahinter hat mich sofort fasziniert und über das gesamte Buch hinweg immer wieder zum Nachdenken gebracht. Diese Figur hat für mich auch den größten Reiz des Romans ausgemacht, weil sie so besonders ist und einige meiner Denkgewohnheiten zum Thema "Gerechtigkeit erlangen" dadurch mal ordentlich gegen den Strich gebürstet wurden.


    Dass der historische Strang der Handlung erst recht spät einsetzte, hat mich ein wenig irritiert; das war aber schnell vergessen, denn hier kommt wirklich Verstörendes auf den Leser und die Leserin zu. Mir war das Schicksal von geistig Behinderten während des Nationalsozialismus nicht fremd, da ich selbst in der Nähe einer solchen sogenannten Heil- und Pflegeanstalt aufgewachsen bin, in der als "nicht lebenswert" erachtete Menschen kaltblütig ermordet wurden, und schon als Jugendliche dort Führungen und Workshops besucht habe. Trotzdem erreicht das Grauen noch einmal eine andere Dimension, wenn es personalisiert wird. Das Leben und Sterben der kleinen Therese ist mir sehr nahegegangen.


    Sehr gut gefallen hat mir, dass viele Figuren ambivalent angelegt sind und das auch bis zum Ende bleiben dürfen. Vor allem Kathrins Beweggründe zu ihrem Handeln nach dem Krieg sind schwer auszuhalten und doch ein Stück weit nachvollziehbar. Über Manolis werde ich auch noch nachzudenken haben. Vera mochte ich einfach und wünsche Frauen wie ihr, dass sie es schaffen, ihren Weg zu gehen.


    Vielen, vielen Dank an die Autorin für dieses erschütternde und nachdenklich machende Buch, das sicher noch über längere Zeit in mir arbeiten wird...

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    wiechmann8052vor 3 Monaten
    wichtig

              1944 Katrin arbeitet in einer Heil und Pflegeanstalt und erfährt von den Verbrechen der Nazis. 2013 in München lebt ein Mann für besondere Aufgaben er soll geheimnisvolle Akten beschaffen die im Besitz von Katrin sind.  Eine Routine Aufgabe. Vera ist Journalistin und die Nichte von Katrin durch Zufall erfährt sie von der Tätigkeit ihrer Tante in den Kriegsjahren.
    Wenn wir von den Verbrechen der Nazis sprechen, reden wir viel zu wenig über die Morde an Behinderten, nervlich oder geistig Kranken. Diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind ein Thema dieses Romans. Das andere sind die tiefen Spuren die diese Taten bei den Opfern und ihren Nachkommen hinterlassen haben und die daraus entstehenden Folgen.
    In neuerer Zeit heißt es oft, wir müssen die Vergangenheit hinter uns lassen und nach vorne schauen oder wir machen die Menschen von heute zu Mittätern. Das ist falsch, denn wenn ich nicht weiß was geschehen ist kann ich es nicht besser machen. 
    Dieser Aufgabe hat sich die Autorin gestellt. In Romanform mit fiktiven Orten und Geschehen deren Ähnlichkeit mit bekannten nicht zufällig ist,.
    Das Buch ist sehr spannend geschrieben, durch die Zeitsprünge Vergangenheit und Gegenwart hat der Leser immer wieder eine Atempause um mit dem Gelesenen fertig zu werden. Danach will man zum Schluss kommen, das hätte ich anders gemacht aber stimmt das auch?
    Solche Romane sind wichtig sie geben den Tätern, Mitläufern und Opfern ein Gesicht, eine eigene Geschichte die der Leser so schnell nicht wieder vergisst.
    Ziel erreicht.

            

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    Wuschels avatar
    Wuschelvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Überragende Geschichte über all das was vergessen wurde, Gerechtigkeit und Sinn nach Gerechtigkeit. Es geht einfach unter die Haut.
    Eine Geschichte, die unter die Haut geht.

    Beschreibung:

    Manolis Lefteris erhält den Auftrag diverse Akten einer alten Frau abzunehmen. Für ihn scheint es ein absoluter Routine Fall zu sein. Doch während seiner Suche nach den Akten, lernt er die Dame Kathrin Mändler etwas besser kennen, oder besser gesagt ihr Geschichte. Eine Frau, die 1944 eine Stelle als Krankenschwester antrat, als der Krieg in vollem Gange war. Schnell begreift er, dass er einem Verbrechen auf der Spur zu sein scheint, das all die Jahre im Verborgenen lag. Nie wurde dafür jemand zur Rechenschaft gezogen. Doch sein Auftrag lautet lediglich die Unterlagen ausfindig zu machen. Vera, die Nichte von Kathrin Mändler und Journalistin, kommt dem Ganzen ebenfalls auf die Schliche und will damit an die Öffentlichkeit gehen. Wer schafft es zuerst an die Unterlagen zu kommen? Und wird die Gerechtigkeit doch noch siegen?

    Meinung:

    Das Buch habe ich vor knapp einer Woche beendet und bin immer noch absolut überwältigt davon. Ich bin nicht sonderlich gut darin ein Buch in seine Einzelteile zu zerpflücken, weil ich das eigentlich auch gar nicht will. „Die Vergessenen“ wird aus verschiedenen Perspektiven erzählte. 

    Einmal haben wir Vera, die aufstrebende Journalistin, zumindest wünscht sie es sich. An die Geschichte gerät sie eher durch Zufall und nur durch diesen blöden Zufall, ist es ihr überhaupt möglich eine Geschichte daraus zu machen. Oder sollte ich sagen: Die Wahrheit ans Licht zu bringen?!
    Dann gibt es noch Manolis, der eigentlich nur einen Auftrag erledigen will. Einen von vielen, die er neben seinem normalen Leben noch erledigt. Aufgrund dessen heftet er sich, mehr oder weniger, an Veras Fersen. Lange bleibt dem Leser unklar, welche Rolle Manolis eigentlich in der Geschichte übernimmt.
    Außerdem hätten wir dann noch Kathrin. Aus ihrer Sicht erlebt der Leser die Erinnerungen einer jungen Frau während des Krieges. Das fand ich persönlich recht schön, da man somit auch noch mitten drin, statt nur dabei war. 

    Gegen Ende der Geschichte kommt dann noch ein Ort des Geschehens hinzu, aber den lasse ich außen vor, auch wenn er grandios in Szene gesetzt ist bzw. dem Ganzen noch einen besonderen Feinschliff gibt.

    Besonders gefällt mir, dass Ellen Sandberg zwar fiktive Personen gewählt hat und das große Ganze fiktiv war, aber die einzelnen Hintergründe auf gewissen wahren Tatsachen beruhen. Es war mal wieder ein Zeichen dafür, wie wenig Ahnung wir doch eigentlich haben – oder wie viel in Vergessenheit geraten ist. 
    Die Charaktere fand ich sehr schön gezeichnet, vor allem Manolis, von dem man eigentlich lange nicht weiß was man von ihm halten soll. Am Ende war ich fast ein bisschen traurig, die Protagonisten ihres Weges ziehen zu lassen, da ich sie so gern gewonnen hatte.
    Ich weiß gar nicht was ich noch groß zu dem Buch sagen soll, vor allem ohne zu viel zu verraten. Es hat mich gefesselt, gebannt und ich wollte es am liebsten nicht mehr aus der Hand legen.

    Fazit:

    Ein ganz klar zu empfehlender Spannungsroman mit viel Tiefgang. 

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    annaika96s avatar
    annaika96vor 4 Monaten
    Um das Vergessen nicht zu vergessen

    Inzwischen sind 73 Jahre seit Ende des 2. Weltkriegs vergangen. Die letzten Zeitzeugen werden alt oder sterben. Außer der Geschichtsunterricht in der Schule, Dokumentationen und Museen, erinnert nicht viel mehr an einzelne Taten. Das wollte die Autorin mit "die Vergessenen" ändern und zeigt den Lesern, einen Teil der wahrscheinlich düstersten Geschichte Deutschlands.
    Erzählt wird zum einen die Geschichte der jungen Kathrin, welche 1944 in einer Heil- und Pflegeanstalt als Krankenschwester anfängt zu arbeiten. 2013 ist sie schon älter und erliegt einem Schlaganfall. Ihre Erinnerungen spielen sich während ihres Komas ab. Während sie also im Krankenhaus liegt, bekommt Manolis Lefteris einen neuen Auftrag: Er soll ein Dossier mit Unterlagen finden. Worum es sich bei den Unterlagen handelt, weiß er nicht und wie immer fragt er nicht, sondern nimmt seinen Auftrag einfach an.
    Daneben taucht noch  Vera auf , die Nichte Kathrins. Sie ist eine unzufriedene Journalistin, die lieber im Bereich Politik schreiben würde, anstatt über Beautytrends für Frauen ab 40.
    Beide sind auf gewisse Weise unzufrieden mit ihrem Leben. Beide verbindet was: Die Unterlagen? Wo sind sie und was hat Tante Kathrin mit der Ermordung von Pfleglingen in Heil- und Pflegeanstallt zu tun?

    Die Handlung als solche ist fiktiv, genau wie die Personen. Die Geschichte dahinter ist leider nicht fiktiv: Im 2. Weltkrieg wurden nicht nur "nicht-arier" getötet, sondern auch Menschen mit einer Behinderung oder andersweitig Kranke. Leider ging dies nach Ende des Krieges oftmals unter und viele Nazis, Ärzte und anderweitig beteiligte kamen ungeschoren davon. Daran möchte die Autorin erinnern, was ihr - wie ich finde - auch gelingt. Daneben schildert sie noch ein anderes Ereignis, welche auch die folgenden Generationen noch beschäftigt, auch wenn viele von uns nie davon gehört haben. Von der ersten Seite war ich gefesselt und am Ende hab ich mich durchgegoogelt, nach weiteren Informationen.
    Ich empfehle dieses Buch allen Krimifans, aber auch an diejenigen, die Interesse an Geschichte habe ... eigentlich sollten alle dieses Buch lesen. Der Inhalt ist auch heute noch wichtig.

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