Elmar Bereuter

 4 Sterne bei 82 Bewertungen
Autor von Die Schwabenkinder, Hexenhammer und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Elmar Bereuter

Die Schwabenkinder

Die Schwabenkinder

 (48)
Erschienen am 04.09.2018
Hexenhammer

Hexenhammer

 (20)
Erschienen am 12.02.2013
Die Lichtfänger

Die Lichtfänger

 (6)
Erschienen am 01.12.2006
Hexenhammer: Historischer Roman

Hexenhammer: Historischer Roman

 (5)
Erschienen am 12.03.2013
Felders Traum

Felders Traum

 (3)
Erschienen am 04.09.2018
Die Schwabenkinder

Die Schwabenkinder

 (0)
Erschienen am 01.01.2006

Neue Rezensionen zu Elmar Bereuter

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Angie*s avatar

Rezension zu "Die Schwabenkinder" von Elmar Bereuter

Kinderleben in der Zeitgeschichte,,,
Angie*vor einem Monat

Rezension

Autor: Elmar Bereuter 
Biografie
Elmar Bereuter, geboren 1948 in Lingenau als ältestes von vier Kindern einer Bauernfamilie im Bregenzerwald, verbrachte seine Kindheit zwischen Dorfleben, Alpwirtschaft und Internat. Nach einer Karriere als PR-Manager erfolgte mit der Gründung eines Werbeunternehmens der Sprung in die Selbstständigkeit. Mit dem Erscheinen des Romans »Die Schwabenkinder« begann ein neuer Abschnitt als Schriftsteller im Hauptberuf. Auf seinen Bestseller, der den Anstoß zum gleichnamigen Film mit Tobias Moretti gab, folgten die Romane »Hexenhammer«, »Die Lichtfänger«, »Felders Traum« sowie Wanderführer über die »Schwabenkinder-Wege«. Der Autor lebt mit seiner Familie in der Nähe des Bodensees.

Meine Meinung:
Vierhundert dramatisch beschriebene Seiten mit Schilderungen von Schrecken, Angst, Verunsicherung, Heimweh, Hunger, Schlägen und gröbsten Misshandlungen eines Kindes und seiner unschuldigen Seele habe ich beim Lesen verfolgt und der kleine Kazpanaze aus dem Bregenzer Wald, sowie die anderen Kinder aus Vorarlberg, Südtirol , der Schweiz, haben mir von Herzen leid getan. Ich bin froh, dass diese *Lesereise* nun ein Ende hat.  Dieses Buch ist keine schöne,  friedliche  oder romantische Lektüre des 19.Jahrhundert , sondern rüttelt unser Gewissen auf , alles, aber auch alles was Verantwortlichen  Menschen möglich ist , (auch heute),  für Kinder zu tun, damit kein Kind so schlimm leiden muss!

Und all das ist bei uns in Europa vor gar nicht so langer Zeit  passiert. Der Autor Elmar Bereuter beschreibt in seinem Buch die ärmlichen  und katastrophalen Lebensumstände der dörflichen Bevölkerung des Alpenraumes, des Allgäus, des Schwabenländle in Baden Württemberg, des 19. Jahrhundert in deutlichen und starken Bildern, die sich im Kopf festsetzen . Sein Schreibstil ist gut zu verstehen, wobei er sich auch an Dialektausdrücke und den damals dörflichen Umgangston gehalten hat. So wirkt dieses Buch sehr authentisch.  Kinder wurden als billige Saison-Arbeitskräfte verkauft, vermietet und ausgenutzt. Eine allgemeine Schulpflicht gab es kaum und war nicht verbindlich, viele Menschen waren Analphabeten. Ein Kinderschutzgesetz gab es noch lange nicht.  
Die Lebensumstände und der Hunger waren in vielen Alpentälern und Bergbauernhöfen  so präsent und  dringlich, dass viele Familien die älteren Kinder als Arbeitskräfte während der Sommermonate weggeschickt haben. Im März wurden die Kinder von Führern gesammelt und in langen, beschwerlichen Wanderungen in den Voralpenraum  zur Arbeit auf andere Höfen und den Kindermarkt begleitet. Dort waren sie nun auf *Gedeih oder Verderb*, ohne Rechte und Fürsorge wildfremden Menschen ausgeliefert. In den Städten Ravensburg,Wangen, Friedrichshafen, Überlingen und vielen Orten im Allgäu gab es regelrechte, öffentliche Kindermärkte. 

Zitat aus den Erklärungen zu den Kindermärkten auf Seite 397: "Im ersten Drittel des 19. Jahrhundert dürften es jährlich über 4000 *Schwabengänger* gewesen sein. " 

Hinweise verschiedener Chronisten beschreiben diese Tradition der Kindermärkte schon bis in das 16. Jahrhundert zurück!    

Es ging oft gut und viele Kinder fanden eine neue Heimat, blieben sogar für immer auf dem neuen Hof, aber das war nicht der Normalfall. Aus dem Erleben und den Schilderungen des kleinen Kazpanaze ersteht eine einfache Welt aus dem Blickwinkel eines unschuldigen Kindes vor dem Leser. Die Grobheit, die den Kleinen entgegengebracht wurde, übertrugen viele Kinder in ihren Alltag. Raufereien und bösartige Streiche , besonders zwischen den  fremden Hüte-Kindern und den Einheimischen  waren an der Tagesordnung.

Vermisst habe ich im Buch ein Glossar, denn viele  bäuerliche Ausdrücke waren mir unbekannt. Die Erklärungen des Autors am Endes des Buch zu dem Phänomen Kinderhandel und seine geschichtlichen Hintergründe empfand ich als sehr aufschlussreich!  

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für diese aufklärende Lektüre!

Kommentare: 1
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angelika51s avatar

Rezension zu "Die Schwabenkinder" von Elmar Bereuter

Es ist erschreckend, dass dieser Kinderhandel bis ins frühe 20. Jahrhundert praktiziert wurde.
angelika51vor 2 Jahren

Jahrhunderte lang wanderten die "Schwabenkinder" oder "Hütekinder" einen langen beschwerlichen Weg über die Berge ins Schwabenland, um dem Hunger zu entkommen und auch noch ein paar Groschen als Lohn mit nach Hause zu bringen.
Deren Eltern blieb nichts anderes übrig, da die Not unheimlich groß war.
Nicht jedes Kind hatte Glück und fand bei guten Leuten eine "Anstellung". Diese hatten sie vorher auf einem "Kindermarkt" ausgesucht und gekauft!

Zum Buch "Die Schwabenkinder" von Elmar Bereuten:
Inhalt:
"Bitterarm sind die Menschen im Bregenzerwald. Die unverschuldet in Not geratene Bauernfamilie Meser beschließt, ihren neunjährigen Sohn Kaspanaze auf den Kindermarkt nach Ravensburg zu schicken, wo er von einem grausamen Bauern ersteigert wird. Doch schon bald erträgt er dieses Leben nicht mehr und läuft davon. Eine abenteuerliche Flucht beginnt …

Jahrhundertelang zogen viele »Schwabenkinder« wie Kaspanaze jedes Frühjahr über die schneebedeckten Alpen nach Oberschwaben, um dem Hunger zu entkommen. Elmar Bereuter erzählt anhand eines bewegenden Einzelschicksals vom Leben jener Sklavenkinder und enthüllt ein dunkles Kapitel europäischer Geschichte"

Bereuten schreibt sehr anschaulich die Gefühle und die Lage der Hütekinder. Beschreibt ihr großes Leid und auch die wenigen glücklichen Augenblicke.

Es ist erschreckend, dass dieser Kinderhandel bis ins frühe 20. Jahrhundert praktiziert wurde.

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Larenas avatar

Rezension zu "Hexenhammer: Historischer Roman" von Elmar Bereuter

Unschuld beweist gar nichts...
Larenavor 3 Jahren

Meine Meinung

"Innocentia nihil probat!" - Unschuld beweist gar nichts!
So lautete das Credo der Inquisition. Dieser historische Roman zeigt völlig unverfälscht die Grausamkeit, die Ignoranz und das Leiden der damaligen Zeit.

Der Inhalt des Buches macht verregnete Tage noch dunkler. Mit seinen detailgenauen Beschreibungen sowohl über die Orte als auch über Folter und Schmerz, treibt Elmar Bereuter dem Leser den Schweiß ins Gesicht. An dieser Stelle sei kurz gesagt: Viele Szenen in dem Buch sind nichts für schwache Nerven. Der Autor hat den Zeitgeist sehr gut eingefangen. Die Zeilen enthüllen, wie leicht die Menschen damals zu manipulieren waren. Man brauchte nur ein schwarzes Huhn zu besitzen und schon war man eine Hexe. Auch ist es nur schwer nachzuvollziehen, wie die Zeugen der Folterprozesse nicht begreifen konnten, dass der Angeklagte nur aufgrund der Schmerzen gestand - aber so war es damals.

Zu Beginn ist das Buch ein klein wenig langatmig. Nicht langweilig! Sondern langatmig. Aber ungefähr nach den ersten 100 Seiten liest es sich bereits viel besser und es wird richtig interessant.

Das Cover zeigt "den Hexenhammer" der geschrieben wurde, um den Menschen zu zeigen wie eine Hexe zu entlarven sei und wie man weiter mit ihr verfahren solle. Es hat einen düsteren Look und passt zu der Stimmung des Inhalts.

Fazit

Wer mehr über Hexenverfolgung wissen möchte, der sollte zu diesem Buch greifen. Es zeigt, wie dunkel dieses Kapitel unserer Geschichte tatsächlich war.

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