Ellinor Wohlfeil Im Bann der Vergangenheit

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 2 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(1)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Im Bann der Vergangenheit“ von Ellinor Wohlfeil

Anna ist nach ihrer geglückten Flucht aus der sowjetischen Besatzungszone wieder zu Hause. Hunger und Entbehrungen, Mangel an allem Nötigen beherrschen die Nachkriegsjahre. Trotzdem verfolgt Anna weiter ihre Pläne, Schauspielerin zu werden. Sie bekommt ein Engagement bei einer Wanderbühne und tingelt zwei Jahre lang über die Dörfer und kleinen Städte der Umgebung. Bei einer Kollegin nimmt sie Unterricht und meldet sich zur Prüfung an. Sie besteht die Prüfung nicht. Das trifft sie hart, sie fällt in ein tiefes Loch. So sollte es noch viele Jahre weiter gehen. Ihr Leben bewegt sich zwischen Aufbruch und Niederlage, Neubeginn und Scheitern. Ihr Selbstwertgefühl, das Vertrauen in die eigene Kraft waren in ihrer Kindheit und Jugend durch die traumatischen Erlebnisse der Verfolgung durch die Nazis erheblich gestört worden. 1948 mit der Währungsreform macht die Wanderbühne pleite. Anna geht nach Düsseldorf, wo sie schließlich die Bühnenreifeprüfung besteht. Aber all ihre Versuche, ein Engagement zu finden, führen zu nichts. Niedergedrückt und mutlos gibt sie die Hoffnung auf und lässt sich von Ralf, den sie bei einer Laienbühne kennen gelernt hat, und der ganzen Familie zur Heirat überreden. Ein Angebot als Sprecherin in Bremen beim Rundfunk zu arbeiten, lehnt sie auf massiven Druck von Ralf und der Familie ab. Sie heiratet Ralf und lebt mit ihm vorläufig im Haus der Schwiegereltern. Das Verhältnis zur Schwiegermutter gestaltet sich schwierig. Sie kritisiert die Schwiegertochter ständig, auch wenn es nichts zu kritisieren gibt. Annas einzige Freude ist ihr kleiner Sohn. Schließlich können sie in eine eigene Wohnung ziehen. Sie bekommt ein zweites Kind, und obwohl sie ihre Kinder zärtlich liebt, droht das eintönige Familienleben Anna langsam zu zermürben. Ralf hat seine eigenen Probleme. Er hat im Krieg viel durchgemacht und leidet unter seiner dominanten Mutter. Er ertränkt seine Schwierigkeiten im Alkohol und trinkt mit der Zeit immer exzessiver. Schließlich verliert er seine Stellung. Anna hat inzwischen ihrem Leben eine neue Wendung geben können. Sie studiert Pädagogik und wird auf dem zweiten Bildungsweg Grundschullehrerin. Das gibt ihr Kraft und die Bestätigung, die sie so nötig braucht. Außerdem bewahrt ihr Gehalt die Familie vor finanzieller Not, als Ralf seine Arbeit verliert. Ralf versinkt immer tiefer in seiner Alkoholsucht. Anna, die bisher zu ihm gehalten hat, lässt ihn auch jetzt nicht im Stich. Sie weiß, dass Alkoholabhängigkeit eine Krankheit ist. Ralf erlebt eine Krise und will sich das Leben nehmen. Da erkennt er plötzlich ganz klar, dass es für ihn nur einen Weg geben kann: vom Alkohol los zu kommen. Anna unterstützt seinen Entschluss, eine Therapie zu machen und macht ihm Mut: „Zusammen werden wir es schaffen“.

Aufwühlend, packend, realistisch. Auch für dieses Buch gebe ich wieder eine volle Leseempfehlung.

— Igelmanu66

Stöbern in Romane

Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie

Joyce pflanzt Lieder in unseren Kopf mit denen die Liebe des Protagonisten unterstrichen wird: zu Menschen, zur Musik und zum Leben.

Akantha

Schloss aus Glas (Filmausgabe)

Schon mehrfach gelesen - fesselnde, berührende, außergewöhnliche Familiengeschichte.

Wiebke_Schmidt-Reyer

Der verbotene Liebesbrief

Konstruierter, aufgeblasener, überzogener und mit Klischees überfrachteter Quark. Und die Übersetzung ist auch noch schlecht!

Wiebke_Schmidt-Reyer

Die Lichter von Paris

eine, zwei, wunderschöne Liebesgeschichte, Paris erleben, eintauchen in diesen wunderschönen Roman

Naturchind

Nur zusammen ist man nicht allein

Ein unheimlich emotionaler Roman, der einen bis an der Seele berührt.

Buchfan276

Leere Herzen

Eine Hymne auf die aktive gelebt Demokratie und eine düstere Voranhnung, wenn wir alle verstummen.

Nil

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Pflichtlektüre!!!

    Kein menschlicher Makel

    kingofmusic

    Als ausgebildeter Archivar ist es für mich selbstverständlich, mich mit Geschichte auseinander zu setzen. So auch (natürlich) immer wieder mit der Zeit des Nationalsozialismus und seinen Gräueltaten. Bereits an dieser Stelle möchte ich dem Verlag 3.0 und da besonders Kerstin Litterst danken, dass sie mir im vergangenen Jahr das Buch „Kein menschlicher Makel – weder gestern noch heute“ von Ellinor Wohlfeil als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Da es die knapp 100 Seiten (nicht nur) inhaltlich in sich haben, muss man den richtigen Zeitpunkt zum Lesen abpassen. Dieser war bei mir in den vergangenen Tagen gekommen und ich möchte kurz meine Gedanken dazu mit euch teilen. Es ist schon viel geschrieben worden über die Ausgrenzung, Verfolgung usw. der Juden während der Zeit des Nationalsozialismus. Ellinor Wohlfeil zeichnet in ihrem Roman also kein (neues) Bild dieser Zeit, trotzdem stellen sich mir immer noch (nicht nur) die Nackenhaare auf, wenn ich von dieser sinnlosen Hetze lese.  Die Protagonistin Ruth erzählt hier ihre Erlebnisse. Durch den Umstand, dass sie kaum von einem Erzähler unterbrochen wird (die Erzählweise erinnert mich an ein Instrument der Geschichtswissenschaft, die sog. „Oral History“) ist der geneigte Leser mittendrin im Geschehen und in der Gefühlswelt von Ruth. So entsteht eine tiefe Verbundenheit mit ihr – ein von der Autorin wahrscheinlich gewünschter Effekt :-). Ich wünsche dem Buch von Ellinor Wohlfeil die (große) Verbreitung, die es verdient hat – ob als Pflichtlektüre in der Schule oder in Lese- und Diskussionskreisen.

    Mehr
    • 2
  • Die Schatten im Innern

    Im Bann der Vergangenheit

    Igelmanu66

    »Tief in ihre Seele hatte sich damals das Gefühl eingegraben, einen Makel zu haben, minderwertig zu sein, der Willkür anderer preisgegeben zu sein. Es lebte immer noch in ihr.« 1945. Die Halbjüdin Anna hat die Schrecken der Nazizeit überlebt, aber die Jahre haben Spuren auf ihrer Seele hinterlassen. Wie soll das Leben nun für sie weitergehen? Gegen den Widerstand ihrer Mutter Gertrud arbeitet sie an der Erfüllung ihres Lebenstraums, Schauspielerin zu werden. Aber letztlich lässt sie sich doch in eine Ehe drängen, wird das, was sie eigentlich nie werden wollte: Hausfrau und Mutter. Nach außen hin wirkt sie wie eine zufriedene Frau, tatsächlich jedoch wird sie von Depressionen gequält. Erst in den 60er Jahren erhält ihr Leben eine neue Perspektive: Sie wird Lehrerin. Doch schon tauchen neue Probleme auf, denn ihr Ehemann Ralf verfällt dem Alkohol… In diesem Buch begleiten wir Anna durch die Jahre 1945 – 1975. Die ersten Nachkriegsjahre sind noch von großer Not geprägt, zeitgleich jedoch entsteht der Wunsch nach einem Neuanfang, nach einer Rückkehr zum normalen Leben. Deutlich wird gezeigt, wie stark das Erlebte weiter in Anna wirkt, wie sehr es sie noch Jahrzehnte später belastet. Ein weiteres Thema des Buchs ist der Wunsch einer jungen Frau, aus dem sie umgebenden Geflecht aus Regeln und veralteten Ansichten auszubrechen. Anna tut sich damit sehr schwer, denn ihre Mutter Gertrud ist fest davon überzeugt, dass der beste Weg einer Frau der in die Ehe ist. »Will sie mich nicht verstehen, oder kann sie es nicht? Als ob den Frauen schon bei ihrer Geburt ihr Lebensweg vorgezeichnet würde; als ob sie keine Wahl hätten, kein Recht auf eine persönliche Lebensgestaltung; als ob dies nur ein Privileg der Männer sei.« Wer schon den ersten Band dieser Familiensaga „Im Zwielicht der Zeit“ gelesen hat, den werden die Konflikte zwischen Anna und Gertrud stark an die zwischen Gertrud und ihrem Vater erinnern. Ich fand es ungemein interessant, dies zu verfolgen. Auch dieser Band hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gepackt. Es ist erschütternd zu lesen, wie eine junge Frau einerseits Glück hatte, weil sie die Nazi-Zeit überlebt hat und andererseits noch Jahrzehnte später von dem Erlittenen gequält wird. All dies ist wieder so eindringlich und realistisch beschrieben, dass ich die ganze Zeit dachte: Das klingt nicht nach etwas, das man sich ausgedacht hat oder das einem berichtet wurde. Das klingt nach etwas, das man selbst erlebt oder gesehen hat. Erlittene Schäden an der Seele, Depressionen, Alkoholismus – viele ernste Themen stehen im Vordergrund. Trotzdem kann auch dieses Buch Mut machen, sich den Herausforderungen zu stellen, die das Leben manchmal bereithält. Die Geschichte der Familie während der Jahre 1912 – 1945 wird im ersten Band der Saga „Im Zwielicht der Zeit“ beschrieben. Ich würde empfehlen, mit der Lektüre „vorne“ anzufangen. Allerdings gibt es dank Rückblenden auch keine Verständnisschwierigkeiten, wenn der erste Band nicht gelesen wurde. Fazit: Aufwühlend, packend, realistisch. Auch für dieses Buch gebe ich wieder eine volle Leseempfehlung. »Was ist die Summe von allem? Was wird bleiben?«

    Mehr
    • 10

    BrittaRoeder

    29. May 2015 um 09:21
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks