Ellen Wood East Lynne

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Inhaltsangabe zu „East Lynne“ von Ellen Wood

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  • Rezension zu "East Lynne" von Ellen Wood

    East Lynne

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. April 2011 um 16:25

    Dieser Roman von Ellen Wood ist heute nahezu unbekannt - dennoch war er der meist verkaufte britische Roman im 19. Jahrhundert!!! Er gehört zu den Scandal Novels und daher finden sich in ihm alle guten Zutaten, die einen damaligen Skandalroman ausmachen: Mord, Ehebruch, Scheidung, dunkle Geheimnisse und eine Person, die ihre wahre Identität verbirgt und vorgibt, jemand anderes zu sein. So behandelt der Roman die tiefsten Ängste der viktorianischen Gesellschaft und die Dinge, in denen diese Gesellschaft ihre Bedrohungen sah. Hauptfigur ist Lady Isabel Vane, die mit ihrem Vater auf dem Anwesen East Lynne aufwächst. Die Familie ist bankrott und hat nichts mehr außer dem guten Namen. Um sie zu retten, kauft Familienfreund Archibald Carlyle das Anwesen, doch kurz danach stirbt Isabels Vater und sie muss zu ihrer ungeliebten Tante aufs Land ziehen. Diese Tante schikaniert Isabel wo es nur geht und macht ihr das Leben zur Hölle. Als Archibald zu Besuch kommt, sieht er Isabels Unglück und macht ihr einen Heiratsantrag. Isabel ist sich klar darüber, dass sie Archibald nicht liebt, aber gedrängt von ihrer Familie, aus Not, von ihrer Tante weg zu kommen, und geködert von der Aussicht, wieder auf ihrem geliebten East Lynne leben zu können, sagt sie "Ja". Die Jahre gehen ins Land und Isabel wird immer unglücklicher. Auf East Lynne langweilt sie sich zu Tode, wird von Archibalds Schwester eingeengt und hat keine sinnvolle Beschäftigung. Einzig ihre Kinder sind ein Lichtblick für sie (auch wenn sie sie nicht selbst erziehen darf, sondern dies einer Amme überlassen muss). Archibald trifft sich unterdessen immer häufiger mit seiner alten Freundin Barbara, ohne Isabel den Grund dafür zu nennen. Es sind rein geschäftliche Treffen, da er Barbara als Anwalt zur Seite steht und versucht die Unschuld ihres Bruders zu beweisen, der des Mordes angeklagt ist - aber er hält es nicht für nötig, Isabel dies zu erklären, und so ist sie überzeugt, dass er sie betrügt. Als ihre Jugendliebe Frances auf East Lynne auftaucht, lässt Isabel sich dazu überreden, mit ihm durchzubrennen - und das Unglück nimmt seinen Lauf. Schon bald zeigt Frances sein wahres Gesicht und lässt Isabel mit ihrem neu geborenen Baby sitzen. Als sie das Kind bei einem Zugunglück verliert und zur Unkenntlichkeit entstellt wird, entschließt sie sich, verkleidet als Gouvernante nach East Lynne zurückzukehren, da sie ihren Fehler bitter bereut und sich nichts sehnlicher wünscht, als wieder ihren Kindern nahe zu sein. So lebt sie fortan mit ihrem Ex-Mann, der inzwischen Barbara geheiratet hat, auf East Lynne - als Bedienstete dort, wo sie einst Herrin war. Sie muss ihr sterbendes Kind pflegen, ohne sich als Mutter zu erkennen geben zu dürfen, und muss zusehen, wie Archibald seiner jetzigen Frau Zärtlichkeiten schenkt, die einst ihr gegolten haben. Und ständig schwebt sie in der Gefahr, erkannt zu werden... Der Roman ist eine eindringliche Warnung an junge Frauen, ihren Ehemännern treu zu sein, denn die Botschaft ist klar: Wen man seinen Ehemann verlässt, stürzt man sich in einen Sumpf des Unglücks, aus dem man nie wieder herauskommt. Dennoch wird auch gezeigt, dass eigentlich die Gesellschaft schuldig ist, denn Isabel wird ihr ganzes Leben lang wie eine Puppe herumgereicht, und Carlyle hat von Anfang an einen großen Beitrag am Missglücken der Ehe. Dennoch gab die viktorianische Gesellschaft ausschließlich Frauen die Schuld an solchen Ereignissen, die nach einem Ehebruch vom normalen Leben ausgeschlossen wurden und keine Chance hatten, sich wieder zu rehabilitieren. Zu Zeiten, in denen Scheidung unmöglich war, waren sie ihren Männern hilflos ausgeliefert und hatten keine Möglichkeiten, über sich selbst oder ihre Kinder zu bestimmen. Der Roman liest sich sehr schnell und ist überaus spannend, insofern könnte ich ihm locker fünf Punkte geben. Der Kriminalplot rund um den Mord und Barbaras Bruder ist geschickt mit Isabels Geschichte verbunden und die vielen unvorhersehbaren Wendungen sind sehr aufregend und gelungen. Einen Punktabzug gibt es regelrecht, weil die didaktischen Aspekte - Frauen einzubleuen, dass sie immer treu sein müssen - doch sehr stark im Vorrang stehen, was manchmal sehr hölzern und konstruiert wirkt.

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