Elliott Erwitt Cuba

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Inhaltsangabe zu „Cuba“ von Elliott Erwitt

1964 verbrachte Elliott Erwitt als Gast Fidel Castros eine Woche auf Kuba. Im Auftrag von Newsweek hielt er den vom Volk geliebten kubanischen Präsidenten zusammen mit dem Revolutionsführer Che Guevara in Fotografien fest, die zu Ikonen geworden sind. Mehr als 50 Jahre später – als sich die diplomatischen Beziehungen zu den USA normalisierten – kehrte er nach Kuba zurück, um sowohl Städte wie Landschaften, aber vor allem die Menschen dieses faszinierenden Landes zu dokumentieren. Diese erstmals in einem Buch zusammengefassten, fesselnden Schwarz-Weiß-Aufnahmen gewähren einen tiefen Einblick in das Leben auf dieser betörenden Karibikinsel. Ungestellte Castro-Porträts, Bilder der atemberaubenden Architektur der Hauptstadt Havanna oder Szenen des ländlichen Lebens machen Cuba zu einer fotografischen Entdeckungsreise in das Herz und die Seele des Landes. Mit Erwitts eigenen anekdotischen Erinnerungen – etwa an den Moment, als Che Guevara ihm eine Kiste Zigarren anbot – und einem mitreißenden Vorwort von Henry Louis Gates, Jr. ist dieser fantastische Bildband mehr als eine bloße Momentaufnahme von Menschen und Orten auf Kuba – er ist das historische Protokoll einer Nation im Wandel, während diese sich dem Rest der Welt öffnet. ELLIOTT ERWITTzählt zu den Stars der Magazinfotografie. Seine journalistischen Essays und Einzelbilder sowie seine Werbeaufnahmen wurden in Zeitschriften weltweit publiziert. Seit 1953 ist Erwitt Mitglied der Fotoagentur Magnum. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht und war unter anderem im Museum of Modern Art in New York, im Musée d’Art moderne de la Ville de Paris sowie im Kunsthaus Zürich mit Einzelausstellungen vertreten. Der preisgekrönte Filmemacher, Literaturwissenschaftler, Journalist und Kritiker HENRY LOUIS GATES, JR. war maßgeblich am Aufbau mehrerer akademischer Einrichtungen beteiligt. Er hat 21 Bücher verfasst oder mitverfasst und 15 Dokumentarfilme und -serien produziert, unter anderem die bahnbrechende Ahnenforschungsserie Finding Your Roots für den US-Fernsehsender PBS.
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  • "Die raue Wirklichkeit hatte die Hoffnungen und Träume von Veränderungen gedämpft"

    Cuba
    R_Manthey

    R_Manthey

    14. August 2017 um 15:03

    Dieser Satz stammt aus dem euphorischen Vorwort zu diesem zweigeteilten Bildband. Am Anfang findet man einige Fotos, die Erwitt 1964 bei seinem ersten Kuba-Aufenthalt machte. Danach folgen Bilder aus den Jahren 2015 und 2016. Alle in schwarz-weiß, eben Erwitt-typisch. Allerdings endet das Typische hier schon. Wo ist Erwitts berühmter Sinn für die Komik des Augenblicks? Die Suche bleibt vergebens. Schon 1964 hatte der Fotograf offenbar eine Sichtweise in seinem Kopf, die sich von seinen anderen Bildbänden deutlich unterscheidet. Castro und Che, den Ikonen linker Hoffnungen, bei der Erschaffung des "neuen Menschen" über die Schulter zu schauen, war möglicherweise seine Intention. Ein halbes Jahrhundert später sieht das Ergebnis dieses Experiments ernüchternd aus. Wenigstens das dokumentiert Erwitt deutlich.Seinen Bildern fehlt fast immer die karibische Fröhlichkeit, mit der die meisten Kubaner das sozialistische Experiment ertragen haben. Da Erwitt sich fast ausschließlich für Menschen interessiert (seine Hunde-Leidenschaft ist hier sowieso weit abseits des Themas) muss man sich nicht wundern, dass der morbide Zustand von Gebäuden und Infrastruktur auf Kuba kaum eine Rolle auf seinen Bildern spielt. Wenn dieser Band überhaupt eine Aussage besitzt, dann wohl die, dass sich in 50 Jahren fast nichts geändert hat, sieht man einmal vom Zerfall ab.Das kratzt vielleicht ein wenig am Lack der einstigen Revolution, führt aber dem Zeitgeist folgend nicht wirklich zu tieferem Nachdenken. Dafür ist bereits das merkwürdige Vorwort ein deutlicher Beleg. Kein Wort über 50 Jahre Diktatur auf dieser Insel, die natürlich Opfer forderte. Und wohl nicht wenige. Stattdessen werden die "Revolutionsführer" mit fast schon religiöser Hingabe verehrt. Ein fröhlicher Che mit Zigarre auf dem Cover als Sinnbild einer offenbar niemals aussterbenden Ausblendung der Realität.Wäre nicht mein unendlicher Respekt vor Erwitt, so hätte ich diesem Bildband wohl eine andere Bewertung gegeben.

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